{"id":38,"date":"2022-04-02T16:45:12","date_gmt":"2022-04-02T16:45:12","guid":{"rendered":"https:\/\/martin.quitesmall.de\/?page_id=38"},"modified":"2023-05-01T08:23:10","modified_gmt":"2023-05-01T08:23:10","slug":"geschichtlichkeit-in-der-bibel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/derbibelglauben.de\/?page_id=38","title":{"rendered":"Geschichtlichkeit in der Bibel"},"content":{"rendered":"\n<p>Die historische Zuverl\u00e4ssigkeit der biblischen Geschichten sowohl des Alten Testamentes als auch des neuen Testamentes in Frage zu stellen, geh\u00f6rt heute zur &#8222;Grundausstattung&#8220; der historisch kritischen Theologie. Was 1800 Jahre in der Kirche selbstverst\u00e4ndlich war, n\u00e4mlich zu glauben, dass in der Bibel \u00fcber wahre Begebenheiten berichtet wird, wird heute in der historisch kritischen Theologie vielfach bestritten. Auch evangelikale Autoren haben heute kein Problem mehr damit, alttestamentliche Personen wie Adam und Eva, Abraham, Jona und Mose nur noch als literarische Figuren und als hilfreiche Legenden anzusehen. Man f\u00fchlt sich den angeblich modernen \u201ewissenschaftlichen\u201c Erkenntnissen der historisch-kritischen Theologie verpflichtet und erkennt nicht, wie man sich damit an der Dekonstruktion der Vertrauensbasis der Bibel beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p>Andreas Lindemann sagt in einem Spiegelinterview: <em>\u201eDass es sich bei den Evangelien um Lebensbeschreibungen Jesu handelt [\u2026] wird seit Jahrzehnten von keinem ernst zu nehmenden Exegeten mehr behauptet.\u201c <\/em>Die Suche nach dem historischen Jesus geht davon aus, dass die biblischen Geschichten in den 4 Evangelien uns nicht den wahren historischen Jesus zeigen, sondern einen von der nach\u00f6sterlichen Gemeinde konstruierten Jesus. Das Ergriffensein der Menschen nach der Kreuzigung und der geglaubten Auferstehung habe dazu gef\u00fchrt, dass man Jesus viele Wunder und Taten untergeschoben sowie viele Aussagen kreativ in den Mund gelegt hat. Die biblischen Geschichten von Jesus sind also nur indirekte in der urchristlichen Gemeinde entstandene Zeugnisse seiner Taten und Wunder. So kommt es, dass es nahezu keine Aussagen und Berichte von Jesus in den Evangelien gibt, deren Echtheit nicht schon bestritten wurden. Die Kriterien f\u00fcr die Unterscheidung von echt und unecht wechseln dabei genauso, wie die Liste der unechten Jesu-Worte selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Frage eines IDEA-Reporters, was denn nun an Jesus echt und was unecht sei, antwortet Klaus Berger, emeritierter Theologieprofessor in Heidelberg: <em>\u201eEine typische Aussage historisch-kritischer Ausleger lautet: \u201eVon Jesus wissen wir mit Sicherheit eigentlich nur, dass er gelebt hat\u2026 Das Ausscheiden vermeintlich unechter Jesus-Worte hat das Neue Testament zerkl\u00fcftet. So war der T\u00fcbinger Neutestamentler Ernst K\u00e4semann (1906-1998) der Ansicht, dass Jesus das Vaterunser nie gebetet habe. Das angeblich unechte ist in Wirklichkeit meist das ungeliebte. Die Entscheidung, was nun echt ist und was nicht, ist in einem so hohen Grade abh\u00e4ngig von Mode, Geschmack, Konfession und Zeitgeist, dass ich nur sagen kann: Die Suche nach der wahren Stimme Jesu ist f\u00fcr die Katz. Bei K\u00e4semann ist es interessant, den emotionalen Hintergrund f\u00fcr seine Suche nach echten und unechten Jesus-Worten zu kennen: Er wollte die pietistische Fr\u00f6mmigkeit in W\u00fcrttemberg ausrotten. Das ist zwar kein wissenschaftliches Ziel, reichte aber aus, um die Bibel zu zerst\u00f6ren.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle wird deutlich, welche Substanz die theologische Wissenschaft hat. Wenn man behaupten wollte, dass die historisch kritische Forschung einen wissenschaftlich orientierten Menschen dazu zwinge, manche Jesu Worte als unecht zu deklarieren, dann w\u00e4re es v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, warum die Forschungsergebnisse von Forscher zu Forscher so unterschiedlich sind. Der Kommentar von Klaus Berger macht deutlich, dass viele Ergebnisse der historisch kritischen Forschung in Wirklichkeit keine wissenschaftlichen Ergebnisse sind, sondern vielfach auf von Geschmack und Weltanschauung abh\u00e4ngigen unbewiesenen Hypothesen beruhen. Man behauptet beispielsweise, dass nur solche Jesusworte als echt anzusehen sind, die nicht zu viel \u00c4hnlichkeit mit dem nach\u00f6sterlichen tendenzi\u00f6sen christologischen oder ekklesiologischen Glaubensverst\u00e4ndnis bzw. Jesusbild aufweisen. Doch wer sagt uns, dass das stimmt. Diese Meinung beruht auf dem unwissenschaftlichen Vorurteil, dass die nach\u00f6sterliche Christologie angepasst oder zurechtgebogen wurde. Es ist jedoch offensichtlich, dass nicht die Christologie voreingenommen angepasst wurde, sondern die Kriterien, an denen man die Echtheit misst. &nbsp;Markus Till schreibt an der Stelle: <em>\u201eKrasser kann man sein Misstrauen gegen\u00fcber der \u00dcberlieferungstreue der Urgemeinde kaum zum Ausdruck bringen. Nur auf Basis dieses Vorurteils wird verst\u00e4ndlich, warum C&amp;L (Conzelmann und Lindemann = Lehrbuchautoren) auch der Meinung sind, dass \u201eJesus keinen der in den synoptischen Evangelien erw\u00e4hnten christologischen Hoheitstitel in Bezug auf seine eigene Person gebraucht\u201c habe. Im Klartext: Da k\u00f6nnen die Evangelisten schreiben, so viel sie wollen: Das sagt uns alles nichts dar\u00fcber, wie Jesus sich eigentlich selbst sah. Trotz der vielen anderslautenden Bibelstellen hielt Jesus sich selbst wohl nicht f\u00fcr den Messias. Das zeigt: Diesen Evangelisten kann man aus Sicht von C&amp;L ganz offensichtlich nicht vertrauen. <\/em>Welche Auswirkungen die Behauptungen der historischen Bibelkritik auf das Jesusbild im Neuen Testament haben, werde ich sp\u00e4ter beleuchten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eng verzahnt mit dem in diesem Kapitel beschriebenen Kennzeichen der historisch-kritischen Methode ist die Behauptung, die Schreiber der Evangelien wollten gar keine historischen Berichte liefern. Dazu erneut ein Zitat von Prof Lindemann im Spiegel: <em>\u201eEs ist \u2026. ein Missverst\u00e4ndnis der biblischen Texte, wenn sie als Tatsachenberichte aufgefasst werden.\u201c<\/em><strong>&nbsp; <\/strong>Mit anderen Worten: Die Autoren der biblischen Texte wollten gar keine Tatsachenberichte schreiben. Ihnen sei es nur auf die geistlichen Inhalte angekommen und diese h\u00e4tten sie eben in legendenhaften Erz\u00e4hlungen eingepackt. Armin Baum schreibt dazu:<em>\u201eDiese These halte ich f\u00fcr falsch. \u2026 Und es ist meines Wissens kein einziger antiker Leser nachweisbar, der den Evangelien eine historische Absicht abgesprochen h\u00e4tte. Die christlichen Leser (von Papias bis Augustinus) haben den historischen Angaben der Evangelien zugestimmt; die nichtchristlichen Leser (wie Celsus, Galen und Porphyrius) haben ihnen widersprochen. Antike Stimmen, die behauptet h\u00e4tten, die Evangelien wollten keine Tatsachenberichte sein, hat es nicht gegeben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die obengenannte These widerspricht nach meiner Einsch\u00e4tzung eindeutig dem Selbstzeugnis der Autoren des Neuen Testamentes. Einige Zitate sollen dies untermauern. Joh:20:30 u.31: \u201eNoch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen J\u00fcngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.\u201c 1.Joh.1:1: Was von Anfang an war, was wir geh\u00f6rt haben, was wir gesehen haben mit unseren Augen, was wir betrachtet haben und unsere H\u00e4nde betastet haben, vom Wort des Lebens-\u2026.. was wir gesehen und geh\u00f6rt haben , das verk\u00fcndigen wir auch Euch\u2026 Lukas 1, 1-4:&nbsp;\u201eDa es nun schon viele unternommen haben, Bericht zu geben von den Geschichten, die sich unter uns erf\u00fcllt haben, wie uns das \u00fcberliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Wortes gewesen sind, habe auch ich&#8217;s f\u00fcr gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgf\u00e4ltig erkundet habe, es f\u00fcr dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben, auf, dass du den sicheren Grund der Lehre erf\u00e4hrst, in der du unterrichtet bist.\u201c Apostelgeschichte 1,1-3: Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erw\u00e4hlt hatte, durch den Heiligen Geist Weisung gegeben hatte. &nbsp;Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und lie\u00df sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes.\u201c Prof. Armin Baum schreibt dazu:<strong> <\/strong><em>\u201eDie Prologe des dritten Evangeliums und der Apostelgeschichte unterscheiden sich so stark von den Anf\u00e4ngen antiker Epen, sind so eng mit den Prologen der antiken Geschichtsschreibung verwandt und inhaltlich so eindeutig historisch orientiert, dass an der Intention des Autors, Geschichte zu \u00adschreiben, nicht gezweifelt werden kann. Im lukanischen Doppelwerk erz\u00e4hlt kein von den Musen inspirierter K\u00fcnstler, sondern ein sich auf Augenzeugen berufender Historiker.\u201c<\/em> Auch Petrus legt ausdr\u00fccklich Wert auf die Unterscheidung zwischen erdachten Geschichten und tats\u00e4chlichen Begebenheiten:\u201eWir sind nicht irgendwelchen klug ausgedachten Geschichten gefolgt, als wir euch die machtvolle Ankunft Jesu Christi, unseres Herrn, verk\u00fcndeten, sondern wir waren Augenzeugen seiner Macht und Gr\u00f6\u00dfe\u201c (2. Petrus 1,16). Hier schreibt jemand, dem es auf Historizit\u00e4t ankommt, dem es wichtig ist zu zeigen, dass er keine netten, mehr oder weniger erfundenen Geschichten erz\u00e4hlt, sondern von selbst erlebten Tatsachen berichtet. \u00dcbrigens schreibt hier jemand, der sich durchaus bewusst ist, dass man das von ihm Erz\u00e4hlte nicht einfach glauben wird. Er rechnet mit kritischen Lesern, weil er sich der spektakul\u00e4ren, herausfordernden Botschaft bewusst ist. 1.Kor.15,6: Danach ist er gesehen worden von mehr als 500 Br\u00fcdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. In diesem ber\u00fchmten Kapitel von Paulus \u00fcber die Bedeutung der Auferstehung zeigt sich ebenfalls, wie wichtig den Autoren der Bezug zu erlebten Tatsachen war. An der Stelle m\u00f6chte ich ein weiteres Zitat einer amerikanischen Literaturwissenschaftlerin, Holly Ordway, einflechten, die 2010 \u00fcber ihre Verwunderung berichtet, als sie die Evangelien zu studieren anfing:<em>\u201eIch las die Evangelienberichte und versuchte zu begreifen, was sie sagten. Ich musste eingestehen\u2026, dass mir klar wurde, dass es Tatsachenberichte waren, nicht erfundene Geschichten. Ich war seit meinen Kindertagen vertraut mit Volksdichtung, Fantasy, Legende und Mythos und ich hatte diese Literaturgattungen als Erwachsene studiert; ich kenne ihren Tonfall, ihre Eigenarten, ihren Wortrhythmus. Keiner dieser stilistischen Fingerabdr\u00fccke tauchte in den B\u00fcchern des Neuen Testamentes auf, die ich las\u2026\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Behauptung von Prof. Lindemann, den Schreibern des Neuen Testamentes sei es nicht auf Historizit\u00e4t angekommen, hat sich also als falsch erwiesen. Man braucht diese Behauptung allerdings, um an der Bedeutsamkeit der Aussagen des Neuen Testamentes festhalten zu k\u00f6nnen. W\u00fcrde man zustimmen, dass die Autoren tats\u00e4chlich Erlebtes berichten wollten, g\u00e4be es aus liberaler Sich nur zwei M\u00f6glichkeiten der Interpretation. Entweder die Autoren der Geschichten sagen die Wahrheit oder sie haben sich selbst get\u00e4uscht im Sinne von Halluzinationen bzw. frommen Einbildungen. Weil beide M\u00f6glichkeiten f\u00fcr einen historisch-kritischen Theologen nicht akzeptabel sind, wobei ich mir bei der zweiten M\u00f6glichkeit nicht ganz sicher bin, fl\u00fcchtet man sich in die Behauptung, die Autoren des Neuen Testamentes wollten gar keine wahren Begebenheiten berichten. Ihnen sei es nur auf die theologischen Aussagen angekommen. Allerdings sp\u00fcrt man da die offene Wunde der fraglichen Begr\u00fcndung und des Selbstanspruchs der Evangelisten, die man mit viel theologischer Gelehrsamkeit &nbsp;und schwammigen Formulierungen notd\u00fcrftig \u00fcberdeckt. Sonst bliebe nur noch zuzugeben, dass unser Glaube auf einer reichhaltigen Sammlung von Unwahrheiten und Falschaussagen beruht, die man besser in die Tonne stampfen und zum Anlass nehmen sollte sich besser mit Mathematik oder Naturwissenschaften zu besch\u00e4ftigen. &nbsp;Welchen Einfluss allerdings diese Sichtweise auch auf die theologischen Inhalte hat, werde ich sp\u00e4ter beleuchten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun m\u00f6chte ich mich dem Geschichtsverst\u00e4ndnis im Alten Testament zuwenden. Was f\u00fcr den Umgang der historisch-kritischen Methode mit dem Neuen Testament gilt, das gilt f\u00fcr das Alte Testament noch viel mehr. L\u00e4sst man im neuen Testament manche berichtete Begebenheiten noch einigerma\u00dfen stehen, werden die Geschichten im Alten Testament mit der Planierraupe der historischen Kritik gro\u00dfz\u00fcgig platt gewalzt. Im Alten Testament ist alles nicht historisch. Vieles enthalte vielleicht einen kleinen historischen Kern, aber im Gro\u00dfen und Ganzen haben wir es mit Legenden und Mythologien, die zum Teil wenigstens aus umliegenden Kulturen entliehen sind, zu tun. Allen voran nat\u00fcrlich die Urgeschichte mit den beiden Sch\u00f6pfungsberichten. (1. Mose 1-11). Ich habe mal gelernt, dass man alle Texte, die sich auf die Zeit vor David beziehen, als nicht historisch ansieht. In der historisch kritischen Theologie geht man davon aus, dass die pr\u00e4historischen Texte sich langsam evolution\u00e4r entwickelt haben. Vom einfachen zum Komplexen. Im Laufe der \u00dcberlieferungsgeschichte wurden diese legendenhaften Erz\u00e4hlungen langsam ver\u00e4ndert, an jeweils aktuelle Gottesvorstellungen angepasst, erweitert, um dann schlie\u00dflich von einem Endredaktor in der heute zug\u00e4nglichen Form zusammengefasst zu werden. Man glaubt, viele verschiedene, zum Teil sich widersprechende Quellen identifizieren zu k\u00f6nnen. Auf den wissenschaftlichen Gehalt dieser Vorstellungen im Detail einzugehen ist nicht Gegenstand dieses Kapitels. Die Frage dieses Kapitels lautet \u00e4hnlich wie dies zuvor beim Neuen Testament geschehen ist: Konnten und wollten die antiken Autoren \u00fcberhaupt unterscheiden zwischen Geschichte, Legende und mythologischer Erz\u00e4hlung?<\/p>\n\n\n\n<p>Thorsten Dietz schreibt:<em> Die Ansicht, dass der Sintflutbericht historisch verstanden werden wolle, \u201eschiebt dem Bibeltext eine Bedeu\u00adtungsabsicht zu, die er nach allem, was wir \u00fcber altorientalische Ge\u00adschichts\u00adschrei\u00adbung wissen, nicht gehabt hat. [\u2026] Wir k\u00f6nnen den Autoren kein Geschichts\u00adverst\u00e4ndnis unterstellen, wie wir es heute kennen. Wir sollten die Autoren der Bibel nicht auf Fragen festnageln, die sich ihnen nie gestellt haben. Damit verfehlen wir den Sinn der Texte. [\u2026] Althistoriker zeigen, dass es in der Antike erst allm\u00e4hlich zu einer klaren Unterscheidung von geschichtlich, vorgeschichtlich, legendarisch etc. gekommen ist.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man als Laie oder Hobby-Theologe mit den Aussagen der historisch-kritischen Sichtweise konfrontiert wird, wird man zun\u00e4chst mal deutlich verunsichert. Wenn das stimmt, was behauptet wird, dann habe ich die Geschichten des Alten Testamentes falsch gelesen. Aber nicht nur ich, sondern die meisten evangelikalen Bibelleser heute und in den vergangenen 2000 Jahren h\u00e4tten ein v\u00f6llig falsches Bild von der Geschichtlichkeit der alttestamentlichen Texte gehabt. Hier stellt sich allerdings die Frage: stimmt das wirklich, oder ist es nur eine Hilfshypothese, um uns ein entmythologisiertes Schriftverst\u00e4ndnis zu verkaufen?<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu Kenneth Kitchen als bekannter \u00c4gyptologe und evangelikaler Christ, <em>\u201e1. Mose 2 und 3 lassen keine Anzeichen f\u00fcr das Genre \u2026 Dichtung erkennen. Der Text liest sich als Bericht \u00fcber wirkliche Geschehnisse; er sieht aus wie ein Geschichts\u00addokument. Das hei\u00dft nicht, dass 1. Mose (oder sonst ein biblischer Text) Geschichte im modernen [\u2026] Sinn ist. Die antiken Autoren, die historische Geschehnisse aufzeichneten, nahmen sich die Freiheit, die Chronologie zu ver\u00e4ndern und Zeitabl\u00e4ufe zu komprimieren \u2013 und jede Menge an Information wegzulassen, die ein moderner Historiker als wesentlich daf\u00fcr erachten w\u00fcrde, ein \u201cGesamtbild\u201d zu erhalten. Aber auch die antiken Geschichtsschreiber waren \u00fcberzeugt, dass die Ereignisse, die sie beschreiben, tats\u00e4chlich geschehen sind.\u201c <\/em>Kitchen argumentiert:<em> \u201eWenn man 1. Mose 2-11 im Licht dessen liest, wie die alte Literatur des Nahen Ostens funktioniert, w\u00fcrde man, wenn \u00fcberhaupt, schlie\u00dfen, dass 1. Mose 2-11 Ereignisse berichten, die tats\u00e4chlich geschehen sind \u2013 und das in einer \u201cHochform\u201d mit viel bildhafter Sprache und chronologischer Verdichtung. Zusammenfassend sieht es also so aus, als sei es zu verantworten, 1. Mose 2-3 als Bericht eines tats\u00e4chlichen historischen Ereignisses zu verstehen.\u201c [\u2026]<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kenneth Kitchen, antwortet auf die These, dass die Sintflut- Erz\u00e4hlung (1. Mose 9) wie die Fluterz\u00e4hlungen anderer Kulturen als Mythos [\u2026] gelesen werden sollte, folgendes: <em>\u201e(Es) ist auch darauf hinzuweisen, dass im alten Nahen Osten Mythen NICHT historisiert wurden (d.h. als imagin\u00e4re \u201aGeschichte\u2018 verstanden), sondern vielmehr die Tendenz bestand, Geschichtsereignisse und Personen mythologisch zu \u00fcberh\u00f6hen \u2026Es ist belegt, dass die \u201aMythen\u2018 des antiken Nahen Ostens nicht im Lauf der Zeit zu historischen Ereignissen wurden, sondern vielmehr umgekehrt historische Berichte sich allm\u00e4hlich in eher mythologische Geschichten verwandelten.<\/em><strong>&nbsp; <\/strong>Die Schlussfolgerung aus den genannten Kommentaren muss dann sein: Wenn ein Bericht im Alten Testament keine Merkmale eines Mythos aufweist und ich erkennen kann, dass es keine Tendenz zur Historisierung von Mythen gab, dann spricht das daf\u00fcr, dass die Autoren tats\u00e4chlich Geschehenes berichten wollten. Zumindest w\u00fcrde es das Argument des fehlenden Interesses an Historizit\u00e4t deutlich schw\u00e4chen. G. von Rad spricht im Hinblick auf den Sch\u00f6pfungsbericht von einer<em>\u201esauberen Aufschmelzung alles Mythologischen\u201c. \u201eder Text von Gottes Weltsch\u00f6pfung \u2026 ist seinem Wesen nach nicht Mythos und nicht Sage, sondern Priesterlehre, d.h. uraltes sakrales Wissen<\/em>\u201c. Um es nochmal ganz klar zu sagen: Da die alttestamentlichen Texte keine Merkmale von mythologischen Erz\u00e4hlungen enthalten, w\u00fcrde das bedeuten, es waren keine urspr\u00fcnglichen Mythen, die historisiert wurden. Es waren Geschichtsereignisse, die Geschichtsereignisse blieben. In antiken Quellen finden sich zahlreiche Hinweise darauf, dass dieses historische Geschichtsverst\u00e4ndnis nicht nur in der Bibel, sondern auch bei vielen au\u00dferbiblischen Autoren sehr wohl vorhanden war. Dazu schreibt der Historiker Axel Schwaiger, der sich ausf\u00fchrlich mit historischem Geschichtsdenken befasst hat:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eVon allen antiken Geschichtstexten zu behaupten, sie k\u00f6nnten zwischen historisch und mythisch, Bericht und Legende nicht unterscheiden und wollten das auch gar nicht, offenbart eine str\u00e4fliche Unkenntnis antiker Historiographie. Nat\u00fcrlich gibt es solche Texte, aber man tut M\u00e4nnern wie Herodot (um 490-430 v.Chr.), Thukydides (ca. 460-399 v.Chr.) oder Hekataios von Milet (vor 550 v.Chr.) mit solchen pauschalen Abwertungen doch schon sehr Unrecht, da gerade sie ausdr\u00fccklich angetreten waren, die Geschichte von Legenden, Sagen und Mythen zu entschlacken und nach konkreten Gr\u00fcnden und Ursachen historischer Entwicklungen zu fragen. Hekataios\u2018 \u201aErdbeschreibung\u2018, Thukydides\u2018 \u201aPeloponne\u00adsischer Krieg\u2018 und Herodots \u201aHistorien\u2018 erz\u00e4hlen zwar auch von Mythen der V\u00f6lker, aber eben deutlich unterscheidend als deren Mythen \u2013 oft in Verbindung mit rationalen oder historischen Erkl\u00e4rungen daf\u00fcr. So unterzog Hekataios beispielsweise die bis dahin vorherrschende sagenhafte epische Tradition einer radikalen rationalen Kritik und ging damit bereits im 6. vorchristlichen Jahrhundert einen entscheidenden Schritt in Richtung auf ein historisches Bewusstsein, das man heute allzu gerne ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Neuzeit reklamiert. Die Unterscheidung zwischen Mythen und tats\u00e4chlichem Geschehen, zwischen Legenden, \u00dcbertreibungen und echter Historie und das Fragen nach tats\u00e4chlicher Kausalit\u00e4t macht ihren hohen historiographischen Wert aus. Nicht von ungef\u00e4hr gilt Herodot bereits in der Antike als \u201aVater der Geschichtsschreibung\u2018. Seine Methoden reichen von Quellenstudium und pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen \u00fcber ausgedehnte Reisen und Nachforschungen vor Ort bis hin zu kritischer Reflexion und auf Wahrscheinlichkeit gegr\u00fcndete Ver\u00admutungen. Die Vorstellung, antike Autoren verarbeiteten ausschlie\u00dflich eine \u201aliterarische Erz\u00e4hlkultur\u2018, die Historie und Mythos unreflektiert miteinander verband und \u2013 im Gegensatz zur modernen Geschichts\u00adwis\u00adsen\u00ad\u00adschaft \u2013 kein echtes Bewuss\u00adt\u00adsein f\u00fcr die eigene Historizit\u00e4t und die der berichteten Geschehnisse hatte, kann so nicht mehr aufrechterhalten werden.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die zuletzt aufgef\u00fchrten Ausf\u00fchrungen \u00fcber das Geschichtsverst\u00e4ndnis zur Zeit des Alten Testamentes zeigt einmal mehr, dass man sich nicht einfach auf die Thesen der historischen Kritik einlassen sollte. Es ist oft ein sehr einseitiger Blick und resultiert mehr aus den weltanschaulichen Pr\u00e4missen als auf fundierten wissenschaftlichen Kenntnissen. Das weit verbreitete und oft leider unreflektiert und ohne genauere Begr\u00fcndung weitergegebene Vorurteil vom fehlenden Geschichtsbewusstsein und von der mangelnden Unterscheidung von Geschichte und Legende in der Antike ist in der generellen Form nicht haltbar. Es gab auch zur damaligen Zeit Autoren, die zwischen Geschichte und Mythos unterscheiden konnten und wollten. Wenn man die Frage nach der Geschichtlichkeit im alten Orient noch vor dem Hintergrund sieht, dass die Schreiber einen hohen Anspruch hatten, Wahrheit weiterzugeben, dann f\u00e4llt es einem noch schwerer zu glauben, dass die Autoren des AT keine wahren Geschichten weitergeben wollten. Selbst wenn man den Menschen in der Antike ein mangelndes Interesse an Geschichte nachweisen k\u00f6nnte, ein mangelndes Interesse an der Unterscheidung von Fiktion und Factum, von Wahrheit und L\u00fcge d\u00fcrfte ihnen nicht zu unterstellen sein. Das Interesse an der Wahrheit h\u00e4ngt auch nicht so sehr, wie oft behauptet, von der Kultur ab, in der ein Mensch lebt, sondern ist im Menschsein schon selbst angelegt. Jeder Mensch kann bei sich selbst unterscheiden, ob er eine Geschichte erfunden hat oder ob er die Wahrheit sagt. Man bekommt manchmal den Eindruck, man wolle diese F\u00e4higkeit den Menschen zur damaligen Zeit absprechen. In der Rechtsprechung damals wird man genauso bestrebt gewesen sein, bei Zeugenaussagen zu unterscheiden, was wahr und was falsch ist. Zwischen Historie und Mythos kann ich unterscheiden wie ich zwischen Realit\u00e4t und Traum unterscheiden kann. Da brauche ich kein bestimmtes kulturell gepr\u00e4gtes modernes Bewusstsein. Auch Legenden-Erz\u00e4hlungen und M\u00e4rchen gab es damals bestimmt, bei denen die Erz\u00e4hler sich der Fiktion bewusst waren. Der Mensch kann nun mal im Gegensatz zum Tier sich fiktive Geschichten ausdenken, weil er die F\u00e4higkeit zur Fantasie hat. Dies sollte man sich immer wieder vergegenw\u00e4rtigen, wenn man behauptet, dass diese Menschen fr\u00fcher ein anderes Wahrheitsbewusstsein hatten. Generell zu behaupten, dass in den Erz\u00e4hlungen Fakten und Fiktion leichtfertig vermisch wurden oder dass es ihnen gar nicht darauf ankam, weil es damals so \u00fcblich war, scheint mir eher eine Hilfshypothese zu sein, um den eigenen Standpunkt zu rechtfertigen. (au\u00dfer man behauptet, die Schreiber seien selbst bei m\u00fcndlichen \u00dcberlieferungen f\u00e4lschlicherweise davon ausgegangen, dass man Ihnen die Wahrheit erz\u00e4hlt hat). Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund vieler Bibelstellen im Alten Testament, die auf einen hohen Anspruch auf Historizit\u00e4t hinweisen. Nehmen wir einmal an, die \u00fcbernat\u00fcrlichen Wunder im Alten Testament seien tats\u00e4chlich passiert, dann wird es f\u00fcr einen Naturalisten oder Rationalisten, der \u00fcbernat\u00fcrliche Dinge ausschlie\u00dft, zu einem erheblichen Missverst\u00e4ndnis kommen. Er muss die Geschichten als Mythologie verstehen, um sein Weltbild zu erhalten. Insofern schlie\u00dft sich hier wieder der Kreis. Weil es die F\u00e4higkeit des Menschen zur Fantasie gibt und zur Mythenbildung, wird er hier schnell zu dieser F\u00e4higkeit als Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Geschichten greifen. So h\u00e4ngen auch die Skepsis an \u00fcbernat\u00fcrlichen Wundern und die Bereitschaft, alttestamentliche Texte als Mythen zu verd\u00e4chtigen, eng zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Reinhard Junker von Wort und Wissen schreibt dazu: <em>\u201eSelbst wenn Prof. Zimmer recht damit h\u00e4tte, dass die Antike Geschichte als unbedeutend ansah, w\u00fcrden die Verfasser der Texte des Alten und Neuen Testaments gerade dieser Sicht klar und aus\u00addr\u00fccklich widersprechen. Denn die biblischen Autoren betonen genau das Gegenteil dessen, was Zimmer be\u00adhauptet, n\u00e4mlich dass es gro\u00dfe Ver\u00ad\u00e4nderungen mit nachhaltiger Wirkung gab und diese zum Verst\u00e4ndnis der Gegenwart wesentlich sind. [\u2026] Die Geschichte erkl\u00e4rt, warum die Menschheit so ist, wie sie ist: eines Retters aus S\u00fcnde und Tod bed\u00fcrftig. [\u2026] Die Israeliten hatten ein lineares Zeitgeschichtsbild und Gottes Handeln in Zeit und Raum war f\u00fcr sie von grundlegender Bedeutung. Daher sollten sie sich an die gro\u00dfen Taten erinnern, die Gott unter ihnen getan hatte (5. Mose 6,20-25). Dazu geh\u00f6rt selbstverst\u00e4ndlich auch die Urgeschichte. Die Geschichte erkl\u00e4rt die jeweilige Gegenwart.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Markus Till schreibt dazu: <em>\u201eEs fehlen die Argumente, warum die biblischen Autoren keine reale Geschichte schildern wollten, wenn doch ihre Texte in vieler Hinsicht historischen Charakter haben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte durch viele Bibelstellen belegen, dass dem AT die Geschichte wichtig war. Denke man nur an das erste und dritte Gebot im Dekalog. Im ersten Gebot wird auf den Auszug aus \u00c4gypten verwiesen das dritte Gebot wird mit der Sch\u00f6pfung in 6 bzw. 7 Tagen begr\u00fcndet. Oder an die Genealogien ( Stammb\u00e4ume ) Mose 5 und Mose 11 mit Altersangaben sowie in den Chronikb\u00fcchern. Die ganzen Stammv\u00e4tergeschichten sind ein einziger Beweis daf\u00fcr, dass Gott in der Geschichte handelt. An diesen historischen Ereignissen wird sich eines Tages das ganze j\u00fcdische Leben, der ganze Glaube an Gott Jahweh ausrichten. Der j\u00fcdische Glaube wird nicht in erster Linie auf abstrakten Erkenntnissen oder logischen Tatsachen beruhen, sondern auf der kollektiven Erfahrungen des Handelns Gottes in Raum und Zeit. Stellvertretend f\u00fcr viele Geschichten im AT m\u00f6chte ich hier die Begegung Moses mit Gott im brennenden Dornbusch ausf\u00fchren (2.Mose,3). Mose wird von Gott beauftragt, das Volk Israel aus der Gefangenschaft in \u00c4gypten zu f\u00fchren. Als sich schwach f\u00fchlender Mensch, der eine schwere Dem\u00fctigung durch die Versto\u00dfung aus seinem Volk und den Tausch des luxuri\u00f6sen Lebens  am Hofe des Pharao mit der harten Existenz in der W\u00fcste hinnehmen mu\u00dfte , fragt Mose nun berechtigterweise kritisch, wie er das dem Volk nun beibringen solle. Vor allem fragt er danach, auf was er sich berufen solle, wenn er vor dem Volk Israel stehe. Er fragt nach dem Namen Gottes. Die Antwort Gottes verbl\u00fcfft auf den ertsen Blick. In der Oberstufe meines Religionsunterrichtes war das f\u00fcr mich eine der vielen Stellen, die ich nicht richtig verstehen konnte. Lange Zeit fragte ich mich, warum Gott sich hier nicht klar ausdr\u00fcckt. Heute verstehe ich sie: Gott sagt: &#8222;Ich werde sein, der ich sein werde&#8220;. Was kann das anderes bedeuten, als dass Gott sich als Beistand und als Gestalter der Zukunft des Volkes Israel erweisen werde. Der Name Gottes ist das Programm, das er mit dem Volk im Sinn hat. Das Volk Israel wird schon sehen, was passieren wird, wenn es auf Gott, Jahweh vertraut. Gott wirbt um das Vertrauen Moses und damit des ganzen Volkes Israel, so wird das Vertrauen belohnt und die Verhei\u00dfung erf\u00fcllt. Es ist das Grundmuster der Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Gott verspricht Rettung und der Mensch kann darauf eingehen oder nicht. Sowenig biblischer oder auch christlicher Glaube nur das theoretische Anerkennen einer Glaubenswahrheit ist, so wenig ist das Wesen Gottes nur eine gesitig- jenseitige Daseins-Dimension. Gott erweist sich als Helfer und als Retter, der konkret handelt in Form von praktischen geschichtsver\u00e4ndernden Ereignissen w\u00e4hrend der Mensch sich vertrauend und ebenfalls konkret handelnd auf Gottes Zusagen einl\u00e4sst. Im Falle von Mose wird die Antwort Gottes zum Ausangspunkt einer Entwicklung oder eines Ereignisses, das die Geschichte wie kein anderes die Zukunft des Volkes Israel und damit der gesamten Welt bestimmen wird. Letztlich wird die Rettung des Volkes Israel wie alle Geschichten vorher und danach zum Ausgangspunkt f\u00fcr das Kommen Jesu und die Rettung von S\u00fcnde und Schuld, die ihrerseits ihren historischen Ursprung haben. Das Wesen Gottes ist also  das eines zutiefst geschichtstr\u00e4chtig Handelnden. Wer dies nicht anerkennt, der hat die Bibel nicht verstanden. Oder wer dies verdreht, der sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein, dass er damit nicht nur das biblische Selbstverst\u00e4ndis, sondern das Wesen Gottes auf den Kopf stellt. Noch eine Tatsache kann man an diesem Beispiel sehr klar machen. Geschichtsereignisse, die Gott direkt gelenkt hat wie beim Auszug aus \u00c4gypten werden zu Symbolen f\u00fcr das Kommen, Leben und Sterben Jesu. Jesus hat uns von der Herrschaft des Todes befreit. Viele alttestamentliche Geschichten sind Vorschattungen auf Jesus und Bedeutsamkeiten in seinem Leben. In der liberalen Theologie werden deshalb die wichtigen Elemente  im Leben Jesu oft als nach\u00f6sterliche Deutungen verstanden und als nicht historsich angesehen. Dem ist jedoch entgegenzusetzen: Als Gott, der \u00fcber Raum und Zeit steht und der gleichzeitig in Raum und Zeit eingreifen kann und die nat\u00fcrlichen Enwicklungen ver\u00e4ndern kann, der hat auch die M\u00f6glichkeit, Geschichte zu schaffen, die sich in weiser Voraussicht in seinem Heilspan f\u00fcr den Menschen als Vorschattungen auf seinen Sohn, Jesus Christus erweisen. Alttestamentliche historische Ereignisse sind deshalb nicht die alleinige Grundlage f\u00fcr die Deutung bestimmter Elemente im neuen Testament, sondern von Gott gesetzte  Ereignisse um Jesus erweisen sich als entg\u00fcltige Erf\u00fcllung  von im AT von Gott geschaffenen und vorbereitenden Vorschattungen. Gott kann Geschichte schaffen, die gelichzeitig symbolische Bedeutung bekommt f\u00fcr k\u00fcnftige von Gott geschaffene Ereignisse. Die Tatsache, dass eine Geschichte in der Vergangenheit symbolische Bedeutung hat f\u00fcr eine sp\u00e4tere Geschichte bedeutet nicht automatisch, dass sie nicht historsich ist. Im biblischen Gottesbild kann eine vergangene Geschichte historisch und symbolisch sein. Diese Verbindung ist biblisch vielfach und selbstverst\u00e4ndlich verankert.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft wird einem bei einer gegenteiligen Meinung erst bewusst, welche Meinung die Bibel zu einem bestimmten Thema vertritt. Bei der vorliegenden Frage nach dem alttestamentlichen Geschichtsbewusstsein wird jedem klar, dass der hebr\u00e4ische Glaube ein historisch begr\u00fcndeter Glaube war. Das Alte Testament ist durchzogen von Verweisen auf Gottes Handeln in der Geschichte. Da ist es mir v\u00f6llig schleierhaft, wie Theologen das Gegenteil behaupten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben gesehen, dass das Alte Testament sich selbst historisch liest. Wie ist es nun mit dem neuen Testament. Hier ist auch ganz klar, dass das NT das AT historisch versteht. Auch die Autoren des Neuen Testamentes gehen selbstverst\u00e4ndlich davon aus, dass die Menschen im Alten Testament wie Adam, Eva, Kain und Abel, Noah, Abraham , Mose usw. historische Personen waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Markus Till schreibt: \u201e<em>F\u00fcr den Evangelisten Lukas waren Adam und Noah in gleicher Weise geschichtliche Personen wie David, Josef und Jesus, wie sein Stammbaum Jesu zeigt (Luk 3, 23-37). F\u00fcr Petrus waren Noah und die Sintflut ganz selbstverst\u00e4ndlich geschichtliche Realit\u00e4ten (1Petr. 3, 20; 2Petr. 2, 5). In R\u00f6m 5,12-21 und 1Kor 15,20-22 h\u00e4lt Paulus Adam f\u00fcr ebenso geschichtlich wie Jesus.<\/em><a href=\"https:\/\/bibelbund.de\/2021\/02\/der-streit-um-das-biblische-geschichtsverstaendnis\/#fn8-9789\"><em><sup>8<\/sup><\/em><\/a><em>&nbsp;Diese Geschichtlichkeit ist sogar ein grundlegender Bestandteil seiner Theologie, wie Timothy Keller betont:<\/em><em>\u201eWenn Adam nicht historisch ist, ist die ganze Argumentation von Paulus hinf\u00e4llig. \u2026 Wer nicht glaubt, was Paulus \u00fcber Adam glaubt, lehnt das Herzst\u00fcck paulinischer Theologie ab.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>F\u00fcr Jesus, dessen Lehre f\u00fcr alle Christen letzte Autorit\u00e4t hat, war Noah und die Sintflut ebenso real wie sein Wiederkommen (Matth. 24, 37-38; Lukas 17, 26-27). Im 11. Kapitel des Hebr\u00e4erbriefs wird das Wesen des Glaubens anhand von Glaubenswagnissen alttestamentlicher Per\u00adsonen erkl\u00e4rt. Kain, Abel, Henoch und Noah werden dabei genau in der gleichen Weise betrachtet wie Abraham, Isaak, Jakob, Samuel und David. K\u00f6nnte es sich trotzdem bei manchen dieser Personen um Figuren aus Gleichnisgeschichten handeln? H\u00e4tte der Hebr\u00e4erbriefschreiber somit in seine Aufz\u00e4hlung von Glaubenshelden auch den barmherzigen Samariter einreihen k\u00f6nnen? Wohl kaum. Denn \u00fcber den barmherzigen Samariter h\u00e4tte er sicher nicht so wie \u00fcber Abel geschrieben: \u201eDurch den Glauben redet er noch, obgleich er gestorben ist.\u201c (Hebr\u00e4er 11,4) Der barmherzige Samariter ist nicht gestorben \u2013 weil er nie gelebt hat.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen nun zu einer enorm wichtigen Fragestellung kommen:<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es sich bei den genannten Glaubenshelden des AT nur um literarische Figuren handelte, dann h\u00e4tte uns Gott nur fiktive Figuren als Vorbilder vor Augen gestellt. Wenn Gott uns Vorbilder geben will, warum hat er dann keine realen Personen gebraucht? Hat es sie denn zur Zeit von Noah, Abraham und Mose gar nicht gegeben? (Das Argument der fehlenden Schreibf\u00e4higkeit scheidet aus). War es ihm damals noch nicht m\u00f6glich, eine reale Person wie Jesus oder Paulus zu berufen, um der Menschheit seinen Willen mitzuteilen? &nbsp;Oder wenn er damals in die Menschheitsgeschichte wie heute eingreifen konnte, warum sollte er es nicht wie es in den Geschichten des Alten Testamentes zum Ausdruck kommt, auch tats\u00e4chlich getan haben? Wenn alles ganz anders war, warum hat er es uns dann nicht mitgeteilt, wie es wirklich war? W\u00fcrde er tats\u00e4chlich erwarten, dass die modernen Menschen von heute ihren Glauben auf Legenden und Fiktion aufbauen und warum sollte er dies tun?<\/p>\n\n\n\n<p>Nun m\u00f6chte ich noch ein sehr schwerwiegendes Argument f\u00fcr die mangelnde Historizit\u00e4t in der Bibel vorbringen. Was ist, wenn sich die Faktizit\u00e4t der Geschichten wissenschaftlich zunehmend best\u00e4tigen lassen? Genau dies geschieht heutzutage. Die Theologie der Trennung von historischer Wirklichkeit und geistlicher Wahrheit ist in einer Zeit entstanden, in der es noch zu wenig wissenschaftlich fundierte Daten gab oder man von falschen wissenschaftlichen Daten ausging. Fr\u00fcher glaubte man, dass die Schreibf\u00e4higkeit zur Zeit Moses noch nicht ausgebildet war. Mose konnte also die 5.B\u00fccher Mose gar nicht geschrieben haben. Inzwischen wurden zahlreiche Tontafeln mit Keilschriften im mesopotamischen Raum entdeckt, die von einer weitverbreiteten Schreibkunst vor 2000 vor Christus zeugen. Man fand in Ur in Chald\u00e4a, der Heimat von Abraham, die Anfang des vorigen Jahrhunderts ausgegraben wurde, Sch\u00fcler-Tafeln, auf denen sie lesen, schreiben und rechnen lernten. Auf einigen Tafeln aus dem 16. Jahrhundert vor Christus wurde der Name Abram gefunden, von dem man ebenfalls lange annahm, dass er eine rein literarische Figur sei. Wenn schon zur Zeit Abrahams die Schreibkunst verbreitet war, warum sollte man dann annehmen, dass ca.500 Jahre sp\u00e4ter Mose am \u00e4gyptischen Hof nicht auch zu schreiben gelernt hat? Seit der Ver\u00f6ffentlichung von Prof. Finkelsteins: \u201eKeine Posaunen vor Jericho\u201c, glaubte man endlich einen arch\u00e4ologischen Beweis gegen die Historizit\u00e4t des Auszugs des Volkes Israel aus \u00c4gypten, um das Jahr 1200 in der Hand zu haben. Um 1200 habe es nachweislich keine befestigte Stadt Jericho gegeben. Wer sich mit dieser Thematik auseinandersetzen will, der sollte sich den Film: \u201ePatterns of evidence\u201c anschauen, wo sich in beeindruckender Weise die wissenschaftliche Sicht der Dinge zugunsten der geschichtlichen Realit\u00e4t des Exodus verschiebt, wenn man nur das Datum des Auszugs auf ca.1400 vor Christus verlegt. Es f\u00fcgen sich pl\u00f6tzlich viele berichtete Details zwanglos ein, wenn man bereit ist, andere wissenschaftliche Daten gelten zu lassen. Inzwischen hat man Hinweise auf den Namen Israel um 1400 gefunden. Es musste also schon ein eigenst\u00e4ndiges Volk Israel zur damaligen Zeit gegeben haben. Auch Das Haus Davids ist mittlerweile hinreichend arch\u00e4ologisch best\u00e4tigt. 1993 hat ein Forscherteam in Tel Dan, im Norden von Israel, eine Stele gefunden, auf der das K\u00f6nigshaus Davids erw\u00e4hnt wird. (A.Schick. Irrt die Bibel? S.33) Hierzu Prof. Bryant Wood, Direktor von Associates for Biblical Research: \u201e<em>In unseren Tagen vertreten die meisten Wissenschaftler, Arch\u00e4ologen und Bibelgelehrten eine sehr kritische Sicht in Bezug auf die historische Korrektheit von vielen Berichten in der Bibel. Die meisten (bibelkritischen) Gelehrten w\u00fcrden sagen, dass alles, was mit der Zeit vor den K\u00f6nigen zusammenh\u00e4ngt, einfach Legenden und Mythen seien. Hier kann Arch\u00e4ologie aber eine wichtige Rolle spielen. Schon oft haben neuere arch\u00e4ologische Entdeckungen die \u00e4lteren kritischen Ansichten \u00fcber die Bibel als falsch erwiesen. Viele Forscher haben gesagt, dass David und Salomo nie existiert haben und nun haben wir eine Stele, die David erw\u00e4hnt. So kann Arch\u00e4ologie eine wichtige Rolle spielen, die Wahrheit der Schrift zu belegen, angesichts der Kritik, die heute aus den Reihen der modernen Gelehrten kommt.\u201c <\/em>&nbsp;Der Fund dieses Steines (32 cm hoch und 22 cm breit) ist umso bemerkenswerter als er ein Gedenkstein, eine Siegesstele ist, die der syrische K\u00f6nig nach seinem Sieg \u00fcber Israel errichten lie\u00df. H\u00e4tte man den Namen des Feindes tats\u00e4chlich einmei\u00dfeln lassen, wenn es nicht auch tats\u00e4chlich passiert w\u00e4re und wenn es nicht auch tats\u00e4chlich ein bedeutender Feind gewesen w\u00e4re? So wurden die Feinde des K\u00f6nigs Davids ungewollt zum arch\u00e4ologischen Zeugen der historischen Vergangenheit. Man kann die Reihe an arch\u00e4ologischen Befunden fortsetzen: Die Grundstruktur der Stadttore von Megiddo, Hazor und Gezer, die man im letzten Jahrhundert ausgegraben hat, deckt sich mit biblischen Angaben aus der Zeit Salomos. Man bezeichnet sie als symmetrisches Sechs-Kammer-Tor. (1.K\u00f6n.9:5 und Hes.40:10). So gibt es noch zahlreiche weitere arch\u00e4ologische Funde, die sich mit den geschichtlichen Angaben in der Bibel decken. Wie kann ich erkl\u00e4ren, dass man sich auf der ganzen Welt Sintflutgeschichten erz\u00e4hlt, die mehr oder weniger gro\u00dfe \u00c4hnlichkeiten mit der biblischen Sintflutgeschichte haben, deren Abh\u00e4ngigkeit nicht zu leugnen ist. Nur durch einen gemeinsamen geschichtlichen Hintergrund. Die Ma\u00dfe der Arche Noah entsprechen den Anforderungen an die Schwimmtauglichkeit eines Hochseeschiffes, wie es erst im 19.Jahrhundert wieder in dieser Gr\u00f6\u00dfe gebaut worden ist. Woher hatte Noah dieses Wissen? In der Pal\u00e4oontologie bzw. in der Geologie ist man sich heute einig, dass viele Fossilien durch Flutkatastrophen entstanden sein m\u00fcssen. Die Entstehung des Grand Canyon in Arizona l\u00e4sst sich viel besser erkl\u00e4ren durch gro\u00dfe Flutbewegungen in kurzer Zeit als durch ein allm\u00e4hliches Ausfr\u00e4sen durch den kleinen Colorado-River \u00fcber Jahrmillionen. Das sind zwar keine Beweise f\u00fcr die Sintflut, aber k\u00f6nnen durchaus als Hinweise auf die Historizit\u00e4t des Sintflutberichtes in der Bibel verstanden werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr die Texte des NT k\u00f6nnte ich zahlreiche Beispiele f\u00fcr die Widerlegung urspr\u00fcnglich geglaubter Fehler anf\u00fchren. Zu behaupten, dass es unwissenschaftlich sei, an der geschichtlichen Realit\u00e4t alttestamentlicher und neutestamentlicher Berichte festzuhalten, ist schlicht und ergreifend falsch. Es gibt keine wissenschaftlichen, arch\u00e4ologischen, historischen oder wie auch immer gearteten Beweise daf\u00fcr, dass die Berichte unecht seien und nur auf Legendenbildungen beruhen. Gro\u00dfe Arch\u00e4ologen best\u00e4tigen jedenfalls, dass es keinen einzigen Befund in der Arch\u00e4ologie gibt, der die biblischen Berichte ernsthaft in Frage stellt. Im Gegenteil, viele urspr\u00fcngliche Annahmen, die die fehlende Historizit\u00e4t st\u00fctzen sollten, sind heute eindr\u00fccklich widerlegt. Dar\u00fcber hinaus w\u00e4re es erstaunlich, dass eine so reichhaltige Legendenbildung im Alten Testament, wie sie von liberalen Theologen postuliert wird, nirgends tats\u00e4chlich zu einem beweisbaren offensichtlichen Widerspruch gegen moderne Arch\u00e4ologie gef\u00fchrt h\u00e4tte. M\u00fcsste man bei einem derartig ausgepr\u00e4gten Material an Legenden und insbesondere bei der These des fehlenden Geschichts-Interesses, nicht erwarten, dass die Angaben sich wenigstens zum Teil widersprechen. Auch das Narrativ vom veralteten Weltbild (Scheibe und K\u00e4seglocke) im AT wird nicht richtiger dadurch, dass es st\u00e4ndig wiederholt wird. (Siehe Kapitel Irrtumslosigkeit). Die Evolutionstheorie bleibt trotz intensiver Evolutionsforschung in 150 Jahren eine Theorie, die wissenschaftlich nicht bewiesen werden konnte. Im Gegenteil, sie befindet sich in einer Erkl\u00e4rungsnot. Die Zahl der gro\u00dfen Wissenschaftler, die den Neodarwinismus f\u00fcr wissenschaftlich nicht mehr haltbar ansehen, w\u00e4chst. (siehe: The Third Way im Internet) Leider werden derartige Kenntnisse von historisch kritischen Theologen oft ignoriert, oder man nimmt sie nicht besonders ernst. Bekanntlich halten sich alteingesessene Meinungen sehr hartn\u00e4ckig, auch wenn sie l\u00e4ngst widerlegt sind, insbesondere dann, wenn sie wie im Fall der HKT weitgehend institutionalisiert sind. Zusammenfassend kann man sagen, dass die gemachten Angaben nun keinen Gegenbeweis darstellen, das w\u00e4re nat\u00fcrlich zu einfach, aber eines l\u00e4sst sich mit Sicherheit sagen: Die Behauptung der fehlenden Historizit\u00e4t in der Bibel ist nicht wissenschaftlicher als die Behauptung des Gegenteils. Dessen sollte man sich bewusst sein und sollte dies sowohl in einem wissenschaftlichen Theologiestudium als auch im Religionsunterricht im Namen einer sachlichen und aufgekl\u00e4rten Gesellschaft kommunizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun zu einem h\u00e4ufig besonders von historisch kritischen Bibelauslegern vorgetragenen Argument:Andreas Lindemann schreibt: <em>\u201eSo kann die Furcht aufkommen, die pers\u00f6nliche Glaubens\u00fcberzeugung werde beispielsweise durch die Infragestellung der historischen Zuverl\u00e4ssigkeit bestimmter \u00dcberlieferungen gef\u00e4hrdet. Dem steht die These gegen\u00fcber, Glaube und historische Erkenntnis geh\u00f6rten grunds\u00e4tzlich zwei verschiedenen Ebenen an.\u201c&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Andras Lindemann behauptet hier nichts anderes, als dass der Glaube v\u00f6llig unabh\u00e4ngig sei von historischen Erkenntnissen. Man findet diese Ansicht sowohl bei theologischen Laien, bei Pfarrern, Religionslehrern als auch bei gro\u00dfen Theologen unserer Zeit. Ob die Geschichten in der Bibel so passiert sind oder nicht, darauf komme es doch gar nicht an. Der Glaube h\u00e4nge doch nicht etwa davon ab, ob die Geschichten wirklich so passiert sind. Ob Jona tats\u00e4chlich 3 Tage im Bauch des Fisches war, oder ob das nur eine Legende ist, dadurch \u00e4ndert sich mein Glaube nicht. Das mag im Einzelfall zwar stimmen, aber was passiert, wenn Erz\u00e4hlung f\u00fcr Erz\u00e4hlung langsam der Kategorie: Legende anheimf\u00e4llt. Was passiert, wenn, die ganze Bibel als Legende deklariert wird. Wieviel Geschichte kann man aufgeben, um das Vertrauen in das Wort Gottes noch zu bewahren. Das will ich nun im weiteren Verlauf meiner Untersuchungen analysieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Andreas Lindemann hat hier eine eindeutige Antwort gegeben: <strong>Spiegel: \u201e<\/strong><em>Wenn sich nahezu alles, was \u00fcber Jesus in der Bibel steht, als unhistorisch erwiese, k\u00f6nnte es ihren Glauben ersch\u00fcttern?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prof Lindemann: <\/strong><em>\u201eNicht im Geringsten! Zugespitzt formuliert ist es sogar umgekehrt wie gemeinhin angenommen wird. In der historischen Erforschung des Neuen Testamentes kann es immer nur Wahrscheinlichkeiten, nichts Sicheres geben, und man muss immer mit neuen Erkenntnissen rechnen, die ein Umdenken erfordern. F\u00fcr den Glauben gilt dies nicht. Und vor allem kann ich ihn nicht davon abh\u00e4ngig machen, was wir historisch forschenden Theologen jeweils feststellen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das ist vielleicht f\u00fcr meine Leser eine der h\u00e4rtesten Aussage eines protestantischen Theologieprofessoren und eines Lehrbuchautoren f\u00fcr Theologiestudenten. Der Glaube von Herrn Lindemann basiert nicht auf historischen Tatsachen. Der Glaube ist v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon, ob das, was geglaubt wird, tats\u00e4chlich passiert ist. Es ist zu einer v\u00f6lligen Trennung von Glauben und geschichtlicher Wirklichkeit gekommen. Doch nicht selten bin ich in Glaubensgespr\u00e4chen \u00fcber die Echtheit der Urgeschichte oder des Sintflut-Berichtes oder des Turmbaus zu Babel auf \u00e4hnliche Reaktionen gesto\u00dfen: Ob das, was da berichtet wird, tats\u00e4chlich so geschehen ist oder nicht, darauf komme es doch gar nicht an. Viel wichtiger ist doch die theologische Aussage, die damit verbunden ist. Viele Geschichten seien Ausschm\u00fcckungen eines mehr oder weniger ausgepr\u00e4gten historischen Kerns.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Prof Lindemann und meine Gespr\u00e4chspartner stellen sich hier eindeutig gegen die biblischen Autoren selbst, denen die geschichtliche Basis ihrer Aussagen enorm wichtig war. Kann man also auch glauben ohne Jungfrauengeburt, ohne die Wundergeschichten, ohne die leibliche Auferstehung, ohne Himmelfahrt ohne Wiederkunft. Das ist interessant. Nun an der Stelle w\u00fcrde manch einer sagen, die Jungfrauengeburt und die Wundergeschichten sind nicht so wichtig, aber die leibliche Auferstehung, da m\u00fcsse man doch daran glauben. Vor kurzem hat mir ein gem\u00e4\u00dfigt liberaler Theologe gesagt: Die leibliche Auferstehung, die sei nicht verhandelbar. Damit wollte er sagen, \u00fcber die Jungfrauengeburt und vor allem viele alttestamentlichen Geschichten kann man ja streiten, aber die leibliche Auferstehung d\u00fcrfe man nicht streichen. Warum denn nicht?  Und kann ich diese Frage nicht auch bei all den anderen in der Bibel gschilderten \u00fcbernat\u00fcrlichen Ereignissen stellen. Wenn die leibliche Auferstehung nicht verhandelbar ist, m\u00fcsste ich dann nicht auch die anderen Wundergeschichten als nicht verhandelbar ansehen? Oder positiv ausgedr\u00fcckt: Wenn Gott bei der Auferstehung in das Weltgeschehen eingreift, dann kann ich daraus schlie\u00dfen , dass er auch bei anderen Wundern eingreifen kann und will. Die Bedeutung all dieser Berichte ergibt sich doch nicht nur daraus, dass Menschen daran geglaubt haben, sondern dass sie von real existierenden Geschehnissen zeugen. Schon an der hier vorgestellten kurzen Diskussion sp\u00fcrt man, in welche theologische N\u00f6te man ger\u00e4t, wenn man anf\u00e4ngt dar\u00fcber zu diskutieren, was in der Bibel echt ist und was nicht.&nbsp; Um nun zu einer Bewertung der o.g. Aussagen zu kommen, m\u00f6chte ich einige Theologen und Wissenschaftler zu Wort kommen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas Henry Huxley (1825-1895) war ein britischer Biologe und vergleichender Anatom, Bildungsorganisator und Hauptvertreter des Agnostizismus, dessen Begriff er pr\u00e4gte und durchsetzte. Dieser schrieb zu seiner Zeit: \u201e<em>Mir ist ziemlich unverst\u00e4ndlich, wie jemand auch nur einen Augenblick bezweifeln kann, dass die christliche Theologie mit der <u>historischen <\/u>Glaubw\u00fcrdigkeit der j\u00fcdischen Schriften steht und f\u00e4llt. Das Verst\u00e4ndnis vom Messias, vom Christus ist untrennbar verbunden mit der Geschichte der Juden\u2026..Wenn der Bund mit Abraham nicht geschlossen wurde,\u2026. wenn die \u201eZehn Gebote\u201c nicht durch die Hand Gottes in die Steintafeln geschrieben wurden, wenn Abraham mehr oder weniger ein mystischer Held ist wie Theseus, wenn der Sintflutbericht eine Fiktion, der Bericht vom S\u00fcndenfall eine Legende und der Sch\u00f6pfungsbericht der Traum eines Sehers ist, wenn alle diese anschaulichen und detaillierten Erz\u00e4hlungen von scheinbar realen Ereignissen weniger Geschichtswert haben als die Geschichten aus der K\u00f6nigszeit Roms \u2013 was kann man dann \u00fcber die messianische Lehre sagen, die so viel unverst\u00e4ndlicher dargelegt ist? Und wie sieht es mit der Autorit\u00e4t der Schreiber des Neuen Testaments aus, die laut dieser Theorie nicht nur fadenscheinige Fiktion f\u00fcr fundierte Wahrheit hielten, sondern die christliche Lehre auf den Treibsand von Legenden gr\u00fcndeten?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ulrich Parzany kommentiert in einem Interview bei Bibel-TV:<em> \u201eIch bitte sie: Wenn Jesus den Sturm auf dem See Genezareth nicht wirklich gestillt hat, wie will ich dann wissen, dass er den Sturm meines Lebens stillen kann. Diese Doppelb\u00f6digkeit zieht uns den Boden unter den F\u00fcssen weg.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Letztlich resultiert aus der Trennung von Glauben und Geschichte ein leerer Glaube. Es ist mehr ein Glaube an einen Glauben als ein Glaube an eine Person, es ist der Glaube an eine Idee, die sich einige Menschen ausgedacht haben. Viele Menschen haben gute Ideen. Warum glaubt man dann ausgerechnet an die Idee von Jesus? &nbsp;Weil er auch nach menschlichem Ermessen eine gute Idee vertritt. Alle biblischen Texte, die von Geschichten \u00fcber die gro\u00dfen Taten Gottes berichten, w\u00e4ren \u00fcberfl\u00fcssig. Was \u00fcbrig bleibt, ist ein freundliches: Seid nett zueinander. Jesus wird auf ein soziales Evangelium reduziert. Die Trennung von theologischer Wahrheit und historischer Wirklichkeit entzieht dem Evangelium und einer vertrauensvollen Beziehung zu diesem Jesus den Boden. Wer anf\u00e4ngt, an der Echtheit von manchen biblischen Geschichten zu zweifeln, wird niemals ein Vertrauen zu anderen Aussagen in der Bibel aufbauen k\u00f6nnen. Ich werde auch die Auswirkungen einer derartigen Theologie sp\u00e4ter noch genauer eingehen. Wer also die Auswirkungen verstehen will sollte dieses Kapitel aufmerksam gelesen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Student sagte nach einer Vorlesung zu Mc Dowell:<em> \u201eAber Herr Mc Dowell, ob die Auferstehung stattgefunden hat oder nicht, das ist doch nicht die eigentliche Frage, sondern Glauben Sie, dass sie stattfand? Ich erwiderte: Es kommt sehr wohl darauf an, ob Christus wirklich auferstanden ist. Der Wert des christlichen Glaubens liegt nicht im Glaubenden, sondern im Gegenstand des Glaubens. Wenn mir jemand beweisen k\u00f6nnte, dass Christus nicht von den Toten auferstanden ist, dann h\u00e4tte ich kein Recht auf meinen Glauben. Der christliche Glaube ist der Glaube an Christus. Seine Bedeutung bzw. sein Wert liegt nicht im Glaubenden, sondern im Geglaubten- nicht in dem Vertrauenden, sondern in dem Gegenstand des Vertrauens\u2026\u2026&nbsp; &nbsp;Paulus sagte: Ich wei\u00df, an wen ich glaube. Das erkl\u00e4rt weshalb das christliche Evangelium die Botschaft von Christus ist<\/em>\u2026.\u201c John Warwick Montgomery sagt:<em> \u201eWenn unser Christus des Glaubens abweicht vom biblischen Jesus der Geschichte dann verlieren wir entsprechend zum Ma\u00df dieser Abweichung auch den echten Christus des Glaubens\u201c. <\/em>Einer der gr\u00f6\u00dften christlichen Historiker unserer Zeit, Herr Butterfield, dr\u00fcckt es so aus: <em>\u201eEs w\u00e4re ein gef\u00e4hrlicher Irrtum zu meinen, man k\u00f6nne die Wesensmerkmale einer historischen Religion bewahren, wenn der Christus der Theologen vom Jesus der Geschichte getrennt w\u00fcrde.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu den Thesen der liberalen Theologie ist das hebr\u00e4ische Denken an dem Handeln Gottes in der Geschichte und an der Offenbarung interessiert. Nicht nur das Denken im AT sondern auch das Denken im NT ist ein Denken in historischen Kategorien, ganz im Unterschied zum griechischen Denken, das mehr an der Weisheit, an der Stimmigkeit von Aussageinhalten interessiert war. Der Hebr\u00e4er fragt in erster Linie, was geschehen ist. Die Bedeutung des Geschehenen ist unwillk\u00fcrlich und untrennbar mit der Historie verbunden. Karl Baral: \u201e<em>Nicht die Bedeutsamkeiten oder allgemeinen Wahrheiten und Prinzipien stehen im hebr\u00e4ischen Denken am Anfang,-das w\u00e4re griechisches Denken-sondern die Frage nach dem, was geschehen ist unter der Voraussetzung, dass etwas geschehen ist, dass Gott in der Geschichte gehandelt hat. Und was tr\u00e4gt, sind nicht Gedanken und Wahrheiten, sondern Gott und sein Handeln\u2026<\/em> <em>Es ist auch f\u00fcr die Bibelauslegung nicht richtig, die Historie in Bedeutsamkeiten oder Symbole oder zugunsten solcher den Charakter von Geschichtstatsachen einzuschr\u00e4nken. In der Bibel geht es um die gro\u00dfen Taten Gottes, die er in der Geschichte getan hat. Biblische Auslegung fragt zuerst: Was ist geschehen? Und dann erst: Was bedeutet das?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Die Trennung von Geschichte und Glaube ist neben der Wunderkritik ein gro\u00dfes und zerst\u00f6rerisches Verm\u00e4chtnis der liberalen Theologie. Sowohl der j\u00fcdische Glaube als auch der christliche Glaube ist ein geschichtlicher Glaube. Der Gott der Bibel ist ein Gott der Geschichte. \u201e<em>Ich werde sein der ich sein werde.\u201c<\/em> Gott hat sich in der Geschichte offenbart, deshalb funktioniert der Glaube nur, wenn ich diese Geschichte ernst nehme. Ohne die zugrundeliegenden Geschichten verliert mein Glaube das Fundament. In Wirklichkeit steckt hinter der Trennung von Glauben und Geschichte ein anderes Gottesbild bzw. ein anderer Jesus. Gott ist nicht ein Handelnder, sondern nur noch ein Beobachter. Gott zeigt sich nicht mehr, er bleibt hinter dem Nebel unterschiedlicher menschlicher Gottesvorstellungen verborgen. Nicht umsonst betont Prof. Zimmer ganz besonders den verborgenen Gott, den Deus absconditus. Einen Deus revelatus, einen der sich zeigt, der auf uns zukommt, sich offenbart, gibt es nicht mehr. Jesus ist nicht der Handelnde. In Jesus hat nicht Gott gehandelt, sondern die Schreiber, die ihm die Geschichten untergeschoben haben. Jesus ist nicht Gottes Sohn, sondern lediglich ein gutes Vorbild. Das Evangelium besteht nicht darin, was f\u00fcr uns getan wurde, sondern was wir tun sollen. Und damit ist der Glaube zwar noch vorhanden, der Glaubensinhalt hat sich allerdings v\u00f6llig ge\u00e4ndert. B<a>eim Glauben komme <\/a><a href=\"#_msocom_1\">[F1]<\/a>&nbsp;es nicht so sehr darauf an, dass ich glaube, sondern, was ich glaube. Armin Baum schreibt dazu: \u201e<em>Ob zwei Menschen den gleichen Glauben haben, l\u00e4sst sich meines Erachtens nicht einfach daran ablesen, ob sie die gleichen Begriffe verwenden. Ein solches Urteil h\u00e4ngt davon ab, welche Inhalte sie mit den Begriffen meinen.\u201c<\/em> Wenn also HK Theologen von Glauben sprechen, dann meinen sie einen v\u00f6llig ver\u00e4nderten Glaubensinhalt. Wir sollten uns an der Stelle neu bewusst machen: Der christliche Glaube ist ein objektiver Glaube im Gegensatz zum durchschnittlichen philosophischen Glauben.&nbsp; Der christliche Glaube ist auf tats\u00e4chliche Heilsereignisse gegr\u00fcndet. Er ist auf die Heilsgeschichte gebaut, die im Paradies begann. Er ist auf einen Gegenstand bezogen, n\u00e4mlich auf Jesus Christus. Im rettenden Glauben wird eine Beziehung zu diesem Jesus hergestellt, der am Kreuz hing und gesagt hat: \u201e<em>Es ist vollbracht.\u201c<\/em> Er hat nicht gesagt: es ist gesagt, sondern es ist vollbracht. Es ist ein f\u00fcr alle Mal geschehen, das rettende Ereignis ist vollendet!<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu Prof. Zimmer, der von einem v\u00f6llig anderen Geschichtsbegriff zu Zeiten des AT ausgeht, ist Gerhard Maier der Meinung, dass unser moderner Geschichtsbegriff im Altjudentum wurzelt. Er geht sogar so weit zu sagen, dass der moderne Mensch nur Geschichte treiben kann, weil er sie aus der Bibel gelernt hat. Er f\u00fchrt als Beispiel die Situation nach dem Durchzug durchs Schilfmeer und nach der Rettung vor den \u00c4gyptern an: (2.Mos.14,31) \u201eda f\u00fcrchtete das Volk den HERRN, und sie glaubten an den HERRN und an seinen Knecht Mose\u201c. Der Glaube, der hier entstehe, mache sich fest an der Tat des Herrn. Es m\u00fcsse aber kein Wunder sein, woran der Glaube h\u00e4nge und was Vertrauen schaffe. Es k\u00f6nne sich ebenso gut um ein Wort, etwa eine Verhei\u00dfung, handeln, wie Gen 15,6 zeige: \u201eAbraham glaubte dem HERRN und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.\u201c Gerhard Maier f\u00fcgt weitere Belege daf\u00fcr an, dass der Glaube der Menschen eng verbunden war mit der Verhei\u00dfung, die entweder schon vorher durch ein Zeichen beglaubigt, oder deren Wahrheitsgehalt durch die Erf\u00fcllung bzw. durch die Realisierung selbst best\u00e4tigt wurde. Der Glaube ist so definiert, dass er das Bewusstsein f\u00fcr die geschichtliche Realisierung erweitert. Ein weiteres Indiz f\u00fcr die enge Verflechtung von Glauben und Geschichte sieht Gerhard Maier in dem hebr\u00e4ischen Wort <em>dabar<\/em>, das beides, Wort und Tat, in eins zusammenfasst. \u201eJa mehr noch\u201c, sagt G. Maier, \u201edas Wort selbst, das Gott sprach, schafft Geschichte: Es wird nicht wieder leer zu mit zur\u00fcckkommen, sondern wird tun, was mir gef\u00e4llt (Jes. 55,11). F\u00fcr Gerhard Maier ergibt sich daraus die Erziehung Israels zur Realit\u00e4t. Eine Erziehung, die nirgends eine echte Parallele habe. \u201e<em>W\u00e4hrend die griechische Welt meist mit der Stimmigkeit des Gedankens, dem logischen System zufrieden war, suchte der Jude die ver\u00e4nderte Realit\u00e4t.\u201c <\/em>Eine Beobachtung, die Paulus nicht besser formulieren h\u00e4tte k\u00f6nnen, wenn er schreibt: \u201eDie Juden fordern Zeichen und die Griechen suchen Weisheit.\u201cNochmal Gerhard Maier: \u201e<em>Die eigentliche Wurzel des Geschichtsbegriffes ist die Verhei\u00dfung. Verhei\u00dfung gibt dem anschlie\u00dfenden Ablauf der Ereignisse einen Zusammenhang, \u00f6ffnet das Bewusstsein f\u00fcr den Fortgang und das Ziel des Geschehens und n\u00f6tigt zur Beobachtung des Geschickes, das dieses Wort erf\u00e4hrt. So wird die Geschichte im wirklichen Sinn des Wortes durch die g\u00f6ttliche Offenbarung geboren. <\/em>Maier pr\u00fcft das Gesagte nun auch am NT, auch hier zeigt sich eine Fortsetzung des alttestamentlichen Geschichtsbegriffes. Sp\u00e4ter schreibt Gerhard Maier zusammenfassend: \u201e<em>Soviel ist jedenfalls deutlich geworden: \u201eGlaube kann nur dort entstehen wo Gott zuvor gehandelt hat, wo Gott zuvor nicht gedacht, sondern gehandelt hat d.h.: er entsteht als biblischer Glaube nur im Rahmen der g\u00f6ttlichen Offenbarung, die sich in die Geschichte hinein ereignet hat. Wer also Geschichte und Glaube voneinander trennt, der widerspricht der Offenbarung. Und zugleich erkennen wir, dass wir keinen autonomen, sondern einen der Offenbarung selbst entnommenen Geschichtsbegriff mit ihr in Verbindung bringen m\u00fcssen. Thurneysen nannte es eine Schw\u00e4rmerei, von einer modernen Geschichtsauffassung auszugehen\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube besser und gr\u00fcndlicher kann man den Geschichtsbegriff im alten Judentum nicht definieren.&nbsp; Wie eng der Glaube mit den Geschichtswahrheiten verbunden ist, d\u00fcrfte nun klar geworden sein.&nbsp; Zu behaupten, dass man in der Antike eine v\u00f6llig andere Geschichtsauffassung wie heute hatte, mag vielleicht noch f\u00fcr die au\u00dferbiblische Welt stimmen (selbst das erscheint mir fraglich angesichts der oben erw\u00e4hnten Bez\u00fcge), deckt sich jedoch keinesfalls mit dem Zeugnis der biblischen Offenbarung. Das Narrativ des modernen Geschichtsverst\u00e4ndnisses, das wir nicht einfach auf die biblischen Texte \u00fcbertragen d\u00fcrfen, ist das eigentliche Mythos, nicht die Geschichten selbst. Ein weiteres Mal entpuppt sich die angebliche Wissenschaft als moderne Konstruktion, um das Credo der historisch-kritischen Theologie zu tragen. Und wiederrum erkennen wir, wie die Weichenstellung am Anfang des Denkens die Richtung vorgibt und nicht die Wegweiser der Richtung \u00fcber die Weichenstellung entscheidet. Die Trennung von Geschichte und Wahrheit ist sicher der verheerendste Eingriff in den Vorgang der vertrauensvollen Kommunikation zwischen Gott und Mensch. Dass man es in der liberalen Theologie trotzdem meint tun zu k\u00f6nnen, spricht nach meiner Einsch\u00e4tzung nicht etwa f\u00fcr ein mangelndes Verst\u00e4ndnis des Gesagten, sondern eher f\u00fcr eine Verdr\u00e4ngung des Zwiespalts oder der Widerspr\u00fcchlichkeit, die aus einer Gefangenschaft im vermeintlich modernen Denken entspringt. Man kann nicht mehr zur\u00fcck, weil man schon zu tief im Sumpf der Bibelkritik versunken ist und den Halt im Vertrauen auf die g\u00f6ttliche Offenbarung verloren hat. Wer Geschichte und Glauben trennt, ist wie einer, der in einem Akt der Verzweiflung die Fr\u00fcchte eines Baumes genie\u00dfen will, dessen Wurzeln schon l\u00e4ngst ausgetrocknet sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Dr. Fabian Grassl (aus einem Youtube-Vortrag glaubendenken: Wahre Geschichte?- zur Schicksalsfrage der Theologie) ist &#8222;<em>der Zweifel an der historischen Zuverl\u00e4ssigkeit der Schrift der Top-Einwand von Religionskritikern des 20. Jahrhunderts gegen den Glauben.<\/em> Das hei\u00dft: Viele Menschen wenden sich nicht wegen der unbeantworteten Frage, warum Gott das gro\u00dfe Leid in dieser Welt zulasse oder mit dem Argument, dass die Wissenschaft Gott begraben habe, vom Glauben ab, sondern weil sie gelernt haben, dass die Bibel in vielen Teilen historisch unzuverl\u00e4ssig sei. Ist dies nicht ein erschreckender Befund, der uns zu denken geben sollte? Ist das nicht ein schwerwiegendes Argument gegen die scheinbar sturmfesten Thesen jener Theologen, die meinen, die theologischen Wahrheiten von der historischen Wirklichkeit trennen zu k\u00f6nnen? Wenn Prof. Andresas Lindemann behauptet, dass eine Preisgabe aller geschichtlichen Daten um Jesus seinem Glauben keinen Abbruch tun w\u00fcrde, dann kann er dies nur sagen, weil das, was Jesus f\u00fcr ihn getan hat, offensichtlich keine Rolle f\u00fcr ihn spielt. Das Evangelium besteht anscheinend in seinen Augen nicht darin, dass Jesus als Gottes Sohn auf diese Welt kam, um schlie\u00dflich f\u00fcr seine Schuld zu streben, um ihn durch die Auferstehung die Perspektive auf ein neues, ewiges Leben zu geben. Wenn dies alles keine Rolle spielt, worauf beruht dann der Glaube? Ganz schnell landen  wir wieder bei einem reduktiven sozialen Evangelium. Die gute Nachricht besteht lediglich darin, dass sie mir hilft, die verstandesm\u00e4\u00dfig erkannten und von Jesus propagierten zwischenmenschlichen Ziele schneller zu erreichen. Ob nun Jesus von einer Jungfrau geboren wurde, ob er tats\u00e4chlich Wunder getan hat, und ob er leiblich auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist, das ist f\u00fcr die ethische Frage irrelevant. Jesus als Katalysator f\u00fcr Mitmenschlichkeit, die zwar ohne die christliche Tradition auch als erstrebenswert und erreichbar erscheint, aber mit ihr doch st\u00e4rker motiviert ist. Dieses Resultat ist ganz offensichtlich vielen zu wenig. Konfuzius hat im 5. Jahrhundert vor Christus schon gesagt: &#8222;Was du nicht willst, das man dir tu, das f\u00fcg auch keinem andern zu.&#8220; Das ist eine Weisheit, auf die ich auch ohne religi\u00f6sen \u00dcberbau kommen kann.  Die Frage nach dem  Heil und dem pers\u00f6nlichen Beziehungsaspekt zu Jesus geht verloren, was dann viele zum Anla\u00df nehmen, Gemeinden und Kirchen zu verlassen, weil sie unter diesem Gesichtspunkt keinen Sinn mehr darin sehen, Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten zu feieren. Diese Feste zu feiern bedeutet dann, Feste zu feiern in Erinnerung an Legenden und Mythen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist nun der wahre Grund f\u00fcr die Skepsis an der Geschichtlichkeit der Bibel innerhalb der liberalen Theologie? Aufgrund aller vorausgegangener und nachfolgender Ausf\u00fchrungen l\u00e4sst sich sagen, dass es nicht die wissenschaftliche Forschung oder die vielleicht kleinen Widerspr\u00fcchlichkeiten in den Texten sind, die Theologen dazu veranlassen, sie als Legenden anzusehen. Wenn es in der Bibel keine Wunderberichte g\u00e4be, dann h\u00e4tten die alt-und neutestamentlichen Texte nicht mehr oder weniger Probleme wie andere antiken Texte auch. Unstimmigkeiten kann ich, wenn ich es darauf anlege, in jedem antiken Text finden, ohne dass damit die historische Glaubw\u00fcrdigkeit in Frage gestellt wird.( siehe Kapitel: Irrt\u00fcmer in der Bibel, Schlussabschnitt) Die wissenschaftliche Forschung hat in vielen Bereichen urspr\u00fcnglich geglaubte Unwahrheiten widerlegt. Es sind die wunderkritischen Denkvoraussetzungen, die sich aufgrund ihres axiomatischen Charakters mit einer Mauer der Unangreifbarkeit umgeben haben. Es ist der Mythos, dass man echte Wissenschaft nur betreiben kann, wenn man ein \u00fcbernat\u00fcrliches Handeln Gottes ausschlie\u00dft.  Dazu Greg West, ein ehemaliger Agnostiker (einer, der glaubt, man k\u00f6nne \u00fcber Gott oder die Natur unserer Existenz keine sicheren Erkenntnisse haben), der zum christlichen Glauben gefunden hat und inzwischen eine christliche Website betreibt unter dem Namen: The Poached Egg): <em>&#8222;Wenn wir die Auferstehung von Jesus, seine Wunder und alle Behauptungen und Anspielungen auf seine G\u00f6ttlichkeit weglie\u00dfen, dann w\u00fcrde das Neue Testament einstimmig als die richtigste und vollst\u00e4ndigste historische Quelle \u00fcber das j\u00fcdische Leben w\u00e4hrend des ersten Jahrhunderts in Pal\u00e4stina angesehen werden. Aber es enth\u00e4lt eben die Auferstehung, Wunder und die G\u00f6ttlichkeit von Jesus und daher wurden und werden immer noch unz\u00e4hlige Versuche unternommen, seine Zuverl\u00e4ssigkeit zu diskreditieren, wenn auch vergebens. Aber aufgrund der verf\u00fcgbaren Indizien, sowohl der rein objektiv historischen als auch meiner pers\u00f6nlichen Erfahrung, bin ich komplett von seiner Wahrheit \u00fcberzeugt.&#8220; <\/em>(aus kein Grund zur Skepsis von Stefan Gustavsson, S 171)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wissenschaft hat uns ohne Zweifel einen gro\u00dfen technischen Fortschritt und einen enormen Wissenszuwachs \u00fcber Zusammenh\u00e4nge von Leben und Natur beschert und damit unsere Lebensbedingungen f\u00fcr immer nachhaltig revolutioniert. Den Fortschrittsglauben und den wissenschaftlichen Erfolgsgedanken, den wir im Bereich der Naturwissenschaften gewonnen haben, \u00fcbertrug man auch in die Geschichtswissenschaft. Man erhoffte sich, durch historisch kritische Forschung auch mehr nat\u00fcrliche Erkl\u00e4rungen f\u00fcr scheinbar \u00fcbernat\u00fcrliche Ph\u00e4nomene zu finden und so mehr Licht in das Dunkel der vermeintlichen Probleme der Bibelauslegung zu bringen. Wie in der Naturwissenschaft ging man auch in der Geschichtswissenschaft von einem geschlossenen Ursache-Wirkungssystem aus. So wurde die Dekonstruktion der Historizit\u00e4t und die Herleitung der Berichte aus kulturellen Gegebenheiten und Geistes-Str\u00f6mungen als wissenschaftlicher Fortschritt deklariert. Auch in der Geschichtswissenschaft f\u00fchlte man sich dem Credo- Forschen, als ob es Gott nicht g\u00e4be- verpflichtet. Etsi deus non daretur. Einer der einflussreichsten Theologen des 20.Jahrhunderts, Rudolf Bultmann erkl\u00e4rt hierzu: <em>&#8222;Die historische Methode schlie\u00dft die Voraussetzung ein, dass die Geschichte eine Einheit ist im Sinne eines geschlossenen Wirkungszusammenhangs, in dem die einzelnen Ereignisse durch die Folge von Ursache und Wirkung verkn\u00fcpft sind. &#8230; Diese Geschlossenheit bedeutet,dass der Zusammenhang des geschichtlichen Geschehens nicht durch das Eingreifen \u00fcbernat\u00fcrlicher, jenseitiger M\u00e4chte zerrissen werden kann, dass es also kein Wunder in diesem Sinne gibt.&#8220;<\/em> Wir haben diese Methode der historisch kritischen Forschung ausf\u00fchrlich im Kapitel \u00fcber &#8222;Historisch-kritische Theologie&#8220; nach den Kriterien von Ernst Troeltsch besprochen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage nach Wundern und die Frage nach der Historizit\u00e4t h\u00e4ngen also ganz eng zusammen. Viele Texte der Bibel k\u00f6nnen deshalb nicht historisch sein, weil sie \u00fcbernat\u00fcrliche Elemente enthalten. Das ist die ebenso wahre wie auch einfache Begr\u00fcndung f\u00fcr die Zweifel an der historischen Glaubw\u00fcrdigkeit der Bibel. Diese Begr\u00fcndung birgt jedoch weitreichende logische Konsequenzen. Wenn der Glaube der Menschen in der Bibel, wie ich es ausf\u00fchrlich dargestellt habe auf geschichtlichen Ereignissen beruht, die vielfach mit dem wundersamen Eingreifen Gottes einhergingen und Wunder unm\u00f6glich sind, dann mu\u00df der biblische Glaube falsch sein. Er dient vielleicht noch einer gewissen positiven Lebenseinstellung, aber nur weil ich einer falschen Gottesvorstellung hinterherlaufe. In Wirklichkeit ist es nur eine Fiktion, eine positive Illusion. Konsequenterweise ist der Schritt zu einer noch radikaleren Einstellung nicht weit, die Robert Funk, der Gr\u00fcnder des Jesus-Seminars in den USA, vertritt: <em>&#8222;Der Gott des metaphysischen Zeitalters ist tot. Es gibt keinen pers\u00f6nlichen Gott au\u00dferhalb des Menschen und der materiellen Welt&#8230;. Die Vorstellung, dass Gott sich in die Ordnung der Natur von Zeit zu Zeit einmischt, um zu helfen oder strafen, ist nicht l\u00e4nger glaubw\u00fcrdig, auch wenn die meisten es noch glauben. Wunder sind eine Beleidigung von &#8230; Gottes Intergrit\u00e4t, ungeachtet dessen, wie wir ihn verstehen. Wunder&#8230; widersprechen der Bindung des physischen Universums an Regeln&#8230; Gott bricht keine Naturgesetze.&#8220;                                                                                                                                 <\/em>        Wohlgemerkt, hier spricht kein Atheist, sondern einer, der sich Christ nennt. Er beansprucht genauso wie alle anderen liberalen Theologen, den christlichen Glauben zu vertreten. Er glaubt sehr wohl an eine frohe Botschaft -wie diese Botschaft aussieht, kann ich nicht genau sagen- nicht jedoch an die zahlreichen in der Bibel geschilderten Wunderberichte oder an einen Gott, der in die Geschichte eingreift. Letztlich befindet er sich auf der gleichen theologischen Ebene wie Andreas Lindemann, den ich eingangs zitiert habe. Er dr\u00fcckt sich nur radikaler aus. Christlicher Glaube ist, folgt man der Logik dieser Theologen, tats\u00e4chlich v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von geschichtlichen Ereignissen, wie sie in Geburt, Leben, Sterben, Auferstehung sowie in der Himmelfahrt und an Pfingsten stattgefunden haben sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Glaube der liberalen Theologie ist nicht nur ein wunderfreier Glaube, er ist auch ein geschichtsfreier Glaube. Das ist etwa so, wie wenn ich der Meinung w\u00e4re, ich k\u00f6nnte gute Medizin betreiben ohne Diagnose und Therapie, selbst wenn der Patient im Sterben liegt. Der christliche Glaube ist dabei aller wichtigen Kernbestandteile entledigt. Um wenigstens einen Schein von Fr\u00f6nmigkeit aufrechtzuerhalten, werden christliche Vokabeln weiterben\u00fctzt. Mit ausgesprochen kluger Rhetorik und wortreicher Bildersprache wird versucht, einen Flair von Religiosit\u00e4t und Spiritualit\u00e4t zu wahren. Dieses Bild von Jesus und Gott ist nicht nur meilenweit entfernt von dem Wesen der heiligen Schrift, es hat keinerlei Bezug mehr zur Wirklichkeit des Menschen. Menschen sehnen sich nach Hilfe, nach Trost, nach Vergebung und nach Gerechtigkeit. Alle diese Dinge werden gef\u00f6rdert, wenn ich wei\u00df, dass Gott auf diese Welt kam, um f\u00fcr unsere Schuld zu bezahlen und wenn ich wei\u00df, dass er auferstanden ist und lebt, und dass ich auch heute mit seiner Gegenwart und Hilfe rechnen kann. Wieviele Menschen sind in ihrem Vertauen auf Gottes Zusagen durch das Lesen und Glauben der Segnungen und Erf\u00fcllungen im Alten Testament gest\u00e4rkt worden. Wieviele Menschen k\u00f6nnen mit schwerer Schuld bei sich und anderen Menschen  leichter umgehen, weil sie wissen, dass Jesus daf\u00fcr starb. Wieviele Menschen k\u00f6nnen Leid und das Sterben besser ertragen, weil sie wissen, dass Jesus tats\u00e4chlich auferstanden ist. Wenn das alles nicht war ist, wie kann ich dann sicher sein, dass der Glaube nicht eine einzige gro\u00dfangelegte Selbstt\u00e4uschung ist?<\/p>\n\n\n\n<p>In anderen Kapiteln habe ich immer wiede auf die Probleme des gschlossenen Ursache-Wirkungssystems hingewiesen. Was ich hier im Zusammenhang mit der Geschichtlichkeit in der Bibel und dem methodischen Athesismus nochmal deutlich machen m\u00f6chte, ist folgendes: Auch die Denkvoraussetzung des geschlossenen Weltbildes gilt es kritisch zu pr\u00fcfen. Wer sagt uns, dass das Weltbild wirklich komplett geschlossen ist? Es ist nur ein aus dem Erfolg der Naturwissenschaft abgeleiteter R\u00fcckschlu\u00df. Die Antwort auf diese Frage ist keineswegs eine naturwissenschaftliche , sondern vielmehr eine philosophische Frage. Ernst Troeltsch bezeichnet das geschlossene Weltbild als Axiom, das keine weitere Herleitung mehr braucht. Aber stimmt das wirklich? Auch wenn es uns in vielen naturwissenschaftlichen Bereichen wertvolle Erkl\u00e4rungen liefert, hei\u00dft es doch nicht automatisch, dass es f\u00fcr alles und jederzeit gilt. Aus Sicht des biblischen Glaubens und der Zuverl\u00e4ssigkeit der geschichtlichen Ereignisse der Bibel ist das Universum ein offenes System von Ursache und Wirkung, in das der Sch\u00f6pfer dieses Systems jederzeit eingreifen und Wunder tun kann. An Wunder zu glauben bedeutet auch nicht, das in vielen Bereichen funktionierende System von Ursache und Wirkung abzulehnen. Es bedeutet vielmehr, darauf aufzubauen und zu sagen, es gibt mehr als die Natur. Gleichzeitig bezieht es die M\u00f6glichkeit mit ein, dass wenn es diesen Gott wirklich gibt, er auch Spuren hinterlassen hat, und dass es Ph\u00e4nomene sowohl in der Natur als auch in der Geschichte geben kann, f\u00fcr die es keine nat\u00fcrliche Erkl\u00e4rung gibt und wom\u00f6glich nie geben wird. Wenn ich schon die Erfahrung in der Naturwissenschaft zur Grundlage f\u00fcr mein philosophisches Denken machen m\u00f6chte, dann mu\u00df ich gerade aufgrund der modernen Naturwissenschaft (genetischer Code, Feinabstimmung des Universums, Relativit\u00e4tstheorie, Quantenphysik und Hirnforschung sowie moderne Genetik und Zweifel am Neodarwinismus) das geschlossene Weltbild aufgeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die historische Zuverl\u00e4ssigkeit der biblischen Geschichten sowohl des Alten Testamentes als auch des neuen Testamentes in Frage zu stellen, geh\u00f6rt heute zur &#8222;Grundausstattung&#8220; der historisch kritischen Theologie. 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