{"id":75,"date":"2022-04-03T12:07:15","date_gmt":"2022-04-03T12:07:15","guid":{"rendered":"https:\/\/martin.quitesmall.de\/?page_id=75"},"modified":"2023-05-29T09:05:28","modified_gmt":"2023-05-29T09:05:28","slug":"theistische-evolutionstheorie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/derbibelglauben.de\/?page_id=75","title":{"rendered":"Theistische Evolutionstheorie"},"content":{"rendered":"\n<p>Vielleicht ist manchem Leser, der mich kennt, aufgefallen, dass ich in meinen bisherigen Ausf\u00fchrungen das Thema der Evolutionstheorie, ausgespart habe. Das habe ich getan, weil ich dies Thema in einem separaten Kapitel aufgreifen wollte. M\u00f6glicherweise h\u00e4tte manch einer, der meine Texte \u00fcber die Geschichtlichkeit im AT gelesen hat, an mancher Stelle gerne gefragt, wie es denn mit dem Sch\u00f6pfungsbericht sei? M\u00fcsse man den denn auch geschichtlich lesen, oder hat er nur theologische Bedeutung? Ohne Zweifel ist die Frage nach der Evolutionstheorie und dem Verst\u00e4ndnis des biblischen Sch\u00f6pfungsberichtes ein hei\u00dfes Eisen. Trotzdem kommt man beim Thema Bibelkritik an dieser Frage nicht vorbei. Zum einen war der Sch\u00f6pfungsbericht der geschichtliche Ausgangspunkt f\u00fcr die historisch-kritische Theologie (Quellenscheidungstheorie), zum andern ist den wenigsten Bibellesern bewusst, dass die Evolutionstheorie eine der wichtigsten argumentativen Grundlagen f\u00fcr die Bibelkritik bis heute darstellt. In diesem Thema prallen Bibeltreue und Bibelkritik wie sonst an keiner anderen Stelle aufeinander. F\u00fcr viele ist die Evolutionstheorie der grundlegendste \u00fcberpr\u00fcfbare Beweis daf\u00fcr, dass man die Bibel nicht historisch lesen d\u00fcrfe und stellt somit eine der wichtigsten Verankerungen der Trennung von Geschichte und Glauben dar. Die Evolutionstheorie wird als beispielhafter Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr die Notwendigkeit angesehen, Geschichte und Glauben zu trennen. Da man den Sch\u00f6pfungsbericht nicht historisch lesen k\u00f6nne, m\u00fcsse man dies auch an anderen Stellen nicht tun. Im Falle der Sch\u00f6pfung sehen viele in einer theistischen Evolution die L\u00f6sung, ohne sich \u00fcber die theologischen Konsequenzen bewusst zu sein. Die wissenschaftliche Beweiskraft der Evolutionstheorie wird heute allgemein als so stark empfunden, dass man sich gezwungen f\u00fchlt, den Sch\u00f6pfungsbericht als historische Tatsache aufzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor ich nun auf die theologischen Probleme der theistischen Evolution eingehe, m\u00f6chte ich kurz \u00fcber den Stand der Wissenschaft in der Evolutionsforschung berichten. Dass ich dies nicht in umfassender Weise an der Stelle tun kann, versteht sich von selbst. Wer sich genauer mit dieser Thematik befassen m\u00f6chte, der sei an die Arbeit der Studiengemeinschaft von Wort und Wissen sowie im englischsprachigen Raum Creation Research bzw. Intelligent Design verwiesen. Dar\u00fcber hinaus habe ich dazu einige Vortr\u00e4ge gehalten, in denen ich dies ausf\u00fchrlich erkl\u00e4re. Die Evolutionstheorie kann sich heute haupts\u00e4chlich auf 2 Befunde st\u00fctzen. Das sind zum einen die radiometrischen Altersbestimmungsmethoden, die hohe Alter f\u00fcr Fossilien und Gesteinsschichten ergeben. Zum andern ist es die Abfolge der Fossilien in den Gesteinsschichten, die sich zumindest zum gro\u00dfen Teil weltweit korrelieren l\u00e4sst. F\u00fcr beide gibt es bisher noch keine umfassenden alternativen Erkl\u00e4rungsmodelle auf kreationistischer Seite, wenngleich im Bereich von Einzelbefunden sich immer wieder Widerspr\u00fcche aufzeigen lassen, die die bisherigen Theorien in Frage stellen. Diesen Befunden stehen aber eine ganze Reihe von schwerwiegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen gegen\u00fcber, die die Evolutionstheorie zumindest in der bisherigen Form in Zweifel ziehen, sodass man sagen kann: Die Evolutionstheorie steckt in einer Krise. Man hat erkannt, dass die klassischen Mechanismen f\u00fcr eine vertikale Entwicklung, wie Mutation und Selektion, nicht ausreichen, um die Komplexit\u00e4t des Lebens zu erkl\u00e4ren. Trotz angenommener hoher Alter der Fossilien und der langen Zeitperioden, reichen diese nicht aus, um den an der Komplexit\u00e4t gemessenen Entwicklungsbedarf f\u00fcr den \u00dcbergang zwischen Arten von Lebewesen zu gew\u00e4hrleisten. Bei der Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Entwicklung des ersten Lebens steckt man ebenfalls fest. Wie sich aus anorganischem Material zuf\u00e4llig komplexe f\u00fcr die Entstehung von Leben wichtige Proteine gebildet haben k\u00f6nnten, die dann stabil geblieben sind, ist immer noch ein R\u00e4tsel. Der Miller\/Urey-Versuch von 1953 wurde seither in vielfacher Weise modifiziert, das Ergebnis ist ern\u00fcchternd: Man ist heute nicht weiter als damals. Die Wahrscheinlichkeiten f\u00fcr eine Kette von Einzelschritten m\u00fcssen nicht addiert, sondern multipliziert werden, sodass die Gesamtwahrscheinlichkeit schon f\u00fcr die Entstehung eines einfachen proteinbasierten Reaktionsablaufs als winziger Bestandteil einer lebenden Zelle so gut wie Null ist. Ganz geschweige denn, dass f\u00fcr eine lebende Zelle hunderte, vielleicht tausende aufeinander abgestimmte Proteine, die ihrerseits als Einzelproteine oder als Proteinkomplexe unter anderem in Form von molekularen Maschinen vorkommen, notwendig sind, um eine Basisfunktion zu gew\u00e4hrleisten. Zur Zeit Darwins ging man davon aus, dass eine Zelle ein einfaches Protoplasma-Bl\u00e4schen ist. Heute wissen wir, dass schon eine einzelne Zelle ein hochkomplexes Gebilde darstellt. Manfred Eigen, der deutsche Nobelpreistr\u00e4ger hat einmal gesagt: Wie k\u00f6nnen anorganische Molek\u00fcle biologische Information bekommen und weitergeben, an sich ein unl\u00f6sbares Problem. Dann die DNA und ihre Interaktion mit der Proteinebene, ohne die eine Zellvermehrung und damit eine nat\u00fcrliche Selektion im darwinistischen Sinn gar nicht m\u00f6glich w\u00e4re: Die DNA besteht aus 3,2 Mrd Basenpaaren (Buchstaben), die wie eine Sprachanweisung alle laufenden Prozesse der Zelle in jeder Minute  aber auch den Aufbau und die Funktion des Gewebsverbandes, in der sie sich befindet sowie die Replikation der Zelle (Teilung und Erneuerung) zu einem gegebenen Zeitpunkt bestimmt. Die Funktion des genetischen Codes (DNA) beruht auf Information, nicht auf Materie. Es geh\u00f6rt wohl zu den gr\u00f6\u00dften Irrt\u00fcmern der Wissenschaft, dass man behauptet hat und immer noch behaupten will, solch ein System k\u00f6nne aus sich selbst heraus entstehen ohne Intelligenz. Immer mehr Wissenschaftler erkennen heute an, dass das nicht m\u00f6glich ist. Als man 2000 den gesamten genetischen Code bis auf wenige kleine Ausnahmen entschl\u00fcsselt hat, glaubte man, dem R\u00e4tsel seiner Entstehung ein St\u00fcck n\u00e4her gekommen zu sein. Doch je mehr wir \u00fcber diesen Code wissen, desto gr\u00f6\u00dfer wird das R\u00e4tsel seiner naturalistischen Entstehung. Inzwischen wissen wir, dass die Information der DNA sich nicht nur einfach aus derAbfolge der Buchstaben ergibt, sondern auch aus der Leserichtung, der r\u00e4umlichen Anordnung, der Verarbeitung auf der Ebene des Splei\u00dfens nach der Transkription und weiteren Faktoren, die von der Umgebung und dem Kontext beeinflusst werden. Epigenetik ist hier das Stichwort. Wir sprechen auch von der Multifunktionalit\u00e4t der DNA-Sequenz oder von einem hochkomplexen integrativen Netzwerk, von deren Entschl\u00fcsselung uns noch Lichjahre trennen. Je komplexer diese Systeme sind und man beachte die Masse solcher Systeme bei tausenden Funktionen im K\u00f6rper von Lebewesen, desto mehr r\u00fcckt eine nat\u00fcrliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr seine Entstehung in weite Ferne. Doch schon allein die Existenz der DNA und ihre enge Interaktion mit der Protein-Ebene ist auf naturalistischem Weg  einfach nicht denkbar. Wer es trotzdem tut, braucht nach meiner Einsch\u00e4tzung mehr Glauben als Verstand, weil es \u00fcberhaut keinen wissenschaftlichen oder theoretsichen Ansatz daf\u00fcr gibt. Der einzige Ansatz, den ich kenne, steht in Schulb\u00fcchern (Hyperzyclen) und ist bestenfalls vergleichbar damit, dass ich die Wahrscheinlichkeit der spontanen Entstehung eines Autos damit erkl\u00e4ren will, dass es Schrauben gibt.   Doch es geht weiter: Die ersten Tiere, die im Fossilbericht in der Erdgeschichte erscheinen, sind schon hochkomplex (Anomalocaris, Trilobiten) und enthalten schon alle wichtigen Grundstrukturen der Wirbeltiere. Man findet keine Vorstufen (kambrische Explosion). Dieser Befund des pl\u00f6tzlichen Erscheinens von neuen Arten zieht sich durch bis zum Menschen. Es fehlen in allen wichtigen \u00dcberg\u00e4ngen die Vorstufen oder Zwischenstufen- die missing links. Alle Tiere und Pflanzen sind zum Zeitpunkt ihres Erscheinens fertig und hervorragend angepasst. Warum ist das wohl so? Dann das Problem der Mutationsforschung. Durch Mutationen gehen eher Informationen verloren, als dass es durch Gewinn von neuen Informationen zu einer Aufw\u00e4rtsentwicklung kommen k\u00f6nnte. Anpassung ist ein gut dokumentiertes Ph\u00e4nomen in der Natur. Diese geschieht aber, wie man inzwischen wei\u00df, viel schneller als urspr\u00fcnglich gedacht. Sie kann also nicht auf der Entstehung von neuer Information, die viel gr\u00f6\u00dfere Zeitr\u00e4ume br\u00e4uchte, entstehen, sondern muss auf der Aktivierung von schon vorhandener Information beruhen, das hei\u00dft, auf dem Prinzip der vorprogrammierten Variation oder der polyvalenten Stammformen. Daf\u00fcr gibt es inzwischen zahlreiche gut belegte Beweise. (Mikroevolution) Die langen Zeitr\u00e4ume, die man fr\u00fcher brauchte, um die Anpassungsvorg\u00e4nge in der Natur zu erkl\u00e4ren, sind \u00fcberfl\u00fcssig geworden. Wir wissen heute, dass die Natur sich eines viel effektiveren und vorallem schnelleren Konzeptes bedient, n\u00e4mlich der Abschaltung von Genen. Auch bei den Darwinfinken auf den Galapagosinseln wissen wir heute aufgrunf von Genomanalysen, dass die Anpassung der 12 verschiedenen Arten \u00fcberwiegdend auf dem Verlust von genetischer aber vorher vorhandener Information beruht und deshalb viel schneller erfolgen konnte als bisher gedacht. Auch alle fr\u00fcheren Beispiele f\u00fcr &#8222;gelebte Evolution&#8220; wie der Birkenspanner, die Antibiotika-Resistenz, die Malariaresistenz von Sichelzell-An\u00e4mietr\u00e4gern in Afrika u.a haben sich inzwischen als lebendige Beispiele f\u00fcr Devolution erwiesen.  Das Konzept der nicht reduzierbaren Komplexit\u00e4t: Ein System funktioniert nur, wenn alle Einzelteile zusammen funktionieren. Nehme ich eine Komponente weg, ist das ganze System funktionslos. Michael Behe, ein amerikanischer Biochemieprofessor, der ein Buch dazu geschrieben hat (Darwins Black Box), verwendet hier das Beispiel der Mausefalle und \u00fcbertr\u00e4gt es auf den Bakterienantriebsmotor. Nur wenn alle Einzelteile gleichzeitig vorhanden sind, kann die Mausefalle zuschlagen und das Bakterium \u00fcberleben, weil es die Nahrungsquelle ansteuern kann. Nach Darwin kann aber eine H\u00f6herentwicklung nur stattfinden, wenn alle Vorstufen oder Zwischenstufen auf dem Weg dorthin selektierbar sind. Und selektierbar ist nur eine Eigenschaft, die einen \u00dcberlebensvorteil bringt. Im Falle des unvollst\u00e4ndigen und damit noch nicht funktionsf\u00e4higen Bakterienmotors w\u00fcrde dieser nicht selektiert, sondern ausgesondert. In der Genetik sind sich die Forscher (Crow, Kondrashov, Michael Lynch)einig, dass das menschliche Erbgut degeneriert, was hei\u00dft, dass der Mensch aussterben wird. Wenn man das auf alle Lebewesen \u00fcbertr\u00e4gt, dann bedeutet das, dass die Entwicklung nicht vom einfachen zum Komplexen erfolgt, sondern vom Komplexen zum einfachen. Inzwischen beobachtet man eine so hohe Mutationsrate, dass man sich nicht vorstellen kann, dass der Mensch schon seit 3-6 Millionen Jahren existiert. In der Sprachforschung wei\u00df man, dass Sprachen fr\u00fcher komplexer waren. Bei den menschlichen Fossilien verdichten sich die Hinweise, dass die fr\u00fcher angenommenen \u00dcberg\u00e4nge zum homo sapiens sich entweder als Varianten des Australopithecus (S\u00fcdaffe) oder als intelligente Vorfahren des homo sapiens und nicht als Zwischenstufen in einer H\u00f6herentwicklung erweisen. Die Analyse von mitochondrialer DNA hat ergeben, dass die Menschheit von einer mitochondrialen Eva, die sich \u00fcber 3 Hauptlinien ausgebreitet hat, abstammen. Betrachtet man die wenigen Spuren der Steinzeitmenschen wie Steinwerkzeuge, Knochenfunde und die Zahl von Gr\u00e4bern sowie das Siedlungsverhalten auf dem Hintergrund von heutigen Steinzeitkulturen, dann kommt, man zum Ergebnis, dass die Menschheit viel j\u00fcnger sein m\u00fcsste als bisher angenommen.(Siehe Michael Brandt von Wort und Wissen) Egal, wo man in der Natur hinschaut, sie tr\u00e4gt \u00fcberall die Merkmale von Design oder von Teleologie (Zielorientiertheit). Man denke an das Ph\u00e4nomen der Mimikry oder der Metamorphose des Schmetterlings. Auch die Sch\u00f6nheit der Natur in vielen Bereichen l\u00e4sst sich evolutionstechnisch nicht erkl\u00e4ren. Die Natur legt einen Planer, einen Sch\u00f6pfer nahe und keinesfalls eine zuf\u00e4llige Entwicklung. Zuletzt sei noch das menschliche Gehirn erw\u00e4hnt. F\u00e4higkeiten wie Mahlen, Musik, abstarktes Denken, Sprechen, F\u00e4higkeit zur Transzendenz u.a. sind beim Menschen einzigartig. Diese beonderen F\u00e4higkeiten nur auf das Ergebnis von neurophysiologischen Verschaltungen und biochemischen Prozessen zur\u00fcckzuf\u00fchren, erscheint mir trotz starker Forschung auf diesem Gebiet ebenfalls als Glaubensartikel. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt vermutlich keinen liberalen Theologen, der an der Historizit\u00e4t des Sch\u00f6pfungsberichtes festh\u00e4lt. Kreationismus und liberale Theologie schlie\u00dfen sich gegenseitig aus. Andererseits sehen sich viele evangelikale Bibelleser heute aufgrund der vermeintlichen Beweislast der Evolutionstheorie gen\u00f6tigt, die Erkenntnisse der Naturwissenschaft zu akzeptieren und eine Historizit\u00e4t des Sch\u00f6pfungsberichtes aufzugeben. Viele Christen glauben heute, dass das Leben sich langsam aus einer einfachen Urzelle bis zum Menschen \u00fcber Jahr Millionen entwickelt hat und meinen, dies mit dem biblischen Sch\u00f6pfungsbericht vereinbaren zu k\u00f6nnen. Dabei \u00e4ndern sie die Evolutionstheorie in dem einen Punkt ab, dass sie sagen, nicht der Zufall sei die treibende Kraft, sondern Gott habe die Evolution gesteuert. Andere meinen durchaus mit dem Gestus der Bewunderung, Gott habe die Evolution vorprogrammiert. Wir wollen uns jetzt fragen, lassen sich Sch\u00f6pfungsbericht und Evolutionstheorie vom biblischen Befund her tats\u00e4chlich harmonisieren? Nat\u00fcrlich kann ich hier nicht auf jedes zu untersuchende Detail zu diesem Thema eingehen, aber ich m\u00f6chte wenigstens versuchen, die groben Z\u00fcge darzustellen<\/p>\n\n\n\n<p>1.) Eines der ersten Argumente, das heute schon in jeder Schule gelernt wird, lautet: Es handele sich um 2 verschiedene Sch\u00f6pfungsberichte, die sich widerspr\u00e4chen. Man k\u00f6nne sie schon allein deshalb nicht w\u00f6rtlich nehmen. Im Kapitel \u00fcber die Pentateuchkritik habe ich dieses Argument schon widerlegt bzw. in Zweifel gestellt. Weder anhand der Gottesnamen noch anhand von angeblichen Widerspr\u00fcchen l\u00e4sst sich mit Sicherheit sagen, dass die \u201ebeiden Sch\u00f6pfungsgeschichten\u201c nicht vom gleichen Autor stammen. Ein Widerspruch wird z.B. In Vers 19 gesehen: \u201eUnd Gott machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde\u2026 und brachte sie zu dem Menschen.\u201c Hier entsteht der Eindruck, als habe Gott Adam und Eva vor den Tieren geschaffen. Ber\u00fccksichtig man jedoch den \u00dcbersetzungsrahmen der Zeitform \u201c <em>machte\u201c<\/em>, kann man dieses \u201emachte\u201c genauso gut mit <em>hatte gemacht<\/em> \u00fcbersetzen. Der hebr\u00e4ische Schreiber dieses Berichtes hatte offensichtlich kein Problem, die angeblich sich widersprechenden Berichte aneinanderzuf\u00fcgen. (Siehe auch Pentateuchkritik)<\/p>\n\n\n\n<p>2.) In den Harmonisierungsversuchen zwischen Bibel und Evolutionsmodell werden in die Sch\u00f6pfungstage lange geologische Zeitr\u00e4ume hineininterpretiert. Hier m\u00fcsste man kritisch fragen: Wenn keine normalen Tage gemeint sind, warum wird dem Leser dann das Zeitma\u00df: \u201eund aus Abend und Morgen wurde der erste Tag, zweite Tag, dritte \u2026\u201c usw. mitgeliefert? Im Dekalog in 2. Mose 20 wird das Sabbatgebot von den Sch\u00f6pfungstagen abgeleitet. Auch hier w\u00fcrde niemand behaupten, es seien keine normalen Tage gemeint. An allen Stellen in der Bibel, an denen das Wort \u201ejom\u201c f\u00fcr Tag mit einem Zahlenwort vorkommt, ist die Bedeutung ausschlie\u00dflich ein normaler irdischer Tag, wie im heutigen Sprachgebrauch auch. Wenn hier ein Tag symbolisch f\u00fcr lange Zeitr\u00e4ume stehen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde damit kein Problem wirklich gel\u00f6st. Es w\u00e4ren die Pflanzen vor den Insekten geschaffen worden, was der Evolution widersprechen w\u00fcrde. Au\u00dferdem h\u00e4tte die Erde genauso wie die Pflanzen (3.Tag) schon lange vor Erschaffung von Sonne, Mond und Sternen am 4 Tag bestehen m\u00fcssen. Das ist im Rahmen einer Evolution absurd. Die Obstb\u00e4ume w\u00e4ren lange vor den W\u00fcrmern erschaffen worden und V\u00f6gel h\u00e4tten schon lange vor den Landtieren die Erde bev\u00f6lkert. Dies l\u00e4sst sich alles nicht mit der Evolutionstheorie in einen sinnvollen Einklang bringen. Bei der Berufung auf 2. Petrus 3,8 oder Ps 90<strong>: <\/strong>\u201eUnd ihr sollt wissen, liebe Freunde, dass ein Tag f\u00fcr den Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag,\u201c haben wir das gleiche Problem. Au\u00dferdem will uns dieser Vers kein \u00dcbersetzungsma\u00df zwischen irdischer Zeit und Gottes Zeit liefern, sondern die Zeitunabh\u00e4ngigkeit von Gott zeigen. Wenn hier nicht normale Tage gemeint w\u00e4ren und der Schreiber trotzdem die Definition eines Tages mitliefert, dann d\u00fcrfte man nicht lesen, was dasteht. Zum Schluss: Wie m\u00fcsste man den Ruhetag Gottes im Sinne eines langen Zeitraumes in der Evolution unterbringen? <em>In der kritischen Forschung besteht ein weitgehender Konsens, dass in Gen 1 gew\u00f6hnliche Tage gemeint sind, w\u00e4hrend einige evangelikale und kirchlich-konservative Exegeten (gegen den Wortsinn) zu Sch\u00f6pfungsperioden gelangen, weil sie den Sch\u00f6pfungsbericht mit langen geologischen Zeitaltern in Einklang bringen wollen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>3. Manche Ausleger sind der Meinung, die Formulierung: \u201e\u2026 die Erde bringe hervor lebendiges Getier\u2026.. \u201e(1.Mose 1,24)deute auf einen evolutiven Prozess hin. Hierzu muss allerdings gesagt werden, dass auch in diesen Versen am Anfang: \u201eUnd Gott sprach: \u2026\u201cund am Ende: \u201eUnd es geschah so. Und Gott machte\u2026\u201c steht. Es kann also hier nicht hineininterpretiert werden, dass die Erde selbst sch\u00f6pferisch t\u00e4tig oder auf einen Prozess einer langen Entwicklung angespielt werde. Man darf hier nicht das grammatikalische Subjekt mit dem handelnden Subjekt verwechseln. Auch in diesen Versen ist es Gott, der spricht und der macht. Wenn man es als eine Andeutung auf eine lange Entwicklung auffasst, wieso dann nur an der Stelle und nicht auch bei anderen Sch\u00f6pfungsakten. Es l\u00e4sst sich aus dem Text heraus nicht erkennen, dass der Verfasser hier eine Ausnahme im Sch\u00f6pfungshandeln Gottes signalisieren wollte. Die einfachere und plausiblere Erkl\u00e4rung ist der Wunsch des Verfassers nach stilistischer Abwechslung. Trotzdem bleibt vielleicht beim einen oder anderen der Zweifel: K\u00f6nnte es nicht doch sein, dass hier auf lange Zeitr\u00e4ume angespielt wird? &nbsp;Das \u201eUnd Gott sprach\u201c deutet immer auf ein unmittelbares, wirkm\u00e4chtiges Handeln im selben Moment des Sprechens hin. Nirgendwo in der Bibel folgt auf &#8211;<em>und Gott sprach-<\/em> eine allm\u00e4hliche langsame Verwirklichung dessen, was er spricht. Ps 33,9: \u201eDenn wenn er spricht, so geschieht`s\u201c; Jes.48,13:\u201c\u2026 meine Hand hat die Erde gegr\u00fcndet und meine Rechte hat die Himmel ausgespannt. Ich rufe und alles steht da.\u201c Die Unmittelbarkeit ist hier extra betont. Das passt \u00fcberhaupt nicht zu einer allm\u00e4hlichen Entwicklung und unterstreicht nochmal das oben Gesagte. Auch bei Jesus besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen \u201eEr sprach\u201c und der sofortigen Erf\u00fcllung eines Wunders (siehe z.B. Die Auferweckung des Lazarus).<\/p>\n\n\n\n<p>4.) Der Mechanismus der Evolution beruht auf der notwendigen Voraussetzung einer Massenproduktion von Individuen \u00fcber zahlreiche Generationen und Jahrmillionen hinweg, des massenhaften Todes von Individuen einschlie\u00dflich des Menschen, des \u00dcberlebenskampfes und der Selektion der bestangepassten Individuen sowie der Aussonderung der kranken und behinderten Formen. Die Fossilien dokumentieren in ihrem Auffindungskontext h\u00e4ufig diesen \u00dcberlebenskampf und einen gewaltsamen Tod. Dies d\u00fcrfte wohl das schwerwiegendste Argument gegen die theistische Evolution sein. Wie lassen sich diese Prinzipien mit einem liebenden Gott vereinbaren? Der Tod, der die Folge des S\u00fcndenfalls ist, w\u00e4re der Motor der Evolution, den Gott gebraucht h\u00e4tte, um schlie\u00dflich den Menschen hervorzubringen. Der Mensch selbst w\u00e4re das Produkt einer langen Kette von Tod, Krankheit und Leid, \u00dcberleben von wenigen sowie massenhafter Vermehrung, ohne die eine nat\u00fcrliche Auslese durch \u00dcberlebenskampf nicht m\u00f6glich w\u00e4re. Eine seltsame Vorstellung von Gottes Sch\u00f6pfungshandeln. Glauben wir ernsthaft, Gott habe sich solcher Prinzipien bedient. Peter J. Bowler (2009) ( Biologie-Historiker<em>)\u201eSelektion passte die Arten immer wieder ver\u00e4nderten Umwelten an, und sie erreichten das durch das T\u00f6ten von nutzlosen Varianten in einem mitleidlosen Kampf ums Dasein. Dies schien nicht die Art des Prozesses zu sein, den ein g\u00fctiger Gott eingerichtet haben k\u00f6nnte\u201c. \u201eNat\u00fcrliche Selektion ersetzte die G\u00fcte Gottes als eine Erkl\u00e4rung der Anpassung.\u201c <\/em>Eigentlich ist doch der Tod erst nach der Erschaffung des Menschen durch die S\u00fcnde in die Welt gekommen. Der S\u00fcndenfall des Menschen w\u00e4re sinn- und gegenstandslos, weil Gott den Menschen schon s\u00fcndig geschaffen h\u00e4tte. Folgende Aussagen deuten darauf hin, dass die Welt von Gott urspr\u00fcnglich ohne Tod geschaffen wurde: 1.Mose 2,17 \u201eAber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.\u201c 1.Mose 1,30: \u201eAber allen Tieren auf Erden und allen V\u00f6geln unter dem Himmel und allem Gew\u00fcrm, das auf Erden lebt, habe ich alles gr\u00fcne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so.\u201c Tiere waren als Nahrungsquelle zun\u00e4chst nicht vorgesehen. Pflanzen gelten in der Bibel nicht als Lebewesen. Nur Gott hat die Welt sehr gut geschaffen. Jedes Sch\u00f6pfungswerk wurde mit dem Attribut: \u201eSiehe es war gut\u201c versehen. Beim Menschen hei\u00dft es dann: \u201eSiehe es war sehr gut\u201c. Spricht das nicht vielmehr daf\u00fcr, dass Gott die Welt urspr\u00fcnglich vollkommen geschaffen hat? An welcher Stelle der Evolution sollte Gott im \u00dcbergangsfeld zwischen Affen und Menschen dann die W\u00fcrde der Ebenbildlichkeit dem Menschen gegeben haben. Dar\u00fcber hinaus ist nach der Evolutionstheorie die Entwicklung nicht abgeschlossen, Sie geht ja weiter. Die Bibel erw\u00e4hnt mit keinem Wort eine derartige Vorstellung. Sie w\u00fcrde allen Facetten des biblischen Menschenbildes widersprechen. Nochmal m\u00f6chte ich auf den Tod als Triebfeder der Evolution zu sprechen kommen. R\u00f6m. 5,12 <a>\u201eDeshalb, wie durch einen Menschen die S\u00fcnde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die S\u00fcnde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle ges\u00fcndigt haben\u201c. <\/a>Der Tod kam nach Paulus erst durch den S\u00fcndenfall in die Welt. Dass hier nicht nur der geistliche Tod gemeint sein kann, wie von manchen behauptet, zeigt eine andere Stelle 1.Kor.15,21: \u201e<a>Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten\u201c.<\/a> Paulus schreibt diesen Vers im Kapitel, in dem es um die Bedeutsamkeit der leiblichen Auferstehung geht, folglich kann es sich hier nur um den leiblichen Tod handeln mitleidlosen Kampf ums Dasein.<\/p>\n\n\n\n<p>5.) Der Sch\u00f6pfungsbericht sei von der Gattung her Dichtkunst und sei deshalb nicht historisch zu verstehen. Au\u00dferdem weist er Parallelen zu Sch\u00f6pfungsmythologien aus der altorientalischen Umgebung auf. Kontra: Die Gattung des Sch\u00f6pfungsberichtes ist nicht leicht zu bestimmen. Er enth\u00e4lt poetische Elemente vor allem im 2. Teil. Dar\u00fcber hinaus zeichnet er sich durch einen strukturierten Aufbau aus. Er weist Bicola und Tricola auf (zwei- und dreigliedrige Verse) Trotzdem kann man ihn aufgrund seiner N\u00fcchternheit und fehlender ausschm\u00fcckender Bildsprache im 1.Teil haupts\u00e4chlich als Bericht auffassen, der historisch verstanden werden will. Auch wenn man ihn als Lied verstehen wollte, spr\u00e4che das keineswegs gegen den Anspruch der Historizit\u00e4t. Das Argument der Gattung wurde h\u00e4ufig benutzt, um den fehlenden Anspruch auf ein reales Geschichtsverst\u00e4ndnis zu untermauern.&nbsp; Dies ist allerdings nur ein Scheinargument, denn wieso sollte ich nicht auch durch ein Lied oder ein Gedicht reale Geschichte ausdr\u00fccken k\u00f6nnen? Nun zum Argument der mythologischen Parallelen: Der Sch\u00f6pfungsbericht zeichnet sich gerade dadurch aus, dass er keine Mythologien wie andere Weltsch\u00f6pfungsepen enth\u00e4lt. G. von Rad spricht von einer \u201e<em>sauberen Ausschmelzung alles Mythologischen\u201c. \u201eDer Text von Gottes Weltsch\u00f6pfung\u2026 ist seinem Wesen nach nicht Mythus und nicht Sage, sondern Priesterlehre, d.h. uraltes sakrales Wissen\u201c. &nbsp;<\/em>Auch eine literarische Abh\u00e4ngigkeit von anderen Sch\u00f6pfungsmythen ist nicht nachgewiesen. Selbst der akkadische Weltsch\u00f6pfungsepos Enuma Elish und das Gilgamesch- Epos weisen ein v\u00f6llig anderes Gottes-, Menschen- und Weltbild auf. Zum Schluss noch zu einem weiteren Argument, das h\u00e4ufig vorgebracht wird, dem Sch\u00f6pfungsbericht l\u00e4ge ein veraltetes Weltbild zugrunde. Hier beruft man sich haupts\u00e4chlich auf das hebr\u00e4ische Wort: <em>raqia <\/em>f\u00fcr Feste oder Firmament in Genesis 1,8. \u201eUnd Gott nannte die Feste Himmel.\u201c Eine genaue Textanalyse anhand von anderen Bibelstellen, wo das Wort raqia oder verwandte Worte vorkommen, hat allerdings ergeben, dass mit raqia fast nirgends etwas \u00fcber Form und Festigkeit ausgesagt werden will. Auch die genannte Textstelle selbst zeigt, dass raqia als Synonym f\u00fcr schamajim = Himmel verwendet wird. Ein dreistufiges Weltbild oder das K\u00e4seglockenmodell sind eingefleischte moderne Phantome oder Vorurteile, die aber leicht zu widerlegen sind. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>6.) Im Sch\u00f6pfungsbericht hei\u00dft es 10 mal, dass Gott die Pflanzen und die Tiere nach ihrer Art schuf. Das ist ein sehr interessanter Befund. Gerade der \u00dcbergang der Arten bzw. die Entstehung von neuen Baupl\u00e4nen ist bis heute im Evolutionsmodell ein gro\u00dfes R\u00e4tsel. Auch der Fossilbericht zeigt einerseits, dass die \u00dcberg\u00e4nge fehlen, andererseits, dass Arten \u00fcber lange geologische Zeitr\u00e4ume oft sehr stabil bleiben. Die Libelle beispielsweise hat vor 300 Millionen Jahren genauso ausgesehen und war genauso konstruiert, wie die heutige Libelle. Das ist erstaunlich, wenn man annimmt, dass sich in der gleichen Zeit die Pflanzen- und die Tierwelt grundlegend ver\u00e4ndert haben sollen. Bei diesem Thema sollte allerdings beachtet werden, dass der biblische Begriff der Art weiter gefasst wurde als der heutige biologische Artbegriff. Dem biblischen Artbegriff entspricht heute der Begriff des Grundtyps oder etwa der einer Familie oder Gattung. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>7.) Gem\u00e4\u00df Hebr.11,3 ist das jetzt Sichtbare nicht aus dem entstanden, was sicht- und greifbar ist, sondern aus dem Nichts. Creatio ex nihilo. \u201eDurch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.\u201cGenau \u00fcbersetzt m\u00fcsste es eigentlich hei\u00dfen: nicht aus dem Erscheinenden, d.h. nicht aus dem schon Vorhandenen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das &nbsp;w\u00fcrde ebenfalls der Vorstellung einer langsamen Entstehung aller Lebewesen aus deren Vorstufen widersprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>9.) Adam als erster Mensch und Eva als erste Mutter<\/p>\n\n\n\n<p>Nach 1.Mose 3,20 ist Eva als erste Frau die Mutter aller Lebenden. Das schlei\u00dft aus, dass es schon vor Adam und Eva Menschen gab. Au\u00dferdem gibt es eine Stelle im NT, wo Paulus von einem Menschen spricht, aus dem sich das ganze Menschengeschlecht entwickelt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>1.Mose 3,20: \u201eUnd Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben\u201c. Apg.17,26 \u201eUnd er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, \u2026\u201c.Paulus hat den Sch\u00f6pfungsbericht so verstanden, dass Adam tats\u00e4chlich der erste Mensch war, das kann man an den bereits weiter oben zitierten Versen nochmal deutlich machen.<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00f6m. 5,20: \u201eDeshalb, wie durch einen Menschen die S\u00fcnde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die S\u00fcnde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle ges\u00fcndigt haben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>1.Kor 15,21: \u201eDenn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>10.) Die gesamte Urgeschichten sowie die V\u00e4tergeschichten sind auf der gleichen Ebene der Erz\u00e4hlform und der Historizit\u00e4t geschrieben. Sie bauen aufeinander auf und sind verbunden durch 10 \u00a0Toledot-Formeln \u00fcber die gesamte Genesis (Dies ist die Geschichte von) Genesis 1,1-2,3 ist ein Teil des Buches Genesis in seiner Gesamtheit. Wo in der Genesis sollte die Historizit\u00e4t beginnen, wenn nicht in Gen 1? Es gibt keine sprachliche Markierung, ab der man den Anspruch auf Geschichtlichkeit festmachen k\u00f6nnte. Die Genealogien in 1.Mose 5 und 11 deuten ebenfalls darauf hin, dass die ganze Urgeschichte historisch gelesen werden will. Adam war der erste Mensch, von dem eine Abstammungs-Linie \u00fcber Noah bis zu Abraham reicht. Die Genesis erz\u00e4hlt eine fortlaufende Geschichte von Adam \u00fcber Noah bis zu Josef und will damit einen fortlaufenden Bericht von den Anf\u00e4ngen der Welt bis zur Entstehung des Volkes Israel abgeben. G.v.Rad schreibt: <em>Mit 1.Mose 1,1 hebt das Geschichtswerk an, das nun durchl\u00e4uft bis zur Sinaioffenbarung und der Landnahme der St\u00e4mme\u2026 Es ist also daran festzuhalten, dass hier ein Tatsachenbericht gegeben werden will\u201c.<\/em> Zu behaupten, die Urgeschichte wolle keinen historischen Tatsachenbericht abgeben, w\u00fcrde dem Selbstzeugnis der Urgeschichte widersprechen. <\/p>\n\n\n\n<p>1.) Auch das NT einschlie\u00dflich Jesus versteht die Genesis historisch. F\u00fcr Paulus habe ich das schon weiter oben nachgewiesen; auch an anderen Stellen im NT wird deutlich, dass man die Figuren der Urgeschichte und der gesamten Genesis als historischen Personen aus Fleisch und Blut versteht, die wirklich gelebt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Mt. 19,4: Habt ihr nicht gelesen: Der am Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach: \u2026\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mt. 24:37 oder Lukas 17:26: \u201eDenn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohns.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mt. 23:35, Luk.11:51 \u201e\u2026. Von dem Blut des gerechten Abel an bis auf das Blut des Secharja, des Sohnes Berechjas, den ihr get\u00f6tet habt zwischen Tempel und Altar.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hebr\u00e4er 11: \u201eDurch den Glauben hat Abel Gott ein besseres\u2026; durch den Glauben wurde Henoch entr\u00fcckt\u2026; durch den Glauben hat Noah\u2026; durch den Glauben wurde Abraham\u2026; durch den Glauben empfing Sara\u2026; durch den Glauben wurde Mose\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Francis A. Schaeffer:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eAn allen Stellen, wo sich das Neue Testament auf die erste H\u00e4lfte der Genesis bezieht, setzt es ausnahmslos voraus oder behauptet es ausdr\u00fccklich, dass die Genesis geschichtliche Aussagen macht, und dass sie in normaler Weise gelesen sein will, und Worte und Syntax so benutzt, wie jedes andere geschichtliche Buch.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Versuch einer Harmonisierung der Evolutionstheorie mit dem biblischen Sch\u00f6pfungsglauben bringt erhebliche theologische Probleme mit sich. Die Evolution basiert auf Mutation und Selektion \u00fcber gro\u00dfe Zeitr\u00e4ume hinweg. Ohne diese Faktoren w\u00e4re eine Entwicklung nicht m\u00f6glich. Die meisten Mutationen sind negativ, d.h. f\u00fchren zu einem Nachteil f\u00fcr das entsprechende Lebewesen. In der Vorstellung der Evolutionisten komme es hin und wieder auch zu positiven Mutationen, die dann einen \u00dcberlebensvorteil darstellen. Der Vorteil einer positiven Mutation ist durch die h\u00f6here \u00dcberlebenswahrscheinlichkeit infolge einer besseren Anpassungsf\u00e4higkeit und infolge einer h\u00f6heren Zahl an Nachkommen definiert. Damit sich dieser Vorteil jedoch \u00fcber eine gesamte Population ausbreiten kann und zur Ausgangsbasis f\u00fcr weitere aber seltene vorteilhafte Mutationen werden kann, sind unz\u00e4hlige Generationen und sehr lange Zeitr\u00e4ume erforderlich. Dies geschieht mit Hilfe der nat\u00fcrlichen Selektion (nat\u00fcrliche Auslese) eigentlich ein logischer Vorgang. Mutationen sind ungerichtet und geschehen zuf\u00e4llig. Die Sektion gibt die Richtung vor wie bei einer Ventilfunktion oder einem Filter. Im Kampf um das \u00dcberleben setzen sich die Individuen durch, die st\u00e4rker oder weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Krankheiten sind, und die h\u00f6here Zahlen an Nachkommen produzieren k\u00f6nnen, sich also insgesamt besser an die Umwelt anpassen k\u00f6nnen. Gleichzeitig werden die schw\u00e4cheren, Individuen, die negative Mutationen aufweisen, im Laufe von langen Zeitr\u00e4umen ausgesondert und im Entwicklungsprozess eliminiert. Man nennt diesen Prozess deshalb nat\u00fcrlich, weil er auf den von der Natur vorgegeben Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten beruht. In der theistischen Evolution tr\u00e4gt man sich mit der Vorstellung, dass Gott genau diesen Mechanismus gebraucht habe, um schlie\u00dflich den Menschen als Ziel der Sch\u00f6pfung entstehen zu lassen. Diese Vorstellung ist aber aus mehreren Gr\u00fcnden problematisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei genauer Betrachtung l\u00e4sst sich die theistische Evolution mit dem biblischen Gottesbild allgemein und mit dem in der Genesis geschilderten Sch\u00f6pfungshandeln im Speziellen kaum vereinbaren, und zwar selbst dann, wenn man den Sch\u00f6pfungsbericht nicht w\u00f6rtlich versteht. Gott h\u00e4tte sich eines Mechanismus bedient, der im Kampf um das Dasein den St\u00e4rkeren auf Kosten des Schwachen \u00fcberleben l\u00e4sst. Hat sich Gott nicht in vielf\u00e4ltiger Weise immer wieder als derjenige geoffenbart, der auf der Seite der Schwachen, der Kranken und Ausgesto\u00dfenen steht und uns dazu aufgefordert, dasselbe zu tun? (5.Mose 24; Bergpredigt: Mt.5) Daneben m\u00fcsste man bei einer theistischen Evolution die Tatsache akzeptieren, dass Gott einen Vorgang benutzt hat, bei dem die Massenproduktion und der massenhafte Tod von Lebewesen unabdingbare Voraussetzung f\u00fcr die Entwicklung des Lebens und schlie\u00dflich des Menschen wird. Der Fossilbefund zeugt von diesem \u00dcberlebenskampf und vom Sterben vieler Tiere sowie vom Aussterben ganzer Tiergruppen. Dies d\u00fcrfte wohl einer der schwerwiegendsten Einw\u00e4nde gegen die Annahme einer theistischen Evolution sein. Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden. Der Tod ist der letzte Feind Gottes, der am Ende zerst\u00f6rt werden wird. Wie sollte Gott ausgerechnet den Tod ben\u00fctzt haben, um Leben zu schaffen? Es ist auch eine merkw\u00fcrdige Vorstellung, warum Gott sich eines Vorgangs bedient haben sollte, der Jahrmillionen braucht, um zu funktionieren. W\u00fcrde das nicht vielmehr bedeuten, dass Gott ganz anders ist als wir uns ihn vorstellen? Dann w\u00fcrde dies allerdings wiederum seiner schriftlichen Offenbarung v\u00f6llig widersprechen, in der er uns als handelnder, \u00fcbernat\u00fcrlich eingreifender Gott offenbart wird, bei dem im gleichen Augenblick das geschieht, was er spricht. \u00a0Es w\u00fcrde eine massive Diskrepanz zwischen dem Sch\u00f6pfungshandeln und seinem schriftlich geoffenbarten Wort bestehen. An der Stelle erkennen wir einmal mehr, wie eng sich die Voraussetzungen der TE und der liberalen Theologie ber\u00fchren. Die \u00dcbernahme der Evolutionstheorie in eine wie auch immer geartete Sch\u00f6pfungs-Theologie kann nur unter der Voraussetzung der Denkkategorien der historisch- kritischen Methode gelingen. Es ist deshalb \u00fcberhaut nicht \u00fcberraschend dass, die liberale Theologie die Gedanken der Evolutiontheorie verinnerlich hat.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Schon weiter oben haben wir gesehen, dass nach der Evolutionstheorie der Tod von der ersten Urzelle an die Triebfeder f\u00fcr die H\u00f6herentwicklung bis hin zum Menschen ist. Das aber widerspricht unzweideutig dem biblischen Sch\u00f6pfungszeugnis, in dem der Tod erst nach der Erschaffung des Menschen und dessen S\u00fcndenfall eintritt (siehe oben). Das gleiche gilt f\u00fcr die S\u00fcnde. Wenn der Mensch von den Tieren abstammen w\u00fcrde, w\u00e4re die S\u00fcnde eine automatische Begleiterscheinung oder besser ein notwendiger Bestandteil des sch\u00f6pferischen Handelns Gottes und nicht Folge des Ungehorsams des ersten Menschenpaares. Der erste Mensch w\u00e4re im Rahmen einer TE schon s\u00fcndig \u201eerschaffen\u201c worden und k\u00f6nnte nicht mehr f\u00fcr seine S\u00fcnde verantwortlich gemacht werden. Die Bedeutung der S\u00fcnde f\u00fcr das Todesschicksal des Menschen (und der Tierwelt, siehe R\u00f6m.8) und damit auch f\u00fcr die Heilsgeschichte, die im Kreuzesstod Jesu ihren H\u00f6hepunkt findet, w\u00e4re aufgehoben. Die Kreuzestheologie der Bibel w\u00e4re hinf\u00e4llig. Von daher erkl\u00e4rt sich auch, warum viele liberale Theologen auch mit der Kreuzestheologie Jesu nicht mehr viel anfangen k\u00f6nnen und zu alternativen Erkl\u00e4rungen und Deutungen des Sterbens Jesu neigen. Es ist \u00fcbrigens auch ein klares Beispiel daf\u00fcr, dass bei einer Aufgabe der historischen Wirklichkeit die theologische Bedeutung verloren geht. Ohne historisches Fundament verliert die theologische Bedeutung ihre Aussagekraft, wie es in meinen Ausf\u00fchrungen an vielen Stellen deutlich wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die liberale Theologie scheut sich nicht davor, auf die Unstimmigkeiten hinzuweisen, die entstehen, wenn man einerseits an der Idee von einer \u00fcber Jahrmillionen dauernden graduellen H\u00f6herentwicklung und andererseits an der biblisch dokumentierten Heilsgeschichte festhalten will. Der Episkopale John Shelby Spong, emeritierter Bischof der Di\u00f6zese Newark, sagt dazu:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Am Anfang der Bibel steht die Annahme, dass Gott eine fertige und vollkommene Welt geschaffen hatte, von der die Menschen in einem kosmischen Aufstand abfielen. [Nach dem S\u00fcndenfall] befand sich alles Leben im Zustand der Erbs\u00fcnde. Darwin setzte stattdessen eine unvollendete und somit unvollkommene Sch\u00f6pfung voraus . . . Die Menschen sind [bei Darwin] nicht aus der Vollkommenheit in die S\u00fcnde gefallen, wie die Kirche seit Jahrhunderten gelehrt hat . . . Das hebt den Grundmythos der Christenheit auf, nach dem Jesus als Gottesgesandter angesehen wird, der kam, um die Opfer des S\u00fcndenfalls von den Folgen der Erbs\u00fcnde zu erretten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Vertreter einer theistischen Evolution arrangieren sich heute mit der Vorstellung, dass die Entstehung des Lebens und ihre Vielfalt durch rein nat\u00fcrliche Mechanismen erkl\u00e4rbar ist. Gott steht dabei nur im Hintergrund als Grund allen Seins, dessen Sch\u00f6pfungshandeln v\u00f6llig nebul\u00f6s und unklar bleibt. &nbsp;Richard Dawkins, ein Vertreter des neuen Atheismus, beschrieb dieses Verst\u00e4ndnis mit dem Bild des blinden Uhrmachers: Die Lebewesen, die noch viel fantastischer konstruiert sind als ein Uhrwerk, sind ohne Planung entstanden, ihr \u201eSch\u00f6pfer\u201c war blind f\u00fcr Ziele und Zwecke. \u00c4hnlich dr\u00fcckte sich auch Darwin aus. Richards hat die heutige Diskussion treffend charakterisiert, indem er schrieb: \u201e<em>Heutzutage versuchen die meisten theistischen Evolutionisten den Theismus irgendwie mit Darwin\u2019scher Evolution zu vers\u00f6hnen\u2026 Obwohl es nicht immer einfach zu verstehen ist, was sie sagen, wollen viele theistische Evolutionisten die These vom \u201eblinden Uhrmacher\u201c in ihre Theologie integrieren.\u201c <\/em>&nbsp;Welche Rolle spielt unter diesen Umst\u00e4nden Gott als Sch\u00f6pfer \u00fcberhaupt noch? &nbsp;Wenn Evolution als rein gesetzm\u00e4\u00dfiger, nat\u00fcrlicher Vorgang verstanden wird, allein bedingt durch das Wechselspiel von Mutation und Selektion, wie oben erkl\u00e4rt, dann kann man diesen Prozess eigentlich nicht mehr Sch\u00f6pfung nennen<em>? Reinhard Junker dazu: Das w\u00e4re ein Etikettenschwindel. Genauso wenig, wie der Inhalt einer Flasche durch ihre Aufschrift bestimmt wird, wird ein ungesteuerter nat\u00fcrlicher Vorgang dadurch zu Sch\u00f6pfung, dass man ihm ein entsprechendes Etikett verpasst. Wenn Gott nicht wenigstens in irgendeiner Weise steuernd im Evolutionsprozess wirkt, ist der Begriff Sch\u00f6pfung entleert. Sch\u00f6pfung durch Evolution ist dann keine Bereicherung, wie manche behaupten, sondern eine Entleerung.<\/em> Die Frage ist nur, worin das steuernde Eingreifen Gottes bestehen sollte. Ist es \u00fcberhaupt denkbar, dass die Mutationen im Evolutionsprozess nicht blind und zuf\u00e4llig erfolgt sind, sondern dass Gott sie so gelenkt hat, dass neue Arten von Lebewesen entstehen. K\u00f6nnte Evolution so doch zielorientiert und deshalb auch weniger grausam sein? Diese Vorstellung ist aus 2 Gr\u00fcnden problematisch. 1.) Sie widerspricht dem evolutionstheoretischen Grundansatz. Man k\u00f6nnte nicht mehr von einem nat\u00fcrlichen Vorgang sprechen. 2.) Sie steht im scharfen Widerspruch zu unz\u00e4hligen heutigen Beobachtungen, die ja den Ausgangspunkt f\u00fcr die Evolutionstheorie bilden. Heutige Beobachtungen sind vielfach von \u00dcberlebenskampf und Grausamkeit sowie von fehlenden Hinweisen auf eine positive Lenkung oder Planung gekennzeichnet. Genanalysen haben gezeigt, dass auf unz\u00e4hlige negative Mutationen nur wenige positive Mutationen kommen. Daran schlie\u00dft sich die Frage an: Warum sollte ein weiser Sch\u00f6pfer den Umweg \u00fcber unz\u00e4hlige negative oder sch\u00e4dliche Mutationen w\u00e4hlen, um schlie\u00dflich durch wenige positive Mutationen immer wieder einen Entwicklungssprung nach oben herbeizuf\u00fchren? Welche Rolle sollten die sch\u00e4dlichen Mutationen in einer vom Sch\u00f6pfer gelenkten, Evolution spielen? Wir kommen zwangsl\u00e4ufig wieder auf das Bild des blinden Uhrmachers zur\u00fcck. Manche suchen einen Ausweg darin, zu sagen, dass Gott den nat\u00fcrlichen Vorgang vorprogrammiert habe oder dass er die Erstursache eines solchen Vorgangs sei. Bei genauer Betrachtung dieses Arguments f\u00e4llt jedoch auf, dass man das Problem dadurch nicht kleiner macht, sondern gr\u00f6sser. Einen \u00fcber weite Strecken destruktiven Mechanismus zu programmieren, bei dem es nur sporadisch zu Entwicklungsspr\u00fcngen kommt, die dann wieder \u00fcber viele Generationen stabilisiert werden m\u00fcssen, um Ausgangspunkt f\u00fcr graduelle Neuerungen zu werden, w\u00e4re noch seltsamer, als von Zeit zu Zeit korrigierend in den destruktiven Mechanismus einzugreifen. Manche Christen wollen eine theistische Evolution mit der Ontogenes (Entwicklung eines Menschen im Mutterleib) vergleichen. Hier w\u00fcrden wir auch davon sprechen, dass Gott einen Menschen geschaffen hat, obwohl es ein ganz nat\u00fcrlicher Vorgang sei. Dagegen ist jedoch einzuwenden, dass es hier um die Erhaltung der Sch\u00f6pfung geht (Creatio continua) und nicht um die Erstsch\u00f6pfung eines Lebewesens. (Creatio ex nihilo) Jeder neue Mensch ist genau genommen schon im ersten Menschen (Adam) miterschaffen worden. (Adam ist unser \u201eUr-Gro\u00dfvater\u201c) Bei der Verschmelzung von Ei- und- Samenzelle entstehen keine neuen Gene, sondern nur neue Genkombinationen, die den Menschen ausmachen. Zudem entsteht ein Fetus nicht \u00fcber den Weg von vielen Fehlentwicklungen, die st\u00e4ndig eliminiert werden m\u00fcssten, um schlie\u00dflich ein gesundes Neugeborenes zur Welt kommen zu lassen. (\u00dcbrigens auch ein schl\u00fcssiges Argument f\u00fcr die Erbs\u00fcnde, die in Adam angelegt wurde.) Auch dieses Argument greift viel zu kurz. Es bleibt die Frage: Wie k\u00f6nnte man noch von Sch\u00f6pfung angesichts eines ungesteuerten, nat\u00fcrlichen, gesetzm\u00e4\u00dfig beschreibbaren Prozesses sprechen? H\u00e4tte der Sch\u00f6pfungsbegriff dann \u00fcberhaupt noch eine Entsprechung zur menschlichen Erfahrung? W\u00e4re Gott \u00fcberhaupt noch erkennbar? Will uns nicht ausgerechnet der Sch\u00f6pfungsbericht mit dem Attribut der Ebenbildlichkeit des Menschen eine gewisse \u00c4hnlichkeit mit Gottes Wesen attestieren? Gleichzeitig setzt die M\u00f6glichkeit der Kommunikation mit Gott eine gewisse Wesensgleichheit voraus. Kann unsere F\u00e4higkeit zur Kreativit\u00e4t nicht auch als Abbild der sch\u00f6pferischen T\u00e4tigkeit Gottes verstanden werden? Es gibt zahlreiche Bibelstellen, in denen ausgedr\u00fcckt wird, dass wir Gottes Gr\u00f6\u00dfe, Gottes Macht, Weisheit und Verstand (Jer.10,12) gerade auch in der Sch\u00f6pfung erkennen k\u00f6nnen. (R\u00f6m.1,20) Ohne Entsprechung zwischen Sch\u00f6pfungshandeln Gottes und der menschlichen Kreativit\u00e4t w\u00e4ren diese Bibelstellen sinnlos. Man w\u00fcrde doch Gott nicht etwa f\u00fcr einen vom Wind zuf\u00e4llig zusammengewehten Bl\u00e4tterhaufen als Zeichen der Gr\u00f6\u00dfe Gottes loben wollen. Gerade in der liberalen Theologie wird dieser Aspekt zu wenig beachtet, indem man das Verst\u00e4ndnis von Gott als Sch\u00f6pfer auf eine andere Ebene des Verstehens verschiebt, die f\u00fcr uns Menschen nicht mehr greifbar ist. Gott wird zum ganz anderen oder zum v\u00f6llig verborgenen Gott. (Deus abscondidus). Im Deismus geht man davon aus, dass Gott zwar die Initialz\u00fcndung f\u00fcr die Entwicklung des Lebens gegeben hat, dann aber die Welt sich selbst \u00fcberl\u00e4sst. Deismus und evolutiver Theismus grenzen in Fragen des Ursprungs des Lebens eng aneinander. Gottes Wirklichkeit und die menschliche Realit\u00e4t haben zumindest in der Sch\u00f6pfung nichts mehr miteinander zu tun. Reinhard Junker dazu: <em>Gott als Sch\u00f6pfer in die Tiefen der Wirklichkeit zu verbannen, ist ein Fehlweg.<\/em> \u201eDer das Ohr gepflanzt, sollte der nicht h\u00f6ren? Und der das Auge gebildet, sollte der nicht sehen.\u201c (Psalm 90,9 nach Menge).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Evolutionstheorie l\u00e4sst sich kaum mit dem biblischen Gottesbild und erst recht nicht mit dem biblischen Sch\u00f6pfungszeugnis harmonisieren. Wer es trotzdem versucht, muss sich zwangsl\u00e4ufig \u00fcber viele theologische Probleme, die dabei auftreten, oder evolutionistische Hypothesen hinwegsetzen. Er ger\u00e4t zwischen 2 St\u00fchle, die ihm keinen sicheren Sitz gew\u00e4hrleisten. Weder von biblischer Seite noch von evolutionistischer Seite bekommt er Halt. Er tut sich schwer, sich gegen beide Seiten zu verteidigen. Ich kann nat\u00fcrlich verstehen, dass viele Christen heutzutage angesichts des \u00f6ffentlichen Meinungsdrucks und der angeblichen Wissenschaftlichkeit der Evolutionstheorie den Glauben an die Historizit\u00e4t des Sch\u00f6pfungsberichtes aufgegeben haben. Viele nehmen auch die Haltung ein, dass sie sagen, ob ich nun den Sch\u00f6pfungsbericht w\u00f6rtlich nehme oder nur symbolisch verstehe, davon h\u00e4ngt mein Glaube nicht ab. Das ist nat\u00fcrlich bis zu einem bestimmten Grad richtig. Die wenigsten werden sich jedoch \u00fcber die tiefere theologische Dimension einer solchen Haltung bisher Gedanken gemacht haben. Wer ernsthaft dar\u00fcber nachdenkt, wie die Bibel richtig zu verstehen oder auszulegen ist, der kommt an der Frage nach der Urgeschichte und dem Sch\u00f6pfungsbericht nicht vorbei. Will man die Bibel als Offenbarung ernst nehmen, l\u00e4sst sie uns, wie wir gesehen haben, wenig Interpretationsspielraum. Ich vermute, dass wenigen Christen bewusst ist, dass sie bei einer Akzeptanz einer theistischen Evolution die Denkvoraussetzungen der historisch- kritischen Theologie \u00fcbernehmen. Mir selbst wurde erst im Laufe meiner Besch\u00e4ftigung mit diesem Thema klar, dass unser Bibel- und Gottesverst\u00e4ndnis auf der theoretischen Erkenntnisebene sehr stark mit dem Sch\u00f6pfungsverst\u00e4ndnis zusammenh\u00e4ngen. In praktischer Hinsicht spielt es vermutlich eher eine untergeordnete Rolle. Hier gelingt es den meisten, die obengenannten Probleme auszuklammern und manche Fragen einfach unbeantwortet stehen zu lassen. In einer Auseinandersetzung mit dem wachsenden Einfluss der liberalen Theologie in Kirchen, Freikirchen und Religionsunterricht und in der Konfrontation mit einer abnehmenden Bindung an das Wort Gottes in unseren Gemeinden sind die Fragen nat\u00fcrlich von immenser Bedeutung. Ich habe volles Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wenn jemand zum Thema eine indifferente Haltung einnimmt und Fragen dazu offenlassen will. Nicht jeder kann sich so intensiv mit diesen Fragen besch\u00e4ftigen, wie es n\u00f6tig ist, um hier mehr Klarheit zu bekommen. Wof\u00fcr ich allerdings kein Verst\u00e4ndnis habe, wenn Theologen so tun, als sei die Frage nach der Historizit\u00e4t des Sch\u00f6pfungsberichtes naturwissenschaftlich und theologisch l\u00e4ngst gekl\u00e4rt. Damit wird n\u00e4mlich verschwiegen, dass es sehr wohl ernsthafte und grunds\u00e4tzliche Probleme gibt, wie wir gesehen haben. Probleme gibt es nur dann nicht, wenn ich ein v\u00f6llig anderes Bibelverst\u00e4ndnis zugrunde lege, und genau das geschieht in der liberalen Theologie. Weil dies von immens wichtiger Bedeutung ist, und weil es uns die ganze Tragweite der Kritischen Sicht vor Augen f\u00fchrt, m\u00f6chte ich es im Folgenden nochmal grundlegend darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der liberalen Theologie versteht man den Sch\u00f6pfungsbericht und die Urgeschichte als Glaubenszeugnisse, in denen kollektive religi\u00f6se Erfahrungen in Worte gefasst wurden. Die Bibel sei als reines Menschenwort Reflexion lebendiger menschlicher Religiosit\u00e4t. Die Bibel sei nicht von Gott oder vom Heiligen Geist eingegeben worden, es sei denn, man identifiziere den Geist Gottes mit der religi\u00f6sen Erfahrung des Menschen.( nach Bernhard Kaiser) Diese Erfahrungen seien in die Form von Mythen und legendenhaften Erz\u00e4hlungen gepackt worden und erh\u00f6ben deshalb nicht den Anspruch auf Historizit\u00e4t. Wir w\u00fcrden deshalb einen gro\u00dfen Fehler machen, wenn wir den Texten ein tats\u00e4chliches Geschehen unterstellen w\u00fcrden. So liegt es auf der Hand, dass der Sch\u00f6pfungsbericht als zeitloser Mythos viel leichter mit der naturwissenschaftlichen Weltanschauung zu vereinbaren ist. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die religi\u00f6se Weltdeutung eine v\u00f6llig andere ist als die, die wir mit unseren naturwissenschaftlichen Methoden erfassen k\u00f6nnen. W\u00e4hrend man die religi\u00f6se Welt nur intuitiv, also nur innerlich ohne \u00e4u\u00dfere Gr\u00fcnde erfassen k\u00f6nne, sei die \u00e4u\u00dfere Gegenstandswelt messbar, z\u00e4hlbar und wissenschaftlich erforschbar. W\u00e4hrend der Glaube f\u00fcr die inneren, geistlichen Wahrheiten zust\u00e4ndig ist, sei die Wissenschaft f\u00fcr die \u00e4u\u00dferen konkret greifbaren Wahrheiten zust\u00e4ndig. Religi\u00f6se Weltdeutung und naturwissenschaftliche Erkenntnisse haben dann nichts mehr miteinander zu tun, sie haben keine Ber\u00fchrungspunkte mehr. Beide Erkenntniswege liegen auf v\u00f6llig verschiedenen Ebenen, wie es in vielen Diskussionen von liberalen Theologen immer wieder betont wird. Man nennt diese duale Wirklichkeitsbeschreibung auch Parallelismus. Deshalb ergibt sich auch kein Widerspruch zwischen Genesis und Evolutionstheorie und zwischen Glauben und Naturwissenschaft. Hier dr\u00fcckt sich das Grundgedankengut der liberalen Theologie aus. Der Glaube wird unabh\u00e4ngig vom \u00e4u\u00dferen Ding, von der tats\u00e4chlichen Geschichte, von der Frage, ob Wunder tats\u00e4chlich geschehen sind, ob man die Auferstehung tats\u00e4chlich leiblich oder geistig deuten muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Ablehnung der Historizit\u00e4t vieler biblischer Erz\u00e4hlungen einschlie\u00dflich des Sch\u00f6pfungsberichtes ergibt sich ein Trend vom Faktischen zum Fiktiven, indem Gottes Handeln in der geschichtlichen Realit\u00e4t auf innerliche Vorg\u00e4nge reduziert wird. So kann man heute beispielsweise sagen: Die Sch\u00f6pfung sei nicht wirklich so geschehen. Gott habe im Glauben der damaligen Menschen das Bewusstsein daf\u00fcr geschaffen, dass Gott die Welt und den Menschen gemacht hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger wollten uns die Sch\u00f6pfungsberichte in Genesis sagen. Wie er sie tats\u00e4chlich gemacht hat, sei nicht entscheidend. Hauptsache wir glauben an Gott den Sch\u00f6pfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der gleichen Linie befindet sich die Aussage, Gott habe bei der Auferstehung nicht am Leichnam Jesu, sondern am Glauben der J\u00fcnger gehandelt. Das sei aber v\u00f6llig ausreichend, um Jesus als Auferstandenen zu bekennen. Das gleiche lie\u00dfe sich auch f\u00fcr die Jungfrauengeburt und f\u00fcr viele Wunderberichte im AT und NT sagen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend vollzieht sich der Glaube nur noch im Bewusstwerden und im Erkennen von geistig-religi\u00f6sen Einsichten und inneren Erfahrungen, die keinen Bezug zur Natur-Sch\u00f6pfung und zur \u00e4u\u00dferen Wirklichkeit mehr haben. Wenn Gott handelt, dann handelt er nicht im \u00c4u\u00dferen, sondern im Inneren, im Bewusstsein des Menschen. Es handelt sich letztendlich um einen mystischen, einen rein philosophischen Glauben. Im Grunde bedeutet dies nichts anderes als einen R\u00fcckzug in einen sicheren Bereich, in dem der Glaube durch die ratio nicht mehr angreifbar ist. Bernhard Kaiser nennt diesen Vorgang den <em>Verlust der Gesch\u00f6pflichkeit<\/em>, der sich in allen Bereichen der liberalen Theologie manifestiert. Bernhard Kaiser dazu: <em>Damit wird deutlich: Schon der Glaubensbegriff dieser Theologie entbehrt dessen, was Luther das \u201e\u00e4u\u00dferlich Ding\u201c nannte: des \u00e4u\u00dferen, objektiven Wortes Gottes und damit einer Gr\u00f6\u00dfe, die nicht im menschlichen Bewusstsein, sondern in der Sch\u00f6pfung steht: als menschliches, diesseitiges, geschriebenes oder gepredigtes Wort. So zeigt schon das Verst\u00e4ndnis von Glauben und Christsein das Ausfallen der gesch\u00f6pflichen Dimension. Mit dem Ausfallen der gesch\u00f6pflichen Dimension verkommt der Glaube zu einer gnostischen und unwirklichen Gr\u00f6\u00dfe. Er wird zu einer hohlen Gl\u00e4ubigkeit, die mit den unterschiedlichsten religi\u00f6sen Anschauungen gef\u00fcllt werden kann. Damit h\u00e4ngt zusammen, dass die neuere Theologie auch die Bez\u00fcge der Offenbarung Gottes zur gesch\u00f6pflichen Dimension problematisiert, sei dies die Fleischwerdung des Sohnes Gottes oder das Eingehen des Heiligen Geistes ins biblische Wort. F\u00fcr die neuere Theologie ist Jesus in der Regel nur ein Mensch und das G\u00f6ttliche an ihm ist sein religi\u00f6ses Bewusstsein. Aber wesenhaft Gott ist er f\u00fcr sie nicht\u2026<\/em>\u2026<em>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit Gottes Wort: Die neuere Theologie lehnt es ab, es mit der Bibel zu identifizieren, mithin also im Sinne der Lehre von der Theopneustie (Inspiration) der Heiligen Schrift das \u00e4u\u00dfere, menschliche Wort als Gotteswort anzusehen. Gottes Wort ist f\u00fcr sie ein Ereignis im Horizont der menschlichen Existenz, was aber nichts anderes hei\u00dft, als dass es in einer inneren religi\u00f6sen Erfahrung oder in einem Bewusstseinsakt besteht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe diese S\u00e4tze von Bernhard Kaiser deshalb so ausf\u00fchrlich zitiert, weil sie grundlegend f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der liberalen Theologie sind. Sie sind quasi der Generalschl\u00fcssel, mithilfe dessen ich mir jede liberale Interpretation von biblischen Einzelereignissen erschlie\u00dfen kann. Durch diese Brille sieht ein liberaler Theologe die ganze Bibel. Man fragt sich hier, was ist das f\u00fcr ein Gott? Was tut Gott wirklich? Hat er die Welt \u00fcberhaupt geschaffen? Gibt es denn \u00fcberhaupt keine Spuren seiner Existenz in der Sch\u00f6pfung (Die meisten theistischen Evolutionsbiologen akzeptieren heute einen rein nat\u00fcrlichen Prozess) oder in der Geschichte? Warum hat er sich nicht offenbart in seinem Wort? Wenn es alles ganz anders war, als es im Sch\u00f6pfungsbericht steht, warum hat er uns dann nicht mitgeteilt, wie es wirklich war? Warum hat er uns unserer eigenen subjektiven Weltdeutung (Sch\u00f6pfungsbericht) \u00fcberlassen? Wir sp\u00fcren, dass wir durch diese Fragen in eine unertr\u00e4gliche Spannung kommen, nicht nur, weil sie unser Bild von einem liebenden, pers\u00f6nlichen Gott, der sich den Menschen in erkennbarer Weise zuwendet und mitgeteilt hat, stark in Frage stellen, sondern auch, weil sie ein zur Bibel diametral entgegengesetztes Gottesbild zeichnen. Wird nicht gerade in der Bibel vom ersten bis zum letzten Vers vom Handeln Gottes in dieser Welt gesprochen. Gott schafft die Welt, offenbart sich erkennbar und h\u00f6rbar, begnadigt und straft, wirkt Wunder und greift in die Geschichte ein, kommt schlie\u00dflich selbst in unsere Welt, unternimmt alles, um uns zu retten, bevor die Welt zu Ende geht und er einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird, wie passt das alles in eine rein geistlich-religi\u00f6se Sch\u00f6pfungswirklichkeit, die f\u00fcr unsere Sinne und unsere ratio nicht fassbar sein soll. Die Bibel widerspricht jedenfalls einer derartigen Auffassung eindeutig. Andererseits zeigt sich daran, wie sich die Grundauffassung der liberalen Theologie von der Heiligen Schrift l\u00e4ngst v\u00f6llig verschoben hat. Das Sch\u00f6pfungsverst\u00e4ndnis der Bibelkritik ist l\u00e4ngst zur Blaupause f\u00fcr andere heilsbedeutende Wahrheiten geworden. Die Heilige Schrift darf uns nicht mehr sagen, wie sie verstanden werden will, sondern die HKM sagt, wie die Bibel zu verstehen ist. Bemerkenswert ist auch, dass die Menschen, die Gottes Handeln in ihrem Leben pers\u00f6nlich erfahren haben, oft viel weniger Probleme haben, den Sch\u00f6pfungsbericht so zu akzeptieren, wie er ist. Ihre konkreten Erfahrungen lassen sie auch in der Bibel eher mit einem gegenst\u00e4ndlichen Handeln Gottes rechnen. Andersrum gilt dies m\u00f6glicherweise noch mehr. Je mehr mich die Geschichten \u00fcber die Wunder in der Bibel ins Staunen versetzen, desto eher werde ich auch in meinem Alltag Wunder erwarten und gem\u00e4\u00df der biblischen Zusagen auch erleben, ohne sagen zu wollen, dass Wunder abrufbar w\u00e4ren wie Zigarrettenpackungen aus dem Automat. Eine abstrakte Sch\u00f6pfungswirklichkeit, wie sie oben beschrieben ist, ist nach meiner Meinung viel weniger in der Lage, den Glauben an einen konkret handelnden Gott zu st\u00e4rken. Gott wird fremd, r\u00fcckt weiter weg, ist nicht mehr versteh- und greifbar. Je weiter Gott f\u00fcr mich wegr\u00fcckt, desto mehr muss ich selbst in meinem Innern arbeiten, dass er nicht in der Ferne verschwindet. Den Sch\u00f6pfungsbericht und damit auch Gott auf eine abstrakte Verstehensebene zu verschieben, um mit den vermeintlich objektiven, wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht zu kollidieren ist eine nur vordergr\u00fcndige L\u00f6sung, weil sie erst mal viel Druck aus dem Kessel der Auseinandersetzung nimmt. Am Ende erweist sie sich aber f\u00fcr den Ausleger, der die Bibel in ihrer Aussageintention ernst nehmen will, als nicht tragf\u00e4hig, weil sie sich nicht vertr\u00e4gt mit dem biblischen Sch\u00f6pfungs- und Gottesbild. \u00a0Erneut zeigt sich, dass der Ausleger in einen extremen Konflikt ger\u00e4t und dass er das urspr\u00fcngliche Problem nicht gel\u00f6st, sondern nur verschoben hat.\u00a0 \u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Christen halten es f\u00fcr unverantwortlich, am geschichtlichen Verst\u00e4ndnis des Sch\u00f6pfungsberichtes festzuhalten, weil hier der Glaube an Jesus mehr oder weniger unbewusst von einer w\u00f6rtlichen Interpretation der Urgeschichte abh\u00e4ngig gemacht werde. Hierdurch werde der Kern des Evangeliums mit intellektuellen Widerspr\u00fcchen unn\u00f6tig belastet und gef\u00e4hrlich angreifbar. Man glaubt deshalb, die Historizit\u00e4t aufgeben zu m\u00fcssen und gleichzeitig ein intellektuelles Hindernis auf dem Weg zum Glauben aus dem Weg r\u00e4umen zu k\u00f6nnen. Bei all diesen Diskussionen wird aber \u00fcbersehen, dass es m\u00f6glicherweise genau umgekehrt ist. Skeptischen Zeitgenossen wird der Glaube nicht dadurch glaubw\u00fcrdiger erscheinen, dass wir immer nur sagen, so war das nicht gemeint, das muss man heute anders verstehen, der Sch\u00f6pfungsbericht will nicht historisch verstanden werden. In \u00f6ffentlichen Diskussionen kommt genau dieses Ph\u00e4nomen immer wieder zum Tragen. Die Vertreter der atheistischen Seite wundern sich immer wieder dar\u00fcber, wie man den bibeleigenen Wahrheitsanspuch der Urgeschichte theologisch beiseite schieben kann und andererseit dann mit relativ hohem Absolutheitsanspruch die Lehre Jesu als verbindlich ansehen kann. Wer sagt uns denn, dass Jesus verbindlich sein soll ,das AT jedoch nicht. Wer sagt uns, welcher Teil von Jesus als verbindlich anzusehen ist und welcher nicht, wenn Gott seine eigenen Propheten und Apostel im irrt\u00fcmlichen Glauben lie\u00df, dass es sich um historische Berichte und Personen handelte. Es entsteht eine Beliebigkeit, die f\u00fcr atheistische Wissenschaftler oder Philosophen eher absto\u00dfend wirkt. Jedenfalls gibt es hier einige Diskussionen, in denen ich das so erlebt habe. F\u00fcr einen unvoreingenommenen Leser ist es schwer nachvollziehbar, dass er die Bibel, nachdem er sie inhaltlich verstanden hat, nicht so lesen darf, wie sie selbst verstanden werden will. Helge Stadelmann sagt dazu: <em>Vielmehr werden sie (die Skeptiker) fragen, was denn von einem Glauben zu halten ist, der in den \u00fcberpr\u00fcfbaren Bereichen als durch Fakten falsifiziert anzusehen w\u00e4re und sich daraufhin in k\u00fchnem Sprung auf die Tellsplatte einer un\u00fcberpr\u00fcfbaren existentiellen Innerlichkeit zur\u00fcckzieht und dies in der Folge mit gro\u00dfer Geste als christologisch motivierte Notwendigkeit ausgibt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus steht es nicht in unserer Verantwortung, den Zugang zu Gottes Wort dadurch zu erleichtern, dass man Teile davon wegstreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Huber (2007), der fr\u00fchere Ratsvorsitzende der EKD, bezeichnet Kreationismus als Verkehrung des Glaubens.\u201c..&nbsp; Ebenso hat die EKD sich offiziell zu einer Ablehnung des Kreationismus bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Zusammenfassung:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Urgeschichte und der Sch\u00f6pfungsbericht wollen historisch verstanden werden, was von den meisten alttestamentlichen Wissenschaftlern best\u00e4tigt wird. Evolution und der biblische Sch\u00f6pfungsbericht lassen sich, wenn \u00fcberhaupt, nur \u00e4u\u00dferst schwer miteinander vereinbaren. Viele Teile der Evolutionstheorie stehen im krassen Gegensatz zum biblischen Gottesbild. Bei einer Trennung von theologischer Botschaft und historischer Wirklichkeit laufe ich Gefahr, bedingt durch den dann entstehenden Subjektivismus, nicht nur einen gro\u00dfen Teil der theologischen Aussagen in den ersten Kapiteln der Bibel , sondern auch wichtige Heilstatsachen zu verlieren. Der Kern der christlichen Botschaft \u00fcber S\u00fcnde und den Kreuzestod Jesu wird ausgeh\u00f6hlt. Was \u00fcbrig bleibt, ist h\u00e4ufig nur die Aussage, dass Gott diese Welt in der Hand h\u00e4lt, wof\u00fcr nur der erste Satz der Bibel gen\u00fcgt h\u00e4tte. Die Vereinbarkeit von Evolution und Sch\u00f6pfung kann nur vor dem Hintergrund einer historisch- kritischen Weltanschauung begr\u00fcndet werden. Eine komplette Trennung der Wirklichkeit in eine geistige f\u00fcr den Glauben fassbare und eine wissenschaftliche erforschbare Wirklichkeit ist nichts anderes als eine Flucht vor der Wirklichkeit und wird dem biblischen Gottesbild, das uns schon im Sch\u00f6pfungsbericht vorgestellt wird, keinesfalls gerecht. Ein mystischer Glaube, wie ihn viele liberale Theologen letztlich pflegen und propagieren ist nur haltbar, wenn ich die Bibel auf den Kopf stelle. Gleichzeitig erweist sich die Notwendigkeit der Akzeptanz der Evolution nur dann als gegeben, wenn ich evolutionistische Vorannahmen zugrunde lege. Die Evolution ist aber nicht bewiesen. Sie beruht auf zahlreichen nicht bewiesenen Hypothesen. Genauso gut kann ich den Spies umdrehen und sagen, die moderne Naturwissenschaft best\u00e4tigt gerade, dass ein nat\u00fcrlicher Entstehungsmechanismus unwahrscheinlich ist. Die modernen wissenschaftlichen Erkenntnisse stehen dem Sch\u00f6pfungsglauben \u00fcberhaupt nicht im Weg, im Gegenteil sie bringen mich zu der Erkenntnis, dass ein intelligenter Sch\u00f6pfer die Welt geplant haben muss. Moderne Wissenschaft und Glauben haben sehr viel miteinander zu tun. Nicht die Wissenschaft zwingt mich zu einer Annahme der Evolution, sondern bestimmte weltanschauliche Deutungen von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen. Die gleichen Forschungsergebnisse k\u00f6nnen mich auch zu einem Sch\u00f6pfungsglauben f\u00fchren. Die Wissenschaft steht auf der Seite der Bibel, weil Gott ein in der Welt handelnder ist und zahlreiche Spuren seines Wirkens hinterlassen hat. Der Glaube basiert nicht vorwiegend auf inneren religi\u00f6sen Einsichten, sondern auf realen geschichtlichen und sch\u00f6pfungsm\u00e4\u00dfigen und damit wissenschaftlich fassbaren Tatsachen. Das macht die Einzigartigkeit des biblischen Glaubens aus. Wir loben Gott als Sch\u00f6pfer, nicht weil er uns das Zeugnis der Menschen dar\u00fcber hinterlassen hat oder das Bewusstsein daf\u00fcr schenkt, sondern weil er tats\u00e4chlich der Sch\u00f6pfer ist und in Raum und Zeit Tatsachen geschaffen hat, die wir entweder akzeptieren oder ablehnen k\u00f6nnen. Die Spuren seiner Sch\u00f6pfung und seines geschichtlichen Handelns sind \u00e4u\u00dferlich gut erkennbar und wissenschaftlich erfassbar. Am Ende bleibt es nat\u00fcrlich ein Glaubensakt- wir k\u00f6nnen Gott nicht im wissenschaftlichen Sinn beweisen- aber zu behaupten, Wissenschaft und Glauben st\u00fcnden auf zwei unverbundenen Ebenen, ist nur f\u00fcr den richtig und sicher, der die Argumente einseitig abw\u00e4gt, der die weltanschaulichen Hypothesen und tats\u00e4chliche wissenschaftliche Fakten nicht trennt. Glaube und Wissenschaft gehen nicht ineinander auf, st\u00fctzen sich aber gegenseitig. Es ist v\u00f6llig falsch, egal von welcher Seite, zu behaupten, dass unser Glaube v\u00f6llig unabh\u00e4ngig w\u00e4re von begreifbaren \u00e4u\u00dferen Faktoren. Der Auferstehungsglaube der J\u00fcnger und sp\u00e4teren Aposteln basierte f\u00fcr sie auf selbst erlebten historisch dokumentierten Tatsachen. Die Sch\u00f6pfung hat uns Gott geschenkt, um sich in seiner Allmacht und in seiner Weisheit zu erkennen zu geben. Was wollen wir mehr. Auf diesem Hintergrund ist es mir v\u00f6llig r\u00e4tselhaft, wie man die Wirklichkeit Gottes auf ein rein innerliches Bewusstsein verschieben kann. Sich auf die Seite der Gegner des Kreationismus zu stellen, zeugt also von weltanschaulicher Voreingenommenheit und macht deutlich, wie sehr man sich von der Autorit\u00e4t der Heiligen Schrift entfernt hat. Die Selbstverst\u00e4ndlichkeit und Vehemenz, mit der das auch von Seiten der EKD geschieht, kann nur als trauriger Beweis daf\u00fcr gewertet werden, dass es nicht darum geht, objektive Wissenschaft zu verteidigen, sondern vorgefertigte institutionalisierte Meinungen zu sch\u00fctzen, \u00e4hnlich wie das in der katholischen Kirche praktiziert worden ist. In Wirklichkeit geht es darum, dass man die vernunftbasierten Errungenschaften der Theologie nicht aufgeben will. Das Dogma der liberalen und angeblich wissenschaftlichen Theologie macht mit ihrem Absolutheitsanspruch heute genau das, was es urspr\u00fcnglich bek\u00e4mpfen wollte. Die Offenheit der EKD f\u00fcr viele zeitgeistige Str\u00f6mungen w\u00fcrde man sich auch dem Kreationismus gegen\u00fcber w\u00fcnschen. Warum man sich hier kategorisch verschlie\u00dft, kann nur darin begr\u00fcndet sein, dass die EKD in zunehmender Weise die ideologischen Z\u00fcge und die Meinungshoheit der HKT \u00fcbernimmt. Zu einer modernen aufgekl\u00e4rten Welt geh\u00f6rt es nach meiner Einsch\u00e4tzung auch, die wissenschaftlich fundierten Argumente des Kreationismus anzuh\u00f6ren und ernst zu nehmen, egal wie man sich am Ende pers\u00f6nlich entscheidet. Sie aber von vorherein abzulehnen oder sie gar zu verteufeln, bringt nicht diejenigen in Verruf, die abgelehnt werden, sondern die, die diese Ablehnung in frommer Manier protuschieren. Die historisch kritische Theologie und die EKD gibt sich beim vorliegenden Thema nicht nur als stolzer Feind des reformatorischen Schriftverst\u00e4ndnisses zu erkennen, sondern auch einer bibelgem\u00e4\u00dfen Hermeneutik und tritt hier in die selbstgestellte Falle, indem sie heute genau das macht, was in der Paradiesgeschichte zum Verh\u00e4ngnis wurde: \u201e<strong>Sollte Gott gesagt haben.\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht ist manchem Leser, der mich kennt, aufgefallen, dass ich in meinen bisherigen Ausf\u00fchrungen das Thema der Evolutionstheorie, ausgespart habe. Das habe ich getan, weil ich dies Thema in einem separaten Kapitel aufgreifen wollte. 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