{"id":94,"date":"2022-04-03T13:34:26","date_gmt":"2022-04-03T13:34:26","guid":{"rendered":"https:\/\/martin.quitesmall.de\/?page_id=94"},"modified":"2022-04-03T13:34:26","modified_gmt":"2022-04-03T13:34:26","slug":"einleitung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/derbibelglauben.de\/?page_id=94","title":{"rendered":"Einleitung"},"content":{"rendered":"\n<p>In der vorliegenden Arbeit habe ich mich ausf\u00fchrlich mit den Thesen der liberalen Theologie besch\u00e4ftigt. Mein Ziel war es nicht so sehr, eine differenzierte theologiegeschichtliche Darstellung der verschiedenen Phasen der neueren Theologie und deren geistesgeschichtlichen oder philosophischen Einfl\u00fcsse zu liefern, auch wenn ich dieser Absicht bei der Lekt\u00fcre fremder Autoren in vielfacher Weise begegnet bin. Vielmehr ging es mir darum, die grundlegenden weltanschaulichen Denkvoraussetzungen der modernen Theologie und deren geistesgeschichtlichen Wurzeln herauszuarbeiten und sie anhand des uns vorliegenden biblischen Zeugnisses zu pr\u00fcfen. \u00a0Entsprechend werde ich auch in meiner Begrifflichkeit nicht unterscheiden zwischen liberaler Theologie, Historisch-kritischer Theologie, Moderner Theologie, Bibelkritik, Historischer Kritik, obwohl mir bewusst ist, dass die Theologie sehr wohl hier einer Entwicklung unterworfen war und sich bis heute st\u00e4ndig ver\u00e4ndert. Trotz aller Ver\u00e4nderung im Kleinen, die die liberale Theologie im Laufe der letzten 3 Jahrhunderte vollzogen hat, wird man bei genauem Studium eine Grundlinie erkennen k\u00f6nnen, die beibehalten wurde und bis heute gilt, auch wenn mancher Theologe dies vielleicht bestreiten m\u00f6chte. Diese Grundlinie m\u00f6chte ich in meiner Arbeit herausarbeiten. Besonders wichtig war mir dabei der Aspekt: Wie steht die Bibel selbst zu den verschiedenen Thesen der liberalen Theologie. Wenn man selbst nicht gleich am Anfang eine dieser Grundthesen der liberalen Theologie \u00fcbernehmen will und behaupten will, dass die Bibel ein ganz normales St\u00fcck Literatur ist, dann m\u00fcsste es berechtigt sein zu fragen, was die Bibel selbst zu ihrer Verteidigung beitragen kann. Hat die Bibel \u00fcberhaupt was dazu zu sagen? Bemerkenswerterweise finden wir sehr viele aufschlussreiche Aussagen zu bibelkritischen Themen in der Bibel, sodass man hier sogar von einem frappierenden Anachronismus sprechen k\u00f6nnte. Dies war f\u00fcr mich selbst hochspannend. An vielen Stellen gleicht meine Arbeit deshalb eher einer Bibelarbeit als einer geschichtlichen Analyse, was meine Bibelkenntnis erheblich erweitert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Manch einer wird sich fragen, wie ein Mediziner dazu kommt, sich mit einem derartigen Thema auseinanderzusetzen. Nun, ich habe mich seit meiner Schulzeit (ca. 10 verschiedene \u00fcberwiegend liberale Religionslehrer, Religion: 3. Pr\u00fcfungsfach im Abitur, Besuch eines evangelisch kirchlichen Aufbaugymnasiums) mit theologischen Themen befasst. Die Frage, inwieweit die Bibel vertrauensw\u00fcrdig ist oder nicht, hat mich, seit ich mich mit 12 Jahren bewusst f\u00fcr Jesus entscheiden habe, immer begleitet. Wer mit vielen Schulfreunden \u00fcber Glaubensfragen diskutiert hat und auch mit Kindern, in der Ehe, in der Gemeinde und mit Freunden immer wieder \u00fcber geistliche Themen spricht, der kommt an den Thesen der liberalen Theologie nicht vorbei. Und zwar nicht nur, wenn man sich bewusst daf\u00fcr interessiert oder weil die eigenen Kinder aus dem Religionsunterricht pl\u00f6tzlich die Thesen mitbringen, sondern, weil uns viele Fragen des Lebens und des Alltags sowie unseres Glaubens- ob bewusst oder unbewusst- zwangsl\u00e4ufig damit konfrontieren. Wie soll ich mich beispielsweise dem Thema Homosexualit\u00e4t positionieren? Was sagt die Bibel dazu? Diese Frage h\u00e4ngt ganz klar von unserem Bibelverst\u00e4ndnis ab. Sehen wir die Bibel als Gottes Wort, das in diesem Fall auch heute noch gilt, oder sehen wir die biblischen Aussagen als zeitgebunden und deshalb nicht mehr verbindlich f\u00fcr uns heute an? Es gibt andere wichtigere Themen, beispielsweise, welche Bedeutung hat der Kreuzestod Jesu? Die Antwort auf diese Frage wird mit unserer Meinung zum Bibelverst\u00e4ndnis zusammenh\u00e4ngen. Viele Thesen der liberalen Theologie kannte ich seit vielen Jahren, konnte aber f\u00fcr mich selbst und anderen gegen\u00fcber nie sagen, inwieweit man vom wissenschaftlichen Standpunkt aus diese Thesen \u00fcbernehmen muss oder nicht. Das war f\u00fcr mich ein Anlass, den Fragen auf den Grund zu gehen. Wichtig war mir dabei, wissenschaftlich sachlich zu bleiben und nicht mich vorschnell auf das naive Argument einzulassen, ich glaube einfach, weil es in der Bibel steht. Von meinem Beruf als Arzt bin ich nun mal sehr wissenschaftlich gepr\u00e4gt. Im Laufe der Zeit deshalb zu merken, dass es nicht nur die Theologen und Wissenschaftler gab, die die Thesen der HKT teilen, sondern auch die, die mit guten wissenschaftlichen Argumenten die Thesen der HKT in Frage stellen, hat mir dabei sehr geholfen. In besonderer Weise m\u00f6chte ich hier Dr. Markus Till, Prof. Gerhard Maier, Prof. Armin Baum und die Arbeit von Wort und Wissen hervorheben, aus deren Informationsquellen ich sehr viel gesch\u00f6pft habe. &nbsp;Hieraus l\u00e4sst sich auch mein Standpunkt ableiten, dass Wissenschaft nicht zwangsl\u00e4ufig bedeuten muss, die Bibel in Frage zu stellen. Im Gegenteil, sie kann uns sogar helfen, die Bibel zu best\u00e4tigen und die Thesen der liberalen Theologie deutlich anzuzweifeln. Die liberale Theologie fungiert hier sogar als Absto\u00dfungspunkt, an dem wir dann auf der anderen Seite die bibeltreue Haltung festigen k\u00f6nnen. Ich bin deshalb nicht undankbar f\u00fcr die vielen liberalen Einfl\u00fcsse in meinem Lebenslauf. Sie haben sicher dazu beigetragen, dass mein Glaube am Ende gest\u00e4rkt wurde. Am Negativbeispiel lernen wir am besten. Das ist auch der einfache aber gewinnbringende Grund, warum ich die liberalen Textkommentare in meiner Stuttgarter Erkl\u00e4rungsbibel von der Deutschen Bibelgesellschaft noch nicht aus meiner t\u00e4glichen Lekt\u00fcre gestrichen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Der interessierte Leser kann sich die Kapitel zum Lesen so raussuchen, wie er will. &nbsp;Geordnet sind sie auf meiner Website ungef\u00e4hr so, wie ich sie in ihrer Reihenfolge geschrieben habe. Die einzelnen Kapitel bauen nicht komplett aufeinander auf. Trotzdem wird man manche Aussage von mir nur dann richtig verstehen, wenn man bestimmte vorausgehende Kapitel gelesen hat. Jemand, der v\u00f6llig unbedarft an die Texte herangeht, wird m\u00f6glicherweise etwas vor den Kopf gesto\u00dfen sein. Nur wenn man die vielen Aussagen und Kritikpunkte der liberalen Theologie in ihrer groben Gesamtheit kennt, bekommt man ein tats\u00e4chliches Gef\u00fchl f\u00fcr das ganze Ausma\u00df der Wirkung auf unser Denken. Andernfalls wird ein wohlwollender Christ immer geneigt sein, Einzelthesen der liberalen Theologie zu verharmlosen und im Sinne der kirchlichen Einheit als Randthese stehen zu lassen. Dass es hier aber um nichts weniger geht als um ein grundlegendes Bibelverst\u00e4ndnis, das jeden Bereich der Hermeneutik und der biblischen Texte umfasst, sollte beim Lesen aller Kapitel deutlich werden.&nbsp; Daraus ergibt sich auch die Wichtigkeit dieses Themas. Von der Beantwortung der Fragen zu diesem Thema h\u00e4ngt letztlich die Zukunft unserer Kirchen und Gemeinden ab. Wir tun also gut daran, uns mit diesem Thema zu besch\u00e4ftigen, um nicht im Strudel des zunehmenden Einflusses der liberalen Theologie auf unser Denken unterzugehen. Schon heute erleben wir, wie viele Christen auf der westlichen Nordhalbkugel sich vom Glauben abwenden, kaum noch in der Bibel lesen oder sich einem v\u00f6llig liberalen Bibelverst\u00e4ndnis \u00f6ffnen. In den L\u00e4ndern, in denen Christen verfolgt werden, gibt man fast alles, um an eine Bibel zu gelangen. Wir leben in einem Land, in dem die Bibel fast in jedem Haushalt im Regal verstaubt. Also holen wir sie raus und nutzen sie, um die Wahrheit \u00fcber die Welt, das Leben und den Tod zu erfahren. Sie allein kann uns den Weg zu Jesus und zum ewigen Leben zeigen. Die liberale Theologie tr\u00e4gt einen erheblichen Anteil daran, dass uns dieser Weg zunehmend verbaut oder verunklart wird. Wir sind es uns nicht nur untereinander schuldig, hier f\u00fcr mehr Klarheit zu sorgen, sondern allen Menschen gegen\u00fcber, die von der Wolke der liberalen Theologie \u00fcberdeckt zu werden drohen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder, der durch die liberale Theologie verunsichert ist, wird hier sehr viel Material finden, um seinen Standpunkt zu festigen oder neue Orientierung zu bekommen im Dschungel der theologischen Vielfalt. Manche Freunde waren der Meinung, ich solle ein Buch schreiben. Dies habe ich mir allerdings mit gutem Recht bisher verkniffen. Zum einen gen\u00fcgt diese Arbeit keinen wissenschaftlichen Anspr\u00fcchen (keine ausreichenden und exakten Literaturangaben) Zum andern gibt es zu allen Kapiteln schon reichhaltige und gute Literatur. Das ist der Grund, warum der Leser in meinem Skript sehr viele Zitate von anderen Autoren finden wird. Trotzdem wird man kaum eine andere Arbeit finden, in der dieses Thema so umfassend und auch f\u00fcr den theologischen Laien gut verst\u00e4ndlich aufgearbeitet ist. Mir ist bewusst, dass eine solche Arbeit viel Kritik hervorrufen wird- teilweise hat dieser Prozess schon begonnen- und ich freue mich \u00fcber jede sachliche Kritik, weil sie unser Denken schult und bei einer gewissen Offenheit in eine positive Richtung lenken kann. Am meisten w\u00fcrde ich mich jedoch freuen, wenn meine Texte m\u00f6glichst vielen Christen oder auch Nichtchristen Orientierung geben in unserer postmodernen Welt, in der es keine absolute Wahrheit mehr geben darf. Schlie\u00dfen m\u00f6chte ich diese Einleitung mit den Worten von Paulus in 1.Kor. 15<em>: \u201eIst Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt umsonst, so ist auch euer Glaube vergeblich\u2026 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der vorliegenden Arbeit habe ich mich ausf\u00fchrlich mit den Thesen der liberalen Theologie besch\u00e4ftigt. 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