{"id":46,"date":"2022-04-02T18:48:43","date_gmt":"2022-04-02T18:48:43","guid":{"rendered":"https:\/\/martin.quitesmall.de\/?page_id=46"},"modified":"2022-04-02T18:49:02","modified_gmt":"2022-04-02T18:49:02","slug":"autoritaet-der-bibel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/derbibelglauben.de\/?page_id=46","title":{"rendered":"Autorit\u00e4t der Bibel"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach allen bisherigen Ausf\u00fchrungen ist es selbstverst\u00e4ndlich, dass in der liberalen Theologie von der Bibelautorit\u00e4t keine Rede mehr sein kann. Klaus Scholder (1930-1985; Professor f\u00fcr Kirchengeschichte, T\u00fcbingen) bezeichnete die Entwicklung der HKT als einen \u201e<em>Prozess, an dessen Ende die Entthronung der Bibel als der autoritativen Quelle aller menschlichen Kenntnis und Erkenntnis steht.\u201c <\/em>In vielen Aussagen von liberalen Theologen wird deutlich, dass man die Bibel nicht mehr als zeitlos g\u00fcltige Richtschnur f\u00fcr unser Leben und Handeln sieht. Ralf Meiser als Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Kirche Hannovers \u00e4u\u00dferte sich 2014 zur Autorit\u00e4t der Bibel wie folgt: \u201e<em>Die Bibel ist nicht einfach Autorit\u00e4t, weil es konventionell so ist oder weil sie einfach Gottes Wort enth\u00e4lt\u2026. Autorit\u00e4t muss heute notwendigerweise eine sich legitimierende Autorit\u00e4t sein. In diesem Sinne kann die Bibel nur noch dann als Autorit\u00e4t anerkannt werden, wenn sie in der individuellen Lebensf\u00fchrung als hilfreich und lebenserschlie\u00dfend erfahren wird.\u201c <\/em>\u00a0Mit anderen Worten hei\u00dft das, die biblischen Aussagen, die nicht hilfreich sind oder lebenserschlie\u00dfend erfahren werden, gelten dann nicht mehr. Der Mensch selbst entscheidet dar\u00fcber, was Autorit\u00e4t besitzt und was nicht. Die Autorit\u00e4t der Bibel hat sich vor meinem subjektiven Wahrheitsbewusstsein zu legitimieren. Was mir in der Bibel nicht gef\u00e4llt, kann keine Autorit\u00e4t beanspruchen. Diese Aussagen lassen den Geist der Aufkl\u00e4rung, der in der liberalen Theologie pr\u00e4gend geworden ist, durchschimmern. H\u00e4ufig werden solche Aussagen mit dem Vorwurf einer zu engen Bindung an den Wortlaut der Bibel verkn\u00fcpft, wobei man sich dabei gerne auf einen Vers in 2.Kor 3,6 beruft: &#8222;Der Buchstabe t\u00f6tet, der Geist aber macht lebendig&#8220;.Als ob uns die Heilige Schrift die Option lie\u00dfe, sich rauszusuchen, was ich f\u00fcr mich als Autorit\u00e4t anerkenne, oder was ich als unbeliebte zeitgebundene Herausforderung f\u00fcr unverbindlich erkl\u00e4re. Dass die zitierte Aussage von Paulus im Korintherbrief in einem v\u00f6llig anderen Zusammenhang steht und keinesfalls so verstanden werden kann, dass man die Bibel als Ganzes nicht mehr ernst nehmen soll, wird hier grunds\u00e4tzlich ignoriert. An keinem anderen Punkt kommt die v\u00f6llige Aufl\u00f6sung der Autorit\u00e4t der Schrift mehr zum Ausdruck, als in der Forderung, die Bibel wie jedes andere Buch zu behandeln. So hat Spinoza als einer der V\u00e4ter der historischen Kritik schon im 18. Jahrhundert festgestellt, dass die Schrift nicht offenbart, sondern ein rein menschliches Buch sei. Diese Ansicht hat sich bei vielen Theologen bis heute gehalten. Man m\u00fcsse die Bibel behandeln wie jedes andere literarische Werk auch. Ebeling betont beispielsweise (um 1950), dass die Bibel wie ein Platotext zu interpretieren sei. Auch bei Bultmann und seinen Sch\u00fclern findet man \u00e4hnliche Aussagen. Werner Georg K\u00fcmmel stellte z.B. Mitte des letzten Jahrhunderts fest, \u201e<em>dass sich seit 1750 im Zusammenhang mit der Geistes-Str\u00f6mung der Aufkl\u00e4rung die Erkenntnis durchzusetzen begann, dass die Bibel ein von Menschen geschriebenes Buch sei, das wie jedes Werk menschlichen Geistes nur aus der Zeit seiner Entstehung und darum nur mit den Methoden der Geisteswissenschaft sachgem\u00e4\u00df verst\u00e4ndlich gemacht werden k\u00f6nne<\/em> (aus Cochlovius: Leben aus dem Wort, Wege zu einem geistlichen Schriftverst\u00e4ndnis). In aktuellen Aussagen versteckt sich diese Haltung in einer folgenreichen Verlagerung der Frageintention. Man fragt nicht mehr danach, was Gott uns durch sein Wort sagen wollte, sondern was der Schreiber seinem Leser mitteilen wollte. In den Kommentaren der Stuttgarter Erkl\u00e4rbibel findet man h\u00e4ufig Kommentare wie: <em>\u201eHier irrte sich der Schreiber\u201c<\/em>, oder \u00a0<em>\u201eDer Schreiber will damit sagen\u201c<\/em>. \u00a0Statt nach dem Willen des g\u00f6ttlichen Autors zu fragen, fragt man heute nach der Absicht des menschlichen Schriftstellers. Damit wird klar, dass man den Aussagen der Heiligen Schrift keine g\u00f6ttliche Autorit\u00e4t mehr zugesteht. Um das Ma\u00df der Autorit\u00e4t einer biblischen Aussage beurteilen zu k\u00f6nnen, muss sie erst den Filter der historischen Kritik passieren. Die Autorit\u00e4t der Aussagen kann also nicht gr\u00f6sser sein als die der menschlichen Schriftsteller. Die biblische Autorit\u00e4t wird relativiert und der historisch-kritischen Theologie geopfert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Mal wollen wir nun untersuchen, ob die Bibel uns erlaubt, ihren Autorit\u00e4tsanspruch so stark zu relativieren, denn eines ist klar: Die Autorit\u00e4t der Bibel muss aus ihr selbst begr\u00fcndet werden. Zun\u00e4chst wollen wir den Umgang Jesu mit den Schriften des AT analysieren. Dieser Umgang wird von Seiten der liberalen Theologie oft als ein kritischer angesehen. Manche Autoren sind der Meinung, Jesus habe die Schrift gebrochen. Andere Theologen wie Stuhlmacher sprechen nur von einem kritisierenden Doppelschritt, den Jesus \u00fcber den Wortlaut des alttestamentlichen Gebotes hinaus getan habe. Beim genauen Lesen der Stellen, aus denen man eine Kritik am Alten Testament ablesen will, stellt man aber fest, dass sie das nicht hergeben. In Markus 10,1f und Mt.19,4f ist die Antwort Jesu auf die Frage nach der Scheidungserlaubnis keine Kritik an Mose oder gar ein Gesetzesbruch, sondern eine Erkl\u00e4rung des urspr\u00fcnglichen absoluten Gotteswillens im Unterschied zum zulassenden Willen Gottes, der in 5.Mose 24 heilsp\u00e4dagogisch noch begrenzt ist. (Wegen des Herzens H\u00e4rte). Sowohl im Sch\u00f6pfungsbericht als auch in 5. Mose 24 bleibt die g\u00f6ttliche Autorit\u00e4t der Aussagen die gleiche. Ebenso kann man Mk 7,1ff und Mt 15,1ff nicht als Kritik am AT auffassen. Jesus richtet sich hier gegen die Halacha der Pharis\u00e4er und nicht gegen das AT. Auch die ber\u00fchmten \u201eAntithesen\u201c in der Bergpredigt k\u00f6nnen nicht zum Zeugen einer Kritik am AT gemacht werden. Sein messianisches g\u00f6ttliches \u201eIch aber sage Euch\u2026\u201cbedeutet nicht, dass er widersprechen will, sondern dass es bei der praktischen Auslegung nicht nur auf eine \u00e4u\u00dfere Einhaltung des Wortlautes des Gebotes, sondern auf die erweiterte innere Herzenshaltung ankommt. Jesus macht hier das mosaische Gesetz zum Ausgangspunkt und zur Basis, auf der jetzt durch ihn die volle Entfaltung des \u201eneuen\u201c Gesetzes im Sinne der fortschreitenden Offenbarung zum Zuge kommt. Ausgerechnet in der Bergpredigt betont Jesus ausdr\u00fccklich, dass er \u201enicht gekommen ist, das Gesetz aufzul\u00f6sen, sondern es zu entfalten. Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein T\u00fcpfelchen vom Gesetzt. (Mt.5,17) Jesus hat die g\u00f6ttliche Autorit\u00e4t der damaligen Heiligen Schrift bis in die kleinsten Schriftzeichen hinein anerkannt. Nicht nur in der Bergpredigt finden wir dieses klare Zeugnis der Anerkennung der Autorit\u00e4t des AT. In der Auseinandersetzung mit seinen pharis\u00e4ischen Gegnern verwendet Jesus immer wieder Wendungen wie: \u201cHabt ihr nicht gelesen?\u201c<strong>&#8211; <\/strong>\u201eDu kennst die Gebote\u201c<strong>&#8211; <\/strong>\u201eWas denkt ihr von dem Christus?\u201c- \u201eWenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir\u201c- \u201eSteht nicht geschrieben?\u201c(Mt12,3ff; Mk10,19; Mt22,42; Joh.5,46; 10,34). Gerhard Maier schreibt dazu: <em>Ein Gesetzesbrecher h\u00e4tte niemals die Frage stellen k\u00f6nnen<\/em>: \u201eWer von euch kann mich einer S\u00fcnde zeihen?\u201c (Joh.8,46)<em> Auch schlimmste Rabulistik (Wortklauberei) h\u00e4tte die Pharys\u00e4erj\u00fcnger im Falle eines gesetzesbr\u00fcchigen Rabbi nicht sagen lassen: <\/em>\u201eDu lehrst den Weg Gottes recht\u201c (Mt.22,16)<em>.<\/em> Es besteht also \u00fcberhaupt kein Zweifel daran, dass f\u00fcr Jesus die Schriften des AT die letzte Entscheidungsinstanz und eine unvergleichliche g\u00f6ttliche Autorit\u00e4t darstellen. John Stott sagt dazu: <em>\u201eDie Autorit\u00e4t Christi und die Autorit\u00e4t der Schrift gehen zusammen\u2026 Wir m\u00fcssen uns daher der Autorit\u00e4t der Schrift unterwerfen, wenn wir uns Christus unterwerfen wollen, denn die Autorit\u00e4t der Schrift beinhaltet die Autorit\u00e4t Christi.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wie geht nun das \u00fcbrige NT mit dieser Frage um? F\u00fcr das gesamte NT geh\u00f6rt es zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass das AT und die Lehre der Apostel g\u00f6ttliche Autorit\u00e4t besitzen. Die Wendungen-Gott sagt- und- die Schrift sagt- werden untereinander austauschbar verwendet. Ein sehr sch\u00f6nes Beispiel daf\u00fcr ist R\u00f6m.9,15.17: \u201cDenn er spricht zu Mose: (2. Mose 33,19): \u00bbWem ich gn\u00e4dig bin,dem bin ich gn\u00e4dig; und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.\u00ab&nbsp;So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen. &nbsp;Denn die Schrift sagt zum Pharao (2. Mose 9,16)&#8230;\u201c<strong>. <\/strong>Hier werden im gleichen Textabschnitt beide Formulierungen verwendet. Dies istnur m\u00f6glich, wenn Gott der Urheber der Schrift ist und durch diese zu uns redet. Auch in Hebr\u00e4er 1,1ff kommt die Gleichsetzung der Schrift und Jesus als Offenbarungswege im Damals und im Heute zum Ausdruck:&nbsp;\u201eNachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den V\u00e4tern durch die Propheten,&nbsp;hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben \u00fcber alles, durch den er auch die Welten gemacht hat.\u201c <em>Es zeige sich<\/em> <em>hier <\/em>nach Gerhard Maier <em>das Urprinzip der christlichen Bibel, die eben AT und NT verbindet und zu einer neuen Einheit zusammenf\u00fcgt. Diese Einheit gr\u00fcndet in dem einen, der hier zu Wort kommt- Gott.<\/em> Gerade weil uns im Wort der Heiligen Schrift der lebendige Gott begegnet, weil er selbst zu uns spricht, werden die Formulierungen: \u201eDie Schrift sagt\u201coder\u201eWas sagt die Schrift\u2026\u201c\u00fcberhaupt erst m\u00f6glich. (R\u00f6m.4,3; Gal.4,30; 1.Tim 5,18). Die Autorit\u00e4t der Schrift ergibt sich aus der g\u00f6ttlichen Inspiration, die bei Paulus, Petrus, Johannes und dem Hebr\u00e4erbrief selbstverst\u00e4ndlich vorausgesetzt wird. Schlie\u00dflich sei noch eine Stelle erw\u00e4hnt, an der Jesus die Autorit\u00e4t der sp\u00e4teren Apostel, seine eigene und die des Vaters gleichstellt: Lukas 10,16: \u201eWer euch h\u00f6rt, der h\u00f6rt mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat.\u201c<strong>&nbsp; <\/strong>Beim Lesen der genannten und anderer Bibelstellen zu diesem Thema ist mir aufgefallen, dass der Anspruch der g\u00f6ttlichen Autorit\u00e4t meistens mit einer Verhei\u00dfung auf der einen Seite sowie einer Warnung auf der anderen Seite verbunden ist. Auch in Lukas 10 wird dies deutlich. Die Stelle erinnert an die Stellen in 5.Mose, wo die Beachtung der Gebote Gottes mit der Erf\u00fcllung seiner Verhei\u00dfung auf das gelobte Land verkn\u00fcpft wird. Demgegen\u00fcber wird dem Volk Israel f\u00fcr den Ungehorsam das Beispiel von gottlosen V\u00f6lkern vor Augen gestellt, die Gott ausgetilgt hatte. Auch in Lukas 10 spricht Jesus von der H\u00f6lle f\u00fcr die Galil\u00e4er, die sein Wort nicht annehmen. Man denke auch an die bekannte Stelle in Offb22,18: Ich bezeuge allen, die da h\u00f6ren die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn ihnen jemand etwas hinzuf\u00fcgt, so wird Gott ihm die Plagen zuf\u00fcgen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott ihm seinen Anteil wegnehmen am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben steht.Der Schreiber war zutiefst davon \u00fcberzeugt, diese Worte im g\u00f6ttlichen Auftrag zu schreiben, anders w\u00e4re eine derartige damit verbundene Strafandrohung anma\u00dfend und gottesl\u00e4sterlich. 2.Petr 3,16: Davon redet er in allen Briefen, in denen einige Dinge schwer zu verstehen sind, welche die Unwissenden und Leichtfertigen verdrehen werden, wie auch die anderen Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis.Oder: 2.Thes 3,14: Wenn aber jemand unserm Wort in diesem Brief nicht gehorsam ist, den merkt euch und habt nichts mit ihm zu schaffen, damit er schamrot werde<strong>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Woher nehmen sowohl Petrus als auch Paulus das Recht, so zu urteilen, wenn nicht aus der Gewissheit, im Namen Gottes zu sprechen. Ohne die feste \u00dcberzeugung, dass Gott selbst sie mit dieser Botschaft beauftragt hat, h\u00e4tten sich die Apostel auch damals nicht erlauben k\u00f6nnen, derartige Warnungen auszusprechen. &nbsp;Die Heilige Schrift zielt also auf unseren Gehorsam. Das kann sie nur dann tun, wenn sie keine menschliche Autorit\u00e4t hat, sondern g\u00f6ttliche Autorit\u00e4t. Nur so kann Paulus davon reden, dass er berufen ist, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden. (R\u00f6m1,5 und R\u00f6m. 10,3). R\u00f6m.15,18:\u201eDenn ich werde nicht wagen, etwas zu reden, das nicht Christus durch mich gewirkt hat, um die Heiden zum Gehorsam zu bringen durch Wort und Werk, in der Kraft von Zeichen und Wundern und in der Kraft des Geistes Gottes.\u201cPaulus ist sich hier seines anma\u00dfenden Anspruchs durchaus bewusst, falls es sich hier um eine rein menschliche Ansicht handeln w\u00fcrde. Deshalb w\u00e4hlt er hier die Formulierung: Ich werde nicht wagen\u2026! Gerhard Maier schreibt dazu: <em>dennoch kann man von einer wirklichen Autorit\u00e4t der Schrift nur reden, wenn aus ihr der Gehorsam und der aus Dank geborene Dienst f\u00fcr Gott flie\u00dft. Insofern verkn\u00fcpfen sich Schriftautorit\u00e4t und Gehorsam.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen: Die Bibel beansprucht in ihrer Gesamtheit, d.h. auch und vor allem in ihrer Verbindung zwischen AT und NT g\u00f6ttliche Autorit\u00e4t. Es kann aus der Heiligen Schrift keinerlei Kritik an sich selbst entnommen werden. Versuche, bestimmte Bibelstellen als Hinweis auf Selbstkritik und damit die Infragestellung ihrer g\u00f6ttlichen Autorit\u00e4t zu werten, sind nicht haltbar. Auch Jesus l\u00e4sst sich f\u00fcr eine Kritik an \u00fcbrigen Teilen der Bibel nicht missbrauchen. Die Bibel erlaubt uns also nicht, ihre Autorit\u00e4t in Frage zu stellen. Wer es trotzdem tut, braucht daf\u00fcr wiederum einen \u00fcbergeordneten Standpunkt. Er setzt also eine andere Autorit\u00e4t \u00fcber die Bibel, sodass sie sich vor einem menschlichen Tribunal zu verantworten hat. Dies muss hier nicht nochmal ausf\u00fchrlich wiederholt werden. Was man sich hier allerdings nochmal bewusst machen sollte, ist, wie liberale Theologie in einen unvers\u00f6hnlichen Widerspruch zur Bibelautorit\u00e4t ger\u00e4t. Sie steht hier keinesfalls mehr auf gesundem biblischem Boden. Wir erinnern uns an das im Eingangstext genannte Zitat von Klaus Scholder, dass am Ende die v\u00f6llige Entthronung der Bibel als der autoritativen Quelle aller menschlichen Kenntnis und Erkenntnis steht. Die historische Kritik erweist sich hier wieder mal als ein Sumpf, aus dem man nicht mehr herauskommt, wenn man mal den Fehler gemacht hat, ihn \u00fcberhaupt zu betreten. Je st\u00e4rker man sich gegen das Absinken wehrt, desto mehr wird man nach unten gezogen. Wer die Autorit\u00e4t der Heiligen Schrift mit der Bibelkritik vereinen will, der ger\u00e4t in einen unertr\u00e4glichen Zwiespalt, der am Ende nur nach einer Seite aufgel\u00f6st werden kann.&nbsp; Wer anf\u00e4ngt, die Autorit\u00e4t der Bibel irgendwo am Rand in Frage zu stellen, der kann nicht anders, als sich in immer wieder neue Spannungen und Widerspr\u00fcche zur g\u00f6ttlichen Offenbarung zu fl\u00fcchten und darf sich nicht wundern, wenn es am Ende zu einer unaufhaltsamen Kernschmelze kommt. Insofern ist eine radikale Bibelkritik konsequent, wenn sie nur noch an das Gute im Menschen glaubt, das uns Jesus in vorbildlicher Weise vorgelebt hat. Bibelkritik ist die antiautorit\u00e4re Erziehung des Christen zum kritischen Pluralismus und Relativismus. Wer die Autorit\u00e4t der Bibel in so radikaler Weise relativiert, wie es in der HKT praktiziert wird, der darf sich nicht beschweren, wenn am Ende nicht mal mehr der letzte Rest am Guten im Menschen \u00fcbrig bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach allen bisherigen Ausf\u00fchrungen ist es selbstverst\u00e4ndlich, dass in der liberalen Theologie von der Bibelautorit\u00e4t keine Rede mehr sein kann. Klaus Scholder (1930-1985; Professor f\u00fcr Kirchengeschichte, T\u00fcbingen) bezeichnete die Entwicklung der HKT als einen \u201eProzess, an dessen Ende die Entthronung der Bibel als der autoritativen Quelle aller menschlichen Kenntnis und Erkenntnis steht.\u201c In vielen Aussagen &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/derbibelglauben.de\/?page_id=46\" class=\"more-link\">Mehr <span class=\"screen-reader-text\">\u00fcber &#8222;Autorit\u00e4t der Bibel&#8220; <\/span>Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-46","page","type-page","status-publish","hentry"],"featured_media_urls":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/46"}],"collection":[{"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=46"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/46\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":49,"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/46\/revisions\/49"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/derbibelglauben.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=46"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}