{"id":72,"date":"2022-04-03T12:04:57","date_gmt":"2022-04-03T12:04:57","guid":{"rendered":"https:\/\/martin.quitesmall.de\/?page_id=72"},"modified":"2022-04-03T12:04:57","modified_gmt":"2022-04-03T12:04:57","slug":"pentateuchkritik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/derbibelglauben.de\/?page_id=72","title":{"rendered":"Pentateuchkritik"},"content":{"rendered":"\n<p>Kritik an den 5 B\u00fcchern Mose<\/p>\n\n\n\n<p>Als Pentateuch werden die 5 B\u00fccher Mose bezeichnet. Nach der Ansicht der HKT stammen diese 5 B\u00fccher nicht von Mose als Verfasser, sondern wurden ihm nachtr\u00e4glich zugeschrieben. Nach der Ansicht der historischen Kritik ist der Pentateuch das Produkt eines langen Entwicklungsprozesses, wonach im Laufe dieses Prozesses zahlreiche verschiedene zum Teil sich widersprechende Quellen und unterschiedliche religi\u00f6se Vorstellungen langsam zu einem Gesamtwerk zusammengeflossen seien. Die Endredaktion erfolgte dann erst in der Zeit w\u00e4hrend oder nach der babylonische Gefangenschaft, also um \u00a0600-400 vor Christus. Dieses Modell ist unter dem ber\u00fchmten Stichwort <em>Quellenscheidungstheorie<\/em> bekannt geworden und wird bis heute an Schulen und Hochschulen als wissenschaftliche Erkenntnis gelehrt. Verschwiegen wird dabei immer, dass die Entwicklung dieses Modelles selbst v\u00f6llig chaotisch war und das Ergebnis nur den kleinsten gemeinsamen Nenner unter vielen sich widersprechender Thesen darstellt. Seit den 70ger Jahren des vorigen Jahrhunderts ger\u00e4t dieses Modell selbst zunehmend in die Kritik.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst sollte dem Leser einmal erkl\u00e4rt werden, dass die Quellenscheidungstheorie in einer Zeit entstanden ist, als man davon ausging, dass es die Schreibf\u00e4higkeit zu dieser Zeit noch gar nicht gab. Die Theorie ist also zun\u00e4chst von v\u00f6llig falschen Voraussetzungen ausgegangen, denn inzwischen wei\u00df man, dass die Schreibkunst schon l\u00e4ngst vor Mose entwickelt war. Schon zur Zeit Abrahams gab es in Ur in Chald\u00e4a, der Heimat-Metropole Abrahams (um 2000 vor Christus), Schreibschulen. Bedenkt man, dass neue auch kleine Kenntnisse, die die Quellenscheidungstheorie st\u00fctzen, oft stark \u00fcberbetont und \u00fcberall ver\u00f6ffentlicht werden, dann kommt es einem schon seltsam vor, wenn man beim Verlust einer wichtigen St\u00fctze, wie der fehlenden Schreibkunst zur Zeit Moses, so tut, als w\u00e4re nichts passiert, und trotzdem munter an der Theorie festh\u00e4lt. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das erste und wichtigste Argument gegen die Quellenscheidungstheorie ist ein Argument, das viele Laien nicht kennen, aber auch viel zu selten ins Bewusstsein gerufen wird: Es ist das Argument der fehlenden Quellen. Es gibt nicht die geringste Spur eines arch\u00e4ologischen oder historischen Beweises f\u00fcr die Existenz einer solchen Quelle. In einer derartig hypothetisch langen Entwicklungsgeschichte und bei einem so reichhaltigen Material an antiker Literatur, das uns aus der Zeit zwischen 1500 und 400 vor Christus heute zur Verf\u00fcgung steht und bei der man keinesfalls nur m\u00fcndliche Traditionen annimmt, sollte doch wenigsten in wenigen F\u00e4llen eine derartige schriftliche Quelle entdeckt worden sein. Aber der Pentateuch hat keine Vorl\u00e4ufer. Wir kennen den Pentateuch nur als Ganzes. Die Quellen sind die missing links der Pentateuch Forschung. Ausgerechnet die urspr\u00fcnglich getrennten schriftlichen Quellen, die man annimmt, sind bis heute nicht vorhanden. Eventuell hat man im 18\/19. Jahrhundert noch gehofft, irgendeine derartige Quelle zu finden, um die Theorie besser st\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Die Hoffnungen sind allerdings nicht erf\u00fcllt worden. Ein arch\u00e4ologisch-historischer Beweis fehlt bis heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 4 wichtigsten Argumente des Quellenscheidungs-Modells:<\/p>\n\n\n\n<p>1.Der Wechsel zwischen den Gottesnamen (Elohim und Jahwe)<\/p>\n\n\n\n<p>Das war das erste Argument, das f\u00fcr die Quellenscheidung gebraucht wurde. Man geht davon aus, dass den unterschiedlichen Gottesnamen urspr\u00fcnglich getrennte Quellen zugrunde lagen, die sp\u00e4ter zu einer Einheit zusammengefasst wurden, ohne die angeblichen Widerspr\u00fcche und Spannungen auszumerzen. (Elohist, Jahwist).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontra:<\/strong> In anderen antiken Werken kommt ein Namenswechsel ebenfalls vor, obwohl dort die Einheit der Verfasserschaft nicht angezweifelt wird. Warum sollte es in einem hebr\u00e4ischen Text anders sein? Au\u00dferdem ist die Aufteilung der Quellen anhand der Gottesnamen oft so k\u00fcnstlich, dass die Kritiker das Prinzip nicht konsequent durchf\u00fchren konnten; so kommt Elohim in folgenden J-Texten vor: 1.Mose 3,1-5; 31,50 33,5+11, und Jahwe in folgenden E-Texten: 1.Mose 21,33; 22,11+14; 28,17-22. So musste man annehmen, dass der Redakteur die Namen nachtr\u00e4glich ver\u00e4ndert hat. Es waren also Konjektionen notwendig, um die Hypothese zu st\u00fctzen, was in der liberalen Theologie h\u00e4ufig vorkommt. Dar\u00fcber hinaus bestehen zwischen dem masoretischen Text und der Septuaginta zahlreiche Unterschiede in der Verwendung der Gottesnamen, was die Theorie ebenfalls schw\u00e4cht. Der unterschiedliche Gebrauch der Gottesnamen kann viel besser so erkl\u00e4rt werden: Die Namen stellen nicht nur Eigennamen dar, sondern bezeichnen verschiedene Eigenschaften Gottes im jeweiligen Kontext. Elohim weist auf Gott als Sch\u00f6pfer des Universums in seiner Allmacht hin, w\u00e4hrend Jahwe eher Gott als Bundespartner bzw.in seiner Beziehungsabsicht zu den Menschen zum Ausdruck bringen will.<\/p>\n\n\n\n<p>2.) Duplikate und Parallelgeschichten:<\/p>\n\n\n\n<p>Das war anscheinend eines der am meisten gebrauchten Argument f\u00fcr verschiedene sich widersprechende Quellen. Das bekannteste Beispiel sind die beiden Sch\u00f6pfungsberichte in 1.Mose 1 und 1.Mose 2. Sowie die sich kreuzenden Geschichten in 1.Mose 6-8 (Sintflutbericht).<\/p>\n\n\n\n<p>Kontra: Die beiden Sch\u00f6pfungsberichte stammen nicht aus unterschiedlichen sich widersprechenden Quellen, sondern berichten aus verschiedenen Perspektiven. W\u00e4hrend der 1. Sch\u00f6pfungsbericht einen chronologischen \u00dcberblick \u00fcber die gesamte Sch\u00f6pfungswelt geben will, liegt der Fokus des 2. Sch\u00f6pfungsberichtes auf den Umst\u00e4nden der Erschaffung des Menschen. Der 2. Sch\u00f6pfungsbericht stellt also einen kleinen Ausschnitt aus dem \u201egro\u00dfen\u201c Sch\u00f6pfungsbericht dar. Ebenfalls ein Stilmittel, das h\u00e4ufig in antiker Literatur vorkommt. Unter dem Kriterium des Perspektivwechsels in Parallelgeschichten lassen sich die gleichzeitig bestehenden Gemeinsamkeiten und auffallenden Unterschiede ohne weiteres erkl\u00e4ren, ohne zwingend eine unterschiedliche Verfasserschaft anzunehmen. Dar\u00fcber hinaus lassen sich die angeblichen Widerspr\u00fcche sowohl im Sch\u00f6pfungsbericht als auch im Sintflutbericht ohne weitere harmonisieren. Bernhard Knie\u00df: \u201e<em>Am besten und detailliertesten hat der Jude Benno Jacob die Einheitlichkeit des Flutberichts begr\u00fcndet. Sein Ergebnis lautet zusammengefasst: 1) Die Widerspr\u00fcche l\u00f6sen sich bei genauerem Hinsehen auf. &nbsp;2) Die sogenannten Dubletten sind inhaltliche Erg\u00e4nzungen und entsprechen dem hebr\u00e4ischen Stil. &nbsp;&nbsp;3) Seine Einheitlichkeit zeigt sich am kunstvollen Aufbau und der Existenz bestimmter Zahlenkombinationen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im Blick auf die \u00c4hnlichkeiten der Berichte \u00fcber die Preisgabe der Ahnfrau bei Abraham und Isaak l\u00e4sst sich sagen: Bernhard Knei\u00df:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Das h\u00e4ufige Vorkommen \u00e4hnlicher Berichte innerhalb der Genesis, der babylonischen Sch\u00f6pfungs- und Fluterz\u00e4hlung, der Texte von Ugarit und anderer altvorderorientalischer Schriften l\u00e4sst eher darauf schlie\u00dfen, dass die Zusammenstellung \u00e4hnlicher Begebenheiten ein typisch semitisches Stilmittel und somit kompositorische Absicht des Verfassers ist, um mittels Wiederholungen einen Betonungseffekt zu erzielen oder dem Bed\u00fcrfnis nach Variation nachzukommen. So wundert es nicht, dass Westermann auch dieses Kriterium der Quellenscheidung relativiert und einr\u00e4umt, dass das Vorkommen von Dubletten und Wiederholungen an sich kein Indiz f\u00fcr die Existenz verschiedener Quellen sein muss.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Angebliche Widerspr\u00fcche, Anachronismen und Ungereimtheiten<\/p>\n\n\n\n<p>Man meint einen Widerspruch zu erkennen in der unterschiedlichen Namensgebung bestimmter Ortsbezeichnungen, Personen oder Gewohnheiten u.a. (Sinai gegen\u00fcber Horeb; Jethro gegen\u00fcber Reghuel; In P gibt der Vater den Kindern den Namen, in J und E die Mutter, wobei diese Regel zahlreiche Ausnahmen kenne?!;). Darin sieht man ein Indiz f\u00fcr verschiedene Quellen. Anachronismen (W\u00f6rter die eindeutig aus einer anderen Zeit stammen, meist aus einer viel sp\u00e4teren Zeit) Philister in 2.Mo 13,17 Dan in 1.Mose 14,14 und 5.Mose 34,1 und das Land der Hebr\u00e4er in 1.Mose 40,15. Die Bezeichnungen konnten diese Dinge zum o.g. Zeitpunkt noch nicht gehabt haben. Das Volk der Philister war noch nicht unter diesem Namen bekannt, usw. W\u00f6rter, die offensichtlich aus einer sp\u00e4teren Zeit stammen, w\u00fcrden darauf hindeuten, dass das Buch Genesis tats\u00e4chlich viel sp\u00e4ter geschrieben wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontra:<\/strong> Es k\u00f6nnte sein, dass diese als jung angenommenen W\u00f6rter in Wirklichkeit alt sind, aber nur selten gebraucht wurden und deshalb aus dieser Zeit nicht \u00fcberliefert sind. Es k\u00f6nnte sein, dass sie tats\u00e4chlich sp\u00e4tere W\u00f6rter sind und dem Text nachtr\u00e4glich zugef\u00fcgt wurden, um den Text f\u00fcr den sp\u00e4teren Leser verst\u00e4ndlich zu machen, indem man veraltete W\u00f6rter oder Ortsbezeichnungen ersetzt hat. Von beiden M\u00f6glichkeiten gebe es gen\u00fcgend Beispiele in der Literatur, sagt Eta Linnemann. Das gleiche gelte f\u00fcr sogenannte Aram\u00e4ismen (also junge Sprachw\u00f6rter in alten Texten). Eta Linnemann:\u201c <em>Der gr\u00f6\u00dfte Teil dieser Aram\u00e4ismen stellte sich auf Dauer als reines Hebr\u00e4isch heraus oder k\u00f6nnte es wenigstens sein. Das Argument ist deshalb so gut wie hinf\u00e4llig.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Als Ungereimtheit sieht man es an, dass Mose am Ende des 5. Buches Mose seinen eigenen Tod geschildert h\u00e4tte. Dies ist nat\u00fcrlich kein Problem, da hier vermutlich Josua die letzten S\u00e4tze \u00fcber den Tod Moses angef\u00fcgt haben k\u00f6nnte. Dies w\u00fcrde in keiner Weise die generelle Verfasserschaft Moses in Frage stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterschiede in Thema, Sprache und Stil und Wortwahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hier behauptet man, die o.g. Unterschiede w\u00fcrden auf unterschiedliche Quellen hindeuten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontra:<\/strong> Es ist unverst\u00e4ndlich, anzunehmen, dass der Verfasser des Pentateuch nicht in der Lage gewesen sein sollte, \u00fcber verschiedene Themen (Biographien, sittliche Lektionen, Geschlechtsregister, Z\u00e4hlungen, Zeremonien) zu schreiben, wie andere Schreiber antiker und moderner Texte auch? Das gleiche gilt f\u00fcr den Schreibstil. Warum sollte ein gut ausgebildeter (siehe unten) Schriftsteller, wie man es f\u00fcr Mose annehmen kann, nicht \u00fcber verschiedene Schreibstile verf\u00fcgen. Au\u00dferdem ergibt sich der Schreibstil h\u00e4ufig auch aus dem Thema. Nichts anderes ist auch aus der antiken Literatur bekannt. Was den Wortgebrauch anbelangt, haben Computeranalysen im Pentateuch folgendes ergeben: Dazu Bernhard Knie\u00df: \u201e<em>Nach Radday betr\u00e4gt die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine Homogenit\u00e4t von J und E in der Genesis 82{829020f0ca71a38f515c4e1454f4821e0b4f160772efa0a07baea5100c1b91f6}, was ihm Basis genug w\u00e4re, mit der Quellenhypothese in der Genesis zu brechen. Die Schwierigkeit des stilistischen Arguments liegt darin, dass Wortschatz, Redewendungen, Erz\u00e4hlstil etc. eines literarischen Werkes von sehr vielen Faktoren abh\u00e4ngen, z.B. dem Stoff, der gew\u00e4hlten literarischen Gattung, Zeitpunkt und Umst\u00e4nde der Abfassung und Intention des Autors.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Bernhard Knie\u00df:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Schon Goethe bemerkte in seinem \u201cWest-\u00d6stlichen Diwan\u201d die Gesamtanlage des Pentateuch als literarisches Hauptproblem und zwar in doppelter Hinsicht: Erstens sei das Verh\u00e4ltnis von Geschichte und Gesetz im Ganzen und im Detail so unsystematisch, dass es nur als ein wie immer zu erkl\u00e4rendes l\u00e4ngeres Zusammenwachsen verschiedener Textkomplexe historisch und literarisch verstehbar wird. Zweitens seien Erz\u00e4hlstil und Erz\u00e4hltechnik so vielgestaltig, dass sich dies nicht als Kunstgriff eines einzigen Erz\u00e4hlers oder eben als durch den jeweiligen Gegenstand bedingte Vielfalt erkl\u00e4ren l\u00e4sst. Hierzu ist dreierlei einzuwenden:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>a. Wie von Zenger selbst ausf\u00fchrlich dokumentiert wird, ist der Pentateuch in seiner Endgestalt eine planvolle Komposition, was das angeblich unsystematische Verh\u00e4ltnis von Geschichte und Gesetz zumindest relativiert. Hinzu kommt folgende Tatsache: Der \u00fcberwiegende Teil der Gesetze ist entweder unmittelbar oder mittelbar mit der Gottesoffenbarung am Sinai und der Konstitution Israels verbunden, w\u00e4hrend andere mit den Berichten \u00fcber Israels Weg aus \u00c4gypten durch die W\u00fcste Sinai (Ex 12-18) und vom Sinai durch die W\u00fcste zu den Gefilden Moabs (Num. 10-36) kunstvoll verwoben sind.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>b. Verschiedene Forscher haben zu Recht angemerkt, dass man ein altes orientalisches Buch nicht in ein modernes, westliches Denksystem pressen k\u00f6nne. Auch die vorgeschlagene Hypothese eines l\u00e4ngeren Zusammenwachsens verschiedener Textkomplexe mag zwar in westlichen Ohren des 20. Jhdts. zun\u00e4chst unverf\u00e4nglich klingen, steht aber angesichts des j\u00fcdischen Verst\u00e4ndnisses von Offenbarung, Inspiration, Kanon und Text\u00fcberlieferung vor unl\u00f6sbaren historischen und theologischen Schwierigkeiten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>c. Die Vielgestalt des Erz\u00e4hlstils und der Erz\u00e4hltechnik erkl\u00e4rt sich hinreichend durch 1) die au\u00dfergew\u00f6hnliche Bildung Moses (Apg 7,22), 2) die Vielfalt der behandelten Gegenst\u00e4nde mit jeweils unterschiedlicher personaler und emotionaler Betroffenheit des Mose, 3) den langen Berichtszeitraum, 4) den orientalischen Stil des Buches mit seiner mehr psychologischen als logischen Erz\u00e4hlstruktur usw.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres hervorragendes Argument gegen die Quellenscheidungstheorie habe ich bei Gerhard Maier gefunden ( In Biblischer Hermeneutik, S. 213.)<\/p>\n\n\n\n<p>Seit der Schulzeit sind die beiden altgriechischen Epen von Homer- Ilias und Odyssee- bekannt. Auch hier hat man gefragt: K\u00f6nnen diese beiden Gro\u00dfwerke tats\u00e4chlich von einem Verfasser stammen, wenn sie erstens in ihrer Struktur und Erz\u00e4hlweise logische und stilistische Widerspr\u00fcche aufweisen und wenn zweitens ihre Abfassung nicht mit Hilfe der Schrift erfolgt sein kann, weil es die Schrift zu jener Zeit noch gar nicht gab? Auch hier kam man zu dem Ergebnis, dass die Epen im Laufe einer langen \u00dcberlieferung von mehreren Dichtern zusammengetragen wurden. Es wurden 2-20 verschiedene Autoren angenommen, die ihren Beitrag geleistet haben k\u00f6nnten. Die Folge war, dass es im Laufe der Zeit so viele Homere wie Homergelehrte gab. Der Leser wusste am Ende nicht mehr, welcher Homer der echte war. Wo in der Ilias sprach Homer, wo sprach ein Fremder? Oder hatten am Ende doch diejenigen Recht, die in der Uneinigkeit der Analytiker doch den Beweis f\u00fcr das Fehlen objektiver Differenzierungsm\u00f6glichkeiten und f\u00fcr die Verfasserschaft eines einzigen Autors sahen. Diesen Vorgang k\u00f6nnte man 1:1 auf den Pentateuch \u00fcbertragen. Auch hier haben sich im Laufe der Pentateuch-Forschung zahlreiche Wissenschaftler durch Entdeckung immer wieder neuer Quellen hervorgetan, die sich in ihren Ergebnissen widersprachen oder sich gegenseitig neutralisierten. Dass man hier ebenfalls kritisch die Anfrage stellen darf, inwiefern dies noch als Wissenschaft bezeichnet werden kann, wenn man sich so uneinig ist, scheint mehr als berechtigt zu sein. Sollte man hier nicht besser zugeben, dass die Kriterien zur Aufteilung in verschiedene Quellen&nbsp; v\u00f6llig subjektiv sind und deshalb niemals die Qualit\u00e4t von Wissenschaft erreichen?<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Ich m\u00f6chte nun im Folgenden einige Punkte nennen, die im Gegensatz zum genannten Modell f\u00fcr die mosaische Verfasserschaft und damit f\u00fcr eine viel fr\u00fchere Abfassung (um 1450) des Pentateuch sprechen. (nach Bernhard Knie\u00df)<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Mose war der Adoptivsohn der Tochter des Pharao. Am \u00e4gyptischen Hof genoss er eine der besten Ausbildungen der damaligen Zeit und hatte dadurch Zugang zum gesamten gesammelten Geisteswissen. Dies versetzte ihn methodisch und schriftstellerisch in die Lage, ein derartig gro\u00dfartiges Geschichtswerk zu schaffen.<\/li><li>Mose war Augenzeuge des Exodus und der W\u00fcstenwanderung und kannte deshalb den gr\u00f6\u00dften Teil des Pentateuch 2.-5.Buch Mose aus eigener Anschauung.<\/li><li>Seine einzigartige geistliche F\u00fchrungsposition in Israel machte ihn zum geeigneten Empf\u00e4nger g\u00f6ttlicher Direktoffenbarungen. (Siehe 2.Mose 20-3.Mose27)<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Der Schreiber des Pentateuch verf\u00fcgte \u00fcber genaue Kenntnisse \u00fcber \u00c4gypten, seine Geographie, Institutionen, Sitten, Geschichte, Tier- und Pflanzenwelt. Nach dem bekannten Arch\u00e4ologen, W.F. Albright, sei es extrem unwahrscheinlich, dass diese Beschreibungen im Pentateuch eine sp\u00e4tere Erfindung seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schreiber des Pentateuch verwendet \u00e4gyptische Eigennamen (z.B. Josef und Mose) und Worte, die urspr\u00fcnglich \u00e4gyptische Gegenst\u00e4nde bezeichnen, und sp\u00e4ter in den hebr\u00e4ischen Sprachschatz \u00fcbernommen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Autor erz\u00e4hlt aus einem Blickwinkel, der offensichtlich au\u00dferhalb Kanaans liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Autor kannte das Leben in der W\u00fcste. Genaue Lager- und Ortsbeschreibungen im 4.Buch Mose, die detaillierte Beschreibung der Stiftsh\u00fctte (2.Mose 35-40) als transportables Zelt, die Angaben der Pflanzen- und Tierwelt der W\u00fcste, die Beschreibungen der Lebensgewohnheiten in der W\u00fcste deuten auf Mose als Verfasser hin, da er nicht weniger als 2 x 40 Jahre in der W\u00fcste gelebt hat. Einmal nach dem Mord an einem \u00c4gypter bei Jethro, seinem Schwiegervater. Einmal bei der W\u00fcstenwanderung seines Volkes.<\/p>\n\n\n\n<p>Bernhard Knie\u00df: <em>Obwohl der Inhalt des Pentateuch einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren umfasst, beschr\u00e4nkt sich 2.Mose 3 bis 5.Mose 34 auf die Schilderung einer Zeitspanne von rund 40 Jahren, die wiederum sehr ungleichm\u00e4\u00dfig verteilt sind. Der umfangreiche Abschnitt 2.Mose 12,37 bis 4.Mose10,10 reflektiert die ersten 14 Monate nach dem Auszug, innerhalb dessen die 27 Kapitel des 3.Buches Mose (Leviticus) ganze 50 Tage umfassen. Bedenkt man ferner, dass das 5.Buch Mose den Anspruch erhebt, die Reden des Mose in dessen letzten beiden Lebensmonaten zu enthalten, bedeutet dies, dass mehr als die H\u00e4lfte des Pentateuch Ereignisse aus nur 16 Lebensmonaten des Mose berichtet. Allein diese inhaltliche Zusammensetzung des Pentateuch spricht stark gegen einen jahrhundertelangen Entstehungsprozess und f\u00fcr Mose als Autor, der Israels Auszug aus \u00c4gypten und die vierzigj\u00e4hrige W\u00fcstenwanderung des Volkes Israels an vorderster Front miterlebte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Einer der schwerwiegendsten Gr\u00fcnde, die f\u00fcr die mosaische Verfasserschaft spricht, ist folgender Punkt: Der Abschnitt 2.Mose 2,11 bis 4.Mose 34 weist alle Merkmale eines Augenzeugenberichtes auf wie Interesse an chronologischer Abfolge der Geschehnisse, Schilderungen der pers\u00f6nlichen Betroffenheit mancher Akteure, insbesondere nat\u00fcrlich der Hauptfigur selbst, das \u201eWie\u201c der Schilderung der Ereignisse, n\u00e4mlich in lebendiger Art und Weise, und nat\u00fcrlich die Mitteilung zahlreicher Details, die ein sp\u00e4terer Verfasser wohl nicht geschrieben h\u00e4tte, weil er nicht \u00fcber ein derartiges Ausma\u00df an Detailkenntnissen verf\u00fcgt h\u00e4tte. Dar\u00fcber hinaus berichtet 2. Mose 2,11 bis 5.Mose 34 ausschlie\u00dflich aus der Perspektive von Mose selbst. Er ist nicht nur Hauptakteur fast aller historischen Berichte, sondern auch der Empf\u00e4nger und \u00dcbermittler aller Direkt-Offenbarungen Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Beobachtungen st\u00fctzen den mosaischen Ursprung des Pentateuch:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Autor war schriftstellerisch \u00fcberaus begabt oder sehr gut ausgebildet. Der Text zeugt von hervorragenden literarischen F\u00e4higkeiten des Schreibers. Er verwendet verschiedene Gattungen, Stile, Bilder, Wortspiele usw., was man in der formgeschichtlichen Erforschung gern als Hinweis auf verschiedene Quellen missbraucht. Einem Mose traut man in der Bibelkritik ein derartiges literarisches Niveau nicht zu. Ungewollt wird dadurch die Qualit\u00e4t des Schreibstils Mose erst recht betont.<\/p>\n\n\n\n<p>Bernhard Knie\u00df schreibt dazu: \u201e<em>Interessanterweise unterscheidet sich der Stil des Pentateuch wesentlich von allen anderen B\u00fcchern des AT. Sein antiquierter Charakter zeigt sich sowohl in der Semantik und Phraseologie, als auch in grammatikalischen und formalen Eigenarten, was wiederum gegen eine sp\u00e4te Abfassung durch die Hand mehrerer Autoren spricht. Mose dagegen besa\u00df sowohl die schriftstellerischen Voraussetzungen f\u00fcr die Konzeption des Pentateuch, als auch die geistliche Kompetenz f\u00fcr dessen Wirkungsgeschichte.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Alle genannten Punkte sprechen klar f\u00fcr die Verfasserschaft Moses.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wollen wir fragen, inwieweit das Zeugnis der mosaischen Verfasserschaft des Pentateuch in der Bibel selbst verankert ist?<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Der Pentateuch enth\u00e4lt mehrere Stellen, in denen berichtet wird, dass Mose geschrieben hat: 2.Mose 17,14; 2.Mose 24, 4; 2.Mose 34,27; 4.Mose 33,2; 5.Mose 31,9.22.24; ( 1.Josua 1,7)<\/p>\n\n\n\n<p>Bernhard Knie\u00df:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Besonders der prophetische Charakter des Pentateuch spricht f\u00fcr Mose als Autor. Die Prophetenformel \u201eUnd der Herr sprach zu Mose\u201c (\u00fcber 150 mal in Ex-Num.) leitet meist umfangreiche Jahweworte mit Mose als alleinigen H\u00f6rer ein. Folglich ist es \u00e4u\u00dferst unwahrscheinlich zu meinen, dass ausgerechnet der gr\u00f6\u00dfte Prophet des AT (Num. 12,6-8; Dtn. 34,10) diese nur ihm \u00fcbermittelten Offenbarungen nicht selbst aufgeschrieben haben soll. Am deutlichsten wird dies wohl am Buch Leviticus sichtbar, wo fast alle Kapitel (vgl. Kap 1, 4, 6, 8, 11-25, 27) mit dem Satz beginnen: \u201eUnd der Herr sprach zu Mose\u201c und manche Kapitel ganze Sammlungen solcher Jahwe-Worte enthalten (vgl. Lev 6,1.8. 19.24; 22,1.17.26; 23,1.9.23.26.33). Wie soll diese F\u00fclle komplizierter, gesetzlich-kasuistischer Anweisungen, die innerhalb eines Zeitraumes von nur 50 Tagen geoffenbart wurden, ohne sofortige Niederschrift durch Mose bewahrt und den Priestern, Leviten und dem ganzen Volk Israel gelehrt worden sein? Bedenkt man, dass Lev in der Hauptsache eine Sammlung von Gottesworten darstellt, dann f\u00e4llt es schwer zu glauben, dass der Prophet Mose dieses Buch nicht geschrieben haben soll. Vielmehr m\u00fcssen sich die Kritiker die Frage gefallen lassen, wie ein anderer als Mose in der Lage gewesen sein sollte, diese Offenbarungen niederzuschreiben. Dies gilt nun nicht nur f\u00fcr das Buch Leviticus allein, sondern f\u00fcr alle Gespr\u00e4che zwischen Gott und Mose, z.B. Moses Gebetsk\u00e4mpfe, Opfergesetze, Bundesbestimmungen, Festtagskalender, Anweisungen zum Bau der Stiftsh\u00fctte usw., die nur Mose wahrheitsgetreu wiedergeben konnte. Die Annahme einer sp\u00e4ten und allm\u00e4hlichen Entwicklung des Pentateuch wird dem Offenbarungscharakter, den ein erheblicher Teil des Pentateuch zweifellos beansprucht, keinesfalls gerecht, sondern degradiert diese St\u00fccke, ob gewollt oder nicht, zur frommen Dichtung. Die g\u00f6ttlichen Gesetze sind dann keine g\u00f6ttlichen Gesetze mehr, sondern nur mit einer Botenformel fromm getarnte menschlich-religi\u00f6se Einrichtungen, wie wir sie aus der Religionsgeschichte zur Gen\u00fcge kennen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bemerkenswert erscheint mir auch, dass in der gesamten Bibel, egal ob AT oder NT, die Verfasserschaft Moses nicht angezweifelt wird. Man k\u00f6nnte hier eine F\u00fclle von Bibelstellen nennen, die alle selbstverst\u00e4ndlich die 5 B\u00fccher Mose auf Mose als Autor zur\u00fcckf\u00fchren. Beispielhaft m\u00f6chte ich hier eine Stelle anf\u00fchren, die um 612 vor Christus datiert werden kann: 2. Chroniker 34,14: <strong>\u201eUnd als sie das Geld herausnahmen, das zum Hause des HERRN gebracht worden war, fand der Priester Hilkija das Buch des Gesetzes des HERRN, das durch Mose gegeben war.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch anhand der Analyse der Pentateuchkritik zeigt sich, dass die Ergebnisse der Kritik nicht so sehr von den tats\u00e4chlichen Befunden abh\u00e4ngen, sondern viel mehr von den Voraussetzungen. An vielen Stellen gibt es f\u00fcr die ins Feld gef\u00fchrten Argumente auch mindestens gleichwertige Gegenargumente. Schade, dass hier die Diskussion nicht gleichberechtigt gef\u00fchrt wird. Die Kritikw\u00fcrdigkeit der Kritik wird in der \u00d6ffentlichkeit oft unter den Teppich gekehrt. Zwar ist man sich in Theologenkreisen l\u00e4ngst \u00fcber die Schw\u00e4chen der Quellenscheidung bewusst, nach au\u00dfen tut man aber so, als w\u00e4re das l\u00e4ngst bewiesen. In einer aufgekl\u00e4rten Zeit sollte man die vielfach berechtigen Einw\u00e4nde gegen die Kritik ernst nehmen und zumindest in die Waagschale werfen. Stattdessen werden plausible Alternativen h\u00e4ufig und ganz besonders bei <em>Worthaus<\/em> mit einem polemischen Unterton abgetan, oder ignoriert.&nbsp; Den konservativen Christen Wissenschaftsfeindlichkeit vorzuwerfen, ist hier fehl am Platz und zeugt von der starken ideologischen Bindung der historischen Kritik. Man klammert sich an Argumente, die nichts anderes sind als sich selbst stabilisierende Hypothesen. Hinzu kommt, dass der Laie, der sich nicht mit den Details besch\u00e4ftigt, \u00fcberhaupt nicht beurteilen kann, was hier wirklich wie gut belegt ist. Er bekommt immer nur suggeriert, dass die Ergebnisse der historischen Kritik wissenschaftlich seien, w\u00e4hrend die konservative Seite unwissenschaftlich sei. Wer m\u00f6chte heute schon gerne unwissenschaftlich sein? Mir selbst ging es jahrelang so, dass ich in Diskussionen gerne die liberale Seite vertreten habe aus Respekt vor der Wissenschaft. Ein eingehender Blick hinter die Kulissen hat mich eines Besseren belehrt. Zumindest ist mir klar geworden, dass wir vielfach hinters Licht gef\u00fchrt werden. Auf mich jedenfalls als&nbsp; jemand, der sein t\u00e4gliches Handeln an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert, wirken die oft widerspr\u00fcchlichen Ergebnisse der Pentateuchforschung &nbsp;mehr als zweifelhaft. Auch kann man die Pentateuch-Forschung als \u201ewunder\u201c-bares Beispiel daf\u00fcr benutzen, das Verst\u00e4ndnis von Wissenschaftlichkeit zu demaskieren und damit zu zeigen, dass dem Wissenschaftsbegriff in der Theologie eine ganz andere Bedeutung zukommt als in der Naturwissenschaft. Wir haben es in der Theologie genauso wie in der Ursprungsforschung des Lebens mit einer historischen Wissenschaft zu tun. Geschichte kann ich nicht empirisch pr\u00fcfen. Geschichte beruht auf einmaligen vergangenen Ereignissen, die ich nicht experimentell wiederholen kann, wie das in der Naturwissenschaft m\u00f6glich ist, um die Plausibilit\u00e4t bzw. Beweiskraft einer These zu pr\u00fcfen. Deshalb kann ich auch in der Theologie nicht von Beweisen sprechen, sondern nur von Wahrscheinlichkeiten. Ernst Troeltsch hat dies in seinen Kriterien der historisch-kritischen Methode sehr sch\u00f6n aufgezeigt. Allerdings hat er eine weltanschauliche Vorbedingung in seinen Herleitungen zugrunde gelegt, eine a priori- Annahme, die heute als \u00fcberholt gilt. (siehe unter Ernst Troeltsch). Die Pentateuch-Forschung bleibt in dem alten Fahrwasser des geschlossenen Weltbildes verhaftet, in dem alle biblischen Berichte eine menschliche, innerweltliche Erkl\u00e4rung haben m\u00fcssen. Ein g\u00f6ttliches Eingreifen wird ja kategorisch ausgeschlossen. Dies muss in einem offenen Weltbild zwangsl\u00e4ufig zu falschen subjektiven Ergebnissen f\u00fchren, wie wir es bei der Pentateuchforschung in eindrucksvoller Weise gesehen haben. Wenn man also die Erkenntnisse der Pentateuchforschung als wissenschaftlich bezeichnet, dann suggeriert man erstens dem Laien gegen\u00fcber einer Beweiskraft der Ergebnisse, die in diesem Bereich der Wissenschaft gar nicht m\u00f6glich ist. Zweitens geht man von apriorischen Vorannahmen ( Gott greift nicht ein) aus, die regelm\u00e4\u00dfig verschwiegen werden, obwohl sie die Ergebnisse ma\u00dfgeblich mitbestimmen und drittens fehlt es an sachlicher Objektivit\u00e4t, weil man aufgrund apriorischen Vorannahmen und aufgrund einer intellektuellen Versuchung ( nur wer die Grundkenntnisse der liberalen Theologie anerkennt, hat eine Chance, Karriere zu machen) alternative&nbsp; bibelkonforme Sichtweisen, die nicht weniger wissenschaftlich sind, ablehnt. Das w\u00fcrde bedeuten, es handelt sich um eine Pseudowissenschaft, die sich nicht auf objektive, dem Untersuchungsgegenstand angemessene wissenschaftliche Kriterien st\u00fctzt, sondern auf weltanschauliche Vorentscheidungen. Jedenfalls kann man sagen, dass der Ruf der Wissenschaft durch die Pentateuchkritik nicht verbessert wird, sondern -im Gegenteil-verschlechtert wird. Lassen wir am Schluss noch einen Mann zu Wort kommen, der sich mit der Frage der Wissenschaftlichkeit in der liberalen Theologie ganz praktisch auseinandergesetzt hat und in selten gekannter Klarheit das Problem der HKT darzustellen vermochte: C.H.Spugeon: &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00f6re ich jemanden sagen:, Aber man mu\u00df sich doch den Schlu\u00dffolgerungen der Wissenschaft unterwerfen.\u2018 Niemand ist bereitwilliger, die augenscheinlichen <strong>Thatsachen<\/strong> der Wissenschaft anzunehmen, als wir es sind. Aber was verstehen Sie unter Wissenschaft? Ist das Ding was \u201aWissenschaft\u2018 genannt wird, unfehlbar? Ist es nicht Wissenschaft \u201af\u00e4lschlich so genannt\u2018? (1 Tim 6:20). Die Geschichte jener menschlichen Unwissenheit, die sich \u201aPhilosophie\u2018 nennt, ist durchweg identisch mit der Geschichte von Narren, ausgenommen da, wo sie in Wahnsinn abschweift \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026Ich glaube an Wissenschaft, aber nicht an das, was Wissenschaft genannt wird. Keine bewiesene Thatsache in der Natur ist der Offenbarung entgegen. Die h\u00fcbschen Spekulationen der Anspruchsvollen k\u00f6nnen wir nicht mit der Bibel vereinigen und wollten es nicht, wenn wir es k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der phantastische Teil der Wissenschaft, vielen so teuer, ist das, was wir nicht annehmen. Das ist f\u00fcr viele der wichtige Teil der Wissenschaft \u2013 der Teil, der blo\u00dfe Mutma\u00dfung ist, f\u00fcr den die Mutma\u00dfenden mit aller Gewalt fechten. Die Mythologie der Wissenschaft ist ebenso falsch, wie die Mythologie der Heiden; aber diese ist es, woraus ein Gott gemacht wird. Ich sage wiederum, soweit Thatsachen in Betracht kommen, ist die Wissenschaft nie in Widerstreit mit den Wahrheiten der Heiligen Schrift, aber die hastigen Schl\u00fcsse, die aus diesen Thatsachen gezogen werden, und die Erfindungen, die als Thatsachen classifiziert werden, sind der Schrift entgegen, und das notwendig, weil Falschheit nicht mit der Wahrheit \u00fcbereinstimmt. &nbsp;&nbsp;&nbsp;(Charles Haddon Spurgeon) &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kritik an den 5 B\u00fcchern Mose Als Pentateuch werden die 5 B\u00fccher Mose bezeichnet. Nach der Ansicht der HKT stammen diese 5 B\u00fccher nicht von Mose als Verfasser, sondern wurden ihm nachtr\u00e4glich zugeschrieben. Nach der Ansicht der historischen Kritik ist der Pentateuch das Produkt eines langen Entwicklungsprozesses, wonach im Laufe dieses Prozesses zahlreiche verschiedene zum &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/derbibelglauben.de\/?page_id=72\" class=\"more-link\">Mehr <span class=\"screen-reader-text\">\u00fcber &#8222;Pentateuchkritik&#8220; <\/span>Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-72","page","type-page","status-publish","hentry"],"featured_media_urls":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/72"}],"collection":[{"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=72"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/72\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":74,"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/72\/revisions\/74"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=72"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}