{"id":87,"date":"2022-04-03T12:14:59","date_gmt":"2022-04-03T12:14:59","guid":{"rendered":"https:\/\/martin.quitesmall.de\/?page_id=87"},"modified":"2022-04-03T12:16:33","modified_gmt":"2022-04-03T12:16:33","slug":"die-leibliche-auferstehu","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/derbibelglauben.de\/?page_id=87","title":{"rendered":"Die leibliche Auferstehung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn es ein Thema gibt, dessen Bedeutungsgehalt von keinem andern in diesem Kosmos \u00fcberboten werden kann, dann ist es die leibliche Auferstehung Jesu. Auch wenn der Tod noch immer Realit\u00e4t ist, Jesus hat den Tod besiegt und hat mit seiner Auferstehung gezeigt, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Seit 2000 Jahren ist der Glaube an die Auferstehung das pr\u00e4gendste Element der Christen, das im Grunde alle verschiedenen Denominationen und christlichen Kulturen miteinander verbindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist eines der letzten Kapitel, die ich f\u00fcr dieses Skript schreibe. Urspr\u00fcnglich wollte ich nichts zu diesem Thema schreiben, weil eben schon so viel geschrieben worden ist. Dann habe ich aber doch angefangen, mich mit diesem Thema wissenschaftlich zu besch\u00e4ftigen und es lie\u00df mich nicht mehr los. Je tiefer ich eingestiegen bin, desto mehr nahm mich dieses Thema gefangen. Mir fiel auch auf, dass ich die Auferstehungstexte nur grob kannte. Ich begann immer mehr zu staunen, wie viele Details in den verschiedenen Evangelien \u00fcber die Auferstehung und deren historische Umst\u00e4nde beschrieben sind. Ich m\u00f6chte also versuchen, aus wissenschaftlicher Sicht die Bibeltexte zu beurteilen und sie zu messen an den bibelkritischen Vorstellungen der liberalen Theologie. Wie an allen anderen Stellen der Bibel ist auch das Verst\u00e4ndnis der Auferstehung durch die historisch kritische Methode ins Wanken geraten.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;In der historisch-kritischen Theologie gibt es im Blick auf die Auferstehung 2 Lager.<\/p>\n\n\n\n<p>1.) Das eine Lager vertritt die Meinung, dass es sich bei der Auferstehung nicht um ein historisches Ereignis handelte. Das Grab sei nicht leer gewesen, sodass man nicht von einer leiblichen Auferstehung sprechen k\u00f6nne. Die Auferstehung habe sich auf einer inneren geistlichen Ebene vollzogen, wobei nicht die Tats\u00e4chlichkeit der Auferstehung das eigentliche Wunder war, sondern der Glaube an die Auferstehung, der zu der Verwandlung bei den J\u00fcngern gef\u00fchrt habe. Gott habe nicht am Leib Jesu gehandelt, sondern am Glauben der J\u00fcnger. Bekannte moderne Vertreter dieser Haltung sind Prof. Breuer und Prof. Schreiber von Worthaus und Prof. A. Lindemann, die schon mehrfach zitiert wurden. Prof. Schreiber sagt z.B.: <em>\u201eDiese Menschen, und zwar nicht nur einer, sondern viele, waren der Meinung oder waren davon \u00fcberzeugt, Ihnen ist Jesus von Nazareth erschienen. Sie haben gesehen, dass er lebt. Sie haben erfahren, dass er lebt. Deswegen muss er noch lange nicht auf der Erde rumspaziert sein wie ein Gespenst oder so etwas. Das w\u00e4re dann eher wieder die alberne Variante. Also wenn ich jetzt meine Oma hier sehen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde ich zum Arzt gehen, verstehen Sie? Da w\u00fcrde ich irgendwie denken, jetzt sollte ich mal wieder richtig schlafen oder so etwas. Darum geht\u00b4s bei der Auferweckung Jesu nicht. Die waren nicht einfach alle \u00fcberreizt oder so etwas.\u201c<\/em> Markus Till zitiert in seinem Artikel: Worthaus, Universit\u00e4tstheologie f\u00fcr Evangelikale Prof. Breuer, der lehre: <em>\u201eJesu Grab war voll! Ich bin davon \u00fcberzeugt: Wenn man damals eine Videokamera am Grab Jesu installiert h\u00e4tte, w\u00e4re nichts zu sehen gewesen. Nichts!\u201c Auch bei den Erscheinungen des Auferstandenen h\u00e4tte eine Videokamera nichts gefilmt. Nur sehr \u201ekonservative Christen\u201c legten Wert auf das leere Grab. Aber eigentlich sei es genau wie die Jungfrauengeburt f\u00fcr den Glauben nicht von Bedeutung. Zwar sei der Tod Jesu ein historisches Ereignis, aber Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten auf keinen Fall. Die Tagesangaben zwischen diesen Ereignissen h\u00e4tten nur metaphorische Bedeutung. Die Auferstehung war nur eine Erkenntnis der J\u00fcnger, dass Jesus im Geist unter Ihnen ist. Auch Paulus` Begegnung mit dem auferstandenen Jesus sei eine legendarische Ausschm\u00fcckung von Lukas.\u201c<\/em> (In Dr. Thomas Breuer: Worauf gr\u00fcndet sich der Glaube an die Auferweckung Jesu von den Toten?)<\/p>\n\n\n\n<p>Das andere Lager erkennt die Historizit\u00e4t der leiblichen Auferstehung an, lehnt es aber in der Regel ab, sich vom ersten Lager klar abzugrenzen. Meist wird hier beschwichtigend argumentiert, es komme nicht darauf an, ob ich an eine leibliche Auferstehung glaube. Bekannte Vertreter hierzu sind Prof. Zimmer und Prof. Dietz von Worthaus, die zwar ausdr\u00fccklich sagen, dass sie pers\u00f6nlich an die k\u00f6rperliche Dimension der Auferstehung glauben, aber keinen Wert darauflegen, ob man sie so oder so versteht. Hauptsache man glaube irgendwie an die Auferstehung, was ja auch alle Theologen irgendwie tun. Prof. Dietz, auch Hochschullehrer in Tabor\/ Marburg sagt zum Beispiel,\u201c <em>da sei kein Platzhalter, es gebe keine Stelle, an der man unterschreiben m\u00fcsse, dass man an eine leibliche Auferstehung glaube\u201c<\/em>. Beide Lager w\u00fcrden einander auch nicht widersprechen. Entscheidend ist also auch f\u00fcr dieses Lager nicht der Glaube an eine leibliche Auferstehung, sondern der kleinste gemeinsame Nenner, n\u00e4mlich der Glaube an eine wie auch immer geartete Auferstehung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Frage 1: Wie ist Jesus den J\u00fcngerinnen und J\u00fcngern nach der Auferstehung begegnet? K\u00f6nnte es sich tats\u00e4chlich nur um eine innere Erscheinung gehandelt haben? Was sagt die Bibel dazu?<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnte es sein, dass Jesus den J\u00fcngern nur als innerer Film erschienen ist so wie heute manchmal Menschen berichten, dass ihnen Jesus im Geist oder im Traum, erschienen ist? Wir reden gelegentlich davon, dass Jesus zu jemand gesprochen hat im Sinne einer inneren Stimme, die man vernommen hat. Vielleicht waren die ersten Begegnungen nichts anderes als derartige innere Erscheinungen. Sie h\u00e4tten sich demnach nur im Inneren der J\u00fcngerinnen und J\u00fcnger abgespielt und w\u00e4ren \u00e4u\u00dferlich nicht fassbar gewesen. Das ist das Verst\u00e4ndnis vieler liberaler Theologen von den ersten Begegnungen Jesu nach der Auferstehung. Zun\u00e4chst erscheint uns vielleicht eine derartige Deutung der Auferstehung als relativ plausibel, weil sie sich mit unseren eigenen Erfahrungen deckt, sodass man geneigt ist zu sagen: Damit k\u00f6nnte ich auch leben. Und vielleicht komme es ja wirklich nicht darauf an, ob die Auferstehung nun als leibliche Auferstehung oder nur in einem geistigen Sinn zu verstehen ist? Bei genauerer Betrachtung und Analyse der biblischen Texte f\u00e4llt jedoch auf, dass dieses Verst\u00e4ndnis weit hinter den Erz\u00e4hlungen zur\u00fcckbleibt und sich keineswegs mit den Augenzeugenberichten zur Deckung bringen l\u00e4sst. &nbsp;Ich m\u00f6chte nun nicht die theologische Tragweite einer derartigen Einstellung bewerten, vielmehr geht es mir zun\u00e4chst darum zu zeigen, dass die Augenzeugenberichte uns in keiner Weise die Freiheit lassen, die Auferstehung als rein inneres Erleben aufzufassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lk.24,36ff: \u201eAls sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!&nbsp;Sie erschraken aber und f\u00fcrchteten sich und meinten, sie s\u00e4hen einen Geist.&nbsp;Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine H\u00e4nde und meine F\u00fc\u00dfe, ich bin&#8217;s selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe.&nbsp;Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe.&nbsp;Da sie es aber noch nicht glauben konnten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?&nbsp;Und sie legten ihm ein St\u00fcck gebratenen Fisch vor.&nbsp;Und er nahm&#8217;s und a\u00df vor ihnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus wird von den J\u00fcngern zun\u00e4chst also tats\u00e4chlich wie ein Geist wahrgenommen. Sie trauten ihren eigenen Augen und Ohren nicht, was uns vermutlich genauso gehen w\u00fcrde. Aber Lukas bleibt bei dieser Wahrnehmung und ihrer m\u00f6glichen Deutung nicht einfach stehen, sondern er beschreibt nun einzelne Indizien f\u00fcr die tats\u00e4chliche K\u00f6rperlichkeit Jesu. Jesus ist anfassbar, er hat Fleisch und Knochen und er isst sogar vor den J\u00fcngern. Der Auferstandene wird von den J\u00fcngern nicht als ausschlie\u00dfliche Geisterscheinung erfahren, sondern als konkret, anfassbar und k\u00f6rperlich real. Fasst man die Auferstehung nur als innere Glaubenserfahrung auf, dann widerspricht der vorliegende Text gerade dieser Vorstellung. Der Text erlaubt uns, weder die Auferstehung nur als innere Erkenntnis aufzufassen noch die Begegnung mit dem Auferstandenen auf eine Art vision\u00e4re innere Erscheinung zu reduzieren. Auch alle anderen Texte \u00fcber die Zeit nach der Auferstehung tragen dieselben Merkmale eines realen Erlebens und einer physischen Begegnung mit dem leibhaftig Auferstandenen. Man denke nur an die Situation mit dem zweifelnden Thomas, der seine H\u00e4nde in die Seite von Jesus legen darf zum Beweis f\u00fcr die Realit\u00e4t des lebenden Gekreuzigten oder an den Fischfang am See Tiberias, wo Petrus im Anklang an seine Verleugnung nun dreimal gefragt wird, ob er Jesus liebhabe. Alle Texte, die die Begegnungen des Auferstandenen mit seinen J\u00fcngern beschreiben, lassen keine Anzeichen daf\u00fcr erkennen, dass sie nur auf inneren Erlebnissen beruhen. &nbsp;Es w\u00e4re seltsam, wenn mehrere Menschen gleichzeitig die identische innere Erscheinung h\u00e4tten und es d\u00fcrfte wohl auch f\u00fcr einen liberalen Theologen kaum akzeptabel sein, weil es genauso ein \u00fcbernat\u00fcrliches Wunder und genauso wenig eine Entsprechung zu unserer gew\u00f6hnlichen menschlichen Erfahrung w\u00e4re. Wir halten also fest: Der biblische Befund l\u00e4sst ein rein inneres Auferstehungsverst\u00e4ndnis nicht zu. Auch Christi Himmelfahrt und deren vorherige Ank\u00fcndigungen sowie das Pfingstwunder w\u00e4ren bei einem rein geistigen Auferstehungsverst\u00e4ndnis sinnlos. Um nochmal Bezug zu nehmen auf den Kommentar von Prof. Schreiber, nein, Jesus ist nicht auf der Erde rumspaziert wie ein Geist, er ist rumspaziert wie ein real existierender Mensch. Dass er dabei trotzdem durch geschlossene T\u00fcren oder W\u00e4nde gehen konnte, entspricht seiner Doppelnatur. Das ist das eigentliche Problem der obengenannten Theologieprofessoren. Die Doppelnatur Jesu wird nicht akzeptiert. Weder vor Ostern noch nach Ostern. Warum das so ist, werde ich am Schluss kommentieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Sind die Auferstehungsberichte historisch?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollen nun pr\u00fcfen, ob wir anhand der Daten, die uns zur Verf\u00fcgung stehen, davon ausgehen k\u00f6nnen, dass die Texte tatsachlich historische Begebenheiten berichten oder ob sie nur legendenhafte Ausschm\u00fcckungen sind. Dabei sollten wir uns nochmal bewusst machen, dass eine Beweisf\u00fchrung wie in der Naturwissenschaft, in der man durch reproduzierbare Experimente im Labor eine Vorannahme best\u00e4tigen kann oder nicht, in der Geschichtswissenschaft nicht m\u00f6glich ist. In der historischen Wissenschaft haben wir es mit vergangenen Ereignissen zu tun, die sich einer Wiederholbarkeit entziehen. Eine Beweisf\u00fchrung ist also \u00e4hnlich wie bei einem Strafprozess nur anhand von Indizien m\u00f6glich. Es m\u00fcssen Spuren und Hinweise gesammelt werden, es m\u00fcssen Zeugen befragt werden und deren Glaubw\u00fcrdigkeit anhand der ihrer Aussagen und anhand ihrer vorbekannten Pers\u00f6nlichkeit gepr\u00fcft werden. Genau dies m\u00f6chten wir jetzt auch bei der Frage nach der historischen Glaubw\u00fcrdigkeit der Auferstehungsberichte tun. Ein besonderes Augenmerk wollen wir dabei auf m\u00f6gliche nachtr\u00e4gliche Manipulationen der Texte, wie sie in der liberalen Theologie grunds\u00e4tzlich behauptet werden, richten. Wir werden sehen, dass eine derartige historische Untersuchung aufgrund der F\u00fclle an Datenmaterial im Falle der Auferstehung Jesu wie an keiner anderen Stelle der antiken Literatur m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu sagt Wibur Smith (aus \u201eDie Bibel im Test\u201c von Josh Mc Dowell): \u201e<em>Die Bedeutung der Auferstehung ist eine theologische Sache, aber die Tatsache der Auferstehung ist eine historische Sache; das Wesen des Auferstehungsleibes Jesu mag ein Geheimnis sein, aber die Tatsache, dass der Leib aus dem Grab verschwand, ist eine Angelegenheit, die nach historischer Beweisf\u00fchrung entschieden werden muss.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re ein Fehler zu glauben, f\u00fcr die historische Beweisf\u00fchrung st\u00fcnden uns zu wenig Daten und Fakten zur Verf\u00fcgung. Auch ist die Begebenheit nicht in grauer Urzeit geschehen, in der wir vielleicht nur vermuten k\u00f6nnen, dass etwas geschehen ist und nicht wie die n\u00e4heren Umst\u00e4nde des Geschehenen waren. Das Leben Jesu spielte sich in der R\u00f6merzeit ab, deren Spuren wir heute \u00fcberall in S\u00fcdwest-Deutschland noch sehen k\u00f6nnen. Wenn man ein Limeseum besucht, kommt einem die Zeit zwischen R\u00f6mern und uns sehr kurz vor. Wir wissen sehr viel \u00fcber diese Zeit. Wir wissen auch viel \u00fcber das Leben der Juden in Israel der damaligen Zeit unter der Besatzungsmacht der R\u00f6mer und \u00fcber die n\u00e4heren Umst\u00e4nde der Verurteilung, der Kreuzigung und der Grablegung Jesu. Die Lokalisation ist geographisch festgelegt. Man kann die biblischen Wirkungsst\u00e4tten bis heute besuchen. Der Mann, dem das Grab geh\u00f6rte, lebte in der ersten H\u00e4lfte des 1.Jahrhunderts, wobei das Grab aus dem Felsen eines Felsh\u00fcgels gehauen worden war. Die Wachen vor dem Grab waren keine mystischen Figuren aus den griechischen G\u00f6ttersagen. Das Synedrium (Hoher Rat) war keine Erfindung der Autoren, sondern eine real existierende Gruppe von M\u00e4nnern, die regelm\u00e4\u00dfig in Jerusalem tagte. Die Existenz von Pontius Pilatus ist inzwischen auch au\u00dferbiblisch nachgewiesen.&nbsp; Die Todesstrafe durch Kreuzigung war ein damals g\u00e4ngiges Strafma\u00df f\u00fcr die schlimmsten nicht-r\u00f6mischen Verbrecher. Der historische Hintergrund, auf denen die Evangelien das Leiden, das Sterben und die Grablegung sowie die Auferstehung beschreiben, ist einer historischen Untersuchung zug\u00e4nglich und deckt sich in allen Teilen mit dem, was wir ausserbiblisch von der damaligen Zeit und den \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden wissen. Man findet in den Evangelien keine geographischen, kulturellen oder religi\u00f6sen Angaben, die in einem offenen Widerspruch zu dem st\u00fcnden, was wir sonst \u00fcber diese Zeit wissen. Auch die Nennung von Namen im NT entspricht der historisch nachweisbaren statistischen H\u00e4ufigkeit und des allgemeinen Gebrauchs von Namen der damaligen Zeit. Wenn man von Wunderberichten absieht, dann erg\u00e4be sich kein Anlass, an der Geschichtlichkeit der Berichte zu zweifeln. Die Erz\u00e4hlungen wirken v\u00f6llig authentisch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Nun zu den Berichten in der Bibel \u00fcber die Auferstehung: In allen vier Evangelien werden uns die wesentlichen Inhalte des Begr\u00e4bnisses und der Auferstehung geschildert. Zwar unterscheiden sie sich in Details, aber in den wesentlichen Elementen weisen sie eine beeindruckende \u00dcbereinstimmung auf. &nbsp;Das Argument des Schweigens (ex silentio) wie bei der Jungfrauengeburt, die im Markus und Johannesevangelium nicht erw\u00e4hnt wird, kann hier nicht in Anspruch genommen werden. Alle vier Evangelien enthalten alle wesentlichen Teile der Grabes- und der Auferstehungsgeschichte. Grenzen wir unseren Fokus auf das vermutlich \u00e4lteste Evangelium, das Markusevangelium, ein, so gewinnt man bei der Schilderung der Grablegung und der Auferstehung Jesu wie bei der Kreuzigung nie den Eindruck, als ob hier irgendwelche Legenden erz\u00e4hlt w\u00fcrden. Die Berichte von der Grablegung Jesu und dem leeren Grab am Sonntagmorgen sind angesichts der Dimension des Geschehens sehr n\u00fcchtern gehalten. Sie sind frei von theologischen Reflexionen oder apologetischen Motiven, wie sie f\u00fcr nachtr\u00e4gliche Legendenbildungen typisch sind. William Lane Craig schreibt hierzu: <em>\u201eWir finden keine Ausf\u00fchrungen \u00fcber Jesu Triumph \u00fcber die S\u00fcnde und den Tod, keine christologischen Titel, keine Zitate erf\u00fcllter Prophezeiungen, keinerlei Beschreibung des Auferstandenen.\u201c<\/em> Interessanterweise finden wir f\u00fcr die Auferstehung selbst keine Beschreibung oder Augenzeugenberichte. H\u00e4tte man in einem allgemein legend\u00e4ren Rahmen die Auferstehung nicht auch mystisch verkl\u00e4rt? Es gibt beispielsweise ein apokryphes Petrusevangelium, das eine F\u00e4lschung aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus ist, aus dem ich hier zitieren m\u00f6chte:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eIn der Nacht aber, in welcher der Herrentag aufleuchtete, als die Soldaten\u2026 Wache standen, erscholl eine laute Stimme am Himmel, und sie sahen die Himmel ge\u00f6ffnet und zwei M\u00e4nner in einem gro\u00dfen Lichtglanz von dort herniedersteigen und sich dem Grabe n\u00e4hern. Jener Stein, der vor den Eingang des Grabes gelegt war, geriet von selbst ins Rollen und wich zur Seite, und das Grab \u00f6ffnete sich, und beide J\u00fcnglinge traten ein. Als nun jene Soldaten dies sahen, weckten sie den Hauptmann und die \u00c4ltesten, auch die waren n\u00e4mlich bei der Wache zugegen. Und w\u00e4hrend sie erz\u00e4hlten, was sie gesehen hatten, sehen sie wiederum drei M\u00e4nner aus dem Grab herauskommen und die zwei den einen st\u00fctzen und ein Kreuz ihnen folgen und das Haupt der zwei bis zum Himmel reichen, dasjenige des von ihnen an der Hand Gef\u00fchrten aber die Himmel \u00fcberragen. Und sie h\u00f6rten eine Stimme aus den Himmeln rufen: Du hast den Entschlafenen gepredigt, und es wurde vom Kreuz her die Antwort laut: Ja. Jene erwogen nun miteinander hinzugehen und dies dem Pilatus zu melden.\u201c&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Hier rollt der Stein von selbst weg, kommen kosmische Engelsgestalten von einem gewaltigen Lichtglanz begleitet vom Himmel herab, Jesus wird von Engeln begleitet aus dem Grab gef\u00fchrt, deren K\u00f6pfe bis zum Himmel reichen, der Kopf des Gef\u00fchrten reicht sogar dar\u00fcber hinaus. Schlie\u00dflich kommt ein Kreuz aus dem Grab, das sogar h\u00f6rt und spricht. Sieht so nicht eher eine Legende aus? Vergleicht man eine derartige Geschichte mit der Schlichtheit der Auferstehungsgeschichte der Evangelien, dann findet man gerade dort keinerlei Merkmale einer mythologischen Erz\u00e4hlung, wie es manchmal behauptet wird. Nicht umsonst gesteht man auch von kritischer Seite den Auferstehungstexten einen hohen Grad von n\u00fcchterner Schilderung zu. Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund, die Legendenbildung in Frage zu stellen. Man m\u00fcsste sich fragen, wie wahrscheinlich es ist, dass die letzten Kapitel der jeweiligen Evangelien, in denen Ereignisse beschrieben werden, die sich nur wenige Jahrzehnte zuvor zugetragen hatten, so akzeptiert und verbreitet worden w\u00e4ren, wenn die darin enthaltenen Geschichten falsch oder mythisch gewesen w\u00e4ren. Ich bilde mir ein, dass ich markante Ereignisse von vor 20- 30 Jahren bis heute immer noch wahrheitsgerecht und detailgenau, wie ich sie mir urspr\u00fcnglich gemerkt habe, weitergeben oder aufschreiben k\u00f6nnte. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist meine Kennenlerngeschichte mit meiner Frau. Alle wesentlichen Teile dieser Geschichte geh\u00f6ren zu unserem gemeinsamen Erinnerungsgut.&nbsp; Es gibt allerdings einige Details, an die sich meine Frau besser erinnern kann, w\u00e4hrend ich andere Details, besser berichten kann. Keiner unserer Freunde w\u00fcrde daran zweifeln, dass unsere Geschichte historisch ist, nur weil sie 30 Jahre zur\u00fcckliegt oder weil meine Frau Kleinigkeiten anders erz\u00e4hlt. Selbst wenn einer von uns die Tendenz h\u00e4tte, ein Detail zu \u00fcbertreiben oder neu zu erfinden, w\u00fcrde er sofort vom Partner korrigiert werden. K\u00f6nnen wir bei den Auferstehungsgeschichten nicht auch mit einer gegenseitigen Korrektur bei mystischen Tendenzen rechnen? Es gibt allerdings einige Eigenschaften der \u00dcberlieferungsgeschichte der Auferstehungsberichte, die die Qualit\u00e4t der \u00dcberlieferung, verglichen mit unserer Kennenlerngeschichte, noch erh\u00f6hen. Je h\u00e4ufiger ich eine Information in meinem Gehirn abrufe, desto besser kann ich sie behalten. Das ist die einfache, aber wirkungsvolle Voraussetzung allen Lernens. Das Ged\u00e4chtnis wird bekanntlich durch die Wiederholung geschult. Unsere Kennenlerngeschichte haben wir vielleicht in 30 Jahren 15 x vollst\u00e4ndig erz\u00e4hlt. Wie oft werden die Augenzeugen wohl die Auferstehungsgeschichte erz\u00e4hlt haben? Es ist anzunehmen, dass durch die st\u00e4ndige Wiederholung und Weitergabe der Erz\u00e4hlungen unter den fr\u00fchen Christen jeder Erz\u00e4hlinhalt sich tief ins Ged\u00e4chtnis der Erz\u00e4hler und der Zuh\u00f6rer eingegraben hat. Gleichzeitig ist auch der Inhalt der Information ausschlaggebend f\u00fcr die Bereitschaft und die F\u00e4higkeit, sich etwas genau zu merken. Je besser sich ein Inhalt abgrenzt von anderen oder \u00e4hnlichen Informationen, desto besser bleibt er haften. Die Auferstehungsgeschichte war so au\u00dfergew\u00f6hnlich, dass sie sich schon allein deshalb tief eingraviert haben d\u00fcrfte. Im Falle der Auferstehung haben wir es also nicht nur mit einer h\u00e4ufigen Wiederholung und einer breiten Zeugenschaft, sondern auch mit einem mit nichts zu vergleichenden Bedeutungsgehalt zu tun. Alles Faktoren, die die Merkf\u00e4higkeit der Augen und Ohrenzeugen deutlich erh\u00f6hen. Nun kommt aber noch ein weiterer wesentlicher Faktor dazu. Wir haben es mit einer Gegnerschaft zu tun, die jede Falschdarstellung, wenn sie welche f\u00e4nde, zum Anlass nehmen w\u00fcrde, die Glaubw\u00fcrdigkeit der Autoren zu untergraben. Die biblische Geschichtsdarstellung unterliegt hier einer doppelten Kontrolle, und zwar der der eigenen Leute und der der Gegner. Ginge man davon aus, dass jeder Autor nur abgeschrieben h\u00e4tte und keine eigenen Erinnerungen eingebracht h\u00e4tte, selbst dann w\u00e4re die Pflege einer derartigen Legendenkultur nicht leicht oder erst recht nicht m\u00f6glich gewesen. Und man darf nicht vergessen, dass die J\u00fcnger, die uns die h\u00f6chsten ethischen Ma\u00dfst\u00e4be gebracht haben, die die Welt bis heute kennt, sich gem\u00e4\u00df ihrem gelebten Zeugnis ihrer Verantwortung vor dem H\u00f6chsten bewusst waren, sodass man Ihnen keinen leichtfertigen Umgang mit der Wahrheit nachsagen k\u00f6nnte. Daher ist es \u00e4u\u00dferst unwahrscheinlich, dass die Auferstehungsberichte, die in wesentlichen Teilen \u00fcbereinstimmen, reine Erfindungen sind. Diese Legendentheorie zerbricht an ihrer eigenen Fragilit\u00e4t. Ambrose Fleming sagt<em>, \u201edass es in den Evangelien nichts gibt, was einem wissenschaftlich denkenden Menschen Probleme mit den Wundern machen w\u00fcrde. Er fordert zu intellektueller Aufrichtigkeit auf und meint, wenn solch ein\u2026 Studium mit dem unternommen w\u00fcrde was eminente Rechtsgelehrte einen guten Willen nennen, so w\u00fcrde es eine tiefe Gewissheit hervorrufen, dass die christliche Kirche nicht auf Fiktionen beruht oder vom Wahn gen\u00e4hrt wurde oder, wie Petrus es sagt, von klug ersonnenen Fabeln, sondern dass sie sich auf historische und wirkliche Ereignisse gr\u00fcndet, die- wie seltsam sie auch sein m\u00f6gen- die gr\u00f6\u00dften Ereignisse sind, die sich je in der Weltgeschichte zugetragen haben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Einschub zur \u00dcberlieferungsgeschichte der Evangelien.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Wahrscheinlichkeit einer Legendenbildung auch f\u00fcr einen theologischen Laien noch besser einordnen zu k\u00f6nnen, ist es zun\u00e4chst einmal von Vorteil, sich den \u00dcberlieferungsprozess genauer anzuschauen: Die Zeit zwischen der Himmelfahrt und der Abfassung der Evangelien ist kein luftleerer Raum, in dem nichts passiert ist oder von dem wir nicht wissen, was passiert ist. Wir d\u00fcrfen annehmen, dass in den ersten Jahren die Geschichten und Gleichnisse Jesu \u00fcberwiegend m\u00fcndlich weitergegeben wurden, wobei die Qualit\u00e4t der \u00dcberlieferung einerseits auf der h\u00e4ufigen Wiederholung der Erz\u00e4hlinhalte und andererseits auf dem Auswendiglernen von Gleichnissen und Aussagen Jesu beruhen d\u00fcrfte. Das Auswendiglernen war ein wichtiger Bestandteil der j\u00fcdische-religi\u00f6sen Tradition, wie das bis heute bei den orthodoxen Juden \u00fcblich ist. Dabei muss beachtet werden, dass die Weitergabe nicht nur von einer Quelle aus erfolgte, sondern eine Vielzahl von Augenzeugen zur Verf\u00fcgung stand, die den Stein der \u00dcberlieferungs-Geschichte ins Rollen brachte. Fr\u00fcher habe ich mich immer gefragt, warum man denn mit einer schriftlichen Dokumentation des Lebens von Jesus so lange gewartet hat? &nbsp;(20 -30 Jahre). Wir sind heute gewohnt, wichtige Informationen immer sofort aufzuschreiben. In der Antike war dies nat\u00fcrlich anders. Die gr\u00f6\u00dfte Mehrheit der Bev\u00f6lkerung waren Analphabeten. Es h\u00e4tte also nichts gen\u00fctzt, irgendwelche Schriften zu verteilen. Die Geschichten wurden zun\u00e4chst haupts\u00e4chlich m\u00fcndlich weitergegeben. &nbsp;Trotzdem d\u00fcrfen wir erwarten, dass man sich auch schriftliche Notizen gemacht hat. Stefan Gustavsson schreibt dazu: \u201e<em>Wir haben aus der Antike zum Beispiel viele Berichte \u00fcber Notizen von Vorlesungen\u2026. Wir k\u00f6nnen auch festhalten, dass den Evangelien die F\u00e4higkeit des Schreibens nicht fremd ist. Der Verwandte von Jesus, Zacharias, verlangte ein Wachst\u00e4felchen und schrieb. Jesus berichtet von einem korrupten Verwalter, der die Schuldner seines Herrn besuchte und ihnen Erleichterung der Schulden anbot: Hier ist dein Schuldschein. Setz dich schnell hin und schreib\u2026 Wir haben auch Grund anzunehmen, dass es auch unter den J\u00fcngern von Jesus solche gab, die schreiben konnten.\u201c<\/em> Alan Millard, Professor f\u00fcr Hebraistik und antike semitische Sprachen an der Universit\u00e4t Liverpool, schreibt: \u201e<em>Zu den Nachfolgern und Zuh\u00f6rern von Jesus geh\u00f6rten Menschen aus unterschiedlichen Berufen, in denen die F\u00e4higkeit zu schreiben notwendig war, Steuereintreiber (Matth\u00e4us) und Zach\u00e4us werden genannt) und Zenturionen, die, wie wenn sie nicht selbst schreiben konnten einen Sekret\u00e4r hatten. Johanna, die Frau eines hohen Beamten bei Herodes Antipas (Luk 8,1-3) und sicher auch andere nicht weiter genannte Hofangestellte und Beamte aus sowohl der j\u00fcdischen als auch der r\u00f6mischen F\u00fchrungsschicht waren gewohnt zu schreiben, was auch f\u00fcr Schriftgelehrte, Pharis\u00e4er und Mitglieder des Sanhedrins galt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wir k\u00f6nnen ohne weiteres damit rechnen, dass es fr\u00fche schriftliche Aufzeichnungen gab. Im Lukas-Prolog im ersten Kapitel seines Evangeliums weist Lukas darauf hin, dass schon <em>viele es unternommen haben, Bericht zu geben von den Geschichten, die unter ihnen geschehen sind, wie uns das \u00fcberliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Wortes gewesen sind.\u201c<\/em> &nbsp;Wir k\u00f6nnen also auch davon ausgehen, dass beide \u00dcberlieferungsstr\u00e4nge- der m\u00fcndliche und der schriftliche- Hand in Hand gingen. Wenn uns heute sehr fr\u00fche Manuskripte fehlen, hei\u00dft das nicht, dass es sie nicht gab. Nun kommen aber noch die Augenzeugen ins Spiel, die den m\u00fcndlichen und den schriftlichen \u00dcberlieferungsprozess begleiteten und die selbst \u00f6ffentliche- keine anonymen- B\u00fcrgen f\u00fcr die Wahrheit waren. Wie oben schon erw\u00e4hnt, ist es nicht wahrscheinlich, dass die \u00dcberlieferung vor den Ohren und den Augen der unmittelbaren Zeugen des Geschehens sich so stark ver\u00e4nderte, dass am Ende eine unwahre Geschichte entstand. Das gilt nat\u00fcrlich erst recht, wenn man bedenkt, dass die Schreiber des Matth\u00e4us- und Johannesevangeliums selbst Augen und Ohrenzeugen waren. Auf diesem Hintergrund macht es keinen gro\u00dfen Unterschied, ob die Evangelien 20 Jahre fr\u00fcher oder sp\u00e4ter als Ganzes schriftlich zusammengefasst wurden. Wie in anderen Kapiteln dargelegt, neigt man heute in der Wissenschaft dazu, die Niederschrift der Evangelien eher wieder fr\u00fcher zu datieren. Ein weiterer Aspekt verdient erw\u00e4hnt zu werden: Die Geschichten wurden als erstes dort erz\u00e4hlt, wo sie sich ereignet haben, nicht in Rom oder in den Gemeinden in Kleinasien. Die Erz\u00e4hlkultur entstand also prim\u00e4r an dem Ort, wo sie unter den Arcus-Augen der gegnerischen, j\u00fcdischen Obrigkeit jederzeit der Falschdarstellung bezichtigt werden h\u00e4tten k\u00f6nnen. Ein weiteres Indiz f\u00fcr die Authentizit\u00e4t der Berichte.<\/p>\n\n\n\n<p>In der liberalen Theologie geht man, wie oben erw\u00e4hnt, von legendenhaften Ausschm\u00fcckungen aus. Welche weiteren Gr\u00fcnde sprechen dagegen?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Die J\u00fcnger waren nach dem Tod Jesu, den sie f\u00fcr den Messias gehalten hatten am Boden zerst\u00f6rt. Der Tod Jesu hat alle Hoffnungen der J\u00fcnger begraben. Von den Emmaus-J\u00fcngern wird berichtet, dass sie traurig stehen blieben. Was k\u00f6nnte die J\u00fcnger also veranlasst haben, pl\u00f6tzlich wieder Hoffnung zu sch\u00f6pfen und an den vor\u00f6sterlichen Glauben anzukn\u00fcpfen? Es ist unwahrscheinlich, dass nach einer derartigen Katastrophe nur die Kraft des positiven Umdenkens ausgereicht haben k\u00f6nnte, zumal die J\u00fcnger \u00fcberwiegend Pragmatiker waren und keine Philosophen oder Psychologen.<\/li><li>Im j\u00fcdischen Denken war der Tod am Kreuz ein Zeichen f\u00fcr das Verfluchtsein von Gott. Auch wenn die J\u00fcnger selbst den Tod nicht gewollt haben, d\u00fcrfte es nicht leicht gewesen sein, sich ideologisch \u00fcber den Zusammenhang zwischen einem Tod am Kreuz und dem Fluch, der im mosaischen Gesetzt verankert war, hinwegzusetzen. Dass sie es trotzdem taten, setzt ein Ereignis voraus, das ihnen die Sicherheit gab, hier nicht gegen die Autorit\u00e4t der Thora zu handeln. Man sollte sich bewusst machen, dass mit der Botschaft der Auferweckung Jesu sich die Apostel gegen jegliche festverankerte j\u00fcdische Tradition gewendet haben. Die angenommene Legende widerspr\u00e4che der hohen autoritativen Instanz der j\u00fcdischen Obrigkeit. Wenn der wahre Grund, n\u00e4mlich die \u00dcberzeugung aufgrund des eigenen Erlebens, dass man Jesus leibhaftig begegnete, wegfallen w\u00fcrde, w\u00e4re die Reaktion der J\u00fcnger und sp\u00e4teren Apostel v\u00f6llig absurd.&nbsp;&nbsp; &nbsp;<\/li><\/ol>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Selbst wenn die J\u00fcnger den intensiven Wunsch gehabt h\u00e4tten, Jesu schmachvollen Tod geistig r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen und Jesus als Erl\u00f6ser hochzustilisieren, w\u00e4re ihnen von ihrem gesellschaftlichen Status und ihrem \u00e4ngstlich-zur\u00fcckhaltenden Charakter her niemals zuzutrauen gewesen, eine der damaligen j\u00fcdischen Tradition derma\u00dfen widersprechende Figur und Vorstellung zu etablieren. Heinzpeter Hempelmann schreibt dazu: <em>\u201eDenn es ist h\u00f6chst unwahrscheinlich, dass Leute, die aus j\u00fcdischer Tradition kommen, den Anbruch der Endereignisse f\u00fcr Jesus allein ohne zwingenden Anlass konzipiert h\u00e4tten.\u201c <\/em>&nbsp;Die Auferstehung von den Toten am Ende der Zeiten war damals zwar weit verbreitet, sie wurde aber nur f\u00fcr die Menschheit insgesamt erwartet. Die Erwartung der Auferstehung eines Einzelnen vor dem j\u00fcngsten Gericht taucht nirgendwo auf. Wie h\u00e4tten die J\u00fcnger eine derartige Vorstellung ohne historischen Anlass und entgegen der j\u00fcdischen Tradition durchsetzen k\u00f6nnen?&nbsp; &nbsp;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der Text gibt uns sehr viel Anlass zu glauben, dass die Evangelisten authentisch berichten. Die ersten Osterzeugen werden uns voller Angst, zweifelnd und unsicher beschrieben. Im Markusevangelium hei\u00dft es: Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemanden etwas; denn sie f\u00fcrchteten sich. &nbsp;Bei einer Legendenbildung w\u00fcrde man so etwas nicht erfinden. Wenn man andere Menschen ohne R\u00fccksicht auf die Wahrheit von einer Sache \u00fcberzeugen will, dann pr\u00e4sentiert man ihnen nicht ausf\u00fchrlich die anf\u00e4nglichen Zweifel. Man erw\u00e4hnt die Zweifel h\u00f6chstens in einem Nebensatz, um das Gegen\u00fcber abzuholen, und f\u00e4hrt dann mit einem dicken \u201e<strong>aber\u201c<\/strong> fort, man w\u00fcrde aber niemals die Situationen, in denen der Zweifel zum Ausdruck kommt, so ausf\u00fchrlich schildern, wie es in den Evangelien der Fall ist.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Im Lukasevangelium wird uns die Begegnung des Auferstandenen mit den Emmausj\u00fcngern berichtet. Einer hie\u00df Kleopas, der Name des anderen wird nicht erw\u00e4hnt. In den Emmausj\u00fcngern haben wir es mit v\u00f6llig unbekannten Osterzeugen zu tun. H\u00e4tte man f\u00fcr eine Legende nicht bekanntere Figuren gew\u00e4hlt? Auch diese Geschichte von den Emmausj\u00fcngern tr\u00e4gt die Merkmale von Authentizit\u00e4t.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Eines der sehr wichtigen Argumente f\u00fcr die Historizit\u00e4t der Auferstehungsberichte ist die Augenzeugenschaft der J\u00fcngerinnen. Frauen galten in der damaligen M\u00e4nnergesellschaft allgemein als leicht erregbar, leichtgl\u00e4ubig und wenig verl\u00e4sslich. Entsprechend hatten Zeugenaussagen von Frauen keinen vollwertigen Status. William Lane Craig schreibt: <em>Im Pal\u00e4stina des 1.Jahrhunderts waren Frauen Menschen zweiter Klasse; vor einem j\u00fcdischen Gericht konnten sie nicht als Zeugen auftreten.<\/em> Josephus Flavius, ein bekannter Geschichtsschreiber der damaligen Zeit schreibt: <em>Das Zeugnis der Frau ist nicht rechtsg\u00fcltig wegen der Leichtfertigkeit und Dreistigkeit des weiblichen Geschlechts<\/em> (aus: Wirklich auferstanden? von Hans-Peter Hempelmann, S.35). Nun werden aber ausgerechnet Frauen als die ersten Zeugen der Auferstehung erw\u00e4hnt, und zwar wiederum in allen 4 Evangelien. Das zeigt, dass die Berichte nicht erfunden sein k\u00f6nnen. H\u00e4tte man, um die Beweiskraft einer fiktiven oder legendenhaften Erz\u00e4hlung zu erh\u00f6hen, nicht besser Petrus oder andere J\u00fcnger als erste am Grab auftreten lassen m\u00fcssen?&nbsp; Manche Autoren sprechen hier von der Peinlichkeit der Auferstehungs-Geschichte. Die Geringsch\u00e4tzigkeit der Glaubw\u00fcrdigkeit des weiblichen Zeugnisses zeigt sich sogar im Text selbst: Luk.24,11: \u201eUnd es erschienen ihnen diese Worte, als w\u00e4r&#8217;s Geschw\u00e4tz, und sie glaubten ihnen nicht.&nbsp; Dies ist auch der Grund, warum Paulus in 1. Kor.15 nur m\u00e4nnliche Zeugen aufreiht. Die Evangelisten erwecken auf diesem Hintergrund den Eindruck, als w\u00e4re ihnen nichts anderes \u00fcbrig geblieben, als es so zu schreiben, wie es wirklich war. Pinchas Lapide, j\u00fcdischer Professor f\u00fcr Neues Testament, schreibt: <em>\u201eIn einer rein erfundenen Geschichte h\u00e4tte man sich geh\u00fctet, ausgerechnet Frauen zu Kronzeugen der Auferstehung zu machen, da sie im rabbinischen Judentum als zeugnisunf\u00e4hig galten\u201c.<\/em> Die weiblichen Prim\u00e4rzeugen stellen also ein weiteres wichtiges Indiz f\u00fcr die Glaubw\u00fcrdigkeit der Berichte dar.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Eric Metaxas schreibt: <em>\u201eMan kann nicht vern\u00fcnftigerweise daran zweifeln, dass Jesus tats\u00e4chlich gelebt hat, dass er gekreuzigt und in einem Felsengrab beigesetzt wurde und dass dieses Grab am dritten Tage leer vorgefunden wurde.\u201c<\/em>&nbsp; Die Tatsache des Lebens und des Sterbens Jesu wird heute von keinem ernst zu nehmenden Historiker mehr angezweifelt. Das Leben von Jesus ist heute historisch besser best\u00e4tigt als das irgendeiner anderen antiken Pers\u00f6nlichkeit. Angezweifelt, aber nicht weniger historisch belegt, ist jedoch die Tatsache, dass das Grab nach 3 Tagen leer war. Wir wollen nun einer sehr wichtigen Frage nachgehen, wie wahrscheinlich es ist, dass das Grab nicht leer war, und die Schreiber der Evangelien hier gemogelt haben?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Begr\u00e4bnis<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor wir diese Frage er\u00f6rtern k\u00f6nnen, sollten wir uns zun\u00e4chst vergegenw\u00e4rtigen, wie Jesus beerdigt worden ist. Nach seiner Kreuzigung und nach Eintritt des Todes wurde Jesus von Josef von Arimath\u00e4a in ein Grab gelegt. Mit diesem Satz k\u00f6nnte man die Begr\u00e4bnisgeschichte, die in allen 4 Evangelien erw\u00e4hnt wird, zusammenfassen. Die Tatsache, dass Jesus ein solches Begr\u00e4bnis bekam, und, nicht wie sonst \u00fcblich, irgendwo in einem Massengrab f\u00fcr Schwerverbrecher verscharrt wurde, spielt f\u00fcr unsere Beweisf\u00fchrung eine gro\u00dfe Rolle, weil wir daraus schlie\u00dfen k\u00f6nnen, dass die Grabst\u00e4tte in Jerusalem bekannt war. Ohne diesen Befund w\u00fcrde sich unsere obige Fragestellung er\u00fcbrigen oder besser-relativieren. Nun, was spricht daf\u00fcr, dass die Begr\u00e4bnisgeschichte authentisch ist?<\/p>\n\n\n\n<p>1.Jesu Begr\u00e4bnis wird auch in dem sehr alten Bekenntnis von Paulus in 1.Kor.15,3-5 erw\u00e4hnt: \u201eDenn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist f\u00fcr unsre S\u00fcnden nach der Schrift; <em>4&nbsp;<u>und dass er begraben worden ist<\/u><\/em>; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift; 5&nbsp;und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zw\u00f6lfen\u2026\u201c Diese Stelle im ber\u00fchmten 15. Kapitel des ersten Korintherbriefes gilt als sehr fr\u00fche Bekenntnisformel. Dass das Begr\u00e4bnis hier extra erw\u00e4hnt wird, ist ein wichtiges Indiz daf\u00fcr, dass es sehr fr\u00fch zum elementaren Glaubensgut der ersten Christen geh\u00f6rte und deshalb auch in die Bekenntnisformel mitaufgenommen worden ist. Im Griechischen wird jede Phrase durch ein extra \u201e<em>hoti\u201c <\/em>eingeleitet. Man k\u00f6nnte also \u00fcbersetzen: (Nach der Interlinear\u00fcbersetzung) Dass Christus gestorben ist\u2026, dass er begraben worden ist, und dass er auferweckt worden ist\u2026, dass er gesehen worden ist\u2026! Das wiederrum spricht gegen die Annahme, bei dem Satz: \u201e<em>dass er begraben worden ist\u201c<\/em> handele es sich lediglich um einen den vorausgehenden Satz verst\u00e4rkenden Zusatz und nicht um eine extra Betonung der Tatsache des Begr\u00e4bnisses. Gleichzeitig scheinen die beiden ersten genannten Tatsachen-gestorben und begraben- den beiden nachfolgenden Tatsachen\u2013 auferstanden und erschienen- gegen\u00fcbergestellt zu sein. Jedes Element des ersten Begriffspaares bekommt seinen Gegensatz im 2 Begriffspaar. Man kann annehmen, dass das Begr\u00e4bnis ebenso wie die anderen Teile des Bekenntnisses als unabh\u00e4ngige Gegebenheit betrachtet wurde. Hans-Peter Hempelmann schreibt dazu in: Wirklich auferstanden? : <em>Dieser Befund dr\u00e4ngt zu der Behauptung, dass nach der Paulusformel die beiden Tatsachen- gestorben und begraben- durch die beiden Tatsachen -auferstanden und erschienen- aufgehoben wurden. Das aber bedeutet: Auch Paulus wusste, dass das Grab leer war. (Staudinger)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>2.Es wird in sehr fr\u00fchen Quellen erw\u00e4hnt, die Markus beim Schreiben seines Evangeliums benutzte. In der Quellenforschung geht man davon aus, dass Markus das erste Evangelium war, das geschrieben worden ist. Wenn das stimmt, dann legt der Vergleich der sporadischen und ungef\u00e4hren Formulierungs\u00fcbereinstimmungen von Matth\u00e4us und Lukas mit Markus und die zwischen beiden sp\u00e4teren Synoptikern \u00fcbereinstimmenden Abweichungen von Markus es nahe, dass Markus nicht die einzige Quelle f\u00fcr Matth\u00e4us und Lukas war. Es m\u00fcsste noch weitere unabh\u00e4ngige Quellen gegeben haben: William Lane Craig schreibt dazu: <em>\u201eDass es so viele unabh\u00e4ngig voneinander existierende Quellen gibt, ist wichtig, denn, wie Markus Borg erkl\u00e4rt:\u201c Wenn eine \u00dcberlieferung in einer fr\u00fchen Quelle und in einer anderen eigenst\u00e4ndigen Quelle erscheint, dann ist sie nicht nur fr\u00fch, sondern sehr wahrscheinlich auch nicht erfunden. Es ist bemerkenswert, dass wir es bei dem Begr\u00e4bnis Jesu mit einigen der \u00e4ltesten hinter dem Neuen Testament stehenden Quellen zu tun haben (z.B. der vorpaulinischen Bekenntnisformel und der vormarkianischen Passionsgeschichte) sowie mit mehreren anderen Quellen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>3. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Josef von Arimath\u00e4a als Mitglied des Hohen Rates keine fiktive Person ist. In allen vier Evangelien wird der Name dessen genannt, der nach Einholen der Erlaubnis den Leichnam Jesu in ein Grab legte, um Jesus ein ehrenvolles Begr\u00e4bnis zuteilwerden zu lassen. Josef von Arimath\u00e4a war ein reiches Mitglied des Sanhedrins, also der j\u00fcdischen F\u00fchrungselite, die die Verurteilung Jesu vorantrieb und die Kreuzigung verantwortete. Ein Mitverantwortlicher w\u00e4re der letzte gewesen, von dem man erwartet h\u00e4tte, dass er dem toten Jesus diese Ehre erweisen w\u00fcrde. H\u00e4tte man die Begr\u00e4bnisgeschichte erfunden, h\u00e4tte man mit hoher Wahrscheinlichkeit eine andere fiktive Figur gew\u00e4hlt, die f\u00fcr ein ehrenvolles Begr\u00e4bnis gesorgt h\u00e4tte. Z.B Verwandte von Jesus oder die J\u00fcnger Jesu. William Lane Craig spricht vom Kriterium der Un\u00e4hnlichkeit. Die Person des Josef passe \u00fcberhaupt nicht zu der in der fr\u00fchen Kirche vorherrschenden Einstellung gegen\u00fcber dem Hohen Rat, der den Justizmord Jesu eingef\u00e4delt hat. Raymond Brown, zitiert von William Lane Craig, schreibe in seinem ma\u00dfgebenden Werk: The death of the Messiah: <em>\u201eDass das Begr\u00e4bnis tats\u00e4chlich von Josef von Arimath\u00e4a vorgenommen wurde, ist sehr wahrscheinlich, da es angesichts der in manchen&nbsp; fr\u00fchchristlichen Schriften zum Ausdruck kommenden Feindseligkeit gegen\u00fcber der f\u00fcr den Tod Jesu verantwortlichen j\u00fcdischen Obrigkeit schier unvorstellbar ist, dass ein christlicher Autor aus dem Nichts ein Sanhedrin-Mitglied hervorgezaubert h\u00e4tte, das das tat, was recht war\u2026<\/em>\u201c &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>4. In den Begr\u00e4bnisgeschichten fehlen jegliche Spuren von Legendenbildungen. Der ganze Bericht ist in allen Evangelien sehr schlicht und n\u00fcchtern gehalten. Es kommen wie oben schon erw\u00e4hnt, keinerlei theologische Deutungen, Bez\u00fcge zu alttestamentlichen Zitaten oder dergleichen vor. Dies steht im krassen Gegensatz zu sp\u00e4teren apokryphen Texten \u00fcber die Auferstehung aus dem zweiten und dritten Jahrhundert, in denen die Auferstehung ganz offensichtlich legendenartig ausgeschm\u00fcckt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>5.Es gibt keine alternative Erz\u00e4hlung vom Begr\u00e4bnis Jesu. Dies ist m\u00f6glicherweise eines der schwerwiegendsten Argumente gegen eine Legendenbildung. Wenn die Begr\u00e4bnisgeschichte eine Legende ist, warum gibt es dann keine anderen Begr\u00e4bnisgeschichten, ganz geschweige von irgendwelchem Spuren davon. Der Vergleich mit diversen Mythen \u00fcber die Leichname von solchen heidnischen Figuren wie Osiris oder Empedokles, bei denen es mehrere gegens\u00e4tzliche Erz\u00e4hlvarianten gibt, zeigt, dass hier ein schwerwiegendes Kriterium der Legendenbildung wegf\u00e4llt. William Lane Craig schreibt dazu: <em>Wo keine historischen Fakten die Fantasie z\u00fcgeln, kann es gleichzeitig und unabh\u00e4ngig voneinander zu unterschiedlichen Legenden kommen. Wenn die Grablegungsgeschichte eine blo\u00dfe Legende ist, warum gibt es dann keine Alternativdarstellungen, z.B. ein Begr\u00e4bnis durch treue J\u00fcnger Jesu oder durch seine Verwandten oder durch (auf Anweisung eines mitf\u00fchlenden Pilatus) die R\u00f6mer?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Alle 5 genannten Argumente sprechen f\u00fcr die Historizit\u00e4t der biblischen Begr\u00e4bnisgeschichte und dass Josef von Arimath\u00e4a tats\u00e4chlich derjenige war, der sich f\u00fcr ein ehrenvolles Begr\u00e4bnis von Jesus einsetzte. F\u00fcr unsere eigentliche Fragestellung hei\u00dft dies, dass das Grab, in das Jesus gelegt wurde, bekannt war. Dar\u00fcber hinaus sollte man nicht vergessen, dass die Geschichte vom Sonntagmorgen, an dem Maria von Magdala und die anderen Frauen zuerst zum Grab kommen, um Jesus nochmal einzubalsamieren, auch v\u00f6llig sinnlos w\u00e4re, wenn sie nicht gewusst h\u00e4tten, wo Jesus begraben liegt. Eine Legendenbildung um einzelne Punkte einer Geschichte l\u00e4sst sich immer irgendwie plausibel machen, eine zusammenh\u00e4ngende aufw\u00e4ndige Komposition von Einzelgeschichten, die auch noch logisch nachvollziehbar ist, l\u00e4sst sich nur schwer als reine Legendenbildung abtun. Nun zu unserer eigentlichen Frage:<\/p>\n\n\n\n<p>War das Grab leer?<\/p>\n\n\n\n<p>Dem aufmerksamen Leser dieser Texte wird die Antwort relativ leichtfallen: Die geistlichen F\u00fchrer der Juden hatten jedes Interesse der Welt daran, dass Jesus im Grab blieb. Sie hatten Jesus ja gerade deshalb ans Kreuz geliefert, um zu beweisen, dass er nicht der versprochene Messias war und seine J\u00fcnger irregeleitete naive Menschen waren, weil sie allen Ernstes glaubten, dass Jesus nach 3 Tagen auferstehen w\u00fcrde. An der Stelle ist auch die Nachricht in Mt. 27 interessant, dass die Juden offensichtlich ein hohes Interesse daran hatten, das Jesu Leib nicht gestohlen wurde. Ein volles Grab w\u00e4re das beste Argument f\u00fcr die Gegner des Auferstehungsglaubens gewesen. Man muss fragen: Wenn Jesu Leichnam im Grab geblieben w\u00e4re, h\u00e4tte die j\u00fcdische Obrigkeit dann das Grab nicht weiter bewachen lassen, um es f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zum Ort des Gegen-Beweises gegen den Auferstehungsglauben zu machen? Jeder B\u00fcrger von Jerusalem h\u00e4tte sich so selbst vergewissern k\u00f6nnen, dass die \u00fcbertriebenen Behauptungen der J\u00fcnger nichts anderes als Hirngespinste sind. F\u00fcr die breite Mehrheit des Volkes h\u00e4tte man ein klares Argument gegen die Auferstehung in der Hand gehabt. Die neue christliche Bewegung w\u00e4re schon am Ende gewesen, bevor sie \u00fcberhaupt begonnen h\u00e4tte. Dieses Argument stand den Gegnern aber nicht zur Verf\u00fcgung. Man findet keine Spur davon, dass man auch nur den Versuch unternommen h\u00e4tte, mit einem vollen Grab gegen die neue Bewegung zu argumentieren. In der gesamten damaligen Literatur einschlie\u00dflich der Evangelien findet man keinen Hinweis darauf, dass es ein derartiges Argument \u00fcberhaupt gegeben h\u00e4tte, was nur bedeuten kann, dass das Grab tats\u00e4chlich leer war. Noch schwerer wiegt jedoch, dass am Ort des Grabes, n\u00e4mlich in Jerusalem, in den Folgejahren einer der gr\u00f6\u00dften judenchristlichen Gemeinden der damaligen Welt entstehen wird, in denen auch ehemalige Pharis\u00e4er,&nbsp; Schriftgelehrte und Priester vertreten sein werden. Apg.6,7: \u201eUnd das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der J\u00fcnger wurde sehr gro\u00df in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam\u201c Ist es denkbar, dass eine derartige Erweckungsbewegung zustande gekommen w\u00e4re, wenn alle Beteiligten die ganze Zeit gewusst h\u00e4tten, dass Jesu Leichnam noch immer im Grab lag, vor allem dann, wenn man wei\u00df, dass die Predigt von der Auferstehung die Kernbotschaft war, auf der sich der neue Glaube gr\u00fcndete?&nbsp; Das Argument des leeren Grabes hat also eine doppelte Absicherung. Zum einen das Fehlen des Gegenargumentes auf Seiten der Gegnerschaft, zum andern die Wirkung der Predigt von der Auferstehung auf Seiten derjenigen, die zum Glauben kommen sollten.&nbsp; John Stott sagt sehr treffend: <em>\u201eDas Schweigen der Feinde Christi spricht hier ebenso deutlich wie das Zeugnis der J\u00fcnger<\/em>.\u201c &nbsp;&nbsp;Paul Althaus sagt (aus: \u201eDie Bibel im Test\u201c von Josh Mc Dowell, S 322)<em> \u201eDenn die J\u00fcnger, denen er erschienen war, traten bald nach Jesu Hinrichtung in Jerusalem, an dem Orte, wo er gestorben und begraben war, auf mit der Verk\u00fcndigung, dass er von Gott auferweckt sei. Diese Botschaft besagt f\u00fcr alle, die sie verk\u00fcndeten, und f\u00fcr alle, die sie h\u00f6rten: Das Grab ist leer. Sie h\u00e4tten sich keinen Tag, keine Stunde in Jerusalem halten k\u00f6nnen, wenn das Leersein des Grabes nicht als Tatsache f\u00fcr alle Beteiligten festgestanden h\u00e4tte, wenn sie nur irgendwie fraglich gewesen w\u00e4re\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>W.Pannenberg: \u201eZu den allgemeinen historischen Gr\u00fcnden, die f\u00fcr die Zuverl\u00e4ssigkeit der Nachricht von der Auffindung des leeren Grabes Jesu sprechen, geh\u00f6rt vor allem auch die Tatsache, dass die fr\u00fche j\u00fcdische Polemik gegen die christliche Botschaft von der Auferstehung Jesu, die bereits in den Evangelien ihre Spuren hinterlassen hat, keinerlei Hinweise darauf bietet, dass das Grab Jesu unber\u00fchrt gewesen w\u00e4re. Die j\u00fcdische Polemik h\u00e4tte an der Aufbewahrung einer solchen Nachricht alles Interesse haben m\u00fcssen. Sie teilte aber ganz im Gegenteil mit ihren christlichen Gegnern die \u00dcberzeugung, dass das Grab Jesu leer war. Sie beschr\u00e4nkte sich darauf, diese Tatsache in einem eigenen, der christlichen Botschaft abtr\u00e4glichen Sinne zu erkl\u00e4ren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>(In Bibel im Test S.334): \u201eDie Kirche wurde auf die Auferstehung gegr\u00fcndet. H\u00e4tte man diese widerlegt, so w\u00e4re die gesamte christliche Bewegung zerst\u00f6rt worden. Aber statt irgendeines solchen Gegenbeweises wurden die Christen im ganzen ersten Jahrhundert bedroht, geschlagen, ausgepeitscht und get\u00f6tet wegen ihres Glaubens. Es w\u00e4re viel einfacher gewesen, sie zum Schweigen zu bringen, indem man den Leib Jesu herbeigeschafft h\u00e4tte. Das wurde nie getan\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte das oben erw\u00e4hnte doppelte Argument anhand von 2 Reden untermauern, die nach der Auferstehung gehalten wurden. In Apostelgeschichte 2 gibt Lukas die Pfingstpredigt von Petrus wieder. Mittelpunkt bzw. Zielpunkt dieser Predigt war die Auferstehung. Niemand unternahm auch nur den Versuch, die anma\u00dfende Verk\u00fcndigung von der Auferstehung durch das Argument des vollen Grabes zu widerlegen. Warum? Weil jeder wusste, dass der Leichnam Jesu aus dem Grab verschwunden war. Ausgerechnet an dem Ort, wo der Widerspruch zwischen der Verk\u00fcndigung und den \u00fcberpr\u00fcfbaren Tatsachen am offensichtlichsten gewesen w\u00e4re, kommen an einem Tag ca. 3000 Menschen auf einmal zum Glauben. H\u00e4tte die Predigt auch eine derartige Wirkung entfaltet, wenn die Menschen gerade von der Besichtigung des vollen Grabes zur\u00fcckgekehrt w\u00e4ren? Die zweite Rede ist die von Paulus vor Festus nach seiner Gefangennahme. Auch zum Gerichtsverfahren von Paulus in C\u00e4sarea durch Festus kamen die Juden von Jerusalem, um viele und schwere Klagen gegen Paulus vorzubringen, die sie aber nicht beweisen konnten. Die Klagen waren f\u00fcr Festus schwer nachvollziehbar. Weder in der Verteidigungsrede von Paulus noch an der Reaktion von Festus, der keine berechtigten Beschuldigungen erkennen konnte (V.27) finden sich Anzeichen daf\u00fcr, dass man sich um den Zustand des Grabes am Ostersonntag und danach gestritten h\u00e4tte. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es tats\u00e4chlich den Versuch gegeben h\u00e4tte, mit der Tatsache des vollen Grabes gegen die christliche Bewegung zu argumentieren, f\u00fcr die die Auferstehung Jesu von den Toten das zentralste Element ihrer Verk\u00fcndigung war, dann m\u00fcsste man zumindest gewisse Spuren dieser Auseinandersetzung auch im Neuen Testament finden. Viele kontroverse Auseinandersetzungen mit der j\u00fcdischen Obrigkeit auch nach der Kreuzigung finden ihren Niederschlag im NT. (Vergl. Apg. 4,1+ 2. Apg.5,27) Man findet jedoch (abgesehen vom alternativen Erkl\u00e4rungsversuch des leeren Grabes) weder in den Auferstehungsberichten noch in den Briefen irgendwelche Anzeichen daf\u00fcr. Falls man in Betracht ziehen w\u00fcrde, dass die Schreiber des neuen Testamentes jegliche derartigen Spuren in ihren Berichten verwischt haben k\u00f6nnten, um das leere Grab vorzut\u00e4uschen, dann m\u00fcsste man den Autoren nicht nur einen leichtsinnigen Umgang mit der Wahrheit, sondern h\u00f6chst kriminelle Machenschaften bescheinigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendeinen gl\u00e4ubigen Christen geben kann, der so etwas in Betracht zieht. Die Tatsache der fehlenden Widerlegung des leeren Grabes mithilfe des Beweises des vollen Grabes best\u00e4tigt unzweideutig, dass die m\u00e4chtigen Gegner des christlichen Glaubens das Beweismittel nicht zur Verf\u00fcgung hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Zeugenschaft der Frauen wurde bereits weiter oben eingegangen. Ein weiterer Hinweis auf die Glaubw\u00fcrdigkeit der Berichte besteht darin, dass das leere Grab f\u00fcr die ankommenden Zeugen zun\u00e4chst keine Beweiskraft f\u00fcr die Auferstehung Jesu besitzt. Im Gegenteil. Es kommt zu Zweifeln und Fantasien, der Leichnam k\u00f6nnte weggenommen worden sein. Maria verd\u00e4chtigt zun\u00e4chst den G\u00e4rtner. Damit f\u00e4llt auch das historisch-kritische Argument weg, die J\u00fcnger k\u00f6nnten es als Beweismittel f\u00fcr ihre Osterbotschaft erfunden haben. Gerade als Beweismittel fungierte das leere Grab f\u00fcr die ersten Zeugen noch gar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schluss dieses Abschnittes m\u00f6chte ich noch einen bekannten Historiker, Michael Grant, zu Wort kommen lassen. (Aus: Wirklich auferstanden? Von Hans-Peter Hempelmann) Nach Grant kann der Historiker \u201e<em>nicht bestreiten, dass die Gruft wirklich leer gewesen ist. Wohl wird die Entdeckung dieses Umstandes von den einzelnen Evangelien verschieden dargestellt- und darauf haben heidnische Kritiker schon sehr bald hingewiesen. Wenn wir aber hier die gleichen Kriterien wie bei anderen historischen Quellen anwenden, dann m\u00fcssen wir sagen, es wird deutlich und glaubhaft festgestellt, dass die Gruft verlassen aufgefunden wurde.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die allgemeine Situation und die Indizien sprechen also eindeutig f\u00fcr die Tatsache des leeren Grabes. Auf dem Hintergrund der bisherigen Beweisf\u00fchrung war es also nur folgerichtig, was nun geschah.&nbsp; F\u00fcr die Hohenpriester und Schriftgelehrten war das Verschwinden der Leiche Jesu ebenso unerkl\u00e4rlich wie f\u00fcr viele andere auch. Um das Ger\u00fccht der Auferstehung m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig zu unterbinden, brauchte man eine alternative Erkl\u00e4rung f\u00fcr das leere Grab. Letztlich blieb der j\u00fcdischen Obrigkeit keine andere Wahl, als zu behaupten, der Leichnam sei von den J\u00fcngern gestohlen worden. Sie zahlte sogar Bestechungsgeld f\u00fcr die Verbreitung des Ger\u00fcchtes, der Leichnam sei gestohlen worden. Mt.28,11ff: \u201e Als sie aber hingingen, siehe, da kamen einige von der Wache in die Stadt und verk\u00fcndeten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.&nbsp;Und die kamen mit den \u00c4ltesten zusammen, hielten Rat und gaben den Soldaten viel Geld&nbsp;und sprachen: Sagt, seine J\u00fcnger sind in der Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, w\u00e4hrend wir schliefen.&nbsp;Und wenn es dem Statthalter zu Ohren kommt, wollen wir ihn beschwichtigen und daf\u00fcr sorgen, dass ihr nichts zu f\u00fcrchten habt.&nbsp;Sie nahmen das Geld und taten, wie sie angewiesen waren. Und dies Ger\u00fccht hat sich bei Juden verbreitet bis auf den heutigen Tag.\u201c &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Reaktion der f\u00fchrenden Priester passt logischerweise hervorragend in den Gesamtvorgang. Wenn man von der Tatsache des leeren Grabes ausgeht und von den allgemeinen Bestrebungen, den Auferstehungsglauben im Keim zu ersticken,- alles spricht daf\u00fcr- dann ist das Verhalten der Priester nicht nur wahrscheinlich, sondern folgerichtig. Kritische Anfragen aus dem Volk, wie es zum leeren Grab gekommen ist, h\u00e4tte sie in massive Erkl\u00e4rungsnot gebracht, also brauchte man m\u00f6glichst rasch eine alternative Erkl\u00e4rung. Die einzige noch halbwegs plausible Erkl\u00e4rung war ein Leichendiebstahl durch die J\u00fcnger. Ber\u00fccksichtigt man alle diese Aspekte, dann kommt man nicht umhin, die Ausf\u00fchrungen der Evangelisten f\u00fcr historisch zu halten.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mancher liberale Theologe ist der Meinung, hier zeige sich der naive Erfindungsgeist von Matth\u00e4us, weil sowohl ein Leichendiebstahl w\u00e4hrend ihrer Wache als auch eine Bestechlichkeit das Todesurteil f\u00fcr die Wachsoldaten bedeutet h\u00e4tte. Es w\u00e4re also absurd gewesen, den Wachsoldaten eine grobe Verletzung ihrer Dienstpflicht zu unterstellen und sie behaupten zu lassen, der Leichnam sei gestohlen worden, w\u00e4hrend sie schliefen. Andererseits l\u00e4sst sich sagen: Wenn die Bestechungstheorie schon damals wenig glaubw\u00fcrdig gewesen w\u00e4re, weil jeder das auf diesem Tatbestand stehende Todesurteil kannte, dann w\u00e4re es absurd gewesen, wenn Matth\u00e4us sie einfach erfunden und genutzt h\u00e4tte. Warum h\u00e4tte sich Matth\u00e4us eines v\u00f6llig unglaubw\u00fcrdigen Ger\u00fcchtes bedienen sollen und warum haben ihm dann viele trotzdem geglaubt?&nbsp; Hier kann es nur eine Erkl\u00e4rung geben: Das Grab war tats\u00e4chlich leer und die Soldaten waren selbst v\u00f6llig konsterniert, weil sie sich das alles nicht erkl\u00e4ren konnten. Auch die Reaktion der Hohenpriester ist logisch nachvollziehbar. Wenn etwas nicht sein darf, dann gebe ich mich auch mit schwachen oder sogar implausiblen Erkl\u00e4rungen zufrieden. Die Wahrheit wurde hier gef\u00fcgig gemacht, indem man das Ger\u00fccht des Leichenraubes in die Welt setzte, w\u00e4hrend den&nbsp; Soldaten&nbsp; nichts anderes \u00fcbrig blieb, als sich auf eine Bestechung durch die Hohenpriester &nbsp;einzulassen Viel wahrscheinlicher und \u00fcberzeugender, als dass den Soldaten von den Evangelisten aufgrund eines falschen Grundes (das Grab ist voll) eine gravierende Pflichtverletzung unterschoben werden konnte, ist doch, dass der Grund stimmte und die Soldaten gezwungen waren, eine alternative Erkl\u00e4rung zu finden. So konnten sie wenigstens mit dem Bestechungsgeld und dem von den Hohenpriestern bewirkten Freispruch durch den Statthalter rechnen. Das klingt plausibel genug, um glauben zu k\u00f6nnen, dass es tats\u00e4chlich so war, auch wenn es auf den ersten Blick f\u00fcr den unbedarften Leser etwas seltsam anmuten k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollen nun trotzdem einmal davon ausgehen, die Geschichte mit dem Leichenraub durch die J\u00fcnger h\u00e4tte der Wahrheit entsprochen. Dann m\u00fcsste man sich fragen, warum die Soldaten nicht tats\u00e4chlich hart bestraft worden w\u00e4ren, weil sie ihrer Dienstverpflichtung nicht nachgekommen w\u00e4ren. Dies nat\u00fcrlich umso mehr, als die j\u00fcdische und r\u00f6mische Macht jedes Interesse daran hatte, ein leeres Grab zu verhindern. Wenn sie, wie das Ger\u00fccht es besagt, alle geschlafen h\u00e4tten, woher konnten sie dann wissen, wer den Leichnam gestohlen hatte? Entweder sie haben nicht geschlafen, dann w\u00e4re es niemand gelungen, das Grab auszurauben, oder sie haben geschlafen und die Diebe w\u00e4ren unerkannt davongekommen. Dass die Hohenpriester selbst wohl kaum an ihr Ger\u00fccht glaubten, versteht sich von selbst. Dass sie es trotzdem propagierten, kann nur aus einer massiven Erkl\u00e4rungsnot heraus verstanden werden. Eine andere Erkl\u00e4rungsalternative w\u00e4re noch unglaubw\u00fcrdiger gewesen. Und wenn sie es glaubten, dann gibt es allerdings einen zweiten noch gravierenderen Einwand gegen die Echtheit des Leichenraubes durch die J\u00fcnger.: Edward Gordon Selvyn, zitiert von Wilbur Smith, schreibt dazu: \u201e<em>Und falls sie es glaubten, warum wurden dann die J\u00fcnger nicht sofort verhaftet und verh\u00f6rt? Denn die Tat, die man ihnen hier zuschob, stellte ein ernstes Vergehen gegen die Obrigkeit dar. Weshalb zwang man sie nicht, den Leib herbeizuschaffen? Oder falls sie nicht f\u00e4hig waren, ihre Unschuld zu beweisen, weshalb wurden sie dann nicht f\u00fcr ihr Verbrechen bestraft\u2026 Nirgends wird auch nur angedeutet, dass die Oberen der Juden es je unternahmen, ihre Beschuldigung zu erh\u00e4rten.\u201c <\/em>William Paley, der englische Theologe und Philosoph schreibt: <em>Dr. Townshend hat meines Erachtens zu Recht bemerkt, dass die Geschichte der Wachen sich schon durch ihren Wortlaut als abgekartetes Spiel erweist. Seine J\u00fcnger sind in der Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, w\u00e4hrend wir schliefen. M\u00e4nner in ihrer Situation h\u00e4tten kein solches Zugest\u00e4ndnis ihrer Nachl\u00e4ssigkeit gegeben, ohne vorherige Zusicherung des Schutzes der Straflosigkeit.\u201c<\/em> &nbsp;Die Tatsache, dass man eine L\u00fcgengeschichte gew\u00e4hlt hat, die von den Priestern wohl selbst nicht geglaubt wurde und nur vom oberfl\u00e4chlichen oder voreingenommenen Betrachter als zufriedenstellende Erkl\u00e4rung akzeptiert wurde, zeigt einmal mehr, dass man sich aufgrund des leeren Grabes in \u00e4u\u00dferster Erkl\u00e4rungsnot befand.&nbsp; &nbsp;Wenn man die Texte auf ihre historische Plausibilit\u00e4t untersuchen will, dann ist es unabdingbar zu \u00fcberlegen, wie es anders als geschildert gewesen sein k\u00f6nnte. Jede Geschichte, die sich anschickt, historisch zu sein es aber nicht ist, ist der Ersatz f\u00fcr die wahre Geschichte. Nun stellt man aber fest, dass jede andere Geschichte, die denkbar w\u00e4re, zahlreiche Widerspr\u00fcche verursachen w\u00fcrde. Das hei\u00dft die Geschichte ist so, wie sie uns in den Evangelien erz\u00e4hlt wird, immer noch die plausibelste und \u00fcberzeugendste.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Dieser Schwindel folgt dem Eingest\u00e4ndnis der Feinde des Christentums, dass das Grab leer war- ein Eingest\u00e4ndnis, das gen\u00fcgt, um zu zeigen, dass die Indizien f\u00fcr das leere Grab zu allgemein bekannt waren, als dass man sie leugnen konnte.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im Text selbst (Matth.28,15) findet sich auch ein interessanter Hinweis darauf, dass das Ger\u00fccht vom Leichenraub durch die J\u00fcnger ein allgemein verbreitetes Ger\u00fccht war, also ein Ger\u00fccht, das sich nur halten konnte, weil es eine von der \u00fcberwiegenden Mehrheit der damaligen Bev\u00f6lkerung gewollte Wahrheit war und man damit das Eingest\u00e4ndnis eines schweren Fehlers abwenden konnte. Wenn das Grab jedoch nicht leer war, wieso sollte dann das Ger\u00fccht vom Leichendiebstahl \u00fcberhaupt im Umlauf sein? Welchen Sinn sollte eine Erkl\u00e4rung haben f\u00fcr etwas, das keiner Erkl\u00e4rung bedurfte? Offensichtlich bestand auch in der \u00d6ffentlichkeit kein Zweifel dar\u00fcber, dass der Leichnam verschwunden war. Die Texte spiegeln nicht die Frage wider, ob das Grab leer war, sondern wieso es leer war? Es gibt aber noch einen weiteren spannenden Aspekt an diesem Punkt: Matth\u00e4us erw\u00e4hnt die allgemeine Verbreitung des Ger\u00fcchtes eher beil\u00e4ufig am Ende seiner Ausf\u00fchrungen. Matth.28,15: Sie nahmen das Geld und taten, wie sie angewiesen waren. Uns so ist dies zum Gerede geworden bei den Juden bis auf den heutigen Tag. Dieser Satz erweckt nicht den Eindruck, als ob er funktionalisiert worden w\u00e4re, um dadurch die Wahrheit eines vollen Grabes zu \u00fcberdecken. Aber noch bemerkenswerter ist, dass Matth\u00e4us im zweiten Teil des Satzes eine Aussage trifft, deren Inhalt \u00fcberpr\u00fcft werden konnte bzw. angeblich allgemein bekannt war. Es ist schwer vorstellbar, dass Matth\u00e4us hier etwas behauptet, was nicht der Wahrheit entsprach. Dieses Ger\u00fccht muss es also wirklich gegeben haben und das wiederum l\u00e4sst schlie\u00dfen, dass das Grab wirklich leer war und die Information \u00fcber das leere Grab keine Erfindung war. Ein weiteres Indiz daf\u00fcr, dass die Evangelien historische Begebenheiten berichten. Paul Althaus sagt: <em>\u201eDenn die J\u00fcnger Jesu, denen er erschienen war, traten bald nach Jesu Hinrichtung in Jerusalem, an dem Orte, wo er gestorben und begraben war, auf mit der Verk\u00fcndigung, dass er von Gott auferweckt sei. Diese Botschaft besagt f\u00fcr alle, die sie verk\u00fcndeten und f\u00fcr alle, die sie h\u00f6rten: Das Grab ist leer. Sie h\u00e4tten sich keinen Tag, keine Stunde in Jerusalem halten k\u00f6nnen, wenn das Leersein des Grabes nicht als Tatsache f\u00fcr alle Beteiligten festgestanden h\u00e4tte, wenn sie nur irgendwie fraglich gewesen w\u00e4re.\u201c<\/em> Es gibt auch einige au\u00dferbiblische Quellen, die die Verbreitung des Ger\u00fcchtes vom Leichendiebstahl durch die J\u00fcnger nahelegen. Ein Beispiel aus dem Fr\u00fchchristentum ist uns von Justin, dem M\u00e4rtyrer \u00fcberliefert: <em>\u201eIn Justins Dialog (ca.130 n Chr.) mit Tryphon 108 ist die Rede von einem gewissen Gallil\u00e4er Jesus, einem Verf\u00fchrer\u2026;<\/em> <em>\u201ewir haben ihn gekreuzigt, aber seine J\u00fcnger haben ihn aus der Gruft, in welche er nach der Kreuzesabnahme gelegt worden war, bei Nacht gestohlen und machen den Leuten weis, er sei von den Toten auferstanden und in den Himmel aufgefahren<\/em>\u201c Auch Tertullian um 200 n. Christus spricht von der Verbreitung des Ger\u00fcchtes. Diese beiden Beispiele unterstreichen nochmal, dass es die gegnerische Lesart vom Leichenraub durch die J\u00fcnger tats\u00e4chlich gab und als alternative Begr\u00fcndung f\u00fcr das leere Grab im Umlauf war.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun m\u00fcssen wir uns fragen, ob den Leichnam jemand h\u00e4tte stehlen k\u00f6nnen und warum er dies tun h\u00e4tte sollen?<\/p>\n\n\n\n<p>Fangen wir mit dem ersten Teil der Frage an. Das Grab war strengstens bewacht, und zwar von einer r\u00f6mischen Grabwache. Hier darf man sich keinen einzelnen oder nur h\u00f6chstens 2 Soldaten vorstellen. Eine r\u00f6mische Grabwache bestand \u00fcblicherweise aus mehreren Soldaten. 4 Soldaten standen w\u00e4hrend der Schicht, w\u00e4hrend die anderen Soldaten im Halbkreis um sie herumsa\u00dfen. Wenn es im Text hei\u00dft, dass einige von der Wache in die Stadt kamen, dann ist das ebenfalls ein Hinweis auf eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Wachen. &nbsp;Die blo\u00dfe Vorstellung einer gewaltsamen Aktion w\u00e4re angesichts dieser Gegenwehr v\u00f6llig absurd. Selbst im Falle nur weniger Soldaten w\u00e4re eine wie auch immer geartete Nacht- und Nebelaktion bei der Gr\u00f6\u00dfe des Steins, mit dem das Grab verschlossen war, kaum vorstellbar. Der Stein blockiert nicht nur das Grab, sondern auch jegliche Theorie eines Leichendiebstahles. Dar\u00fcber hinaus w\u00e4re es in diesem Fall nicht verst\u00e4ndlich, warum die Diebe die Leinent\u00fccher, mit denen der Leichnam eingewickelt war, zur\u00fcckgelassen haben. Warum sollten die J\u00fcnger den Leichnam zuerst noch auspacken, bevor sie ihn entwenden? Ein Auswickeln des Leichnams w\u00e4re auch nicht einfach gewesen, wenn man bedenkt, dass die Einbalsamierung (Myrrhenharz und Aloeholz) durchaus zu einer starken Verklebung der Tuchschichten gef\u00fchrt hatte. Im Johannesevangelium ist von 100 Pfund Spezereien die Rede, das entspricht in etwa 33 kg. Das einzige verbleibende Szenario w\u00e4re eine Bestechung. Dies ist allerdings, wie oben erw\u00e4hnt, auch kaum denkbar, weil auf Bestechlichkeit im Dienst die Todesstrafe stand. Selbst dem einf\u00e4ltigsten r\u00f6mischen Soldaten w\u00e4re bewusst gewesen, dass ihm das Geld nichts genutzt h\u00e4tte, wenn er danach zum Tod verurteilt worden w\u00e4re. Dass die Soldaten sich nach dem Matth\u00e4usevangelium sp\u00e4ter tats\u00e4chlich von den Hohenpriestern bestechen lie\u00dfen, worauf ebenfalls gew\u00f6hnlich die Todesstrafe stand, stellt keinen Widerspruch dar, weil sie im Fall der Bestechung durch die J\u00fcnger im Gegensatz zur Bestechung durch die Hohenpriester keinesfalls mit mildernden Umst\u00e4nden rechnen h\u00e4tten k\u00f6nnen. Im andern tats\u00e4chlichen Fall der Bestechung durch die Hohenpriester bestand ein gemeinsames Interesse mit dem Stadthalter Pilatus, denn der r\u00f6mischen Macht kam es ebenso wie der j\u00fcdischen Obrigkeit darauf an, jegliche Unruhen durch eine neue religi\u00f6se Bewegung zu unterbinden. Eine genaue Analyse des Textes und der Umst\u00e4nde f\u00fchrt uns also zu einer Best\u00e4tigung daf\u00fcr, dass ein gewaltsamer oder bestochener Leichenraub durch die J\u00fcnger undenkbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wollen wir noch den zweiten Teil der obigen Frage beantworten. Welches Motiv k\u00f6nnte es f\u00fcr eine Vort\u00e4uschung eines leeren Grabes gegeben haben und welche Gruppe k\u00f6nnte ein derartiges Motiv verfolgt haben? Die Geschichte des Leichenraubes erz\u00e4hlt sich leicht, vor allem, wenn man die Identit\u00e4t des Diebes offenl\u00e4sst. Wer kommt denn aber als Dieb in Frage? Mit nichts in dieser Welt h\u00e4tte sich die neue Glaubensbewegung um Jesus besser unterbinden lassen als mit dem Nachweis eines vollen Grabes. Die j\u00fcdischen F\u00fchrer scheiden also als T\u00e4ter aus. Auch die R\u00f6mer wollten unter allen Umst\u00e4nden eine neue religi\u00f6se Bewegung, die sich leicht zu politischen Unruhen h\u00e4tte entwickeln k\u00f6nnen, verhindern und scheiden deshalb ebenfalls als T\u00e4ter aus. Auch den G\u00e4rtner hatte man schon verd\u00e4chtigt, weil dieser Angst gehabt haben k\u00f6nnte um seinen sch\u00f6nen Garten, wenn das Grab zum Wallfahrtsort geworden w\u00e4re. Doch auch hier w\u00fcrde sich die Frage stellen, wie der G\u00e4rtner die Wachsoldaten \u00fcberwinden h\u00e4tte sollen. Au\u00dferdem galt auch das Durchtrennen des hoheitlichen Siegels als schweres Vergehen gegen die r\u00f6mische Staatsmacht. Diese Version des Leichenraubs klingt nicht \u00fcberzeugend und w\u00e4re nur denkbar, wenn die Wachsoldaten eine Erfindung der Evangelien w\u00e4ren. In diesem Fall h\u00e4tte man aber erwarten m\u00fcssen, dass die J\u00fcnger der L\u00fcge oder Falschaussagen \u00fcberf\u00fchrt worden w\u00e4ren, was aber nicht geschehen ist. Ich erw\u00e4hnte diese Theorie deshalb, weil sie die Verzweiflung derjenigen offenbart, die krampfhaft nach einer alternativen Erkl\u00e4rung suchen, ohne sich \u00fcber die Plausibilit\u00e4t ihrer Theorie Gedanken gemacht zu haben. Es bleiben nur noch die J\u00fcnger als potentielle Grabr\u00e4uber \u00fcbrig. Dazu m\u00fcssen wir uns die Situation der J\u00fcnger nach der Kreuzigung anschauen. Sie hatten sich zur\u00fcckgezogen, weil sie v\u00f6llig am Boden zerst\u00f6rt waren. Ihr Meister und Lehrer, von dem sie sogar fast glaubten, dass er der versprochenen Messias war, ist nun tot. Bei der Festnahme Jesu sind sie aus Angst geflohen. Alle ihre Hoffnungen sind mit der Bestattung Jesu mitbegraben worden. Auch die ersten Reaktionen der J\u00fcnger nach der Auferstehung weisen darauf hin, dass keiner mit so etwas gerechnet h\u00e4tte. Sie hatten alles andere als in der Erwartung gelebt, dass hier das gro\u00dfe Finale noch kommen w\u00fcrde bzw. erst noch beginnen w\u00fcrde. Was h\u00e4tte sie also ohne Auferstehung dazu veranlassen sollen, einen Glauben wiederzubeleben, der eigentlich schon gestorben war. Was h\u00e4tte sie dazu bringen sollen, eine Bewegung fortzuf\u00fchren, von der sie selbst wussten, dass sie auf falschen Tatsachen beruhte. Wie sollten sie Leute zu einem Glauben motivieren wollen, an den sie selbst nicht mehr glaubten. In ihrem ganzen bisherigen Verhalten gibt es keinerlei Anzeichen daf\u00fcr, dass die J\u00fcnger in der Lage gewesen w\u00e4ren, zu solchen Schauspielern und Verschw\u00f6rungstheoretikern zu mutieren. Wenn uns die J\u00fcnger vielfach als einfache arglose und auch \u00e4ngstliche Menschen beschrieben werden, wie sollten wir dann annehmen k\u00f6nnen, dass sie pl\u00f6tzlich zu Sozialrevolution\u00e4ren und Glaubensvorbildern werden? Dar\u00fcber hinaus m\u00fcsste man sich fragen, ob nicht im Laufe der Jahre wenigstens einer der J\u00fcnger eingeknickt w\u00e4re und den Betrug zugegeben h\u00e4tte. Je mehr Menschen an einem Komplott beteiligt sind, desto schwerer ist es, ihn \u00fcber Jahre geheim zu halten. H\u00e4tte nicht das schlechte Gewissen irgendwann an einer Herzenst\u00fcr angeklopft? Die J\u00fcnger hatten zumindest teilweise eine Familie. Trauen wir den J\u00fcngern und ihren Verwandten und Freunden allen Ernstes das Durchhalten einer derartigen L\u00fcgengeschichte zu? Nehmen wir an, es sei ihnen zun\u00e4chst gelungen, dann m\u00fcssten wir uns allerdings fragen, wie es m\u00f6glich war, unter dem wachsenden Druck der F\u00fchrungseliten und der Todesdrohungen dichtzuhalten. Mit Ausnahme von Johannes starben alle Apostel den M\u00e4rtyrertod. F\u00fcr ein inszeniertes Glaubensgeb\u00e4ude, das auf einer L\u00fcge aufbaut, stellt man sein Leben nicht aufs Spiel. Eine derartige L\u00fcgengeschichte w\u00e4re auch nicht mit dem \u00fcbrigen Ethos, das die J\u00fcnger vertraten, vereinbar gewesen. Ich kann nicht auf der einen Seite Liebe und Hingabe an Jesus predigen und auf der anderen Seite die Menschen so hinters Licht f\u00fchren. &nbsp;Es gibt eigentlich nur eine einzige plausible Erkl\u00e4rung f\u00fcr alle gestellten Fragen: Die Auferstehung war ein reales Ereignis und das Grab war wirklich leer. Alle berichteten Details passen am besten zur wahren Geschichte. Insofern kann man sagen, dass alle Indizien f\u00fcr die Authentizit\u00e4t der Evangelientexte und einer leiblichen Auferstehung sprechen. Die J\u00fcnger konnten es zun\u00e4chst nicht fassen, aber haben dann begriffen, dass dies das gr\u00f6\u00dfte Wunder war, das jemals ein Mensch erlebt hatte. Alle Aussagen Jesu, die sie urspr\u00fcnglich nicht verstanden, f\u00fcgten sich jetzt wie Puzzelteile zusammen. Die anf\u00e4ngliche Skepsis ist einer tiefen Gewissheit gewichen: Ja, diesem Jesus, der uns eigentlich schon alles vorher erkl\u00e4rt hat, kann ich nun ohne Vorbehalt vertrauen. Die Freude, die die J\u00fcnger \u00fcber dieses Ereignis hatten, kann man in ihren Berichten, soweit sie uns bekannt sind, regelrecht sp\u00fcren. Nichts aber auch gar nichts konnte sie jetzt noch davon abhalten, diese Botschaft mutig zu verbreiten. &nbsp;Was h\u00e4tten die J\u00fcnger anders tun sollen als genau das, was sie getan haben? Sie setzten ihr ganzes Leben daf\u00fcr ein, um diese Nachricht von der Auferstehung und den damit verbundenen Heilstatschen unter das Volk in der ganzen Welt zu bringen. Die Verwandlung der J\u00fcnger nach der Auferstehung ist offensichtlich. Nun gab es kein Halten mehr. Es kann nicht nur eine langsame Gew\u00f6hnung an die Tatsache des Todes Jesu gewesen sein, es musste etwas Gro\u00dfes geschehen sein, das man genauso wie die Verwandlung der J\u00fcnger menschlich nicht erkl\u00e4ren kann. Eine derartige gewaltige Verwandlung der J\u00fcnger setzt ein mindestens genauso gewaltiges Ereignis voraus. Ein unnat\u00fcrliches Verhalten der J\u00fcnger braucht eine unnat\u00fcrliche Erkl\u00e4rung. Die Kraft, die von der Tatsache der leiblichen Auferstehung ausging, hat nicht nur wenige Menschenherzen gepr\u00e4gt, sondern die ganze Weltgeschichte bis heute ver\u00e4ndert. Wenn die Auferstehung keine historische Tatsache w\u00e4re, m\u00fcsste man den J\u00fcngern entweder die Erfindung der gr\u00f6\u00dften L\u00fcgengeschichte der Welt zuschreiben oder eine kollektive wahnhafte St\u00f6rung, mit der sie nicht weniger erf\u00fcllt gelebt h\u00e4tten als viele Millionen Menschen, die diesen Wahn geglaubt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>George Matheson schreibt (aus Bibel im Test S338:) \u201eMan bedenke den Charakter der Zeugen: M\u00e4nner und Frauen, die der Welt die h\u00f6chste ethische Lehre gaben, die sie je kannte, und die diese Lehre, wie selbst ihre Feinde bezeugen, mit ihrem Leben demonstrierten. <em>\u201eMan bedenke die psychologische Absurdit\u00e4t, wenn man sich eine kleine Gruppe geschlagener Feiglinge vorstellt, die an einem Tag in einem Obergemach kauert und sich ein paar Tage sp\u00e4ter in eine Schar verwandelt, die keine Verfolgung zum Schweigen bringen kann-, um dann zu versuchen, diese dramatische Ver\u00e4nderung auf nichts \u00dcberzeugenderes zur\u00fcckzuf\u00fchren als eine elende Erfindung, die sie der Welt aufschw\u00e4tzen wollten. Das w\u00e4re einfach sinnlos.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Pinchas Lapide schreibt: (aus: Ist Jesus auferstanden von Dr. J\u00fcrgen Spies): \u201eWenn diese aufgescheuchte, ver\u00e4ngstigte Apostelschar, die eben dabei war, alles wegzuwerfen, um in heller Verzweiflung nach Galil\u00e4a zu fl\u00fcchten, wenn diese Bauern, Hirten und Fischer, die ihren Meister verrieten, verleugneten und dann kl\u00e4glich versagten, pl\u00f6tzlich \u00fcber Nacht sich in eine selbstsichere und heilsbewusste, \u00fcberzeugte Missionsgesellschaft verwandeln konnte, die viel erfolgreicher nach Ostern als vor Ostern wirkte, so gen\u00fcgt keine Vision oder Halluzination, um solch einen revolution\u00e4ren Umschlag zu erkl\u00e4ren. F\u00fcr eine Sekte, eine Schule oder einen Orden h\u00e4tte vielleicht eine Einzelvision gen\u00fcgt- nicht aber f\u00fcr eine Weltreligion\u2026\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die J\u00fcnger waren nicht angetreten, um mit menschlichem Kalk\u00fcl eine Weltreligion zu gr\u00fcnden, in deren Fahrwasser sich viele Menschen auch 2000 Jahre sp\u00e4ter noch bewegen w\u00fcrden, sie hatten keinen geheimen Plan oder eine Strategie entwickelt, wie sie Menschen von ihren Ideen \u00fcberzeugen k\u00f6nnten wie das heute vielleicht manche Sekten versuchen. Sie verk\u00fcndeten einfach, was sie erlebt hatten und l\u00f6sten damit die gr\u00f6\u00dfte soziokulturelle und geistig-philosophische Bewegung aus, die die Welt bis heute erlebt hat und ohne die die Welt vielleicht schon l\u00e4ngst an ihrer eigenen Verzweiflung und Sinnlosigkeit zugrundegegangen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Dr. J\u00fcrgen Spies ( aus: Ist Jesus auferstanden? Von J\u00fcrgen Spies) <em>\u201eZu den erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftigen Fakten geh\u00f6rt in besonderer Weise die Tatsache, dass die J\u00fcnger, die ja aus dem traditionellen Judentum kamen, innerhalb ganz weniger Jahre zentrale \u00dcberlieferungen ihres Glaubens \u00fcber Bord warfen und erstaunliche Neuerungen vornahmen: die gottesdienstlichen Treffen am Sonntag zus\u00e4tzlich zum Sabbat und bald sogar ausschlie\u00dflich am Sonntag, als dem Tag der Auferstehung von Jesus\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Auferstehung bei Paulus:<\/p>\n\n\n\n<p>Nun zu <strong>Paulus,<\/strong> f\u00fcr den die Auferstehung genauso ein historisches Ereignis war, wie f\u00fcr die Augenzeugen selber. Paulus widmet ein ganzes Kapitel der Frage nach der Auferstehung und deren Bedeutung. 1Kor.15: \u201e\u2026und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zw\u00f6lfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als f\u00fcnfhundert Br\u00fcdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln\u2026. Paulus beruft sich in seinen Ausf\u00fchrungen auf Augenzeugen. Wenn ich wissen will, ob ein berichtetes Ereignis tats\u00e4chlich geschehen ist, gibt es nur 2 M\u00f6glichkeiten, dies herauszufinden. Entweder es gibt Spuren, die das Ereignis hinterlassen hat, oder es gibt Augenzeugen, die ich befragen kann. Das letztgenannte hat das eindeutig gr\u00f6\u00dfere Gewicht. Das Gewicht erh\u00e4lt dieses Argument im vorliegenden Fall insbesondere durch die Tatsache, dass das vom Schreiber geschilderte Ereignis nicht so weit in der Vergangenheit liegt, dass es keine Augenzeugen mehr g\u00e4be. &nbsp;Paulus z\u00e4hlt zahlreiche Zeugen auf, von denen die meisten noch lebten. Gleichwohl sind es auch nicht irgendwelche namenlose Augenzeugen. Paulus nennt sie zum Teil mit Namen. Jeder, der wollte, k\u00f6nnte sie also befragen und sich vergewissern, ob es stimmte. Paulus greift diesen Gedanken auf, indem er sagt, dass er zusammen mit seinen Mitstreitern im Falle der Unwahrheit als falsche Zeugen Gottes befunden werden w\u00fcrden. Er stellt seine Meinung zur \u00f6ffentlichen Disposition und erkl\u00e4rt damit, dass er sich vor dem obersten Richter, n\u00e4mlich Gott, daf\u00fcr verantworten muss. Paulus will zeigen, dass er sich der Tragweite seiner Botschaft durchaus bewusst ist. Wenn es also einen frommen Juden g\u00e4be, der ihm eine Falschaussage nachweisen k\u00f6nnte, dann w\u00e4re er auch bereit, die Strafe daf\u00fcr zu tragen. Das ist die h\u00f6chste Form der Rechenschaft, die man f\u00fcr eine Aussage \u00fcbernehmen konnte. Das hei\u00dft nat\u00fcrlich auch, dass Paulus sich seiner Sache absolut sicher war. &nbsp;&nbsp;Eine Behauptung, die die Vorstellungskraft eines normalen Menschen bei weitem \u00fcbersteigt und denjenigen, der sie ausspricht, sofort in die N\u00e4he eines Geisteskranken r\u00fcckt, stellt man nicht einfach so mal schnell in den Raum. Jesus ist auferstanden. Sie sind ihm leibhaftig begegnet. Das stand f\u00fcr die fr\u00fchen Christen und f\u00fcr Paulus fest, wie ein Fels in der Brandung. Anders k\u00f6nnte man das \u00fcberzeugte und verwandelte Auftreten von Paulus nicht erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>John Warwick Montgomery kommentiert: <em>\u201eBeachten Sie, dass die J\u00fcnger die Auferstehung als Augenzeugen verk\u00fcndeten, und zwar noch zu Lebzeiten anderer, die in Ber\u00fchrung mit den Ereignissen standen, von denen sie sprachen. Im Jahre 56 n.Chr. schrieb Paulus, dass \u00fcber 500 Menschen den auferstandenen Jesus gesehen hatten und dass die meisten von ihnen noch lebten. Es \u00fcbersteigt die Grenzen der Glaubhaftigkeit, dass die Urchristen ein solches M\u00e4rchen erfunden haben sollten, um es dann unter denen zu verk\u00fcndigen, die es ganz einfach durch die Herbeischaffung des Leichnams Jesu h\u00e4tten widerlegen k\u00f6nnen.\u201c <\/em>Bernhard Ramm schreibt<em>:<\/em> \u201eH\u00e4tte <em>es keine Auferstehung gegeben, so muss der radikale Kritiker zugeben, dass Paulus den Aposteln eine Erscheinung Christi, die ihm widerfahren sein sollte, vorget\u00e4uscht h\u00e4tte, wohingegen sie ihn wiederum mit den ihnen widerfahrenen Erscheinungen Christi get\u00e4uscht h\u00e4tten. Wie schwierig ist es doch, die Aussage der Briefe in diesem Punkt zu widerlegen, wo sie einen so starken Nachweis ihrer Echtheit enthalten\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal wird von liberalen Theologen angef\u00fchrt, dass Paulus nie vom leeren Grab spreche. Man will dies als Hinweis verstanden wissen, dass Paulus selbst noch nicht an eine leibliche Auferstehung geglaubt oder wenigstens auf sie bestanden hat. Nach historisch-kritischer Lesart ist der Korintherbrief von der Datierung her \u00e4lter als die Evangelien. Die Evangelien seien wesentlich sp\u00e4ter geschrieben worden. Man will damit sagen, dass die Lehre einer leiblichen Auferstehung erst eine sp\u00e4tere Entwicklung im Rahmen der nach\u00f6sterlichen Gemeindebildung war. Die Geschichten um das leere Grab seien Erfindungen oder legendenhafte Vorstellungen der nach\u00f6sterlichen Gemeinde, wie man sich die Auferstehung erkl\u00e4rt habe. M\u00f6glicherweise waren sie auch eine Reaktion auf den Vorwurf, es habe sich nur um fromme Einbildungen gehandelt. Dagegen sind mehrere Einw\u00e4nde zu erheben. 1.) Die Evangelien sind zum Teil von Augenzeugen oder den Augenzeugen nahestehenden Autoren geschrieben worden. Das Matth\u00e4usevangelium ist vermutlich vom Z\u00f6llner Levi bzw. Matth\u00e4us (Mk.2,14; Mt.9,9; Mt.10,3), der nach der Berufung durch Jesus, zum Zw\u00f6lferkreis geh\u00f6rte, geschrieben worden, Markus war nach 1.Petrus.5,13 ein Mitarbeiter von Petrus und zeitweise auch von Paulus (Apg.13,5, Apg.15,37) der das Evangelium vermutlich in Rom in der N\u00e4he von Petrus geschrieben hat. Lukas war ein Mitarbeiter von Paulus und Johannes war ein J\u00fcnger Jesu. Man m\u00fcsste diesen Evangelisten einen schweren Betrugsvorwurf machen, wenn sie die Auferstehungsgeschichten erfunden h\u00e4tten. Das Argument, die Autoren seien vom eigentlichen Geschehen so weit entfernt, dass hier die Legendenbildung weit fortgeschritten war, ist aus 2 Gr\u00fcnden nicht stichhaltig: Zum einen lebten zur Zeit der Abfassung der Evangelien, egal ob sie vor 70 oder auch nach 70 n.Chr. geschrieben wurden, sicherlich noch einige der Augenzeugen (siehe Lukas-Prolog), zum andern schrieben die Evangelien nicht Menschen der 2. oder 3. Generation, sondern teilweise die Augenzeugen selbst. Dar\u00fcber hinaus, waren vermutlich viele Teile der Evangelien vorher schon im Umlauf oder wurden entgegen der historisch-kritischen Annahme schon vor 70 geschrieben, so dass die zeitliche N\u00e4he zu den Geschehnissen ein weiteres Indiz gegen die Annahme von Legendenbildungen ist. (Siehe auch Abschnitt \u00fcber die Historizit\u00e4t im gleichen Kapitel9&nbsp;&nbsp; 2.Nach all dem, was bisher geschrieben worden ist, gibt es eine weitaus plausiblere Erkl\u00e4rung f\u00fcr das Fehlen der Rede vom leeren Grab: Alle biblischen Textbefunde, das Verhalten der antichristlichen Parteien und hier vor allem der fehlende Widerlegungsversuch des leeren Grabes und die Plausibilit\u00e4t der Zusammenh\u00e4nge in den Evangelien einschlie\u00dflich der Diebstahltheorie sprechen daf\u00fcr, dass das leere Grab sowohl f\u00fcr die Bef\u00fcrworter als auch f\u00fcr die Gegner des Auferstehungsglaubens eine allgemein anerkannte Tatsache war. Wenn es eine bekannte Tatsache war, die nicht widerlegt werden konnte, dann gab es auch f\u00fcr Paulus keinen Anlass mehr, das leere Grab zu betonen. Das leere Grab war einfach vorausgesetzt. Das ist eine viel einfachere und damit wesentlich plausiblere Erkl\u00e4rung f\u00fcr die fehlende w\u00f6rtliche Erw\u00e4hnung des leeren Grabes. 3.) Auch Petrus erw\u00e4hnt das leere Grab nicht in seiner ersten gro\u00dfen Pfingstpredigt oder in seinen Briefen, obwohl Petrus die direkte Quelle f\u00fcr das Markusevangelium ist, in dem das leere Grab beschrieben ist. Stattdessen zitiert Petrus einen Vers aus Ps.16,27: Denn du wirst mich nicht dem Tod \u00fcberlassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe. Will er damit nicht auch sagen, dass Jesu Leichnam aus dem Grab wieder auferstanden ist? Ist es hier nicht viel wahrscheinlicher, dass auch Petrus aufgrund des allgemeinen Vorwissens das leere Grab nicht erw\u00e4hnen musste. Paulus zitiert in Apg. 13,37 \u00fcbrigens den gleichen Vers aus Psalm 16, sodass man davon ausgehen kann, dass das Auferstehungsverst\u00e4ndnis von Paulus und Petrus identisch war. Au\u00dferdem findet man bei Petrus eine \u00fcberaus interessante Aussage in Apg. 10,40f: \u201eDen hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn erscheinen lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erw\u00e4hlten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten.\u201c &nbsp;Das ist nichts anderes als ein fr\u00fches Zeugnis von der leiblichen Auferstehung und impliziert ein leeres Grab. Genauso wie Petrus das leere Grab nicht explizit erw\u00e4hnte, es aber dennoch eindeutig voraussetzte, ist es auch bei Paulus naheliegend, dass er vom leeren Grab stillschweigend ausging. Bedenkt man, dass bei Lukas ein Gro\u00dfteil der F\u00e4den der \u00dcberlieferung zusammenlaufen und er derjenige war, der die Predigten von Petrus und Paulus niedergeschrieben hat w\u00e4hrend er beide auf ihren Reisen begleitete und deshalb auch deren Auferstehungsverst\u00e4ndnis kannte und dar\u00fcber hinaus auch den Auferstehungsbericht im&nbsp; Lukasevangelium geschrieben hat, so erscheint es umso unwahrscheinlicher, dass er verschiedene Sichtweisen der Auferstehung h\u00e4tte einfach stehen lassen und nicht in ein harmonisches&nbsp; Gesamtkonzept gebracht h\u00e4tte. Das ist nach meiner Einsch\u00e4tzung ein weiterer Hinweis darauf, dass wir es bei den Zeugnissen der Auferstehung nicht mit unterschiedlichen Verstehensweisen zu tun haben. Die These, den paulinischen Texten l\u00e4ge ein anderes Auferstehungsverst\u00e4ndnis zugrunde als den Evangelien, weil das leere Grab nicht erw\u00e4hnt werde, l\u00e4sst sich so nicht halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage, die alle Menschen besch\u00e4ftigte, war nicht, ob das Grab leer war, sondern wieso es leer war. Petrus, Paulus und alle anderen Apostel hatte eine Antwort darauf, die es bekanntzugeben bedurfte. Nicht das leere Grab stand im Vordergrund, sondern die Tatsache, dass Jesus tats\u00e4chlich auferstanden war vom Grab. &nbsp;Man sollte sich an der Stelle auch bewusst machen, dass es diese Diskussion, dass Jesus zwar auferstanden war aber Jesu Leib trotzdem im Grab verweste, wie sie in der liberalen Theologie gef\u00fchrt wird, damals gar nicht gab. Die M\u00f6glichkeit einer rein geistig religi\u00f6sen Auferstehung im Sinne einer inneren Jesuserscheinung oder einer neuen Erkenntnis existierte f\u00fcr die Apostel nicht. Woran wollte man diese These festmachen? F\u00fcr Paulus gab es nur ein Entweder- Oder. Entweder ist Jesus leibhaftig auferstanden oder er ist im Grab geblieben. Ein Zwischendrin gab es f\u00fcr ihn nicht. &nbsp;Sein betonendes Eingehen auf die Augenzeugen macht unzweideutig klar, dass f\u00fcr Paulus eine leibliche Auferstehung Realit\u00e4t war. Wie w\u00e4re es sonst m\u00f6glich, dass sich Jesus gleichzeitig 500 Zeugen zeigte? Wenn man behaupten w\u00fcrde, dass wir im Gegensatz zu Paulus heute wissen, dass es eine kollektive Halluzination geben kann, dann darf man aber nicht den Fehler machen, die fehlende Erw\u00e4hnung des leeren Grabes als Hinweis auf ein rein innerliches Auferstehungsverst\u00e4ndnis bei Paulus zu werten. Andernfalls m\u00fcsste man Paulus unterstellen, dass er in seinen Ausf\u00fchrungen ebenfalls \u00fcber ein solches Wissen verf\u00fcgte und seinem Auferstehungsverst\u00e4ndnis zugrunde legte. Das ist aber nach meiner Meinung v\u00f6llig abwegig, da es daf\u00fcr \u00fcberhaupt keine Anhaltspunkte gibt. Im Gegenteil, wir k\u00f6nnen an Paulus\u00b4 Ausf\u00fchrungen ab Vers 42 erkennen, dass ihm die leibliche Dimension des Auferstehungsleibes wichtig war. Hierzu muss man allerdings wissen, dass im j\u00fcdischen Denken Leib und Seele eine untrennbare Einheit bildeten im Gegensatz zum griechischen Denken, in dem die Seele nach dem Tod vom verwesenden Leib getrennt werde. F\u00fcr den Juden, Paulus, war Auferstehung nur als leibliche Auferstehung denkbar. Um dies nochmal sehr deutlich zu machen, sei die Nachricht in Matth.27 erw\u00e4hnt, dass \u201edie Juden\u201c offensichtlich ein Interesse daran hatten, zu verhindern, dass der Leib Jesu aus dem Grab entwendet wurde. F\u00fcr diesen Fall f\u00fcrchteten sie Spekulationen und Ger\u00fcchte, die dem Auferstehungsglauben enormen Vorschub leisten w\u00fcrden. Nun zu den Ausf\u00fchrungen von Paulus zur leiblichen Auferstehung: So auch die Auferstehung der Toten. Es wird ges\u00e4t verweslich und wird auferstehen unverweslich. 43&nbsp;Es wird ges\u00e4t in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird ges\u00e4t in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. 44&nbsp;Es wird ges\u00e4t ein nat\u00fcrlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen nat\u00fcrlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. 45&nbsp;Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, \u00bbwurde zu einem lebendigen Wesen\u00ab (1. Mose 2,7), und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. 46&nbsp;Aber nicht der geistliche Leib ist der erste, sondern der nat\u00fcrliche; danach der geistliche. 47&nbsp;Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel. 48&nbsp;Wie der irdische ist, so sind auch die irdischen; und wie der himmlische ist, so sind auch die himmlischen. 49&nbsp;Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. 50&nbsp;Das sage ich aber, liebe Br\u00fcder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben k\u00f6nnen; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit. An Paulus` Ausf\u00fchrungen \u00fcber das Wesen der Auferstehung wird deutlich, dass er keineswegs nur an eine mentale Auferstehung gedacht hatte, sonst h\u00e4tte er den geistlichen Leib nicht so in den Vordergrund gestellt. Gerade die Betonung der Leiblichkeit spiegelt ein Auferstehungsverst\u00e4ndnis wider, das dem griechischen Denken widersprach. Man k\u00f6nnte auch fragen: Worin besteht denn eigentlich der Unterschied zwischen dem griechischen Denken und dem liberalen Auferstehungsverst\u00e4ndnis eines rein geistigen Weiterlebens? Entweder es gibt keinen Unterschied, oder das liberale Verst\u00e4ndnis liegt noch weiter von der paulinischen Sicht entfernt als das griechische. Wie dem auch sei, die Ablehnung der leiblichen Dimension d\u00fcrfte keinesfalls mit der paulinischen Lehre der Auferstehung in Einklang zu bringen sein. Wir k\u00f6nnen daraus folgern, dass es Paulus um eine leibliche, aber eben um eine geistlich-leibliche Auferstehung ging. Wenn er schreibt, dass Fleisch und Blut das Himmelreich nicht ererben k\u00f6nnen, dann will er damit also in Abgrenzung zum griechischen Denken nicht sagen, dass die Auferstandenen nur noch als Seelenwesen weiterleben werden, sondern dass der Leib ebenso wie der Geist verwandelt werden wird. In R\u00f6m. 8,11 hei\u00dft es: Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren <strong><u>sterblichen Leib<\/u><\/strong> lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt. Paulus spricht hier vom sterblichen Leib, der lebendig werden wird. Dies ist absolut kongruent zu den Evangelien und zum leeren Grab. Der Auferstandene war weder ein reines Geistwesen noch ein ausschlie\u00dflich menschlicher K\u00f6rper. Er war beides gleichzeitig. So konnte Jesus in einen verschlossenen Raum eintreten und gleichzeitig auf die sichtbaren N\u00e4gelmale an seinen H\u00e4nden verweisen. Er konnte in einen Moment noch mit den Emmaus- J\u00fcngern essen und reden, um dann pl\u00f6tzlich unsichtbar verschwunden zu sein. Jesus hatte einen neuen, \u00fcbernat\u00fcrlichen Leib, der in seinem Wesen weit \u00fcber unsere menschlich physikalische Vorstellungskraft hinaus geht, der aber trotzdem noch die Spuren der Kreuzigung an sich tr\u00e4gt.&nbsp; Es besteht hier die gleiche Spannung im Denken wie bei der Doppelnatur Jesu. Im j\u00fcdischen Denken sind Seele und Leib untrennbar, deshalb ist es Paulus im Korintherbrief wichtig zu zeigen, dass nicht nur die Seele als geistiger Teil der Leib-Seele Einheit aufersteht, nachdem sie vollst\u00e4ndig vom verwesenden Leib getrennt wurde, sondern auch der Leib eine Verwandlung erf\u00e4hrt und aufersteht als geistlicher Leib. Das impliziert nat\u00fcrlich ein leeres Grab.<\/p>\n\n\n\n<p>Die HKT geht in ihrem Auferstehungsverst\u00e4ndnis davon aus, dass \u00fcbernat\u00fcrliche Wunder nicht m\u00f6glich sind bzw. dass Gott nicht \u00fcbernat\u00fcrlich handelt. Bei Paulus w\u00fcrde man niemals auf den Gedanken kommen, dass er ein derartiges Wunder- oder Auferstehungsverst\u00e4ndnis teilt. Man kann Paulus nicht gleichzeitig einerseits zum Kronzeugen eines rein geistigen Auferstehungsverst\u00e4ndnisses und andererseits zum falschen Zeugen von Wundern machen. &nbsp;Die Auferstehung war f\u00fcr Paulus aufgrund der zahlreichen Zeugen ein historisches Ereignis, das ein leeres Grab selbstverst\u00e4ndlich voraussetzte. Er musste es deshalb seinen Lesern gegen\u00fcber nicht extra erw\u00e4hnen, da es allgemein bekannt war. Vielmehr ist das Nicht-Erw\u00e4hnen der Tatsache des leeren Grabes ein weiteres Indiz daf\u00fcr, dass es allgemein akzeptiert war. Viel wichtiger war Paulus zu beweisen, dass die Ursache f\u00fcr das leere Grab die Auferstehung Jesu von den Toten war, und dass der christliche Glaube ohne dieses Ereignis wertlos w\u00e4re 1.Kor.15,13: \u201e&nbsp;Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.&nbsp;Wir w\u00fcrden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt h\u00e4tten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt h\u00e4tte, wenn doch die Toten nicht auferstehen.&nbsp;Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden.&nbsp;Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren S\u00fcnden; dann sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren.&nbsp;Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.\u201c <em>J.N.D. Anderson, Rechtsanwalt und Professor f\u00fcr orientalisches Recht an der Universit\u00e4t London, sagt dazu: \u201eHaben sie beachtet, dass s\u00e4mtliche Hinweise auf das leere Grab in den Evangelien vorkommen, die ja geschrieben wurden, um der christlichen Gemeinde die Tatsachen zu liefern, die sie wissen wollte? In der \u00f6ffentlichen Predigt an Ungl\u00e4ubige dagegen, wie sie die Apostelgeschichte berichtet, haben wir eine starke Betonung der Tatsache der Auferstehung, aber keinen einzigen Hinweis auf das leere Grab. Warum wohl? F\u00fcr mich gibt es nur eine Antwort: Es n\u00fctzte nichts \u00fcber das leere Grab zu debattieren. Jeder, ob Freund oder Feind, wusste, dass es leer war. Die einzigen Fragen, die es zu er\u00f6rtern lohnte, waren, warum es leer war und was das Leersein bewies\u2026<\/em>\u201c <em>\u201eDas leere Grab steht wie ein wahrer Fels da; es ist das Kernelement unter den Fakten, die die Auferstehung beweisen. Die manchmal zu h\u00f6rende Annahme, dass es \u00fcberhaupt nicht leer gewesen sei, scheint mir l\u00e4cherlich zu sein. Es ist eine geschichtliche Tatsache, dass die Apostel von Anfang an viele Bekehrungen in Jerusalem bewirkten, so feindselig die Stadt auch war, indem sie die frohe Nachricht verk\u00fcndeten, dass Christus aus dem Grabe auferstanden war- und das taten sie in der N\u00e4he dieses Grabes. Jeder Zuh\u00f6rer h\u00e4tte das Grab besuchen und zwischen dem Mittagessen und dem, was unserem Nachmittagskaffee entsprochen h\u00e4tte, zur\u00fccksein k\u00f6nnen. Ist es dann vorstellbar, dass die Apostel diesen Erfolg gehabt h\u00e4tten, wenn der Leib dessen, den sie als auferstandenen Herrn verk\u00fcndigten, die ganze Zeit \u00fcber in Josephs Grab verweste? H\u00e4tten sich eine gro\u00dfe Anzahl Priester und viele hartgesottene Pharis\u00e4er von der Verk\u00fcndigung einer Auferstehung beeindrucken lassen, die \u00fcberhaupt keine Auferstehung war, sondern blo\u00df eine Botschaft geistlichen \u00dcberlebens, gekleidet in die irref\u00fchrenden Worte eines buchst\u00e4blichen Auferstehens aus dem Grabe?\u201c (Aus: Die Bibel im Test von Josh Mc. Dowell; S 321)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>William Lane Craig:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Wenn also viele Theologen versuchen, den \u201emassiven Realismus\u201c der Evangelien gegen eine angebliche paulinische Lehre von einem spirituellen Auferstehungsleib auszuspielen, dann beruht ein solches Denken auf einem fundamentalen und drastischen Missverst\u00e4ndnis der Lehre des Paulus. Der Verdacht liegt mehr als nahe, dass der wirkliche Grund f\u00fcr die wissenschaftliche Skepsis gegen\u00fcber der Historizit\u00e4t der Jesuserscheinungen in den Evangelien der ist, dass (wie Bultmann ganz offen gesagt hat) diese Historizit\u00e4t f\u00fcr den \u201emodernen Menschen\u201c anst\u00f6\u00dfig ist, und dass Paulus hier vor den Karren der Kritiker gespannt worden ist, die nachtr\u00e4gliche Begr\u00fcndungen f\u00fcr ein Ergebnis suchen, das durch a priori getroffene philosophische Grundannahmen bereits festliegt. Doch f\u00fcr dergleichen gibt Paulus sich nicht her; eine sorgf\u00e4ltige Exegese seiner Lehren best\u00e4tigt voll und ganz einen k\u00f6rperlichen Auferstehungsleib. Und genauso scheinen die Christen des 1. Jahrhunderts Paulus auch verstanden zu haben, denn die Briefe des Clemens und Ignatius belegen eine weite Verbreitung der Lehre von der k\u00f6rperlichen Auferstehung in den Gemeinden des 1. Jahrhunderts \u2013 darunter die Gemeinden, in denen Paulus selber gelehrt hatte. Dieser Befund zieht den Stimmen, die die Historizit\u00e4t der Auferstehungsberichte in den Evangelien wegen ihres Physikalismus bestreiten, den Boden unter den F\u00fc\u00dfen weg.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich halte es f\u00fcr \u00e4u\u00dferst problematisch, die biblischen Texte an unsere zweifelhaften historisch-kritischen Erkenntnisse anzupassen. Wer also behauptet, dass die Auferstehung kein historisches Ereignis ist, verl\u00e4sst den biblischen Boden. Die Bibel selbst gibt uns daf\u00fcr keinen Anlass. Ebenso die Meinung, dass es nicht darauf ankomme, w\u00fcrde ich angesichts des 15.Kapitels des 1. Korintherbriefes als sehr fragw\u00fcrdig bezeichnen. Am Ende werde ich darauf nochmal zur\u00fcckkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Grabt\u00fccher?<\/p>\n\n\n\n<p>Am ersten Tag der Woche kommt Maria Magdalena fr\u00fch, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weggenommen war.&nbsp;Da l\u00e4uft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern J\u00fcnger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Da gingen Petrus und der andere J\u00fcnger hinaus, und sie kamen zum Grab. &nbsp;Es liefen aber die beiden miteinander, und der andere J\u00fcnger lief voraus, schneller als Petrus, und kam als Erster zum Grab, schaut hinein und sieht die Leinent\u00fccher liegen; er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab und sieht die Leinent\u00fccher liegen, und das Schwei\u00dftuch, das auf Jesu Haupt gelegen hatte, nicht bei den Leinent\u00fcchern, sondern daneben, zusammengewickelt an einem besonderen Ort. Da ging auch der andere J\u00fcnger hinein, der als Erster zum Grab gekommen war, und sah und glaubte. Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen m\u00fcsste. Da gingen die J\u00fcnger wieder zu den anderen zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage, die sich beim Lesen dieses Textes erhebt, ist, warum hier Johannes so viele Details berichtet. Auf den ersten Blick bekommt man den Eindruck, es sei etwas umst\u00e4ndlich, wie er sein Verhalten, dann das von Petrus und dann wieder von sich selbst berichtet. Und dann noch die Leichent\u00fccher. Sie liegen offensichtlich nicht einfach wild durcheinander wie sie bei einem Diebstahl gelegen h\u00e4tten, sondern lagen nach Funktion geordnet. Das Schwei\u00dftuch lag von den \u00fcbrigen Leinent\u00fcchern getrennt an einem besonderen Ort. Wieso werden uns hier diese Details geschildert. Wollte hier Johannes demonstrieren, dass Jesu Leichnam nicht gestohlen sein konnte, sondern entwichen ist. Warum sagt er uns, dass ihm bei der Untersuchung der Grabt\u00fccher das Glaubenslicht aufgegangen ist. Entweder es stimmte, was hier berichtet wird, und Jesus ist \u00fcbernat\u00fcrlich aus den Grabt\u00fcchern entwichen, oder Johannes will uns hier hinters Licht f\u00fchren. Den historischen Wahrheitsgehalt k\u00f6nnen wir anhand des Textes und der Beschreibung der Begebenheit pr\u00fcfen. Wenn ich als Arzt von der Polizei zu einem Toten, der in seiner Wohnung tot aufgefunden wurde, gerufen werde, dann gehe ich typischerweise mit einer gesch\u00e4rften Wahrnehmung dort hin. Weil alles darauf ankommt, welche Indizien f\u00fcr einen nicht nat\u00fcrlichen Tod sprechen k\u00f6nnten, werde ich meine Aufmerksamkeit auf die h\u00f6chste Stufe der Beobachtung stellen. Genau den Eindruck macht auch der vorliegende Text. Petrus und Johannes erhalten die Nachricht, dass Jesu Grab leer sei. Das ist eine Nachricht, die ebenso wahnwitzig wie unglaublich ist. Nun gehen sie mit der Einstellung zum Grab, stimmt das \u00fcberhaupt, und was k\u00f6nnte da passiert sein? Sie werden jedes Detail, das ihnen vor dem Grab und im Grab begegnet, wahrnehmen und analysieren. Und sie werden es nicht mehr vergessen, was sich unter dieser h\u00f6chsten Alarmbereitschaft in ihr Ged\u00e4chtnis eingr\u00e4bt. Der Text macht den Eindruck eines authentischen Augenzeugenberichtes. Die Details \u00fcber die scheinbare oder tats\u00e4chliche unwichtige Reihenfolge der Begehung des Grabes (Johannes schaut nur hinein und l\u00e4sst dann Petrus den Vortritt, um dann sp\u00e4ter selbst hineinzugehen) deuten auf einen historischen Tatsachenbericht und keinesfalls auf eine konstruierte Darstellung hin. Nun k\u00f6nnen wir auch die Beschreibung der Grabt\u00fccher historisch ernst nehmen. Die J\u00fcnger machten sich nat\u00fcrlich auch Gedanken, was da passiert sein k\u00f6nnte und zun\u00e4chst haben sie vermutlich auch an einen Leichenraub gedacht, doch an der Anordnung der Grabt\u00fccher k\u00f6nnen sie erkennen, dass hier nichts hinweist auf einen Diebstahl. Jesus musste aus den Grabt\u00fcchern ohne menschliches Eingreifen entwichen sein. Jesus ist auferstanden. Professor E.H.Day sagt \u00fcber den Bericht des Johannes: <em>Er tr\u00e4gt durchaus das Merkmal der pers\u00f6nlichen Note, er enth\u00e4lt alle Zeichen der Aussagen nicht nur eines Augenzeugen, sondern auch eines sorgf\u00e4ltigen Beobachters\u2026 Das Laufen der J\u00fcnger, die Reihenfolge ihrer Ankunft beim Grab und ihr Hineingehen; die Tatsache, dass Johannes sich zuerst b\u00fcckte und durch den niedrigen Eingang die Leinent\u00fccher sehen konnte, w\u00e4hrend Petrus als der Mutigere, als erster hineinging\u2026\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>John Stott: Der Bericht von diesem Ereignis tr\u00e4gt unverwechselbar die Spuren der Augenzeugenschaft. Der Evangelist schreibt, was er selbst erlebt hat\u2026..\u201eEs ist also nicht ,wie h\u00e4ufig geschieht, an die Ordnung und Sorgfalt zu denken, mit der Jesus oder ein anderer die Grabst\u00e4tte aufger\u00e4umt habe, sondern die T\u00fccher lagen so, wie sie nur nach Jesu Auferstehung liegen konnten\u2026\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Scheintod-Theorie<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Theorie m\u00f6chte ich hier nicht weiter eingehen, weil sie vielfach widerlegt ist. Man findet hier zahlreiche Ver\u00f6ffentlichungen dazu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Halluzinationstheorie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Theorie m\u00f6chte ich doch etwas genauer eingehen, weil sie immer wieder von verschiedenen Autoren und nicht zuletzt auch von liberalen Theologen kolportiert wird. Einer der prominentesten modernen Vertreter dieser Theorie und damit auch einer der sch\u00e4rfsten Kritiker der Historizit\u00e4t der Auferstehung ist Gerd L\u00fcdemann, ein deutscher Theologieprofessor. Letztlich tendiert auch das Auferstehungsverst\u00e4ndnis der beiden obengenannten Auferstehungskritiker von Worthaus (Prof. Breuer und Prof. Schreiber) in diese Richtung, auch wenn es nicht so klar in ihren Beitr\u00e4gen zum Ausdruck kommt. Eine Halluzination ist eine im Gehirn des Betreffenden sich abspielende Sinneswahrnehmung. Es ist die Wahrnehmung eines Ereignisses oder einer Person, die keine Entsprechung in der \u00e4u\u00dferen Wirklichkeit hat. Das was gesehen oder erlebt wird, vollzieht sich nur auf geistiger Ebene und ist f\u00fcr einen anderen in der Regel nicht sichtbar. Nach dieser Theorie hatten die J\u00fcnger Halluzinationen, als sie Jesus nach der Auferstehung begegneten. Jesus sei ihnen nicht physisch begegnet, in Wirklichkeit sei sein Leichnam im Grab verwest. Die Beschreibungen der Leiblichkeit des Auferstandenen seien sp\u00e4tere Ausschm\u00fcckungen. Man bringt diese Art von Wahrnehmung gerne in Verbindung mit Gotteserscheinungen (Theophanien) im Alten Testament oder auch mit modernen Heiligenerscheinungen oder auch Totenerscheinungen. Wichtig dabei ist, dass die Erscheinung nicht eine \u00fcbernat\u00fcrliche Wirkung Gottes ist, sondern im Gehirn des Menschen aus seinen Gedanken heraus entsteht. Teilweise wird diese Art der Gottesbegegnung auch als Vision bezeichnet. Die Halluzinationshypothese setzt eine besondere psychologische Ausgangslage voraus. Gerd L\u00fcdemann ist der Meinung: Im Fall Petrus sei das sein zu verarbeitendes Trauma der dreimaligen Verleugnung gewesen. Um seine Gewissensbisse zu verarbeiten, habe Petrus eine Vision von Jesus projiziert, die ihn zum Glauben f\u00fchrte, Jesus sei von den Toten auferstanden. Dieser Glaube, den er mit der Vergebungsbereitschaft Jesu verband, habe eine derart innere Befreiung und Kraft entwickelt, dass die Auferstehung nicht nur f\u00fcr ihn selbst zur unumst\u00f6\u00dflichen Realit\u00e4t wurde, sondern auch alle anderen J\u00fcnger ansteckte. Auch die anderen J\u00fcnger h\u00e4tten dann in der Folgezeit Halluzinationen des Auferstandenen erlebt. Auf kritische Fragen der Gegner nach dem Verbleib des Leichnams wusste man bald zu berichten, dass die Frauen das Grab leer vorgefunden h\u00e4tten. Auch Saulus unterstellt Gerd L\u00fcdemann einen inneren Konflikt, in dem er einerseits die Christen brutal verfolgte, aber andererseits eine wachsende innere Zuneigung zu dieser christlichen Religion versp\u00fcrte. Vor Damaskus habe sich dieser innere Kampf in einer Jesusvision entladen, woraufhin er sich dann zu Jesus bekehrte.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Nun was ist davon zu halten? Abgesehen davon, dass das Neue Testament einer derartigen Vorstellung ausdr\u00fccklich widerspricht, indem sie die k\u00f6rperlich- nat\u00fcrliche Dimension Jesu nach der Auferstehung extra betont, sprechen verschiedene medizinisch wissenschaftliche Gesichtspunkte in Verbindung mit den biblischen Texten gegen ein derartiges Auferstehungsverst\u00e4ndnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Schw\u00e4che dieser Hypothese ist ihr eingeschr\u00e4nkter Erkl\u00e4rungsbereich. Die Hypothese erkl\u00e4rt zwar die Erscheinungen des Auferstandenen, nicht aber die Tatsache des leeren Grabes. Wie wir auf den ersten Seiten dieses Kapitels gesehen haben, kann man die Historizit\u00e4t des leeren Grabes sehr wahrscheinlich machen. Will man nicht auch bestreiten, dass das Grab, in dem Jesus beerdigt wurde, bekannt war- auch das l\u00e4sst sich gut aus den Berichten herleiten-, dann ist das leere Grab eine Tatsache, an der man nicht vorbeikommt, wenn man nach alternativen Erkl\u00e4rungsversuchen f\u00fcr den Auferstehungsglauben sucht.&nbsp; Da die Vertreter der Halluzinationstheorie ein volles Grab voraussetzen, br\u00e4uchten sie eine zweite Hilfshypothese zur Erkl\u00e4rung des historischen Befundes, der f\u00fcr ein leeres Grab spricht. Nach allen bisherigen Ausf\u00fchrungen ist es jedoch \u00e4u\u00dferst schwer, die fehlenden Widerlegungsversuche des leeren Grabes historisch zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine zweite gro\u00dfe Schw\u00e4che der Halluzinationshypothese ist ihre mangelnde Erkl\u00e4rungskraft. Die Halluzinationstheorie bietet keine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die gro\u00dfe Diversit\u00e4t (Verschiedenartigkeit) der Begegnungen. Die Begegnungen erfolgten zu verschiedenen Zeitpunkten, mit verschiedenen Personen und ganzen Gruppen von Personen, an verschiedenen Orten und unter sehr verschiedenen Umst\u00e4nden. Es ist unwahrscheinlich, dass der gleiche Inhalt der Halluzinationen (Jesus als Auferstandener) unter solch unterschiedlichen Umst\u00e4nden bei so vielen verschiedenen Personen zustande kommt. In den F\u00e4llen in denen kollektive Halluzinationen historisch beschrieben sind (Fatima), fanden diese zum gleichen Zeitpunkt und am gleichen Ort statt. Thomas J.Thornburn: <em>\u201eEs ist absolut unvorstellbar, dass\u2026 500 Personen von durchschnittlich gesundem Verstand und Temperament in unterschiedlicher Anzahl, zu den verschiedensten Zeiten und in verschiedenen Situationen alle m\u00f6glichen Arten von Sinneseindr\u00fccken haben- visuell, auditiv und taktil- und dass alle diese mannigfaltigen Erfahrungen g\u00e4nzlich auf subjektiver Halluzination beruhen. Eine solche Theorie w\u00fcrde sofort als l\u00e4cherlich ungen\u00fcgende Erkl\u00e4rung verworfen, wenn man sie auf andere als \u201e\u00fcbernat\u00fcrliche\u201c Ereignisse in der Geschichte anwenden w\u00fcrde. &nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Aspekt scheint die Erkl\u00e4rungskraft zu schw\u00e4chen: Subjektive Halluzinationen bzw. Visionen haben kein morphologisches (gegenst\u00e4ndlich greifbares) Korrelat. Sie sind Projektionen des eigenen Gehirns des Betroffenen. H\u00e4tten Petrus und Paulus eine Vision eines lebenden Jesus gehabt, dann h\u00e4tten sie diesen eher in das Paradies projiziert, auf das die Juden ihre W\u00fcnsche nach dem Tod richteten. Die Vorstellung von einem Jesus, der nach seinem Tod in den Himmel aufgenommen worden w\u00e4re und von dort den J\u00fcngern erschienen w\u00e4re, w\u00e4re dem j\u00fcdischen Denken n\u00e4hergestanden, als ein aus dem Grab auferstandener Jesus.&nbsp; William Lane Craig schreibt dazu: \u201e<em>Die f\u00fcr unsere Ohren so vertraute Schlussfolgerung \u201eEr ist auferstanden\u201c war f\u00fcr einen Juden des 1. Jahrhunderts g\u00e4nzlich undenkbar. Im damaligen j\u00fcdischen Denken gab es f\u00fcr das, was Petrus angeblich erlebt hatte, bereits eine andere, perfekt passende Schublade: Jesus war in den Himmel aufgenommen worden. Doch eine Himmelfahrt ist etwas v\u00f6llig anderes als eine Auferstehung von den Toten. Aus nachtodlichen Erscheinungen Jesu den Schluss zu ziehen, dass er auferstanden war, lief, wie wir gesehen haben, dem j\u00fcdischen Denken\u2026..zuwider, w\u00e4hrend eine Himmelfahrt die naheliegende Deutung gewesen w\u00e4re.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ist denn die obengenannte Hypothese \u00fcber die Gewissensbisse von Petrus nach der dreimaligen Verleugnung und \u00fcber die wachsende innere Ambivalenz von Paulus, ob er \u00fcberhaupt auf der richtigen Seite stehe, plausibel? Wir glauben grunds\u00e4tzlich, Petrus habe anhaltend gelitten unter seinem Versagen bei der Verleugnung. Dabei vergessen wir allerdings, dass das Weinen von Petrus &nbsp;nur Ausdruck der Verfassung im erste Moment war, solange Jesus noch lebte. Als Jesus gestorben war, brachen alle Hoffnungen, die man mit Jesu Messianit\u00e4t verbunden hatte, zusammen. Seine Verfassung war nach Jesus Tod nicht mehr von Gewissensbissen bestimmt, sondern von einer ma\u00dflosen Entt\u00e4uschung. Die Kreuzigung war eine absolute Katastrophe f\u00fcr den Glauben an diesen Jesus. Die Erz\u00e4hlung \u00fcber die Emmaus- J\u00fcnger bringt das in besonderer Weise zum Ausdruck: \u201eEr sprach aber zu ihnen: Was sind das f\u00fcr Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs? Da blieben sie traurig stehen.\u201c &nbsp;Auch anhand der Reaktionen der Augenzeugen l\u00e4sst sich ablesen, dass man im J\u00fcngerkreis niemals mit einer Auferstehung gerechnet h\u00e4tte. Was Paulus anbelangt, deutet ebenfalls nichts darauf hin, dass er sich in einem inneren Konflikt befand, als er dem Auferstandenen begegnete. Er war sich vor Damaskus seiner Sache genauso sicher, wie nach Damaskus, nur unter umgekehrten Vorzeichen. Die psychodynamische Erkl\u00e4rung f\u00fcr die angeblichen Visionen beider Apostel beruht also auf zus\u00e4tzlichen Hypothesen, f\u00fcr die es keinen Anhalt gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das n\u00e4chste Gegenargument kn\u00fcpft an das zuletzt genannte an. Positive Halluzinationen oder Visionen erfordern in der Regel bei den betreffenden Personen eine positive Erwartungshaltung oder eine hoffnungsvolle Gem\u00fctseinstellung, die eine sich selbst erf\u00fcllende positive Prophezeiung provozieren k\u00f6nnte. Prof W.Milligan stellt fest, \u201e<em>dass der Gegenstand der Vision charakterisiert sein muss durch den Glauben an den Gedanken, den er vermittelt, sowie durch die erregte Erwartung, dass dieser Gedanke irgendwie realisiert werden wird<\/em>. Paul Little<em>: \u201eUm ein solches Erlebnis zu haben, muss man so danach verlangen, dass man etwas projiziert, das eigentlich nicht da ist, und die Einbildung mit der Wirklichkeit verbindet.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Begegnungen mit dem Auferstandenen dagegen wurden seine J\u00fcnger oder auch Paulus gegen ihre Erwartung und gegen ihren Willen zum Glauben gef\u00fchrt. Von fast allen Augenzeugen des Auferstandenen wird berichtet, dass sie im ersten Moment Angst hatten. Das ist eine Verfassung, die eine positive Vision, die nicht von Gott gesandt w\u00e4re, unm\u00f6glich machen d\u00fcrfte. Die Beschreibungen deuten darauf hin, dass die Erscheinungen von au\u00dfen her sich ihren Gedanken aufdr\u00e4ngten, statt dass sie von innen her kamen. Auch wird in den Texten deutlich, dass sie das, was sie erlebten, zun\u00e4chst nicht glauben wollten und nur mit der Zeit die anf\u00e4ngliche Skepsis nach Bewusstwerden der Logik aller Fakten der Gewissheit der Realit\u00e4t gewichen ist. Die J\u00fcnger hatten weder die psychologische Vorbereitung noch den Gem\u00fctszustand im Augenblick des Geschehens, auf deren Grundlage eine positive Halluzination zustande kommen d\u00fcrfte. Das eindr\u00fccklichste Beispiel ist Maria\u00b4s Vorhaben, den Leichnam am Ostermorgen einzubalsamieren, ein Vorhaben, das man nicht haben kann, wenn man damit rechnet, dass er auferstehen w\u00fcrde. E.H. Day schreibt dazu: \u201e<em>Beim ersten Erscheinen des Herrn befanden sich die J\u00fcnger in unterschiedlichen Gem\u00fctsverfassungen; aber der Zustand der Erwartung, der Hoffnung oder der Bereitschaft, ihn zu sehen, fehlte v\u00f6llig\u2026. Der Glaube aller war durch die Katastrophe des sch\u00e4ndlichen Todes ersch\u00fcttert worden, eines Todes, der so lebhaft die Worte des j\u00fcdischen Gesetzes ins Ged\u00e4chtnis rief: Ein Aufgeh\u00e4ngter ist verflucht bei Gott (5.Mos.21,23) Die Theorie subjektiver Visionen k\u00f6nnte plausibel erscheinen, wenn die J\u00fcnger sich geweigert h\u00e4tten, das schlimmste zu glauben. Doch die Hoffnung der J\u00fcnger waren so weit zerst\u00f6rt worden, dass sie sich nur sehr langsam erholten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein sehr beliebter Einwand f\u00fcr die Halluzinationstheorie ist zu sagen, dass die Erscheinung Jesu vor Damaskus ebenfalls keine leibliche Dimension hatte. Paulus stelle in 1.Kor.15 1-11 seine Begegnung mit Jesus auf die gleiche Stufe wie die mit den \u00fcbrigen Augenzeugen. Das sei ein klarer Hinweis darauf, dass es sich auch bei den Erscheinungen Jesus um reine Visionen gehandelt habe. Hier stellt sich nun die Frage: Wird die Schlussfolgerung richtig gezogen: Wenn es bei Paulus eine nicht-leibliche Begegnung gewesen ist, muss es dann bei den J\u00fcngern das Gleiche gewesen sein? Zwar betont Paulus in 1.Kor.15 die Gleichwertigkeit seiner Begegnung mit Jesus, aber damit muss nicht automatisch die Gleichartigkeit der Begegnung gemeint sein. Dass es Paulus in 1.Kor. 15, 1-11 bei der Aufz\u00e4hlung der Augenzeugen einschlie\u00dflich seiner eigenen Person nicht darum ging darzustellen, dass die Erscheinungen des Auferstandenen reine Visionen waren, wurde von mir oben schon ausgef\u00fchrt. Ihm ging es um den Beweis der Tatsache der Auferstehung. Auch l\u00e4sst die Erscheinung vor Damaskus nicht das Verst\u00e4ndnis einer reinen Vision zu, denn auch dort haben die Begleiter eine Stimme geh\u00f6rt und etwas gesehen, was sie nicht einordnen konnten. Es war folglich keine auf die Innerlichkeit von Paulus begrenztes Ereignis, das nicht auch seine Begleiter direkt miterlebt h\u00e4tten. Man k\u00f6nnte es als halbvision\u00e4re Erscheinung bezeichnen. Insofern kann man Paulus nicht ein anderes Auferstehungsverst\u00e4ndnis als den Evangelien unterstellen und insofern hat seine Jesus-Erscheinung, auch wenn sie nach der Himmelfahrt anders geartet sein musste als die der J\u00fcnger, die gleiche Beweiskraft wie die leiblichen Begegnungen der J\u00fcnger. Dazu William Lane Craig: <em>\u201eAber wenn wir einmal erkannt haben, dass es Paulus in 1. Korinther 15,3-8 um die blo\u00dfe Tatsache der Erscheinungen des Auferstandenen geht und nicht um ihre Art und Weise, und dass er in seinem historischen Kontext starke Motive daf\u00fcr hatte, seinen Namen der Liste der Zeugen hinzuzuf\u00fcgen, gibt es \u00fcberhaupt keinen Grund f\u00fcr die Annahme, dass sein Zeugnis impliziert, dass alle <strong>nach<\/strong>todlichen Erscheinungen Jesu so waren wie Paulus\u2018 Begegnung mit dem auferstandenen und in den Himmel gefahrenen Jesus. F\u00e4llt aber diese Annahme hin, gibt es schlicht keinen Grund daf\u00fcr, alle diese Erscheinungserlebnisse als Visionen zu betrachten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer wichtiger Aspekt tr\u00e4gt zur Kl\u00e4rung unserer Frage bei: Paulus unterscheidet in seinen Kommentaren klar zwischen den Offenbarungen und vision\u00e4ren Erscheinungen (2.Kor.12,1-9; Apg.:16,9; Apg18,9; Apg.22,17f) einerseits und seiner Begegnung mit dem Auferstandenen vor Damaskus andererseits. In 2.Kor.12, wo Paulus bestimmte Offenbarungen auflistet und davon spricht, dass er sich seiner hohen Offenbarungen r\u00fchmen k\u00f6nnte, erw\u00e4hnt er mit keiner Silbe die Begegnung vor Damaskus, die sein eigentliches Schl\u00fcsselerlebnis war. Bei seinen Erscheinungen in der Nacht oder seinen ekstatischen Erlebnissen (Apg.22,17) sind diese immer extra als solche gekennzeichnet im Gegensatz zu seinem Damaskuserlebnis. Seine Damaskuserfahrung wird nicht als innere Erscheinung geschildert, sondern als handfestes reales Ereignis. In der Bekehrungserz\u00e4hlung vor Damaskus fehlt jeder positive Hinweis darauf, dass es sich um eine innere Erscheinung handelte. Wir sollten auch nicht immer so tun, als konnten die Menschen zur Zeit Jesu nicht zwischen Visionen und Wirklichkeit unterscheiden. Im Gegenteil: Die Menschen damals waren gegen Einbildungen und Fantasien in besonderer Weise sensibilisiert. Die Bemerkung in Lukas 24,37: \u201e\u2026 sie meinten, sie s\u00e4hen einen Geist\u2026\u201c setzt eindeutig ein bestimmtes Unterscheidungsverm\u00f6gen voraus. So k\u00f6nnen wir auch annehmen, dass Paulus ebenfalls unterscheiden konnte und unterschieden hat zwischen seinen inneren Erscheinungen und der Art der Begegnung vor Damaskus mit dem Auferstandenen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was spricht noch gegen die Halluzinationshypothese?<\/p>\n\n\n\n<p>In drei Berichten wird die Erscheinung Jesu nicht sofort als Jesus erkannt. Egal ob wir annehmen, dass Halluzinationen aus dem Wunschdenken des betroffenen Menschen heraus entstehen, oder dass Gott eine Vision des Auferstandenen geschenkt hat, in beiden F\u00e4llen w\u00e4re es au\u00dferordentlich seltsam, warum die Betroffenen Jesus nicht gleich erkannt h\u00e4tten? Beim Wunschdenken m\u00fcsste es in der Natur der Sache liegen, dass das Wunschbild mit dem in der Vision erscheinenden Bild identisch ist. Im anderen Fall, m\u00fcsste man fragen, warum Gott, wenn er schon eine Vision schickt, das Gesicht nicht gleich gestaltet hat? C.S Lewis dr\u00fcckt es folgenderma\u00dfen aus: <em>\u201eJegliche Halluzinationstheorie zerbricht jedoch angesichts der Tatsache (die, sollte sie eine Erfindung sein, die seltsamste ist, die jemals einem Menschen in den Sinn gekommen ist), dass die Halluzinationen bei drei verschiedenen Gelegenheiten nicht sofort als Jesus erkannt wurden (Luk.24,13-31; joh.20,15; 21,4). Selbst wenn wir zug\u00e4ben, Gott habe eine heilige Halluzination gesandt (die Wahrheiten lehren sollte, die bereits ohne sie weithin geglaubt wurden und mit Hilfe anderer Methoden viel einfacher h\u00e4tten gelehrt werden k\u00f6nnen und die au\u00dferdem durch die Halluzination v\u00f6llig verdunkelt werden mussten), k\u00f6nnen wir dann nicht wenigstens erwarten, dass er das Gesicht der Halluzination richtig hinbekommt? Ist er, der alle Gesichter schuf, so ein St\u00fcmper, dass er nicht einmal ein erkennbares Abbild des Menschen zustande bringt, der er selbst war?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Nichterkennen von Jesus spricht nicht nur gegen die Halluzinationstheorie, sondern auch f\u00fcr die Historizit\u00e4t des Berichteten. Bei einer legendenhaften nachtr\u00e4glichen Rekonstruktion w\u00e4re es v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, warum Jesus nicht sofort erkannt werden sollte. Nur im Rahmen der tats\u00e4chlichen Auferstehung macht es einen Sinn, dass Jesus nicht sofort erkannt wurde. In diesem Denkrahmen hatte Jesus einen ver\u00e4nderten Auferstehungsleib, dessen Wesen eben gerade dadurch gekennzeichnet war, dass er nicht mehr einem rein nat\u00fcrlichen K\u00f6rper entsprach. Der Auferstehungsleib hatte ein ver\u00e4ndertes Aussehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Argument der antidoketischen Apologetik:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Doketismus war eine fr\u00fchchristliche Irrlehre, die unter der Vorstellung, alle Materie sei niedrig und b\u00f6se, behauptet hat, Jesus habe nur einen Scheinleib gehabt. Die menschliche Natur Jesu wurde verneint, er sei ganz Gott geblieben, sodass er nur zum Schein gelitten habe und gestorben sei. Die Johannesbriefe, in denen die menschliche Natur bzw. die Menschwerdung Jesu besonders betont werden, sieht man als Antwort auf den wachsenden Einfluss des Doketismus, der sp\u00e4ter in der Gnosis und Manich\u00e4ismus aufging. Manche liberalen Theologen sind der Meinung, dass der Physikalismus der Evangelien, was die Erscheinungen des Auferstandenen anbelangt, sich erst im Laufe der Zeit als Reaktion auf den Doketismus entwickelt hat. Die menschlichen Merkmale, die Jesus nach der Auferstehung aufwies, habe man ihm erst sp\u00e4ter angedichtet, um sich gegen den Doketismus abzugrenzen. Hierzu gibt es mehrere Gegenargumente:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Im J\u00fcdischen Denken stellt der Mensch aus Leib, Seele und Geist eine Einheit dar, zwar unter verschiedenen Aspekten aber doch als Ganzheit. Eine Trennung zwischen Leib und Seele wie im griechischen Denken oder ein postmortales Weiterleben allein der Seele kannte der Hebr\u00e4er nicht. F\u00fcr einen damaligen Juden war eine Auferstehung selbstverst\u00e4ndlich eine leibliche Auferstehung. Die Idee einer geistlichen Auferstehung kam aus dem Griechischen. Man darf demzufolge annehmen, dass eine leibliche Auferstehung das \u201eOriginal\u201c war und der Doketismus eine Anpassung des Auferstehungsverst\u00e4ndnisses an die eigene Weltanschauung. Wiliam Lane Craig schreibt dazu: <em>\u201eEs war der Doketismus, der die Reaktion auf diesen Physikalismus war, und nicht umgekehrt. Die leibliche Auferstehung ist mithin das zeitlich und lehrm\u00e4\u00dfig Urspr\u00fcngliche, und der Doketismus entwickelte sich sp\u00e4ter, aufgrund bestimmter theologischer und philosophischer \u00dcberlegungen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>2. Nehmen wir einmal an, eine spirituelle Auferstehung sei das Urspr\u00fcngliche gewesen und die Leiblichkeit der Auferstehung sei reaktiv auf die Ausbreitung des Doketismus entstanden, dann w\u00e4re es unverst\u00e4ndlich, warum dies h\u00e4tte geschehen sollen, denn eine rein geistige Auferstehung, wie sie in der liberalen Theologie postuliert wird, w\u00e4re nichts Anst\u00f6\u00dfiges f\u00fcr den Doketismus gewesen. Eine Gegenreaktion kann es nur geben, wenn es einen Standpunkt gibt, dem man widersprechen will. Ein spirituelles Auferstehungsverst\u00e4ndnis widerspricht aber dem Doketismus nicht. Andernfalls m\u00fcsste man argumentieren, dass die Evangelisten dem Doketismus widersprechen wollten, rein um der Opposition willen, weil sie vielleicht an anderer Stelle eine andere Lehrmeinung vertraten, und nicht um der Sache willen. Das scheint mir jedoch sehr weit hergeholt.<\/p>\n\n\n\n<p>3. In der Lehre des Doketismus geht es vorwiegend um die Verneinung der Inkarnation Jesu, also um die Verneinung der Menschwerdung. Der Doketismus war eher daran interessiert, zu bestreiten, dass der Sohn Gottes am Kreuz gestorben war, als zu leugnen, dass er auferstand. William Lane Craig schreibt dazu (in die leibliche Auferstehung Jesu\/German): <em>\u201eEinige gingen so weit, zu behaupten, dass bei der Kreuzigung der Geist den menschlichen Jesus verlie\u00df, worauf dieser starb und leiblich auferstand (Iren\u00e4us,&nbsp;<\/em>Gegen die H\u00e4resien<em>, Buch 1, 26.1). Eine antidoketische Apologetik, die eine leibliche Auferstehung beweisen will, geht also an der Sache vorbei.\u201c<\/em> Au\u00dferdem ist bekannt, dass die sp\u00e4teren Gnostiker, die aus dem Doketismus hervorgingen, nicht alle die leibliche Auferstehung leugneten.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Die Evangelienberichte zeigen keine Merkmale einer bewussten Apologetik. Die Hinweise auf die Leiblichkeit Jesu sind zu d\u00fcrftig, als dass man sie als Versuch, den Physikalismus gegen den Doketismus zu beweisen, werten k\u00f6nnte. Bei einem \u00fcberlegten Schachzug gegen den Doketismus h\u00e4tten die Schreiber vermutlich eher herausgestellt, dass die J\u00fcnger Jesus tats\u00e4chlich ber\u00fchrt haben. Dies ist aber nicht der Fall, im Gegenteil: Im Johannesevangelium sagt Jesus zu Maria: \u201eR\u00fchre mich nicht an!\u201c. Zwar berichtet Matth\u00e4us dar\u00fcber, dass die Frauen seine F\u00fc\u00dfe umfassten, doch wird dies eher beil\u00e4ufig erz\u00e4hlt in Verbindung mit der Geste der Anbetung und ohne polemische Anspielung auf&nbsp; potentielle doketische Kritik. Auch die Erz\u00e4hlungen der Begegnungen mit dem Auferstandenen in Galil\u00e4a und am See Tiberias enthalten keine offensichtlichen Hinweise auf eine Polemik gegen den Doketismus. Die Leiblichkeit des Auferstandenen wird hier stillschweigend und selbstverst\u00e4ndlich vorausgesetzt. &nbsp;Schlie\u00dflich sollten wir noch einen Blick auf die Situation mit dem zweifelnden Thomas im Johannesevangelium werfen. Hier fordert Jesus den Zweifelnden auf, seine H\u00e4nde in die Wundmale zu legen, es wird allerdings nicht weiter ausgef\u00fchrt, ob es und wie dies geschehen ist. Im Gegensatz dazu schreibt zum Beispiel Ignatius von Antiochia, ein fr\u00fchchristlicher Apologet, dass die J\u00fcnger Jesus tats\u00e4chlich anfassten, sodass Johannes hier wohl kaum der antidoketischen Tendenz verd\u00e4chtigt werden kann. Schnackenburg schreibt dazu (aus: Die leibliche Auferstehung von William Lane Craig): \u201e<em>Wenn die Evangelienberichte als antidoketische Apologie intendiert w\u00e4ren, m\u00fcssten sie mehr bringen, als dass Jesus lediglich seine Wundmale <u>zeigte.\u201c<\/u><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wie an vielen Stellen ist man als Laie von den Argumenten der liberalen Theologie zun\u00e4chst relativ beeindruckt. Auf den ersten Blick klingen die Interpretationen menschlich vern\u00fcnftig und einsichtig. Erst auf den zweiten Blick und nach Gewinnung der Kenntnis von Gegenargumenten bekommt man den n\u00f6tigen Abstand und merkt, dass hinter der angeblichen Wissenschaftlichkeit oft nur eine Hypothesenbildung steckt. Durch alle 4 genannten Gegenargumenten gegen die antidoketische Apologetik der Evangelien erkennen wir deutlich, dass der Auferstehungsleib, wie er in den Evangelien beschrieben ist, keine Entwicklung der nach\u00f6sterlichen Gemeinde als Reaktion auf den wachsenden Doketismus war, sondern zum Grundbestand des neuen Glaubens der J\u00fcnger von Anfang an geh\u00f6rte und auch so \u00fcberliefert wurde. Abgesehen von einem materialistischen Vorurteil&nbsp; gibt es keine guten wissenschaftliche Gr\u00fcnde daf\u00fcr, zu bezweifeln, dass Jesus den J\u00fcngern leibhaftig erschienen ist.&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassung:<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sollten nun die historische Beweisf\u00fchrung zusammenfassen:<\/p>\n\n\n\n<p>1.Die Texte \u00fcber die Auferstehung weisen alle Merkmale einer historischen Darstellung auf. In den wesentlichen Punkten stimmen alle 4 Evangelien \u00fcberein. Die Unterschiede k\u00f6nnen durch Erg\u00e4nzungen oder durch unterschiedliche Perspektiven der Augenzeugen plausibel gemacht werden. Dabei sind gerade die Unterschiede ein starkes Indiz f\u00fcr die Authentizit\u00e4t. In einer konstruierten Erz\u00e4hlung h\u00e4tten die Schreiber Unstimmigkeiten vermieden.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Die Historizit\u00e4t des leeren Grabes ergibt sich aus der einfachen Tatsache, dass die j\u00fcdische Obrigkeit keinen Versuch unternommen hat, mit dem noch vorhandenen Leichnam gegen die christliche Bewegung zu argumentieren. Das w\u00e4re das einfachste und schnellste Mittel gewesen, den christlichen Glauben im Keim zu ersticken. Die Leichendiebstahltheorie war deshalb keine Erfindung der Autoren der Evangelien, sondern logische Konsequenz auf die \u00fcberraschende Nachricht vom leeren Grab. Es gibt historische Hinweise darauf, dass diese Theorie tats\u00e4chlich verbreitet war, wie es Matth\u00e4us beil\u00e4ufig erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Versuche der HKT, das Verst\u00e4ndnis einer leiblichen Auferstehung, wie es in den Evangelien vermittelt wird, gegen ein angeblich rein spirituelles Auferstehungsverst\u00e4ndnis bei Paulus auszuspielen, laufen ins Leere, da man bei Paulus ein derartiges Verst\u00e4ndnis nicht nachweisen kann. Viel wahrscheinlicher als jede andere Theorie ist, dass Paulus wie auch Petrus das leere Grab stillschweigend voraussetzten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Professor Thomas Arnold schreibt: <em>\u201eIch bin nun schon viele Jahre lang daran gew\u00f6hnt, die Geschichte anderer Zeiten zu studieren und die Beweisf\u00fchrung derer zu untersuchen und abzuw\u00e4gen, die dar\u00fcber geschrieben haben, und ich kenne keine einzige Tatsache in der Geschichte der Menschheit, die von besseren und vollst\u00e4ndigeren Belegen jeder Art bewiesen wurde\u2026 als das gro\u00dfe Zeichen, das Gott uns gegeben hat: dass Christus starb und wiederauferstand von den Toten.\u201c (aus: Die Bibel im Test S. 280. <\/em>Der bekannte englische Jurist Sir Edward Clarke schrieb einmal: <em>\u201eAls Jurist habe ich mich l\u00e4ngere Zeit mit den Zeugnissen f\u00fcr die Ereignisse von Ostern befasst. Sie stellen in meinen Augen einen schl\u00fcssigen Beweis dar; oft genug habe ich am Obersten Gerichtshof ein Urteil herbeigef\u00fchrt auf Grund von weit weniger zwingenden Indizien. Tatsachen erfordern Erkl\u00e4rungen: ein zuverl\u00e4ssiges Zeugnis ist immer schlicht und geht nicht auf Effekt aus. Von solcher Art ist die \u00dcberlieferung von der Auferstehung im Neuen Testament, und als Jurist kann ich sie bedenkenlos annehmen als das Zeugnis zuverl\u00e4ssiger Leute von Dingen, die sie bezeugen konnten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>4.) Es gibt wenige Ereignisse in der Bibel, die historisch zwingender beweisbar sind als die leibliche Auferstehung. Es gibt zwar kaum ernstzunehmende Historiker, die die Existenz, die Kreuzigung und die Grablegung Jesu anzweifeln, aber es gibt immer noch zahlreiche Theologen, die die leibhaftige Auferstehung Jesu in Frage stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum ist das so?<\/p>\n\n\n\n<p>An keinem anderen Heilsereignis der Bibel tritt das eigentliche Dilemma der HKT deutlicher zutage als an dem Auferstehungsverst\u00e4ndnis. W\u00e4hrend man vielleicht mangels Daten viele alttestamentlichen Berichte \u00fcber Wunder historisch in Frage stellen kann, ist das bei der Auferstehungsgeschichte kaum m\u00f6glich. Sowohl die Glaubw\u00fcrdigkeit zahlreicher Augenzeugen als auch die massiven Spuren, die diese Geschichten bis heute hinterlassen haben, sprechen f\u00fcr die Echtheit des Berichteten. Dass man ihre Echtheit trotzdem in Frage stellt, l\u00e4sst nur eine Schlussfolgerung zu: Es muss einen anderen Grund geben, warum man die historische Beweisf\u00fchrung innerhalb der HKT so vehement bek\u00e4mpft und nach alternativen Theorien sucht. Nach allem, was bisher geschrieben wurde, ist der Grund ziemlich eindeutig: Es ist das Wunderkritische Paradigma, dem sich die historische Kritik verpflichtet f\u00fchlt. \u00dcbernat\u00fcrliche Wunder k\u00f6nnen nicht geschehen, weil sie ein offenes Weltbild, indem Gott eingreifen w\u00fcrde, voraussetzen w\u00fcrden. Gerade bei der historisch kritischen Beurteilung der Auferstehungsberichte wird die Abh\u00e4ngigkeit von diesem Paradigma wie an keiner anderen Stelle deutlich. Auch ein liberaler Theologe m\u00fcsste zugeben, dass die Indizien f\u00fcr die Glaubw\u00fcrdigkeit der Evangelienberichte bei der Auferstehung sehr stark sind, dass er ihre Glaubw\u00fcrdigkeit trotzdem in Frage stellt, beweist sein Verhaftetsein im Denksystem der Wunderkritik. Um es noch klarer zu sagen, nicht der biblische Befund zwingt mich zu einer derartigen Haltung, sondern die philosophischen und wissenschaftstheoretischen Voraussetzungen innerhalb der HKT der letzten 300 Jahre. Josh Mc Dowell schreibt dazu (in Die Bibel im Test):<em> \u201eF\u00fcr viele Leute ist heute ein Geschichtsstudium mit folgenden Annahmen verbunden: Es gibt keinen Gott, Wunder sind unm\u00f6glich, wir leben in einem geschlossenen System, und es gibt nichts \u00dcbernat\u00fcrliches. Mit diesen Vorurteilen beginnt man dann eine kritische, offene und \u201eehrliche\u201c Untersuchung der Geschichte. Studiert man das Leben Christi und liest da von seinen Wundern oder von der Auferstehung, folgert man von vorherein, dass es kein Wunder oder keine Auferstehung war; denn man wei\u00df ja (zwar nicht historisch, aber philosophisch!), dass es keinen Gott gibt, dass wir in einem geschlossenen System leben, dass Wunder nicht m\u00f6glich sind und dass es nichts \u00dcbernat\u00fcrliches gibt. Darum k\u00f6nnen diese Dinge nicht sein. Damit haben die Leute aber die Auferstehung Christi ausgeschlossen, ehe sie \u00fcberhaupt anfangen, die Auferstehung historisch zu untersuchen. Diese Pr\u00e4missen sind philosophisch Vorurteile. Man st\u00fctzt sich auf die \u201erationalistische Voraussetzung\u201c, dass Christus nicht habe auferstehen k\u00f6nnen. Anstatt mit historischen Fakten zu beginnen, schlie\u00dft man sie durch metaphysische Spekulationen aus. <\/em>John W.Montgomery schreibt: <em>Die Tatsache der Auferstehung kann nicht aus a-priori-philosophischen Gr\u00fcnden unber\u00fccksichtigt bleiben; Wunder sind nur dann unm\u00f6glich, wenn man sie so definiert- aber eine rechte historische Untersuchung schlie\u00dft eine solche Definition aus.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dass diese Denkvoraussetzungen weder dem neuesten Stand der Wissenschaft noch der Offenheit des modernen philosophischen Denkens auch f\u00fcr \u00fcbernat\u00fcrliche Eingriffe entsprechen, also als veraltet gelten k\u00f6nnen, scheint hier nicht zu st\u00f6ren. Man k\u00f6nnte fragen, warum ist es so schwer, dieses veraltete Paradigma zu verlassen?&nbsp; Wie ich das schon in \u00e4hnlicher Weise f\u00fcr die Prophetie-Kritik getan habe, m\u00f6chte ich dies auch nochmal beim Thema der Auferstehung betonen. W\u00fcrde man hier die Wunderkritik aufgeben, w\u00fcrde das ganze Kartenhaus der HKT zusammenfallen. Wenn Jesus tats\u00e4chlich leibhaftig auferstanden w\u00e4re, dann w\u00e4re das eine Best\u00e4tigung daf\u00fcr, dass Gott in die Weltgeschichte eingreift. Das Urteil zugunsten einer leibhaftigen Auferstehung w\u00e4re quasi ein Pr\u00e4zedenz-Fall, der auf alle anderen Wunder sich auswirken w\u00fcrde. Die Theologie des abwesenden nicht mehr das Raum-Zeitkontinuum durchbrechenden Gottes h\u00e4tte ausgedient. Wenn die Auferstehung keine Legende ist, dann k\u00f6nnen auch alle anderen Wunder Realit\u00e4t sein, denn die Wunderkritik basiert nicht auf einzelnen Gegenbeweisen, sondern auf einem systematischen Zweifel und auf einem alles bestimmenden In-Frage-Stellens. Wir haben es in der HKT nicht mit Einzelkritiken zu tun, wir haben es mit einem System, das die gesamte Bibel umfasst, zu tun. Die Wunderkritik \u00fcberzieht die ganze heilige Schrift wie ein Heuschreckenschwarm, der eine kahle Landschaft hinterl\u00e4sst. Die Wunderkritik ist keine Nagelfeile, mit der ich kleine Ver\u00e4nderungen vornehme, sondern sie ist ein Presslufthammer, mit dem ich das ganze Wesen, die ganze Grundstruktur der Bibel ersch\u00fcttere. Entsprechend wird durch die Wegnahme dieser Kritik mein ganzes Bibelverst\u00e4ndnis sich ver\u00e4ndern. Die Auferstehung Jesu verleiht wie kein anderes Wunder nicht nur dem Ereignis selbst, sondern s\u00e4mtlichen berichteten wundersamen Begebenheiten Autorit\u00e4t. Die durch die Wunderunm\u00f6glichkeitstheorie (WUT) verursachten Zweifel an der Gottessohnschaft Jesu, der Doppelnatur, den zahlreichen Wundern, die er getan hat, den Aussagen zu Verdammnis und Gericht, an der Bedeutung von Tod und Auferstehung, alle Kritik an Pfingsten und Himmelfahrt und der paulinischen Lehre, m\u00fcsste nochmal auf den Pr\u00fcfstand und neu bewertet werden. Alle Wundergeschichten der Bibel erscheinen pl\u00f6tzlich in einem anderen Licht, alles, was in ihr geschrieben steht, bekommt eine neue Bedeutung. Wenn Gott selbst sich den Augenzeugen einschlie\u00dflich Paulus tats\u00e4chlich im Auferstandenen in einmaliger bisher nie dagewesener Weise offenbart hat, dann hei\u00dft das, dass er ihnen in einmaliger nie dagewesener Weise eine Autorit\u00e4t verliehen hat, die uns veranlassen sollte, ihre Aussagen und Worte ernst zu nehmen und danach zu leben. Im auferstandenen Jesus begegnet uns Gott in konkreter Art und Weise und f\u00fchrt uns vor Augen, was es bedeutet, dass er lebt. Er ist nicht ein abstrakter abgehobener Gott, sondern ein Gott, der in der Welt und in unserem Leben greifbar handelt. &nbsp;Auch ein zweites wird deutlich: Die Trennung von Geschichte und Theologie wird durch eine leibhaftige Auferstehung aufgehoben. Erst nach der Auferstehung haben die J\u00fcnger viele Bilder und Aussagen, die Jesus w\u00e4hrend seiner Lebenszeit ge\u00e4u\u00dfert hat, verstanden. Erst auf der Grundlage der Auferstehung wurden die Apostel zu vollm\u00e4chtigen Verk\u00fcndigern der frohen Botschaft und zwar nicht nur psychologisch sondern vor allem theologisch. Nun verstanden sie den Heilsplan Gottes und den eigentlichen Sinn von Jesu Leben, Leiden und Sterben. Die Verwandlung der J\u00fcnger vollzog sich vor allem auf geistlichem Gebiet, was ohne die Erfahrung des leeren Grabes und ohne die Erkenntnis seiner Bedeutung f\u00fcr unser Leben niemals m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Die Auferstehung w\u00e4re ein \u00fcberzeugendes Beispiel daf\u00fcr, dass die geschichtliche Wahrheit Dreh- und Angelpunkt f\u00fcr die theologische Wahrheit ist. Ohne Zweifel hat die Auferstehung die Geschichte der Menschheit mehr und grundlegender ver\u00e4ndert als jegliche menschliche Ideologie. &nbsp;&nbsp;&nbsp;Zu sagen, es komme nicht darauf an, ob die Auferstehung leiblich oder rein geistig zu verstehen ist, f\u00fchrt in die Irre. Es ist, wie wenn ich als Bauherr sagen w\u00fcrde es komme nicht darauf an, ob beim Bau eines Hauses die Statik tats\u00e4chlich beachtet wurde, Hauptsache, es ist bescheinigt, und ich glaube daran. Wir sollten uns nochmal bewusst machen, was es bedeuten w\u00fcrde, wenn die Theorien zur rein spirituellen Auferstehung zutreffen sollten. In der liberalen Theologie wird immer den eigentlichen Sachverhalt vertuschend von Legendenbildung gesprochen. Mag das f\u00fcr manche alttestamentlichen Erz\u00e4hlungen im Rahmen der liberalen Denkweise gerechtfertigt sein, so k\u00f6nnte man diesen euphemistischen (besch\u00f6nigenden) Begriff bei der Auferstehungsgeschichte gerade nicht anwenden. Bei meiner historischen Beweisf\u00fchrung ist klar geworden, dass eine derartige Verdrehung der Geschichte nicht mehr als legendenhafte Ausschm\u00fcckung angesehen werden kann, sondern als vors\u00e4tzliche Vertuschung der Wahrheit und als systematische Falschdarstellung der Wirklichkeit. Nicht die J\u00fcnger und Paulus waren zu naiv, als dass sie die Wirklichkeit nicht von Fiktion und \u00dcbertreibung unterscheiden konnten, sondern derjenige, der den J\u00fcngern und den Augenzeugen dieses Unverm\u00f6gen unterstellt. Die fr\u00fchen Christen waren nicht so leichtgl\u00e4ubig oder unkritisch, wie es oft dargestellt wird. Klaus Berger schreibt dazu: <em>\u201eDass immer wieder auf Pseudo-Propheten und Pseudo-Christusse warnend hingewiesen wird (z.B. Mk13,22), hat seinen Grund darin, dass der Gegenstand ihrer Fr\u00f6mmigkeit im Prinzip ungreifbar und im Einzelnen unbeweisbar ist\u2026 Ich m\u00f6chte daher .. ausdr\u00fccklich darauf hinweisen, dass die fr\u00fchen Christen gegen\u00fcber mystischen und vision\u00e4ren Erfahrungen \u00e4u\u00dferst skeptisch waren. Jedenfalls haben sie auf ihre Weise alles nur M\u00f6gliche getan und \u00fcberlegt, um nicht Opfer eines Wunschdenkens oder Betrugs zu werden\u2026\u201c. <\/em>Klaus Berger bezieht sich damit auch ausdr\u00fccklich auf die Begegnungen mit dem Auferstandenen. Die Alternative im Falle der Auferstehung ist also nicht: Geistige Auferstehung oder leibliche Auferstehung, sondern Wahrheit oder Betrug. So kann es auch f\u00fcr unseren Glauben keine Alternative zu einem leiblichen Auferstehungsverst\u00e4ndnis geben, ansonsten m\u00fcssten wir zugeben, dass unser Glaube auf dem Glauben von Betr\u00fcgern beruht. Manchmal bekommt man den Eindruck, dass liberale Theologen nicht wissen, was sie eigentlich sagen. Sie scheinen manchmal die logischen Konsequenzen ihrer Begr\u00fcndungen nicht vern\u00fcnftig durchdacht zu haben. Nur eine euphemistische Redeweise \u00fcberdeckt diese Konsequenzen. Noch eines sollte gesagt werden: Wenn es nicht auf das innere Verst\u00e4ndnis der Auferstehung ankommt, warum war dann ausgerechnet das physische Verst\u00e4ndnis das, welches die Kirchengeschichte entscheidend gepr\u00e4gt hat. Kann man wirklich sagen, dass all die verwandelten Menschenherzen, die zahlreichen mutmachenden Predigten in Zeiten der Krankheit und des Sterbens, das hoffnungsfrohe Aufblicken auf den auferstandenen Christus, die zahlreichen Lieder und Bilder, die geschrieben bzw. gemalt und mit dem Inhalt einer leibhaftigen Auferstehung gef\u00fcllt worden sind, der tiefgreifende Trost und die in die Ewigkeit reichende Aussicht, die von Ostern in den vergangenen 2000 Jahren ausgegangen sind, ebenso m\u00f6glich gewesen w\u00e4ren unter der Vorstellung einer rein spirituellen Auferstehung? Ich glaube das nicht! Ich habe den Eindruck die liberale Theologie, die eine historische Auferstehung verneint, ist wie ein Reiter der meint, er reite, nur weil er im Sattel sitzt ohne dass ein Pferd gesattelt ist. Eine wirkliche Perspektive bietet nur eine leibhaftige Auferstehung.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Lassen sie es mich nochmal klar sagen, der Unterschied zwischen einem spirituellen Auferstehungsverst\u00e4ndnis und einem leibhaftigen Auferstehungsverst\u00e4ndnis ist nicht der zwischen einem Kuchen und einem B\u00e4cker, denen man noch das gleiche Ziel und deshalb eine gewisse \u00c4hnlichkeit nachsagen k\u00f6nnte. Es ist der Unterschied zwischen einem Backofen und einer Verbrennungsanlage. Nach allem, was bisher gesagt wurde, k\u00f6nnen wir festhalten, dass beide Verst\u00e4ndnisse nicht gegens\u00e4tzlicher sein k\u00f6nnten. Es ist der Unterschied von zwei v\u00f6llig verschiedenen Gottesbildern. Der Glaube an eine spirituelle Auferstehung klingt vielleicht nett, hat aber nichts mit biblischem Glauben zu tun, weil er die biblischen Denkvoraussetzungen, auf die die Heilige Schrift von der ersten bis zur letzten Seite insistiert, ablehnt. Es ist ein Glaube an die Macht der menschlichen Gedanken und die scheinbar unbegrenzten M\u00f6glichkeiten der Vernunft. Nicht Jesus ist auferstanden, sondern der Gedanke an Jesus. Nicht Jesus lebt, sondern die Sache Jesu lebt. Nicht Gott hat sich offenbart, sondern der Mensch begreift sich neu im Sinne der Ethik Jesu. Deshalb ist der Glaube angeblich kein Glaube an eine Person, sondern der Glaube wie eine Person. Welch trostloses Auferstehungsverst\u00e4ndnis. Wer an eine spirituelle Auferstehung glaubt, glaubt nicht an den biblischen Jesus, sondern an ein von der historisch-kritischen Theologie konstruierten Jesus. Wir sollten nicht so tun, als w\u00e4re die historisch-kritische Sicht nur eine legitime M\u00f6glichkeit unter anderen. Zu behaupten, es komme nicht darauf an, ist Augenwischerei, die den Abgrund hinter einer Denkweise verbirgt, die nichts anderes ist als der Versuch, menschliches Denken an die Stelle der Offenbarung Gottes zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die leibliche Auferstehung Jesu ist entweder die irref\u00fchrendste L\u00fcge der Weltgeschichte oder sie ist die faszinierendste Wahrheit der Menschheit, deren Ausma\u00df und Bedeutung wohl kaum in menschliche Worte zu fassen ist. Entweder die Menschen, die Jesus nach der Auferstehung begegnet sind, waren wahnsinnig bzw. die gr\u00f6\u00dften Betr\u00fcger aller Zeiten, oder sie waren tats\u00e4chlich Zeugen des gr\u00f6\u00dften Wunders, das jemals seit der Sch\u00f6pfung geschehen ist. Es gibt keinen realistischen Bereich dazwischen. Hier gibt es kein Wenn und Aber, hier gibt es nur ein Entweder- Oder. Tats\u00e4chlich hat keine Nachricht die Welt mehr ver\u00e4ndert als die Nachricht von Jesu leibhaftiger Auferstehung. Der Glaube daran hat die abendl\u00e4ndische Kultur mehr gepr\u00e4gt als alle sonstigen Geistesstr\u00f6mungen und hat mehr Menschen ver\u00e4ndert als alle politischen Systeme oder menschlichen Ideologien zusammen. Die Auferstehung ist der Dreh- und Angelpunkt der j\u00fcdisch-christlichen Religion. Sie ist nicht nur der Zielpunkt aller heilsgeschichtlichen Entwicklungen des AT, sondern auch Ausgangspunkt aller christologischer Wahrheiten im NT. In der Auferstehung verschmelzen AT und NT zu einer geistig-theologischen Einheit. Die Bibel l\u00e4sst sich nur richtig verstehen auf dem Hintergrund von Tod und Auferstehung Jesu. Mit ihr steht und f\u00e4llt der christliche Glaube wie mit keinem anderen Heilsereignis. Deshalb ist jeder Versuch, das biblische Zeugnis dieses weltver\u00e4ndernden Ereignisses umzuinterpretieren zum Scheitern verurteilt. Wer die Auferstehung nicht sieht, der sieht nichts, der geh\u00f6rt zu den armseligsten Menschen, die man sich vorstellen kann. Wer aber die Auferstehung in seinem heilsgeschichtlichen Kontext und in seiner Bedeutung f\u00fcr jeden einzelnen Menschen erkennt, den kann nichts mehr abhalten davon, diese Botschaft mit Begeisterung und aus voller \u00dcberzeugung in die sonst trostlose Welt hinauszutragen. Dies und nichts anderes ist der Grund f\u00fcr die Ver\u00e4nderung der Augenzeugen der Auferstehung und aller nachfolgenden Generationen, die diese Botschaft auf- und f\u00fcr sich in Anspruch nehmen. Die Auferstehung ist der endg\u00fcltige und ausreichende Beweis daf\u00fcr, dass Jesus lebt. Sie ist aber vor allem eines, sie ist das Tor aus dem dunklen Reich des Todes in die herrliche Freiheit des ewigen Lebens. Nirgends sonst wird uns die Perspektive auf eine Auferstehung und ein ewiges Leben klarer er\u00f6ffnet als im Vorausgehen Jesu durch Tod und Auferstehung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn es ein Thema gibt, dessen Bedeutungsgehalt von keinem andern in diesem Kosmos \u00fcberboten werden kann, dann ist es die leibliche Auferstehung Jesu. Auch wenn der Tod noch immer Realit\u00e4t ist, Jesus hat den Tod besiegt und hat mit seiner Auferstehung gezeigt, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. 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